Knoblauch Testbericht

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Erfahrungsbericht von MONETIX

"Stinken" als Philosophie !

Pro:

schmeckt vorzüglich und ist äusserst Gesund

Kontra:

man stinkt auch gegen den Wind

Empfehlung:

Ja

Ich weiss gar nicht so recht wie ich anfangen soll. Wir haben gerade 3.00 Uhr, also mitten in der Nacht und ich kann nicht schlafen. Der Grund ist, nehme ich zumindest mal an, der Genuss von Knoblauch. Man könnte sagen, dass ich ein Knoblauch-Fetichist bin, aber gestern abend habe ich wohl etwas übertrieben. Weil sich Freunde angesagt hatten und den von mir, so berühmten „Hammel-Bohnen-Eintopf“, geniessen wollten, auch „Gus-Gus“ genannt, habe ich wahrscheinlich etwas übertrieben. Nur zur Beruhigung –alle leben noch, nun gut in ihrem Umfeld möchte ich heute nicht arbeiten, aber es hat allen vorzüglich geschmeckt.

Da ich wie gesagt, wahrscheinlich deshalb nicht schlafen kann, werde ich mal etwas über Knoblauch schreiben. Für die Lateiner unter uns, natürlich nur „Allium sativum“ genannt.

Die meisten Leser werden wissen, dass Knoblauch nicht nur vor Vampiren schützt und dem „bösen Blick“ schützt, und wie schon die alten Griechen (es waren wohl Kreter) behaupteten, „gegen Bisse“ von giftigen Schlangen (können doch keine Kreter gewesen sein –auf Kreta gibt es keine giftigen Schlangen) und tollwütigen Hunden hilft“, sondern gesund ist und obendrein gut schmeckt, hat sich inzwischen ja auch in unseren Gefilden herumgesprochen.

In früheren Zeiten war der Knoblauch, eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit, ein wichtiges Heil- und Grundnahrungsmittel breiter Volksschichten, das auch an den Fürstenhöfen keineswegs verschmäht wurde. Später allerdings geriet die stark riechende Knollenpflanze aus der grossen Familie der Liliengewächse zunehmend in Verruf –die Menschheit teilte sich in begeisterte Anhänger und entschiedene Gegner, der „Stinkwurzel“, und das ist bis heute so geblieben.
Den einen galt sie als „Allheilmittel“ und unverzichtbare Nahrung, den anderen als ein Geruchssinn beleidigendes Überbleibsel einer bäuerlichen Vergangenheit.

Mit zunehmender Urbanisierung verschwand der Knoblauch in unseren Breiten mehr und mehr vom Tisch und wurde bestenfalls noch in der Naturheilkunde eingesetzt; in südlicheren Gefilden freilich blieb er durch die Jahrhunderte hindurch weiterhin aktuell. Bei mir übrigens auch –privat habe ich und meine Familie einen Knoblauch-Konsum einer türkischen Grossfamilie in Istanbul (das soll kein Rassismus sein –im Gegenteil, die Leute wissen was gut ist). Gleichsam wiederentdeckt wurde er von uns Mitteleuropäern erst im Zuge des nach dem Krieg einsetzenden Massen-Tourismus in die Länder des Südens, während eine rasch wachsende Zahl von Gastronomen aus diesen Ländern, die sich bei uns ansiedelten, es uns ermöglichten, ausländische Gaumenfreuden auch hierzulande zu geniessen.
So kam es, dass der Knoblauch, wenn auch zunächst noch in sehr behutsamer Form und Dosierung, im Laufe der letzten Jahrzehnte in unsere Küchen wieder zurückgekehrt ist, und bei mir in massivster Form –allerdings nur privat. Beim Partyservice meiner Frau steckt er noch in den Kindeschuhen, da die Klientel, meines Erachtens grösstenteils aus „lukullischen Wildschweinen“ besteht, aber dies nur am Rande (das darf die natürlich net lesen, hahaha), Hauptsache die Knete kommt rein.

Auch wenn wabernde Knoblauchduftschwaden bei uns nach wie vor verpönt sind –„Knofeln“, das Würzen mit Knoblauch und der Verzehr von Knoblauchgerichten, ist wieder „in“.

Zehn mEter gegen den Wind, riecht angeblich ein Mitmensch (und das könnte ich sein, nein ich bin es), der kräftig dem Knoblauch zugesprochen hat. Hat man dagegen selbst Knoblauch verzehrt, dann merkt man den durchdringenden Geruch anderer Knoblauch-Junkies überhaupt nicht. Am einfachsten also wäre das Problem der Geruchsbelästigung dadurch zu lösen, das alle Knoblauch essen würden. Aber eine solche Lösung ist in unseren Breiten nicht zu erwarten: Wir müssen mit der Tatsache leben, dass hierzulande viele Menschen dem Knoblauch und erst recht seinen Geruchsfolgen ablehnend gegenüber stehen, und uns darauf einrichten.
Erschwert wird das Problem dadurch, dass nicht nur der Atem den Verzehr von knoblauchhaltiger Speise verrät, sondern die Wirkstoffe des Knoblauchs über die Blutbahn den ganzen Körper durchdringen (dieser Tatsache verdankt die Pflanze ihre Bedeutung in der Heilkunde), und Knoblauchdüfte deshalb auch durch die Haut ausgeschieden werden.
Selbst wenn man nach dem gehabten Knoblauchgenuss noch so eisern den Mund halten und nur noch ganz flach ausatmen, um den knoblauchfeindlichen Mitmenschen jede Belästigung zu ersparen –es hilft nicht viel: Die Hautatmung kann man nicht unterdrücken, und die verrät einen.

Alles in allem ist Knoblauch gesund, schmeckt gut (in Massen, nicht Massen, sondern in Massen) und schützt vor Vampiren und „bösen Blicken“, in diesem Sinne guten Apettit und

Vielen Dank fürs lesen und bewerten, Günter „der nach Knoblauch-stinkende-aber-es-juckt-ihn-nicht-Nachtschwärmer“

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