Ardèche Testbericht

Ardeche
ab 11,00
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Erfahrungsbericht von einsims

Im Tal der Schlösser

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich kam eigentlich durch Zufall ins Loiretal, geplant war ein Kurztrip nach Paris.
Spontan in der Ferienzeit hatten wir uns entschlossen, auf gut Glück nach Paris zu fahren. Also packten wir schnell Kind und Kegel, mehr Kegel aber kein Kind, in mein Auto und führen früh morgens Richtung Paris.

Doch schon in den Vororten in Paris bekamen wir kein ordentliches Zimmer, wegen der Ferienzeit. Als ich auch noch bei der Fahrt durch Paris auf der Suche nach einer Übernachtungsmöglichkeit ungewollt in den Kreisel am Arc de Triomphe kam, hatten wir von Paris genug, sogar einen kleinen Auffahrunfall gab es noch.

Daher quälte ich mich durch Paris und fuhr Richtung Orleans, um uns im Loiretal umzuschauen. So kamen wir auch über Orleans nach Gien, wo wir unsere erste Übernachtungsmöglichkeit fanden.

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Gien

Einen herrlichen Anblick bietet die Stadt Gien von der Loireseite. Überragt wird Gien von seinem Schloss und dem Kirchturm der größten Kirche.
Da wir uns für die Schlösser an der Loire interessierten, begann wir gleich mit dem Besuch des Schlossmuseums Musee International de la Chasse. Der bronzene Hirsch vor dem Eingang läßt einem vielleicht erraten, um was es in diesem Museum geht.
In 13 Räumen werden Jagdszenen vom 16. Jahrhundert bis zum 20. Jahrhundert dargestellt.
Über die Hetzjagd oder der Jagd mit dem Falken bekommt man einen guten Einblick. Auch die Waffentechnik dieser Zeit kommt dabei nicht zu kurz. Abgerundet wird der Besuch mit einigen schönen Gemälden.
Im Museumsprospekt wird mit Francois Desportes ein Maler benannt, dessen Gemälde Weltruf genießen. Aber ehrlich, mir sagte der Namen eigentlich nichts, bin vielleicht ein unwissender Kunstbanause.

Der vorhin schon beschriebenen Kirchturm gehört zur Kirche St. Jean d`Arc, die im zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Bei einem abendlichen Spaziergang sollte man auch über die schöne Bogenbrücke aus dem 15. Jahrhundert gehen.. Von dort aus lassen sich wirklich schöne Fotoaufnahmen machen.

Info:
Jagdmuseum:
Mai bis September täglich von 9:30-18:30 Uhr

Office de Toursme
Rue Anne de Beaujeu
Hier konnten wir uns mit sehr informativen Material eindecken, um die Tour richtig zu planen. Es gibt dort über fast alle Schlösser an der Loire Informationsmaterial.


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Zum meiner Ansicht schönsten Schloss machten wir uns in Richtung
Sully-sur-Loire auf. Von Gien fuhren wir über die Bogenbrücke und bogen dann rechts auf die Landstraße D 951. Mein Tipp zum Anfang. Man sollte diese Fahrt in einem gemütlichen Tempo machen, den in jeder noch so kleinen Stadt gibt es etwas zu sehen. Die Architektur der Häuser ist so grundverschieden von der Unseren, dass sich ein verweilen schon lohnt.
Die ersten Orte, die wir dabei durchfahren haben sind Poilly-lez-Gien und St. Gondon.
Wenn man durch St. Gondon durchgefahren ist, sollte man auf der rechten Seite auf ein weißes Tor achten.. Hat man etwas Glück und das Tor steht offen, kann man das Chateau la Ronce sehen. Bemerkenswert ist der mit Efeu und wildem Wein überwachsene Hauptbau.
Etwas später erreichen wir das Wasserschloß Chateau Sully-sur-Loire.
Ein prächtiges Gebäude umgeben von Wasser, erinnter an alte Musketierfilme.

Info:
Öffnungszeiten:
Juni bis September täglich von 10-18 Uhr.

