Deutschland sucht den Superstar (VHS) Testbericht

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ab 8,12
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Lachesis

Und das ist nun ein Superstar?!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Bitte, bitte liebe Mädels der Zahnspangengeneration! Schlagt mich nicht! Aber nun, da es vorbei ist, möchte ich doch noch auch meine Meinung zu diesem Superstar-Theater beitragen, und das ist sicher keine Hymne auf den Sieger Alexander.
Worum es bei der Sache ging, wer in der Jury saß und wer alles rausgeflogen ist, muss ich wohl kaum nochmal erklären. Es war ja kaum möglich an diesem Spektakel unbeschadet und meinungsfrei vorbeizukommen. Obwohl es bei mir schon recht lange gedauert hat, bis ich so richtig mitbekommen habe, was für ein Hype da losgetreten wurde. Das war so ungefähr als noch fünf Kandidaten übrig waren. Der Rausschmiss der talentierten Gracia zog ja in den Medien ein derartiges Theater nach sich, dass auch ich von da an mal mit einem, mal mit zwei Augen verfolgte, wer nun immer aus welchen Gründen das Rennen machte. Es ist schon faszinierend, wie innerhalb von so kurzer Zeit ganz normale Leute dermaßen hochgejubelt und dann gefeiert werden, als hätten sie von ihrem Leben schon zehn Jahre damit verbracht, totkranke Kinder in Afrika zu heilen (na gut, bleiben wir realistisch - solche Menschen erhalten nie so viel Aufmerksamkeit).
Ich war ja schon glücklich, als der kasprige, ewig grinsende Kinderschreck Daniel ausgeschieden ist. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund, der nichts mit seinem Auftreten zu tun hat. Aber es ist nunmal so, dass dieses Kerlchen einfach überhaupt nicht singen kann. Tja, und nun ist auch noch die einzige richtige Sängerin Juliette von einer absoluten Mehrheit rausgewählt worden. Ich will mal zur Seite schieben, dass ich Juliettes Grinsen so künstlich finde, wie die BILD ihre Brüste haben möchte, und Alexanders milchiges Schumacher-Gesicht einfach unheimlich schleimig finde, aber vielleicht dennoch auch mal mit etwas ernsteren Worten überlegen möchte was nun bei diesem Heiden-Spektakel herausgekommen ist (abgesehen von einer Menge Geld für eine Handvoll Menschen)).

Der Superstar, den man nun nach langem Gezerre gefunden hat, kann in meinen Augen nicht besser singen, als jeder durchschnittliche Boygroup-Star. Sicher, er trifft seine Töne. Sicher, er sucht sich relativ schwierige Lieder aus. Aber irgendetwas fehlt seiner Stimme einfach. Jene Eigenschaft einer wirklich guten Stimme, die einen ganzen Saal voll Menschen auch ohn Mikrophon begeistern kann. Jene Eigenschaft, dass sie einem eine Gänsehaut über den Rücken jagt, wenn wunderschöne Melodien ohne jede Begleitung gesungen werden. Eine Stimme, die Opernarien genauso gut singen kann wie moderne Popmusik. Das wäre für mich die Stimme eines Superstars. Aber ohnehin in meiner andauernden Trauer über heutige Musik frage ich mich, ob die jungen Mädels, die da wirklich für jedesmal 49ct. immer wieder für einen Jungen anrufen, dem in zentimeterdicken Schichten die Pickel zugekleistert werden, eine Ahnung haben wie großartig menschliche Stimmen sein können.
Talente waren viele dabei in dieser Show, doch Juliette, die wenigstens eine Gesangsausbildung hatte, wurde dafür urplötzlich an den Pranger gestellt, als nur noch eine Handvoll Kandidaten übrig war. Zu perfekt? Darf denn jemand, der Superstar genannt werden soll, nicht perfekt sein? Hochjubeln und fallen lassen - das ewige Spiel der Medien.
Arme Welt, wenn auch die Musik nur noch so verkümmert. In Windeseile wurde ein Album mit den zehn Finalisten herausgebracht. Die zweite Single klag genau wie die erste. Die Texte und Melodien wirken wie schnell-schnell in der Kaffeerunde zusammengezimmert. Keine echten Gefühle dahinter, keine Erfahrungen, keine Tränen, die jemand geweint hat, bevor er sein Lied schrieb. Alexanders erster Song aus der Finalshow? Er hätte aus den Mündern der Backstreet Boys genauso geklungen. Und die Leute, vor allem die ganz jungen, stürzen sich darauf, folgen dem Sog der Trend-Welle wie Lemminge, die über die Klippe springen. Und dazwischen ein selbstgefällig lächelnder Dieter Bohlen, der sich nun noch den einen oder anderen Sportwagen dazu kaufen kann; dahinter eine Handvoll Leute, die die Fäden in der Hand haben und damit die meiste Kohle an Land ziehen.

Was ist eine solche Show denn anderes als Geldmacherei? Sicher, es ist interessant. Es ist Unterhaltung. Und trotzdem geht in meinen Augen auch hier wieder ein kleiner Teil des Geistes der Musik verloren.

32 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Striker1981

    14.11.2008, 14:08 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER