Erfahrungsbericht von canadian121
Meine Lieblingskurzgeschichten aus Bulgarien!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Guten Tag Liebe Leser.
Haben sie schon einmal eine Geschichte aus Bulgarien gehört? Nein? Dann wird es aber Zeit, denn neben den ganz bekannten bulgarischen Märchen, gibt es eine Geschichtensammlung über den Schlauen Peter. Ich möchte ihnen meine vier Lieblingsgeschichten präsentieren. Ich hoffe, sie gefallen Ihnen und finden viel Spaß daran!
===(Warum der Schlaue Peter seine Schuhe verkehrt herum anzog)===
Einmal sah man den Schlauen Peter mit Verkehrt herum angezogenen Schuhen im Dorf herumlaufen. Das rechte Bein war im linken Schuh, das linke Bein im rechten Schuh.
„He, Peter, hast du es heute eilig gehabt oder hast du die Schuh im finstern angezogen, dass sie vertauscht sind“, fragte einer seiner Freunde.
„Nein. Ich habe es weder eilig gehabt, noch habe ich die Schuhe im Finstern angezogen“, schmunzelte der Schlaue Peter. „Ich habe sie absichtlich so angezogen, auf das meine beiden Beine gerade werden, weil ich es schon überdrüssig bin, ja, zum Halse hängt es mir heraus, dass meine Frau mich jeden Tag ruft; „Krummbeiniger Teufel, krummbeiniger Blutsauger“. Deshalb habe ich sie erst vertauscht, damit meine Schuhe gerade sind und die Frau mich nicht schilt.“
Fazit: Eine sehr amüsante Geschichte.
===(Hund und Hase)===
Einmal wurde der Schlaue Peter gefragt: „Bai Peter, du bist viel herum gekommen, hast viel auf der Welt gesehen und weist viel. Kannst du uns sagen, warum der Hase dem Hund immer entwischt? So schnell auch der Hund ist, kann der Hase stets entkommen.“
„Nun, die Sache ist nicht schwer zu begreifen!“, antwortete der Schlaue Peter. „Der Hase läuft um sein Leben, er rettet seine Haut, der Hund aber läuft für seinen Herren, wegen eines anderen Kopfes läuft er. Jeder der eines anderen Arbeit verrichtet, gibt auf seine Beine acht“
Fazit: Diese sehr humorvolle Geschichte passt auch immer noch in die heutige Zeit. Man sollte sich diese Geschichte wirklich zu Herzen nehmen.
===(Der Schlaue Peter erschlägt einen Hund)===
Einstmals war der Schlaue Peter Maurermeister. Eines Abends, als er von der Arbeit heimkam, sprang ein Hund auf den Weg und warf sich auf ihn. Der Schlaue Peter hob ohne lange zu überlegen die Axt und erschlug den Hund. Der Herr des Hundes, der etwas abseits stand und sah was sich zutrug, ging sofort zu Gericht, um sich zu beklagen und forderte seine hohe Summer vom Gericht für seinen Hund.
Der Richter schätzte den Schlaukopf sehr, doch er konnte nicht umhin, ihn zu sich zu beordern. Der Schlaue Peter erschien sofort und berichtete, wie es sich zugetragen hatte: Dass der Hund sich unverhofft auf ihn gestürzt habe und das er aus Angst mit der Axt ausgeholt und am Kopf getroffen habe, der dann sofort gestorben sei.
„Ach Peter, du hättest ihn mit dem Stiel und nicht mit der Axt schlagen sollen“, sagte der Richter, mit dem Kopf wiegend.
„Das hätte ich tun sollen“, antwortete der Schlaue Peter, „aber auch der Hund hat schuld: er hätte mich mit seinem Schwanz beißen sollen und nicht mit den Zähnen!“
Da entließ der Richter den Schlauen Peter ohne jegliche Strafe.
Fazit: Diese Kurzgeschichte finde ich am schönsten. Den Hundebesitzer mit den eigenen Waffen schlagen. Dieser Peter war wirklich schlau.
===(Der Schlaue Peter vor Gericht)===
Eines Tages trug der Schlaue Peter auf seinem Rücken Holz durch die Stadt um es zu verkaufen. Da es aber recht lang war, rief er: „Vorsehen, vorsehen“, damit ihm die Leute aus dem Weg gingen.