In Sully-sur-Loire haben wir wieder die Loire überquert und fahren auf der D.60 nach St.-Benoit-sur-Loire.Hier findet man die romanischen Kirche der ehemaligen Benediktinierabtei.

Der Stopp hat sich rentiert. Geht man in diese Abtei, so sieht man einen riesigen Innenraum, dessen Dach von vier Säulen gestützt wird. Außerdem gibt es eine Vielzahl von Statuen und Figuren zusehen. Es werden Szenen von der Flucht Moses aus Ägypten dargestellt.

Info:
Öffnungszeiten über das ganze Jahr von 10:30 bis 15:00 Uhr
Ein Natur und Kunstmuseum liegt auch an der Abtei.

Nun setzen wir unsere Fahrt fort und kommen nach Germigny-des-Pres. Auch in diesem kleinen malerisch gelegenen Ort ist eine Kirche die Hauptattraktion. In dieser Kirche befindet sich ein byzantinisches Mosaik aus der Zeit Karl des Großen. Es stellt , was noch davon übrig ist, die Bundeslade des Alten Testaments dar. Von außen wirkt die Kirche klein und unscheinbar. Doch zeigt sie im Innern eine Vielseitigkeit in ihrer Struktur. Auch hier tragen vier Säulen den Mittelraum. Auch hier ist ein kleines Museum über die Geschichte der Kirche integriert.

Info:
Öffnungszeiten von Kirche und Museum
Das ganze Jahr geöffnet von 9-18 Uhr, im Sommer eine Stunde länger.

Der nächste Ort ist nun Chateauneuf-sur-Loire. Hier gibt es mit dem schönen Rathaus und dem Museum über die Loire Schifffahrt zwei Sehenswürdigkeiten, die beide in der ehemaligen Schloßanlage befinden. Wer weiterhin noch Interesse an Kirchen hat, sollte unbedingt Saint Marie besuchen. Eine kleiner Kirche, die aber eine vielfältige Architektur hat. Diese Kirche brannte 1940 nach einem Luftangriff der Deutschen Luftwaffe aus.

Info:
Öffnungszeiten des Schifffahrtsmuseum
Juni bis September Mittwochs bis Montags 10-12 und 14-17:30 Uhr

Nachdem wir die ganze Zeit auf eine kaum befahrenden Landstraße unterwegs waren, geht es von Chateauneuf-sur-Loire auf der verkehrsreichen N.460 Richtung der Großstadt Orleans.
An dieser Straße liegt ein kleine Schloß, das Chauteu Bel-Air, an dem wir aber ungesehen vorbei gefahren sind, denn unser nächstes Ziel ist das Chateau de Chenailles.
Auf einer kleinen Nebenstraße können wir in die Nähe des Schlosses fahren und ungestört einige schöne Fotoaufnahmen machen. In einem riesigen Park liegt das Schloß, von dem die Rundtürme herausragen. Auf der Vorderseite ist eine schöne Rasenflächen, an der Seite und hinter dem Schloß wachsen prächtige Bäume. Von hier fährt man am besten Richtung Jargeau. Bevor wir diesen Ort erreichen, müßten wir wieder die Loire überqueren. Aber der Verkehr ist hier wieder sehr gering und ein langsamerer Fahrweise, um die Landschaft zu bewundern, fällt nicht störend auf. Nun ist es nicht mehr weit bis nach Orleans. Wir waren schon auf der Suche nach einem Hotel und wurden in Jargeau fündig. Leider habe ich von diesem Hotelchen keine Unterlagen mehr. Doch die Preislage war etwa bei 60 DM.

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Orleans

In einem Buch habe ich ein französisches Sprichwort gelesen.
"Paris ist Frankreichs Kopf - Orleans sein Herz".
Wenn man den Namen Orleans hört, denkt man sofort an Jeanne d´Arc, die sogenannte Jungfrau von Orleans. Sie befreite die Stadt am 7.Mai 1429 von den Engländern.
Doch diese Stadt war nur ein kleiner Zwischenstopp auf unserer Schloßtour.
Ein Wort noch zu Orleans. Einen Blick in die Kathedrale dieser Stadt sollte man doch noch werfen. Dies ist schon ein gigantisches Gebäude und man kommt sich als Mensch etwas klein in diesem Gebäude vor. Nicht Besucht haben wir das Hause der Jeanne d´Arc und das Museum der schönen Künste., es sollte nur einmal erwähnt werden.

