And justice for all - Metallica Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  gut

Erfahrungsbericht von Schejtan

...and Metal for all?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Einleitungen zu Meinungen finden ist schwer. Und im Moment will mir einfach keine einfallen. Wie soll ich anfangen? Erzählen, dass Cliff Burton, der Ausnahmebassist der Band, während der Tour durch Schweden 1986 bei einem Busunfall getötet wurde und der neue Bassist Jason Newsted auf diesem Album seinen Einstand gibt (von der Garage Days Rerevisited sehe ich hier mal ab)? Oder das Metallica ihren Stil seit der "Master of Puppets" geändert haben? Zwar nicht grundlegend, aber Veränderungen sind deutlich hörbar. Aber jetzt ist es ja egal, ich schreibe die Meinung jetzt einfach weiter.

Mit der "...and Justice for All" entfernen sich Metallica noch weiter von ihrem ursprünglichen Stil weg. Die Songs sind im Schnitt nicht mehr so schnell, an Härte haben sie aber kaum was eingebüßt. Dennoch ist es schwer, sie mit früheren Werken zu vergleichen. Der Sound hat sich einfach verändert, die Songs klingen viel komplexer und durchdachter als früher. James Hetfields Stimme hat endlich das krächzende verloren, das zu einigen Songs zwar passte, bei einigen aber störte. Er singt auf dem ganzen Album sehr aggressiv, was eigentlich kein Wunder ist, da die Lyrics alle sehr wuterfüllt und aggressiv sind. Seine Riffs sind klasse wie eh und je, erreichen aber nicht ganz die Qualität der Riffs von der "Master of Puppets". Was Kirk angeht: Er spielt mal wieder grandiose Solos, auf dieser CD sind einige seiner besten. Lars begleitet die Band perfekt, wenn auch nicht so genial wie auf dem Vorgänger. Und Jason brauch sich hinter Cliff Burton nicht zu verstecken, auch er ist ein klasse Bassist, wenn er auch nicht ganz die Klasse Cliffs erreicht.

Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern fängt die Platte aber nicht mit einem Akustikgitarrenintro an, hier besteht das Intro aus hohen, leicht verzerrten Tönen. Die gehen aber schnell in den ersten Song "Blackened" über. Und der hat einiges zu bieten: schnelle, eingängige Riffs, meistens aus einzelnen Tönen bestehend und dadurch auch recht melodisch, schön unterlegt von Schlagzeug und Bass, dazu ein passender Gesang. Der Refrain wird einem lange im Ohr bleiben, ebenso wie das Zwischenspiel. Fazit: Mit seinen vielen, recht unterschiedlichen und guten Riffs und dem tollen Refrain gehört "Blackened" zu den besten Songs dieses Albums, immer wieder gut.

Vor dem Titelsong "...And Justice For All" kommt dann ein ganz nettes Akustikgitarrenintro, das aber wie gewohnt von verzerrten Gitarren abgelöst wird. Wie auch bei "Blackened" sind in den Riffs viele einzelne Töne, wodurch auch dieser Song recht melodisch klingt. Sie klingen jedoch etwas langweilig. Hier gefällt mir aber das Schlagzeug besonders gut, akzentuiert es doch passend die Riffs. Der Gesang klingt etwas lasch, lange nicht so aggressiv und überzeugend wie bei "Blackened". Die Soli sind solide, aber nicht weiter erwähnenswert. Fazit: Ein etwas lascher Song, der schwächste auf der CD.

"Eye of the Beholder" heißt der nächste Song und hört sich auch prima an: Ein eingängige Riffs, nicht mehr so melodisch, aber trotzdem gut, schöne Melodien, solide Schlagzeug- und Bassarbeit und ein starker Gesang. Fazit: Guter Song, aber nicht weiter auffällig.

