Jakob der Lügner. (Taschenbuch) / Jurek Becker Testbericht
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Erfahrungsbericht von sky_kruse
Hart aber basierend auf einer wahren Begebenheit
Pro:
Geschichte wird lebendig
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Inhalt:
In dem Buch geht es um einen Juden, den ich auf ungefähr 50 Jahre einschätze, er heißt Jakob. Leben tut er im Ghetto in Polen. Der Krieg ist schon lange im Gange, doch davon erfahren die Juden im Ghetto kaum etwas, da jegliche Zeitung, sowie Radios verboten sind. Die Wochenschau können sie auch nicht gucken, da sie das Ghetto nur zu bestimmten Anlässen verlassen dürfen.
Nach acht Uhr ist Sperrzeit, kein Jude darf sich mehr auf der Straße aufhalten, und sollte zu Hause sein.
Jakob ist es einmal nicht. Sofort wird er entdeckt und zu einer Anhörung geladen. Er geht also zu dieser Anhörung, doch in dem Raum wo er sich melden soll, bemerk ihn erst gar niemand, sondern ein Volskempfänger läuft und bringt gerade Nachrichten von der Front. Durch diesen Volksempfänger beginnt für Jakob das Leben wieder einen Sinn zu haben, denn die Russen sind auf dem Vormarsch! Am Morgen nach der Anhörung geht er wieder normal zur Arbeit, zum Verladebahnhof, wo ein junger Bursche, Mischa, ein selbstmörderische Aktion durchführen will, nämlich Katoffeln stehlen. Jakob hält ihn davon ab, indem er behauptet er besäße ein Radio, womit er zum "Jakob der Lügner" wird. Doch bleibt es nicht nur bei dieser einen Lüge, denn kurze Zeit später wollen alle Juden von ihm etwas über den Stand der Front wissen, naja fast alle, denn einige finden es sehr waghalsich und unverantwortbar von Jakob ein Radio im Ghetto zu besitzen. So nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Nebenbei begleitet man auch noch andere Personen, wie z.B. Mischa, und erfährt etwas über ihr Schicksal. Mehr verrate ich an dieser Stelle nicht, sondern überlasse es Euch das Buch zu lesen.
Meine Meinung:
Ich finde dieses Buch ist sehr aufschlussreich, denn Jurek Becker (siehe "Der Autor"), schreibt über eigene Erfahrungen und mündliche Berichte, die er von Juden und Deutschen über diese Zeit erhielt. Man bekommt einen Einblick in ein Leben, das wir heute für unvorstellbar halten würden. Es gibt viele Romane über die NS-Zeit, auch über das Leben der Juden, doch dieser Roman ist herrausragend wie ich finde, denn er bringt es einem wirklich nahe und lässt einen grübeln, zu was Menschen alles möglich sind, und was sie mit sich machen lassen, oder unter Zwang tun müssen.
Der Autor:
Jurek Becker wurde am 30. September 1937 in Lodz, Polen, geboren. Er war der Sohn eines Juden, weshalb er im Ghetto von Lodz aufwuchs. Oft wurde er dort von seinem Vter älter gemacht, als er war, damit er nicht deportiert wurde. 1942 wurde er vo seinen Eltern getrennt und erst in das KZ Ravensbrück und später nach Sachsenhausen deportiert. Nach dem Krieg war eine Tante, die rechtzeitig in die USA geflohen ist, seine letzte nähere Verwandte, seine Mutter starben durch die Deportation, neben seinem Vater, der auch überlebte.
DOch nach dem Krieg errinerte sich Becker an kaum etwas, sowohl nicht an das Ghetto, als auch nicht an die Deportation, den er hatte es, wie er selbst meinte, verdrängt. 1945 zog er nach Ost-Berlin, wo er aber Probleme hatte, da er bisher kein Deutsch sprach.
Als Juden jedoch hatten sie Privilegien in der DDR, mit denen es sich ganz gut leben ließ. 1955 machte er dann sein Abitur und 1957 entschied er sich für ein Studium der Philosophie, gegen den Willen seines Vater, der einen Arzt als Sohn wollte. 1960 jedoch konnte er durch politische Gründe nicht mehr weiter studieren und wurde freier Schiftsteller. Über Umwege kam er dann 1962 zur DEFA, wo er festangestellter Drehbuchautor wurde. 1968 schrieb er Jakob der Lügner als Drehbuch, das aber abgelehnt wurde, arbeitete dieses zu seinem ersten Roman um, wodurch das Buch 1974 doch verfilmt wurde und Becker den Heinrich-Mann-Preis und den Charles-Veillon-Preis dafür erhielt.
1977 bekam er die Genehmigung nach Westen auswandern zu dürfen, da er immer mehr Probleme mit der DDR-Führung bekam.
Für seine Fernsehserie "Liebling Kreuzberg" erhielt er im Jahr 1987, mit weiteren Mitwirkenden, den Adolf-Grimme-Preis in Gold, was sein letzter großer Auftritt auf der Weltbühne sein sollte, denn er zog sich nun zurück und nachdem 1995 ein Darmkrebs bei ihm diagnostiziert worden war, war klar, dass er nicht mehr sehr viel Zeit hatte, genau gesagt bis zum 14. März 1997, als er in Sieseby starb.
Allgemeines:
Titel: Jakob der Lügner
Autor: Jurek Becker
Preis: € 8,50
Verlag: Suhrkamp
Genre: Roman
ISBN: 3518372742
Auszeichnungen: Heinrich-Mann-Preis; Charles-Veillon-Preis (aus der Schweiz)
Erschienen: 1969
23 Bewertungen, 9 Kommentare
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12.03.2006, 22:46 Uhr von Mogry1987
Bewertung: sehr hilfreichSH von mir ;) Würd mich über Gegenlesung freuen :) LG Mogry :)
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12.03.2006, 20:24 Uhr von Alphanova1
Bewertung: sehr hilfreichLg!!! Lukas
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10.03.2006, 15:59 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich...sh...*g*...Lg, Christina
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10.03.2006, 12:06 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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10.03.2006, 11:49 Uhr von chatts
Bewertung: sehr hilfreichKommt auf meine Leseliste!.........chatts
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10.03.2006, 10:43 Uhr von meinungsmachernr1
Bewertung: sehr hilfreichsehr interessanter bericht, sh!
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10.03.2006, 10:33 Uhr von HiRD1
Bewertung: sehr hilfreichSH. Gruß, Ralf
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10.03.2006, 10:16 Uhr von Vicky
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich - Vicky
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10.03.2006, 10:16 Uhr von franjanina
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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