An Orleans vorbei ging es weiter nach St.-Hilaire-St.-Mesim. Unserem Weg säumen wieder kleiner Schlösser, wie zum Beispiel das Chateau I´Arches, das auf der Rechten Seite zwischen der Straße und der Loire liegt. Eine große Abteikirche findet man in Clery-St.-Andre, der ehemaligen Stiftskirche Notre-Dame-de-Clery.

Info:
Notre-Dame-de-Clery
Öffnungszeiten täglich von 9-12 und 14-19 Uhr.

Um zu dem nächsten Schloß auf dieser Tour zu kommen, müssen wir wieder einmal die Loire überqueren. Wir biegen in Clery-St.-Andre rechts ab auf die D.18 und fahren Richtung Meung-sur-Loire. Um zum Schloß zu kommen, fahrt man ins Zentrum der Stadt, um von dort aus links in Richtung Beaugency abzubiegen.
Meung-sur-Loire blickt auf eine große Vergangenheit zurück, den schon im sechsten Jahrhundert ließ sich ein Mönch mit seinen Schülern hier nieder, und begann das Land zu Kultivieren.
Doch nun zum Schloß. Von weiten sieht man einen alten Turm, der gleichzeitig der Schloßeingang ist. Von dort aus sieht man schon das schöne, rosafarbenen Chateau-Meung-sur-Loire mit seinem Rundturm in grauer Farbe. Entweder wurde er gerade Renoviert oder die Farbe ist dem Besitzer ausgegangen. Auch vor diesem Schloß liegt ein herrlich angelegter Park mit Bäumen und runden Blumenbeeten. Wie ein Märchenschloß in harmonischer Symmetrie liegt das dreistöckige Anwesen in einer schönen Landschaft, im Hintergrund die Loire. Um das Schloß zu Unterhalten, werden Tanzräume und Tagungsräume vermietet. Wie groß diese Hallen sind, läßt sich darauf schließen. das diese Angebote für Gruppen bis zu 300 Personen gemacht werden.

Info:
Öffnungszeiten:
Ostern bis 1.11 täglich 10-12 und 14-18 Uhr.


Von Meung-sur-Loire ist es ein kurzes Stück auf der D.152 nach Beaugeny.
Diese Stadt spielt in der kriegerischen Geschichte von Frankreich eine Rolle. Hier wurde in der Stadtkirche Notre-Dame sozusagen der Hundertjährige Krieg gegen England angezettelt.
Ein Konzil von Bischöfen gab 1152 seinen Segen zur Ehescheidung des französischen König Ludwig VII von seiner Frau Eleonore von Aquitanien. Doch Elenore heirate einen Mann, der König von England wurde und somit fiel französischen Land an England. Damit waren große Teile Frankreichs in englischer Hand. Die Konflikte schaukelten sich dann noch knapp 200 Jahre auf, bis es dann zum Krieg 1337 kam.

In der Stadt Beaugency sollte man sich noch das kleine Rathaus anschauen, das in einer kleinen Gasse gelegen im Renaissancestil erbaut wurde, sowie das schöne Stadttor.

Doch diese Stadt ist nur eine kleiner Zwischenstopp auf dem Weg zu dem absoluten Höhepunkt einer Besichtigungsreise zu Schlössern an der Loire. Es wartet das Chateau de Chambord auf uns. Verläßt man Beaugency fährt man Richtung Muides-sur-Loire. Vor diesem Ort ist wiederum eine Überquerung der Loire angesagt.

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Chateau de Chambord

Info aus einem Buch
Chambord ist das berühmteste Schloß des Loiretals. Dieses zum Weltkulturerbe erklärte Bauwerk befindet sich mitten im größten geschlossenen Tierschutzgebiet Frankreichs.
Nicht nur durch seine Architektur, sondern auch durch seine Geschichte ist Chambord so berühmt geworden.
Die Zentraltreppe des Schlosses soll die Erfindung von Leonardo da Vinci sein.