Nun hören wir erst einmal Geräusche von einem Schlachtfeld: Schüsse, Explosionen, Hubschrauber, jemanden, der Soldaten antreibt. Dann hört man eine ruhige Begleitung, kurz danach setzt Kirk mit dem ersten Solo ein: einsame Klasse, was er dabei abliefert. Nach dem Solo wird die Begleitung um einige Töne erweitert, gefällt dadurch noch besser, bevor sie von einer neuen abgelöst wird. Und diese ist einfach nur einzigartig. Danach fängt James dann an zu singen und erzählt uns dabei von dem Schicksal eines Soldaten, der auf dem Schlachtfeld schwer verwundet wurde und nun nur noch durch Maschinen am Leben erhalten wird. Während des Refrains, begleitet durch eine schöne Abfolge Powerchords, erfahren wir dann, dass sich dieser Soldat wünscht, von seinem Leiden erlöst zu werden (Hold my breath as I wish for death, oh god, please wake me). Nach dem zweiten Refrain dann wieder ein Solo, nicht so gut wie das erste, aber trotzdem eines der besten von Kirk. Und dann, nach einem erweiterten Refrain, der Umschwung: harte Riffs bestimmen von nun an den Song, das auch diese phänomenal gut sind, brauch ich nicht extra zu erwähnen. Wieder etwas Gesang und noch einmal paar mal das Riff und dann ein Solo der Extraklasse: Kirk zieht hier alle Register des Solospiels, spielt hier das Solo seines Lebens. Der fulminante Abschluss wird dann noch durch eine, von zwei Gitarren gespielte, geniale Melodie gekrönt, bevor der Song dann endet. Fazit: Die Mengen an klasse Riffs und Rhythm figures, drei der besten Solos der Geschichte Metallicas, die superbe Rhythmusgruppe mit Lars und Jason und der ausdrucksstarke Gesang machen "One" zu dem besten Metallica - Song.

Mit "Shortest Straw" kommt nach "One" ein ziemlich harter Song, der ähnlich wie "Eye of the Beholder" klingt, jedoch abwechslungsreicher und in sich geschlossener. Alle Mitglieder der Band leisten hier richtig gute Arbeit. Fazit: Guter Song, aber wie "Eye of the Beholder" nicht weiter auffallend.

Mit "Harvester of Sorrow" folgt ein weitere Metallica - Klassiker. Kein Wunder, dass dieser Song so beliebt ist: Selten hat ein Metallica - Song so fies geklungen, die harten Riffs, die leicht orientalisch angehauchte Gitarrenmelodie und Hetfields Gesang tragen alle dazu bei. Lars am Schlagzeug und Jason am Bass gefallen ebenfalls sehr gut, Kirks Solo erhöht ebenfalls die Qualität dieses Songs. Fazit: Einer der besten Songs des Albums. Fieser und böser hört sich wohl nur noch "Sad but True" an.

Auch "Frayed Ends of Sanity" ist ein Highlight auf dieser CD. Von der Stimmung und den Riffs her ähnelt dieser Song "Shortest Straw" , ist aber um einiges besser als dieser. Das liegt daran, das "Frayed Ends of Sanity" durchdachter wirkt und immer wieder durch kleine Melodien überrascht und der Refrain ist ähnlich gut und eingängig wie der von "Blackened". Fazit: Richtig guter Song, der immer wieder gern gehört wird.

"To Live is to Die", der nächste Song, ist im Prinzip ein Instrumental, ungefähr in der Mitte spricht Hetfield zwar einige Worte, die übrigens noch von Cliff Burton stammen, aber das fällt bei einer Dauer von knapp zehn Minuten kaum ins Gewicht. Soundmäßig schließt sich der Song dem Rest der Platte an: recht aggressiv, viele verschiedene Riffs und mehrere Soli und kleine Melodien. Jedoch schafft es die Band nicht, den Song über die gesamte Dauer zu tragen, er wirkt etwas langatmig. Fazit: Gutes (Fast-) Instrumental. Jedoch etwas zu lang.

Mit "Dyers Eve" hat das Album einen fulminanten Abschluss. James klang selten so aggressiv, die Riffs gehören zu den besten von Metallica ebenso wie das klasse Solo. Was dem Song ein wenig fehlt, ist die Abwechslung, werden doch fast den ganzen Song durch die gleichen Riffs verwendet, was bei den anderen Songs auf diesem Album nicht der Fall ist. Fazit: Der kürzeste und kompakteste Song auf dem Album. Immer wieder gut für zwischendurch.

Abschließend kann man sagen, dass "...and Justice for all" das wohl komplexeste Album der Band ist und deshalb nicht für jedermann geeignet ist. Metalfans sollten es aber auf jeden Fall zumindest gehört haben. Ob der recht eigenwillige Stil des Albums einem gefällt, kann dann immer noch entscheiden. Für mich ist "...and Justice for all" eines der besten Metallica - Alben.

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