Das Zweite Gedächtnis (gebundene Ausgabe) / Ken Follett Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von DemFuchs
Mal wieder ein wahnsinnig guter Follett
Pro:
spannende Story, gut erzählt, interessante Charaktere
Kontra:
nix
Empfehlung:
Ja
Ciao liebe Gemeinde!
Schon wieder ein Buchbericht. Und zwar diesmal über ein Buch meines Lieblingsautors Ken Follet.
Das Buch heißt in der Übersetzung “Das zweite Gedächtnis” und im Original “Code To Zero”. Mir persönlich gefällt der englische Titel besser und zwar - erstens - weil er einfach besser klingt und - zweitens - weil er besser zu dem Buch passt. Die Übersetzung passt nicht genau zum Buch, aber das wird in meiner kurzen Beschreibung der Handlung deutlich werden.
“Code To Zero” ist der fünfzehnte Roman von Ken Follett seit seinem ersten großen Erfolg “Eye of the Needle” (Die Nadel) und ist, wie seine letzten beiden Romane auch, wieder ein Thriller. Er spielt in Amerika in der Zeit, in der der zweite Weltkrieg schon über 10 Jahre zurückliegt und in der die USA und die ganze westliche Welt einen neuen Feind gefunden haben: Die Sowjetunion.
Das Thema des Buches ist das große Prestigeduell zwischen den beiden Supermächten in dieser Zeit, der Kampf um die Vorherrschaft im Weltraum: das “Space Race”. (Daher der Originaltitel)
Am Morgen der 29.01.1958 wacht ein Mann in den Toiletten einer U-Bahn Station auf und hat keine Ahnung wer er ist. Er ist in Lumpen gekleidet und sein Äußeres lässt darauf schließen, dass er ein Penner ist. Diese Annahme wird auch von einem zweiten Penner bestätigt, der ihn Luke nennt und meint, er habe sein Gedächtnis bei einer Trink-Orgie am vorigen Abend verloren.
Mit der Zeit häufen sich allerdings die Indizien, dass Luke kein Penner ist und sein Gedächtnis auch nicht durch übermäßigen Alkoholkonsum verloren hat. (Hier liegt auch das Problem mit dem deutschen Titel: Luke hat einfach sein Gedächtnis verloren. Ein zweites Gedächtnis kommt nicht darin vor.)
Außerdem scheint sein Leben auf irgendeine Weise in Verbindung mit einer Rakete zu stehen, die im Kennedy Space Center startbereit steht und den ersten Amerikanischen Satelliten ins All bringen soll.
Mehr möchte ich euch zum Inhalt nicht verraten, damit es keinem langweilig wird, wenn er das Buch liest.
Wie bereits erwähnt handelt es sich bei “Code To Zero” um einen Thriller und Romane dieses Genres haben es nun mal an sich eine gewisse Spannung zu beinhalten und dies tut auch “Code To Zero” und zwar nicht zu knapp. Die Geschichte klingt zwar nicht unbedingt übermäßig realistisch, ist aber keineswegs phantastisch oder gar unglaubwürdig.
Der Hauptteil der Geschichte spielt sich innerhalb von drei Tagen ab. Die Kapitel, die von diesen drei Tagen handeln sind alle relativ kurz und mit der entsprechenden Uhrzeit tituliert. Die Geschichte ist so aufgebaut, dass der Leser zu Beginn genau so wenig weiß wie Luke und gewissermaßen zusammen mit ihm seine Vergangenheit (wieder)entdeckt. Wenn Luke etwas über seine Vergangenheit erfährt wird dies auch dem Leser in eingeschobenen Kapiteln mitgeteilt. Diese Kapitel sind mit den entsprechenden Jahreszahlen betitelt und erzählen kurze Episoden aus Lukes Vergangenheit, die die langwierigen Beziehungen der Hauptpersonen zueinander beschreiben.
Ab und zu ist die Story etwas voraussehbar, was der Spannung allerdings keinen Abbruch tut, vielleicht sogar hilft, denn so kann man mitplanen und mitfiebern, ob sich die Erwartungen bestätigt zeigen.
Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Beschreibung des Aussehens, der Funktion oder der Herstellung einer Komponente der Rakete. So erfährt man in kleinen Brocken, wie die Rakete funktioniert und welche Probleme die Forscher zu bewältigen hatten und muss sich keinen langen Text darüber durchlesen (was mich persönlich allerdings auch nicht gestört hätte).
Neben der guten und spannenden Geschichte gefallen mir an diesem Buch besonders gut die Charaktere. Die Charaktere sind sehr interessant und vielschichtig und genauso werden sie auch beschrieben. Es gibt auch wieder starke weibliche Charaktere, die ja Ken Folletts Spezialität sind und diesmal sogar gleich zwei.
Besonders fasziniert haben mich die Beziehungen der Charaktere untereinander, die man ebenfalls erst zusammen mit Luke wiederentdeckt. Man erfährt, wie die Personen während der Studienzeit zueinander standen und wie sich die Beziehungen zum Teil auf ungewöhnliche Weise veränderten, vor allem auch was der Krieg daran änderte.
