Deutsche Post AG Testbericht

No-product-image
ab 9,01
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 08/2003

Erfahrungsbericht von mephisto99

Willkommen bei den Schildbürgern

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die folgende Meinung bezieht sich auf die Postfilialen, nicht auf den Kurierdienst. Leider gibt es keine eigene Kategorie für die Filialen, falls doch, bitte kurzen Kommentar.

Zu den Dienstleistungen der Deutschen Post AG möchte ich mich hier nicht allzu ausführlich äußern -- ich vermute, es ist bekannt, daß die Deutsche Post AG aus der Deutschen Bundespost hervorgegangen ist, daß zum Dienstleistungsspektrum (der Postfilialen) Telefoniedienste, Bankdienstleistungen und in einigen Filialen auch der Handel mit Papierwaren gehört (in Kooperation mit McPaper). Nebenbei befördert die Deutsche Post AG auch noch Briefe, Päckchen, Pakete und andere Sachen, und in den Filialen, um die es hier geht, werden die passenden Wertmarken (genannt Briefmarken) verkauft.

Soweit so gut. Sicher ist auch bekannt, daß vor kurzem eine Währung namens D-Mark durch eine Währung namens Euro abgelöst wurde, was beim Briefporto der Post noch nichteinmal zu einer Verteuerung geführt hat. Die Beförderung eines Standardbriefes innerhalb DE war vormals für DM 1,10 zu haben und kostet jetzt EUR 0,56 -- das entspricht der Senkung des Portos auf DM 1,0952.. -- das nenne ich fair.

Argwöhnisch, wie ich nunmal bin, habe ich Ende Mai beim Abholen eines Päckchens alle meine auf DM lautenden Briefmarken in meine Lieblings-Postfiliale, in der man immer so schön anstehen darf, getragen und wollte sie gegen wertgleiche EUR-Marken umtauschen. Nein, wurde ich belehrt, dies ginge nicht, ich solle die mal schön aufbrauchen. Ab wann der Umtausch eventuell geht, wußte man nicht zu sagen (und es hat mich auch nicht interessiert, denn wegen 5 Briefmarken fahr ich nicht extra zur Postfiliale -- diese hochnäsige Meinung sollte ich nicht aufrechterhalten dürfen).

Ich habe also brav meine Briefmarken aufgebraucht und, ich gestehe, in voller Ignoranz hinsichtlich der Vorstellungen der lieben Post vor mich hingelebt. Ich habe sogar \"alte\" Marken in den Monaten Juli und August verklebt, und (vermutlich laut zähneknirschend) hat man diese auch befördert.

Im September sollte damit aber endgültig Schluß sein. Ich bekam meinen Brief zurück mit dem Hinweis, daß 0,56 fehlen würden. Ich dachte ernsthaft, daß mein Standardbrief zu schwer sei, mir schwante allerdings, daß meine Verfehlung tiefer liegen mußte. Ich trabte also zu meiner Lieblings-Postfiliale, ertrug geduldig die 15 Minuten Wartezeit und fragte dann recht kurz angebunden, was das denn solle. Ja, meine Marke trüge keinen EUR-Aufdruck und sei daher ungültig. Diese alten Marken könne man aber bis Ende September umtauschen.

In meinen schlimmsten Befürchtungen bestätigt begriff ich jetzt, daß ich 3km gefahren war, um mir eine Schildbürgerei anzutun. Auch mein Einwand, daß ich vor gerade mal 4 Monaten versucht hatte, meine Marken ordnungsgemäß umzutauschen, stießen auf taube Ohren. Das ginge erst seit dem 01.07. und nur bis zum 30.09. (etwas kurz, wie ich finde). Auch das Argument, daß man den Brief ja hätte befördern können, wenn die Marken noch bis 30.09. gelten, zog nicht.

In Geistesgegenwart hatte ich daheim noch einen Leerumschlag eingesteckt, der sich jetzt als meine Rettung erweisen sollte. Es war der Schalterbediensteten nämlich nicht möglich, die ungültigen (?) Marken einfach zu überkleben oder durch Stempelaufdruck gültig zu machen -- das wäre nun wirklich zu einfach. Nein, die müssen für eine Korrekte Verbuchung der herausgegebenen EUR 0,56 Marke abgeschnitten und verwaltet werden. Aber mit dem Leerumschlag kein Problem: mit einem posteigenen Brieföffner wurde mein Brief fachmännisch geöffnet, ich durfte unter den wachsamen Augen der unfehlbaren Post die Adresse auf den Ersatzumschlag schreiben, den Inhalt umtüten und bekam die ersehnte Marke durch die Angestellte (Beamtin?) aufgeklebt.

Summa summarum hat es die Post geschafft, mich etwa 40 Minuten mit vollkommenem Schwachsinn zu beschäftigen. Gut, das kostet die Post nix, aber die Kraft, die mit Argusaugen die Briefmarken aller Briefe überwacht, die fehlerhaften aussortiert und ein Kringel darum zeichnet sowie auf der Sendung einen Aufkleber anbringt und diesen mit der Zahl \"0,56\" beschriftet, kostet mit Sicherheit. Und die 10 Minuten, in der sich die Angestellte nutzloserweise mit mir beschäftigen mußte, kosten auch. Aber dafür hat die Post schon eine Lösung gefunden: das Porto soll erhöht werden, sagte mir die Angestellte im Vertrauen...

Es gibt zwei Sternchen Abzug: eines dafür, daß man mir im Mai die Marken nicht umtauschen konnte, und eines dafür, daß solch ein Zirkus trotz wertmäßig korrekter Frankierung veranstaltet wird.

(Ach ja, fast hätt\' ich es vergessen: diese Meinung gibt\'s auch auf ciao zu bewundern. Nur daß keiner meint, ich klaue :)

19 Bewertungen