Erfahrungsbericht von Andreas68
Reaktionen auf das Massaker: keine oder die falschen
Pro:
Hier wurden bereits bemerkenswert differenzierte Betrachtungsweisen veröffentlicht.
Kontra:
Die Konsequenzen gehen in die falsche Richtung o. bleiben, die nächste Katastrophe erwartend, aus.
Empfehlung:
Nein
Man benutzt die Tat als Vorwand für alle möglichen Verbote, die natürlich entsprechende Überwachungsmechanismen voraussetzen. Der Große Bruder lässt schön grüßen.
Keinen kümmert es dagegen, wie Menschen behandelt werden o. miteinander umgehen, dass an Schulen keine Ombuds- o. Obsorgeperson vorhanden ist, an die man sich wenden könnte o. die eingreifen könnte, wenn sich gruppendynamische Fehlentwicklungen zeigen u. jemand an bzw. über den Rand gedrängt wird. Keiner hat dafür Geld, das wird gebraucht, um zu integrieren, was nicht integriert werden will oder kann, um die Seitenstreifen der Straßen schön kurz zu mähen, um sich Paläste u. Denkmale zu bauen oder um irgendwo ein paar Kriege zu führen u. fremder Städte Menschen durch Bombardierungen zu befreien (vom Leben).
Die Relativierung des Menschenlebens durch staatliche Gewalt entfaltet Vorbildfunktion für den Einzelnen, der sich weniger veranlasst sieht, fremder Menschen Leben als unangreifbar zu respektieren: Die da oben tun´s ja auch nicht!
Dabei ist es den Verantwortungsträgern bekannt, dass in Ländern, in denen Gewaltdarstellungen, Pornographie u.s.w. verboten sind, auch nicht weniger Gewalt herrscht. In Afghanistan z.B. gab es angeblich im ganzen Lande einen einzigen Computer mit Internetzanschluss, dafür aber beliebte öffentliche Frauenköpfungen im Fußballstadium. Auch aus der Geschichte können wir die Erkenntnis gewinnen, dass Gesellschaften, die innerlich moralisch rigoros verfasst sind, zu exzessiver Gewaltanwendung tendieren, dient diese nur den jeweiligen moralischen Maßstäben. Als Beispiel zur Erklärung möchte ich hier die Hexenverfolgungen anführen.
Die Verantwortlichen wissen, was los ist u. heucheln Krokodilstränen weinend mit den Medien um die Wette. Die alltägliche, gleißnerische Verlogenheit ist fast schon so schlimm wie die Taten selbst. Sie interessieren sich doch gar nicht für die paar Toten - aber Musikgruppen müssen bereits mit der Auswahl von ihnen dargebotener Lieder bzw. den Texten vorsichtig sein, weil man ihnen sonst Gewaltverherrlichung unterstellt (Goethes Erben, Svbway to Sally mit "Julia und die Räuber").
Die bloße Darstellung von Gewalt mit den Mitteln der Kunst, die ab- oder erschreckend wirkt, wird als verherrlichend diffamiert u. zensiert. Die Verantwortlichen wissen auch, dass Kunst (u. Spiel) eine Bewältigungsform von Gewalttrieben ist und entsprechende Zensur sich auswirken kann, wie ein Deckel, der auf einen Topf mit kochendem Wasser geschweißt wird.
Was wollen sie eigentlich erreichen? Ich misstraue ihnen zutiefst u. wage zu bezweifeln, dass sie überhaupt ein Interesse an der Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse u. an einem inneren Frieden, der nicht bloßer Unterdrückung u. Grabesruhe entspricht, haben.
Aber sie werden weiterhin gewählt ...
16 Bewertungen, 5 Kommentare
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04.06.2002, 13:00 Uhr von Babajaga7
Bewertung: sehr hilfreichEr bringt mich immer wieder zum Staunen mit seinen ausgesprochen guten Meinungen! Ich schließe mich ihm voll und ganz an! LG. Christine
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29.05.2002, 12:00 Uhr von blauersafir
Bewertung: sehr hilfreichwow, was soll man dazu sagen, ganz deiner meinung, schliesse mich dani und nosianai an! Liest sich echt gut! Gruss Blauersafir
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27.05.2002, 15:34 Uhr von dani___
Bewertung: sehr hilfreichTja, das sollten sich auch mal 'andere' durchlesen...
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27.05.2002, 13:48 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichDa hätte ich gerne weiter gelesen... Hübsches Afghanistanbeispiel. Gruß, nosianai
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26.05.2002, 23:06 Uhr von chaosleo
Bewertung: sehr hilfreichNa gut....bin halt noch von ciao ein kategorien fanatiker.....
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