Und die Personenverstrickungen der Gegenwart sind nicht auf den ersten Blick erkennbar.
Der Schreibstil Folletts ist wieder relativ schlicht und schnörkellos, wird aber trotzdem nie langweilig. Bei diesem spannenden und actionreichen Text wäre alles andere auch unangebracht. Ken Follett schafft es einfach den Leser zu fesseln, so dass er dass Buch nicht mehr aus der Hand legen will.
Ab und zu wird die Geschichte durch ein wenig Ironie, ein Wortspiel oder auch durch eine mathematische Spielerei aufgelockert. Da einige der Charaktere auch Mathematiker sind beschäftigen sie sich teilweise mit Zahlenspielen, die Follett in diesem Fall auch dem Leser erklärt. (meiner Ansicht nach sehr interessant)
Wie alle Ken Follett Romane ist auch Code To Zero sehr gut recherchiert. Alles was mit dem Weltraumprogramm, der CIA und anderen interessanten Dingen zu tun hat, auf die ich nicht näher eingehen möchte, um euch nicht die Spannung zu nehmen, ist sehr detailliert und lebensnah dargestellt.
In den Danksagungen am Ende stehen eine ganze Menge Leute aufgelistet, die ihm Informationen verschafft haben und mit ihm über diese Themen geredet haben. Darunter findet man u.a. Raketeningenieure und Militärs, es wird aber auch ersichtlich, dass Follett sogar zu den Städten und Hotels eine Menge recherchiert hat.
Wie gesagt, das Buch spielt im Kalten Krieg und die Einstellung Folletts ist relativ pro-Amerikanisch. Dies wird vor allem am Ende des Buches ersichtlich, aber wie genau, will ich aus spannungstechnischen Gründen auch nicht verraten.
Zuletzt bleibt mir noch zu erwähnen, dass ich nach dem Lesen der letzten beiden Follett Romane, dass Gefühl habe, dass sie wieder auf die Produktion von Filmen ausgelegt sind. Beide (“Code To Zero” und “The Hammer of Eden”) haben einen sehr actionreichen Schluss, der sehr an den Showdown eines Actionfilms erinnert.
Fazit
“Code To Zero” (“Das zweite Gedächtnis”) ist mal wieder ein genialer Thriller von Ken Follett mit einer spannenden Story und sehr facettenreichen Charakteren. Das Englische Taschenbuch hat mich 19,80 DM also etwa 10 € gekostet, die es auf jeden Fall wert war.
Vielen Dank für’s Lesen... To
Schon wieder ein Buchbericht. Und zwar diesmal über ein Buch meines Lieblingsautors Ken Follet.
Das Buch heißt in der Übersetzung “Das zweite Gedächtnis” und im Original “Code To Zero”. Mir persönlich gefällt der englische Titel besser und zwar - erstens - weil er einfach besser klingt und - zweitens - weil er besser zu dem Buch passt. Die Übersetzung passt nicht genau zum Buch, aber das wird in meiner kurzen Beschreibung der Handlung deutlich werden.
“Code To Zero” ist der fünfzehnte Roman von Ken Follett seit seinem ersten großen Erfolg “Eye of the Needle” (Die Nadel) und ist, wie seine letzten beiden Romane auch, wieder ein Thriller. Er spielt in Amerika in der Zeit, in der der zweite Weltkrieg schon über 10 Jahre zurückliegt und in der die USA und die ganze westliche Welt einen neuen Feind gefunden haben: Die Sowjetunion.
Das Thema des Buches ist das große Prestigeduell zwischen den beiden Supermächten in dieser Zeit, der Kampf um die Vorherrschaft im Weltraum: das “Space Race”. (Daher der Originaltitel)
Am Morgen der 29.01.1958 wacht ein Mann in den Toiletten einer U-Bahn Station auf und hat keine Ahnung wer er ist. Er ist in Lumpen gekleidet und sein Äußeres lässt darauf schließen, dass er ein Penner ist. Diese Annahme wird auch von einem zweiten Penner bestätigt, der ihn Luke nennt und meint, er habe sein Gedächtnis bei einer Trink-Orgie am vorigen Abend verloren.
Mit der Zeit häufen sich allerdings die Indizien, dass Luke kein Penner ist und sein Gedächtnis auch nicht durch übermäßigen Alkoholkonsum verloren hat. (Hier liegt auch das Problem mit dem deutschen Titel: Luke hat einfach sein Gedächtnis verloren. Ein zweites Gedächtnis kommt nicht darin vor.)
Außerdem scheint sein Leben auf irgendeine Weise in Verbindung mit einer Rakete zu stehen, die im Kennedy Space Center startbereit steht und den ersten Amerikanischen Satelliten ins All bringen soll.
Mehr möchte ich euch zum Inhalt nicht verraten, damit es keinem langweilig wird, wenn er das Buch liest.