Einem hochmütigen Manne jedoch, der den Weg nicht freigeben wollte, blieb der Rock am Holz hängen und zeriss. Dieser ärgerte sich sehr und erforderte ein Endgeld. Er brachte den Schlauen Peter vor Gericht, klagte beim Richter und wartete dann auf den Urteilsspruch. Der Richter wandte sich an den Schlauen Peter und fragte, wie sich der Vorfall zugetragen hatte. Dieser schwieg. Der Richter fragte ihn ein zweites und ein drittes Mal, allein der Schlaue Peter tat, als ob er stumm wäre.
„Warum hast du diesen Stummen hergebracht?“, fragte erbost der Richter. „Ich kann deine Klage nicht verstehen.“ „Was für ein Teufel! Wie kann er stumm sein“, rief der hochmütige Mann aus, „hat er doch mit vollem Halse –vorsehen, vorsehen! – gerufen“
Nun, wenn es so ist, wer hat dann Schuld, wenn du dir den Rock zerrissen hast, warum hast du dich nicht in acht genommen. Wenn der Mann „Vorsehen“ gerufen hat und du dich aber nicht vorgesehen hast, dann hast du kein Recht, irgend etwas von ihm zu fordern“. Der Schlaue Peter verließ stolzen Hauptes das Gericht und ging hin, sein Holz zu verkaufen.
Fazit: Wieder stand Peter vor Gericht und meisterte diesen Fall fabelhaft! Einfach klasse dieser Peter.
===(Urteil)===
Die bulgarischen Geschichten vom Peter, wobei es noch über 50 Stück gibt, sind einfach klasse, unterhaltsam und belehrend.
Vielen Dank
Marcel Klitzsch
PS: Wenn sie noch mehr Geschichten vom Schlauen Peter lesen möchten, dann schreiben sie mich einfach an.
===(Neu)====
Also nach Wunsch einiger Mitglieder werde ich baldmöglichst neue Geschichten schreiben! Vielen Dank.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-31 17:27:06 mit dem Titel Meine Lieblingskurzgeschichten aus Bulgarien! (Teil 2)
Guten Tag Liebe Lesergemeinschaft,
nun heißt es wieder: Schmunzeln, denn heute schreibe ich nochmals ein paar Geschichten des Schlauen Peters nieder.
Schon am Mittwoch stellte ich 4 meiner Lieblingsgeschichten ins Netz. Heute sollen noch einmal ein paar hinzu kommen. Ich hoffe, sie werden sich amüsieren. Wenn sie möchten, können sie die anderen Geschichten einmal durchlesen.
====(Der Schlaue Peter und der Barbier)====
Der Schlaue Peter ging zu einem Barbier, sich rasieren zu lassen. Um den Bauern einen Spaß zu bereiten, setzte der Barbier den Schlauen Peter gegen die Sonne, benetzte ihn mehr schlecht als recht mit kaltem Wasser und schabte ihn ohne Seife, sodass dem armen Schlauen Peter die Tränen hervorquollen, noch bevor ihm die eine Seite abrasiert wurde.
“Genug Bruder“, rief zuletzt der Schlaue Peter aus, der in die Hände eines jungen unerfahrenen Barbiers geraten zu sein meinte. „Nichts für ungut, du Rauhbein, nur lass mich zu einem anderen Barbier gehen, auf dass ein besserer Meister mich zu ende rasiere. Zu Recht sagen die Leute: hast du eine Oka Mehl, so gib sie dem Meister“
Darauf hatte der Barbier nur gewartet. Halbrasiert entließ er den Schlauen Peter. Wer ihm begegnete , wollte sich vor lachen ausschütten und der Barbier selbst lief hinterher und lachte sich halbtot. Der Schlaue Peter verstand endlich was für ein Streich ihm gespielt wurde und hatte nur einen Gedanken im Kopf. „Warte nur, dich werde ich lehren, in der prallen Sonne und ohne Seife zu rasieren. Ich werde dir schon zeigen, mit wem du deinen Spott getrieben hast.
