Come clean - Puddle of mudd Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Senilm

Fred - Durst - Popstar - Show !

4
  • Cover-Design:  durchschnittlich
  • Klangqualität:  gut

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo und Willkommen,

Fred Durst der alte Rote-Kappenträger ist schon ein Hund ! Selbst macht er sich seit Jahren mit seiner Lumpenband zum Idioten auf den Bühnen der Rockwelt und zaubert ganz nebenbei aber immer wieder mal ein paar Bands aus dem Ärmel die er dann dank eigenem Label ordentlich medienwirksam ausstaffiert in die Welt des Kommerzrocks schickt !

Und auch dieses mal hat er so eine Band gefunden - \"Puddle of Mudd\" - aber es sollte erwähnt werden, das die Band eigentlich doch nur aus einem Mann besteht, dem Sänger Wesley Read Scantlin - denn die anderen Musiker die mit ihm auf der Bühne stehen müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, von Durst gecastet worden zu sein.
Scantlin scheint diese Tatsache nichts auszumachen...

I. DIE BAND

Die Band stammt aus Kansas City, dort hatte Scantlin bereits mehrere Gigs absolviert, bevor er dann durch aufgrund seines permanenten Demobeschusses von Fred Durst´s Flawless Label gecastet wurde.
Seine anderen Bandmitglieder hingegen wurden gegangen, neue Gesichter mussten her - für einen alten Geschäftsmann wie Durst kein Problem - und schon stand die vierköpfige Band wieder.
Mit Gitarrist Paul James Phillips, Bassist Douglas John Ardito und Drummer Greg David Upchurch wurden neue Mitstreiter für Scantlin gefunden !
Das Fred Durst Ahnung vom Musikbusiness hat, beweist diese Vorgehensweise allemal - denn Scantlin hat Ahnung vom Texte schreiben, genauso wie er Ahnung davon hat seine Stimme richtig einzusetzen.
Die einschlägige Musikpresse verlieh ihm sogar schon die Bezeichnung \"eine Stimme wie Kurt Cobain\".

II. DIE MUSIK

Auf dem Album ist in Schwarzweiss eine Gebüsch und Waldgegend zu sehen auf deren rechter Seite ein Junge mit heruntergelassenen Hosen steht und gerade dabei ist die Blumen zu begiessen. Links daneben kann man in großen weissen Lettern den Band- und Albumnamen lesen.
Das Booklet ist informativ gehalten und mit Fotos der Band angereichert - gute Durchschnittsware.

Die erste Singleauskopplung \"Control\" macht auch gleich den Anfang.
Hämmernd scheppernde Drumbeats und dröhnende Gitarren geben die Marschrichtung vor.
Während beim ersten Einsatz Scantlin´s etwas Ruhe vorherrscht und er dabei mit seiner rauhweichen Stimme auftönen kann, bestimmen beim Refrain harte Töne das Bild. Scantlin brüllt mit voller Macht gegen die energisch, kraftstrotzenden Gitarren und dem Hammerschlaggleichen Bass an - erfolgreich.
Das kommt sehr kraftvoll, energisch herüber und verbreitet richtig Laune. Gegen Ende dann wird´s gar rockend brutal und Scantlin´s Stimmorgan kommt prächtig zur Geltung !

Ganz anders ist da schon \"Drift & Die\".
Akustische Gitarrenmelodien stehen hier im Vordergrund, diese begleiten harmonisch stimmig Wes Scantlin´s gefühlvollen Balladengesangseinsatz. Seinen Reibeisenschlag in der Stimme kann er hier nun gar nicht mehr verbergen und so raunt er sich langatmig durch die Textzeilen, welche von Verlassenwerden - Einsamkeit und den Vorzügen dieses Lebens handeln. Erst gegen Ende des Songs setzt ein gemächlicher Bass ein, welcher Wes Scantlin sofort zum aufbrausenden Gesang auffordert - dieser ergibt sich dann aber schnell den wimmernden E-Gitarren.

Mit \"Out of my head\" geht man dann sehr stark in Richtung Grunge.
Tempomachend wändeeinreissende Bässe und jaulende Gitarren leiten den Titel ein, welcher schnell von aufbrausend energischen Schlagzeugern begleitet wird.
Beim Einsatz von Wes Scantlin wird dann klar, daß er das Mastermind dieser Formatierung ist. Sein Gesangseinsatz stellt die brüllenden Instrumente klar in den Schatten, während er selbst mit erhobener Stimme seinen langatmig, aber eingängigen Refrain zum besten gibt und sonst wie Eddie Vedder in seinen besten Zeiten klingt.
Mit aller Macht versucht er die Gedanken an die Vergangenheit aus seinem Gehirn zu vertreiben, welches ihm bei diesem Blut in Wallung bringenden Einsatz eigentlich gelingen müsste !

In dieser Grungeschiene bleibt auch \"Nobody told me\" und marschiert auch hier wieder vom tempogebenden Schlagzeuger und reuigen Bassisten befeuert ordentlich voran. Scantlin läuft bei diesem Titel zu ganz großer Form auf und allein seine ewig gleichgültig, deprimiert klingende Stimmlage erinnert schon extrem an Cobain. Herausfordernd gestimmt lässt er jedes Wort raunend über die harrsche Gitarrenbegleitung gleiten und es vom Schlagzeuger eingängig klopfen. Unter stakkato Bassbefeuerung setzt er dann zum kraftstrotzenden Refrain an, welcher in einem energischen, dennoch melodischen Stimmeinsatz endet ! Beherrschend versucht er Ausweglosigkeit zu bekämpfen - und scheint dabei von Strophe zu Strophe immer weiter in diese hineinzufallen. \"Same old shit - different day\" mit diesen Worten baut er sich selbst unter Schlagzeugbegleitung immer wieder zu energischen Brüllinfernos auf !

Deutlich harmonischer, sanfter geht da schon \"Blurry\" ins Ohr. Sanfte Gitarrenmelodien sympathisieren mit der sanftmütig weichen Stimmlage Scantlins. Wie ausgewechselt frohlockt er hier \"You can be my someone, you can be my seed\" und macht dabei klar in welche Richtung dieser Song schreitet - denn beim Refrain wird Tempo und Instrumentalbegleitung zugelegt und auch Scantlin geht energisch zu Werke.
Sehr eingängig liefert man hier Creed-gleiche Hymnen an die Liebe ab. Eines der eingängigsten, da leicht verdaubarsten, Stücke des Albums.

Als wären wir hier auf einem Smash-Mouth Album geht uns dann \"She hates me\" ins Ohr. Die lockeren \"Sonne aus dem Arsch\" Gitarrenmelodien, welche von leicht rotzigen Bässen angefeuert werden gehen wirklich hervorragend ins Ohr. Scantlin dagegen bietet zunächst fast erzählerisches. \"Met a girl thaugt she was great, fell in love...\" so schön beginnt seine Geschichte... bis er dann feststellt \"I lived a fuckin lie... she fuckin hates me\" und beginnt fortan an seiner \"Geliebten\" rumzunörgeln - während im Hintergrund die Instrumente langsam aber stetig das Tempo steigern ! Und mit den nächsten Textzeilen kann dann auch Scantlin nichts mehr halten ! Ordentlich rockend, befeuert von Dauerriffs und Bassgrollen macht sich Scantlin auf zum Dauerrefrain !
Allerdings findet er auch wieder zurück zur Ruhe, allerdings nur um kurz festzustellen, daß es doch besser ist das es zwischen den beiden vorüber ist....
Ein richtig spassiges Stück Rockmusik !

Triumphierend foranschreitend dagegen ist \"Bring me down\". Der Bassist zupft eingängiges Tempo vor, welches der Schlagzeuger unterstützend anfeuert.
Der Gitarrist macht sich mit ausgelassenem Stromverbrauch bemerkbar.
Mehr als bemerkbar dagegen macht sich Scantlin. Kraftstrotzend nutzt er sein Stimmorgan in bester Weise und lässt dabei das ein oder andere mal meine Lautsprecher erbeben, vor allem beim extrem temporeich donnergrollend, dargebrüllten Refrain stellt sich bei mir dieses wohlige Gefühl inklusive bebendem Trommelfell ein !
Mit neuer Frisur und zitternden Knien fällt mir zu diesem Titel nur eins ein - Powerrefrain !

Und als nächstes steht uns nun wieder ein melodisch rockendes Stück ins Haus. \"Never Change\" lässt Scantlin über seine Vergangenheit nachdenken, in der er oft nicht wusste wer er ist und was aus ihm werden sollte.
Doch soviel sich in seinem Leben auch verändert hat, fand er doch immer wieder Dinge die sich scheinbar nie ändern. Dieser Text wird von sehr eingängigem Schlagzeug interpretiert. Dazu spielen harmonisch rockende Gitarren ihre Akkorde und der Bassist betoniert zum Refrain sein Fundament ordentlich aus.
Allerdings wirkt gerade dieser Refrain etwas ungestüm, zu hastig scheint Scantlin hier ans Werk zu gehen...