Wie bereits erwähnt handelt es sich bei “Code To Zero” um einen Thriller und Romane dieses Genres haben es nun mal an sich eine gewisse Spannung zu beinhalten und dies tut auch “Code To Zero” und zwar nicht zu knapp. Die Geschichte klingt zwar nicht unbedingt übermäßig realistisch, ist aber keineswegs phantastisch oder gar unglaubwürdig.
Der Hauptteil der Geschichte spielt sich innerhalb von drei Tagen ab. Die Kapitel, die von diesen drei Tagen handeln sind alle relativ kurz und mit der entsprechenden Uhrzeit tituliert. Die Geschichte ist so aufgebaut, dass der Leser zu Beginn genau so wenig weiß wie Luke und gewissermaßen zusammen mit ihm seine Vergangenheit (wieder)entdeckt. Wenn Luke etwas über seine Vergangenheit erfährt wird dies auch dem Leser in eingeschobenen Kapiteln mitgeteilt. Diese Kapitel sind mit den entsprechenden Jahreszahlen betitelt und erzählen kurze Episoden aus Lukes Vergangenheit, die die langwierigen Beziehungen der Hauptpersonen zueinander beschreiben.
Ab und zu ist die Story etwas voraussehbar, was der Spannung allerdings keinen Abbruch tut, vielleicht sogar hilft, denn so kann man mitplanen und mitfiebern, ob sich die Erwartungen bestätigt zeigen.
Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Beschreibung des Aussehens, der Funktion oder der Herstellung einer Komponente der Rakete. So erfährt man in kleinen Brocken, wie die Rakete funktioniert und welche Probleme die Forscher zu bewältigen hatten und muss sich keinen langen Text darüber durchlesen (was mich persönlich allerdings auch nicht gestört hätte).
Neben der guten und spannenden Geschichte gefallen mir an diesem Buch besonders gut die Charaktere. Die Charaktere sind sehr interessant und vielschichtig und genauso werden sie auch beschrieben. Es gibt auch wieder starke weibliche Charaktere, die ja Ken Folletts Spezialität sind und diesmal sogar gleich zwei.
Besonders fasziniert haben mich die Beziehungen der Charaktere untereinander, die man ebenfalls erst zusammen mit Luke wiederentdeckt. Man erfährt, wie die Personen während der Studienzeit zueinander standen und wie sich die Beziehungen zum Teil auf ungewöhnliche Weise veränderten, vor allem auch was der Krieg daran änderte.
Und die Personenverstrickungen der Gegenwart sind nicht auf den ersten Blick erkennbar.
Der Schreibstil Folletts ist wieder relativ schlicht und schnörkellos, wird aber trotzdem nie langweilig. Bei diesem spannenden und actionreichen Text wäre alles andere auch unangebracht. Ken Follett schafft es einfach den Leser zu fesseln, so dass er dass Buch nicht mehr aus der Hand legen will.
Ab und zu wird die Geschichte durch ein wenig Ironie, ein Wortspiel oder auch durch eine mathematische Spielerei aufgelockert. Da einige der Charaktere auch Mathematiker sind beschäftigen sie sich teilweise mit Zahlenspielen, die Follett in diesem Fall auch dem Leser erklärt. (meiner Ansicht nach sehr interessant)
Wie alle Ken Follett Romane ist auch Code To Zero sehr gut recherchiert. Alles was mit dem Weltraumprogramm, der CIA und anderen interessanten Dingen zu tun hat, auf die ich nicht näher eingehen möchte, um euch nicht die Spannung zu nehmen, ist sehr detailliert und lebensnah dargestellt.
In den Danksagungen am Ende stehen eine ganze Menge Leute aufgelistet, die ihm Informationen verschafft haben und mit ihm über diese Themen geredet haben. Darunter findet man u.a. Raketeningenieure und Militärs, es wird aber auch ersichtlich, dass Follett sogar zu den Städten und Hotels eine Menge recherchiert hat.
Wie gesagt, das Buch spielt im Kalten Krieg und die Einstellung Folletts ist relativ pro-Amerikanisch. Dies wird vor allem am Ende des Buches ersichtlich, aber wie genau, will ich aus spannungstechnischen Gründen auch nicht verraten.
Zuletzt bleibt mir noch zu erwähnen, dass ich nach dem Lesen der letzten beiden Follett Romane, dass Gefühl habe, dass sie wieder auf die Produktion von Filmen ausgelegt sind. Beide (“Code To Zero” und “The Hammer of Eden”) haben einen sehr actionreichen Schluss, der sehr an den Showdown eines Actionfilms erinnert.
Fazit
“Code To Zero” (“Das zweite Gedächtnis”) ist mal wieder ein genialer Thriller von Ken Follett mit einer spannenden Story und sehr facettenreichen Charakteren. Das Englische Taschenbuch hat mich 19,80 DM also etwa 10 € gekostet, die es auf jeden Fall wert war.
Vielen Dank für’s Lesen... To
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