Ein Jahr darauf, als jener üble Scherz längst vergessen war, brauchte der Barbier zur Zeit des Weinrutenschneidens jemanden, der ihm den Wein verschneide. Nun fügte es sich so, das der Schlaue Peter gerade ohne Arbeit war. Er kam mit dem Barbier überein, dass er den Wein verschneide. Der Schlaue Peter machte sich ans Werk und schnitt die Weinruten bis hin zur Wurzel ab, warf die Ruten auf den Weg und ging am Abend nach Hause.
Der Barbier erkundigte sich: „Wie sieht`s, hast du den Wein gut verschnitten?“
“Sehr gut“, antwortete der Schlaue Peter „Noch einmal braucht ihr euch nicht um ihn zu kümmern!“
„Und hast du ihn auch gesäubert?“
„He, hee! Weder eine Rute noch eine Rebe habe ich stehen lassen“, antwortete der Schlaue Peter.
„Und weint er schon“, fragte der Barbier?
„Und wie er weint. Auch du würdest weinen, wenn du ihn nur sähest“, sagte der Schlaue Peter und ging heim.
====(Der Sultan und der Schlaue Peter)====
Es gab eine Zeit, da lebte der Schlaue Peter im Serail des Sultans. Da trug es sich zu, dass die Pest wütete und vielen Menschen das Leben nahm und viel Vieh sterben ließ. Auch der alte Sultan starb. Den Thron bestieg sein Sohn- ein boshafter und schlechter Sultan.
Nur wenig Zeit ging er ins Land, da wurde es kalt, es begann erst zu regnen und dann zu schneien. Der Winter klopfte an die Tür. Die Pest erschrak vor der Kälte und verschwand irgendwo hin. Da schnürte der Schlaue Peter seinen Beutel, um in sein Dorf zurück zu kehren.
„Wohin zieht es dich“, fragte der Sultan, als er das Gepäck des Schlauen Kopfes bemerkte.
„Ich gehe in mein Dorf. Dein Vater war ein guter Mensch, wir haben uns gut verstanden, und ich habe im Serail gewohnt. Jetzt ist die Zeit gekommen aufzubrechen.“
„Aber warum denn, gefalle ich dir nicht?“ fragte der Sultan. „Sieh nur, selbst die Pest ist vor mir geflohen, hat sich irgendwo verkrochen und das Volk in Ruhe gelassen.“
„Satt und furchtsam scheint mir euer Gott zu sein, Sultan“, sprach der Schlaue Peter. „Er ist davor zurückgeschreckt, gemeinsam mit der Pest auch dich dem Volk zu geben“
Und dann begab sich der Schlaue Peter in sein Heimatdorf.
Nun noch ein paar kleine Fabeln mit Pointe natürlich auch aus Ungarn.
====(Der flinke Igel)====
Am Georgstag, an dem also, an dem die Lämmer geschlachtet werden, schickte man den Igel los, um Krauseminze und Petersilie für den Braten zu pflücken. Der Igel beeilte sich sehr, doch kam er erst am Dimitertag wieder zurück, und als er das Haus betrat, stolperte er über die Türschwelle, purzelte hin und schlug sich die Nase auf. Die anderen lachten den Igel aus, doch der Igel gab zurück. „ Lacht nur, lacht nur, ich weis schon, dass mich mein Gehetze eines Tages noch den Kopf kosten wird.“
Fazit: Diese Geschichte ist sehr amüsant. Der Igel glaubte also, dass er gestolpert und hingefallen war, weil er so schnell gelaufen war. Die Faulen sind auch wie die Igel: Den ganzen Tag halten sie Maulaffen feil und drehen Däumchen, doch wehe man verlangt von Ihnen auch nur einen Groschen Arbeit, dann schreien sie es in die ganze Welt, dass sie sich vor Arbeit nicht zu retten wüssten.
====(Der Frosch und der Ochse)====
Ein Frosch sah auf einem Feld einen Ochsen und wollte so groß sein wie der. Er begann sich auf zu plustern und auf zu blähen und sagte zu seinen Freunden: „Schaut her, Freunde, bin ich nicht so groß wie er?“
„Nein Freundchen, du bist noch weit entfernt davon, ungefähr so groß wie sein Huf bist du.“
„Wartet, ich will mich weiter auf plustern. Und jetzt? Bin ich gewachsen?“
„Du bist immer noch derselbe, kein bisschen hast du dich verändert.“
„Na und jetzt?“, fragte er und plusterte sich noch mehr auf.