Nun wird es auf der Straße etwas Voller. Etliche Reisebusse fahren in Richtung Schloß.
Und als wir ankamen , sahen wir auch warum. Ein riesiges Gebäude erwartete unseren Besuch. Auf dem ersten Blick steht vor uns ein Gebäude, von dem man annehmen kann, es wurde Millimeter genau auf einem Zeichenbrett geplant und symmetrische erbaut. Auf dem Dach sind eine Unzahl von Schornsteine angebracht und regelmäßig sind Rundtürme in dem Gebäude integriert.

Ehemals war dieses Schloß ein kleines Jagdschloß, das dann von König Franz I ab dem Jahre 1519 in dieses riesige Renaissanceschloß umgebaut wurde. Man muß einmal vorstellen, was die Menschen in der damaligen Zeit für einen Aufwand treiben mußten, um die über 400 Räume zu bewirtschaften. Im Innern gibt es ein imposante Wendeltreppe.

Hierzu ein Zitat aus dem Reiseführer, der diese Treppe treffend beschreibt.

"Die Treppe hat tatsächlich einen doppelten Umlauf... Sollten Sie also diese Treppe hinaufgehen in der Hoffnung ihre Geliebte in der oberen Etage zu treffen, so wäre es besser, wenn diese nicht auf den Gedanken kommt, im selben Moment herunterzukommen, da dann die Gefahr besteht, daß sie sich niemals treffen."

Dazu noch ein Hinweis für Kunst und Theaterinteressierte.
Das Theaterstück "Der Bürger als Edelmann" von Moliere wurde hier 1670 Uraufgeführt zur Ehre von Ludwig XIV.

Nicht nur das Schloß selbst ist es wert, davon zu berichten. Auch sollte man sich genau die Parklandschaft anschauen.

Info:
Öffnungszeiten
Täglich von 09:30-17:45 Uhr
Man sollte für den Besuch in diesen Schloß mehr Zeit einplanen, als bei den anderen. Hier herrscht immer eine großer Besucherandrang.

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Mit diesem Schloß endete dann leider auch unsere Tour im Loiretal, da ich leider irgendeine
Pollenart nicht vertrug. Daher brachen wir unsere Reise hier ab und fuhren in den Schwarzwald, wo sich meine Nase und meine Augen wieder erholten.
Trotz diesem " Mißgeschick" war es eine wunderbare Reise.
Wir haben nicht einmal die Hälfte alle Schlösse an der Loire gesehen.
Ich schätze einmal, das wir etwa ein Siebtel der Loirelauf abgefahren haben.
Wenn man bedenkt, das dieses Tal der Schlösser etwa in Le-Puy-en-Velay in der Nähe von St.-Etienne beginnt und bis zum Atlantik bei Nantes geht, kann man sich vorstellen, was es für eine reiche Anzahl von Schlössern an der Loire gibt.

Ps.
Wer nicht so gut Französisch kann, sollte sich unbedingt ein Wortbruch mitnehmen, insbesondere für die Speisekarte. Denn in den Dörfern an der Loire gibt es keinen Mc Donalds. Ich spreche aus eigener Erfahrung.

Also dann gute Reise.

10 Bewertungen, 3 Kommentare

  • apobiene

    02.05.2002, 23:32 Uhr von apobiene
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da waren wir vor Jahren auch mal. Aber die Kinder haben es nicht so mit Besichtigungen. Vielleicht zur Rente wieder...

  • city-flitzer

    30.04.2002, 15:53 Uhr von city-flitzer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Manch einer hätte da glatt 4 Berichte draus gemacht! gruß city-flitzer

  • larshermanns

    12.04.2002, 22:31 Uhr von larshermanns
    Bewertung: sehr hilfreich

    Immerhin erwaehnst Du, wenn Du aus einem Buch zitierst. Aber das Quellenverzeichnis vermisse ich auch hier!