\"Basement\" scheint dagegen in die Nu-Metal-Szene abzudriften. Wutschnaubende Bässe, Presslufthammer Schlagzeugbegleitung und riffend, knarzende Gitarren bieten hier einen infernalen Einstand. Selbst zu Scantlin`s Gesang wird das Tempo nur minimal runtergeschraubt und zum Refrain dann sogar noch ein Gang zugelegt. Vor allem der Bassist macht hier mit jaulend, wildem Einsatz Wes Scantlin die Hauptrolle abspenstig. Allerdings tut er sich gegen den energisch, abgebrannt aufschreienden Scantlin schwer. Dessen Stimmorgan wird bei diesem Song enorm beansprucht und trotzdem schafft er es auf einer eingängigen Stimmlage zu bleiben. Allerdings muss er sich gegen Ende den harrsch kreischenden Gitarren ergeben !

Der vorletzte Titel \"Said\" verwöhnt uns mit Akustikgitarrenbegleitung, pulsierendem Bass und eingängig Takt schlagendem Drummer.
Wiederum Höhepunkt ist hier Scantlin, welcher zunächst mit transparenter Stimmlage die Instrumente beherrscht und danach diese mit aufbrausend, brüllender Stimme mitzieht zu einem hämmernden Refrain. Besonders beeindruckend ist allerdings auch, daß er es ebenso schnell wieder schafft die Instrumente wieder zu entkräften um seine sanftere Stimmlage wieder in den Vordergrund rücken zu können.
Danach holt er sich die Gitarre als unterstützende zweite Stimme zur Hilfe, welche ihre Arbeit sehr gut erledigt, allerdings Scantlin etwas ins brachial, unbeherrschte abgleiten lässt. Schade drum...

Letzter Titel \"Piss it all away\" lässt uns auch zunächst mit Hilfe von Akustischen Instrumenten und sanft getrommelten Beat zurücklehnen.
Scantlin legt seine raunende Stimme wieder sehr langatmig über die hochgestimmten Gitarren und gerät dabei zum ersten mal sogar etwas ins Hintertreffen ! Der gespielte Gitarrenakkord ist zu eingängig und verlagert die Stimme Scantlins immer wieder hinter sich. Allerdings schafft Wes es im Laufe des Titels mit im Tempo gesteigerter Stimme sich wieder deutlich in den Vordergrund zu singen - und immer wenn man denkt der Titel würde plötzlich wutschnaubend losdonnern - passiert genau das Gegenteil - eine kurze Pause führt zu Ruhe und Besinnlichkeit.
Dieses Spiel wird so lange mit uns getrieben bis neben riffenden E-Gitarren plötzlich Geigen und Violinen ihre fiedelnden Töne zum besten geben und dabei erstaunlich gut mit dem Saiteninstrument harmonieren.


III. MEIN FAZIT

Wo \"Durst\" draufsteht muss nicht unbedingt \"Durst\" drinstehen - Ahnung von Musik hat der Mann, wie er mit dieser Band eindrucksvoll beweist.
Scantlin ist wirklich eine Bereicherung des Genres, der Stil der Band reicht von Melodic Rock hin zu Grunge bis Nu-Metal und das alles von einer geradezu hervorragenden Stimme unterlegt.
Scantlins Stimmorgan bringt seine Texte sehr gut rüber, jeder Text wurde passend musikalisch begleitet !
Dennoch ist gerade dieser ständige Stilwechsel ein Kritikpunkt am Album, es findet sich selten eine klare Linie - ständig wird von donnergrollend Bassbetont voranschreitenden Brüllorgien hin zu ruhigen, akustisch, melodischen Stücken gewechselt.
Jedes Stück für sich ist absolut hörenswert, doch im Ganzen sind das nur aneinandergereihte, nicht passende Stücke !

Dennoch mein Lob an die junge Band und Durst`s Hand, von der werden wir bestimmt noch so einiges hören !


IV. SONSTIGES

Unter www.puddleofmudd.com findet ihr eine ansprechend gestaltete, informative Seite zur Band

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