„Du bist der gleiche, der du vorher warst so groß wie eine der Hufe.“
Doch der dumme Frosch plusterte sich immer weiter auf und schließlich platze er!
Fazit: Diese Fabel soll, wie eigentlich alle Fabeln zu Nachdenken anregen. Macht euch einmal Gedanken, denn dazu möchte ich, obwohl ich könnte, nichts sagen :-)
====(Fazit)====
Die Geschichten vom Schlauen Peter sind sehr unterhaltsam und aus dem Leben gegriffen und uns deshalb so nah.
Die Fabeln lassen auch nicht zu wünschen übrig. Sehr amüsant. Vor allem die 1. Fabel find ich spitze!
Mit freundlichen Grüßen
Marcel Klitzsch
Haben sie schon einmal eine Geschichte aus Bulgarien gehört? Nein? Dann wird es aber Zeit, denn neben den ganz bekannten bulgarischen Märchen, gibt es eine Geschichtensammlung über den Schlauen Peter. Ich möchte ihnen meine vier Lieblingsgeschichten präsentieren. Ich hoffe, sie gefallen Ihnen und finden viel Spaß daran!
===(Warum der Schlaue Peter seine Schuhe verkehrt herum anzog)===
Einmal sah man den Schlauen Peter mit Verkehrt herum angezogenen Schuhen im Dorf herumlaufen. Das rechte Bein war im linken Schuh, das linke Bein im rechten Schuh.
„He, Peter, hast du es heute eilig gehabt oder hast du die Schuh im finstern angezogen, dass sie vertauscht sind“, fragte einer seiner Freunde.
„Nein. Ich habe es weder eilig gehabt, noch habe ich die Schuhe im Finstern angezogen“, schmunzelte der Schlaue Peter. „Ich habe sie absichtlich so angezogen, auf das meine beiden Beine gerade werden, weil ich es schon überdrüssig bin, ja, zum Halse hängt es mir heraus, dass meine Frau mich jeden Tag ruft; „Krummbeiniger Teufel, krummbeiniger Blutsauger“. Deshalb habe ich sie erst vertauscht, damit meine Schuhe gerade sind und die Frau mich nicht schilt.“
Fazit: Eine sehr amüsante Geschichte.
===(Hund und Hase)===
Einmal wurde der Schlaue Peter gefragt: „Bai Peter, du bist viel herum gekommen, hast viel auf der Welt gesehen und weist viel. Kannst du uns sagen, warum der Hase dem Hund immer entwischt? So schnell auch der Hund ist, kann der Hase stets entkommen.“
„Nun, die Sache ist nicht schwer zu begreifen!“, antwortete der Schlaue Peter. „Der Hase läuft um sein Leben, er rettet seine Haut, der Hund aber läuft für seinen Herren, wegen eines anderen Kopfes läuft er. Jeder der eines anderen Arbeit verrichtet, gibt auf seine Beine acht“
Fazit: Diese sehr humorvolle Geschichte passt auch immer noch in die heutige Zeit. Man sollte sich diese Geschichte wirklich zu Herzen nehmen.
===(Der Schlaue Peter erschlägt einen Hund)===
Einstmals war der Schlaue Peter Maurermeister. Eines Abends, als er von der Arbeit heimkam, sprang ein Hund auf den Weg und warf sich auf ihn. Der Schlaue Peter hob ohne lange zu überlegen die Axt und erschlug den Hund. Der Herr des Hundes, der etwas abseits stand und sah was sich zutrug, ging sofort zu Gericht, um sich zu beklagen und forderte seine hohe Summer vom Gericht für seinen Hund.
Der Richter schätzte den Schlaukopf sehr, doch er konnte nicht umhin, ihn zu sich zu beordern. Der Schlaue Peter erschien sofort und berichtete, wie es sich zugetragen hatte: Dass der Hund sich unverhofft auf ihn gestürzt habe und das er aus Angst mit der Axt ausgeholt und am Kopf getroffen habe, der dann sofort gestorben sei.
„Ach Peter, du hättest ihn mit dem Stiel und nicht mit der Axt schlagen sollen“, sagte der Richter, mit dem Kopf wiegend.
„Das hätte ich tun sollen“, antwortete der Schlaue Peter, „aber auch der Hund hat schuld: er hätte mich mit seinem Schwanz beißen sollen und nicht mit den Zähnen!“
Da entließ der Richter den Schlauen Peter ohne jegliche Strafe.
Fazit: Diese Kurzgeschichte finde ich am schönsten. Den Hundebesitzer mit den eigenen Waffen schlagen. Dieser Peter war wirklich schlau.
===(Der Schlaue Peter vor Gericht)===
Eines Tages trug der Schlaue Peter auf seinem Rücken Holz durch die Stadt um es zu verkaufen. Da es aber recht lang war, rief er: „Vorsehen, vorsehen“, damit ihm die Leute aus dem Weg gingen.
Einem hochmütigen Manne jedoch, der den Weg nicht freigeben wollte, blieb der Rock am Holz hängen und zeriss. Dieser ärgerte sich sehr und erforderte ein Endgeld. Er brachte den Schlauen Peter vor Gericht, klagte beim Richter und wartete dann auf den Urteilsspruch. Der Richter wandte sich an den Schlauen Peter und fragte, wie sich der Vorfall zugetragen hatte. Dieser schwieg. Der Richter fragte ihn ein zweites und ein drittes Mal, allein der Schlaue Peter tat, als ob er stumm wäre.
„Warum hast du diesen Stummen hergebracht?“, fragte erbost der Richter. „Ich kann deine Klage nicht verstehen.“ „Was für ein Teufel! Wie kann er stumm sein“, rief der hochmütige Mann aus, „hat er doch mit vollem Halse –vorsehen, vorsehen! – gerufen“
Nun, wenn es so ist, wer hat dann Schuld, wenn du dir den Rock zerrissen hast, warum hast du dich nicht in acht genommen. Wenn der Mann „Vorsehen“ gerufen hat und du dich aber nicht vorgesehen hast, dann hast du kein Recht, irgend etwas von ihm zu fordern“. Der Schlaue Peter verließ stolzen Hauptes das Gericht und ging hin, sein Holz zu verkaufen.
Fazit: Wieder stand Peter vor Gericht und meisterte diesen Fall fabelhaft! Einfach klasse dieser Peter.
===(Urteil)===
Die bulgarischen Geschichten vom Peter, wobei es noch über 50 Stück gibt, sind einfach klasse, unterhaltsam und belehrend.
Vielen Dank
Marcel Klitzsch
PS: Wenn sie noch mehr Geschichten vom Schlauen Peter lesen möchten, dann schreiben sie mich einfach an.
===(Neu)====
Also nach Wunsch einiger Mitglieder werde ich baldmöglichst neue Geschichten schreiben! Vielen Dank.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-31 17:27:06 mit dem Titel Meine Lieblingskurzgeschichten aus Bulgarien! (Teil 2)
Guten Tag Liebe Lesergemeinschaft,
nun heißt es wieder: Schmunzeln, denn heute schreibe ich nochmals ein paar Geschichten des Schlauen Peters nieder.
Schon am Mittwoch stellte ich 4 meiner Lieblingsgeschichten ins Netz. Heute sollen noch einmal ein paar hinzu kommen. Ich hoffe, sie werden sich amüsieren. Wenn sie möchten, können sie die anderen Geschichten einmal durchlesen.
====(Der Schlaue Peter und der Barbier)====
Der Schlaue Peter ging zu einem Barbier, sich rasieren zu lassen. Um den Bauern einen Spaß zu bereiten, setzte der Barbier den Schlauen Peter gegen die Sonne, benetzte ihn mehr schlecht als recht mit kaltem Wasser und schabte ihn ohne Seife, sodass dem armen Schlauen Peter die Tränen hervorquollen, noch bevor ihm die eine Seite abrasiert wurde.
“Genug Bruder“, rief zuletzt der Schlaue Peter aus, der in die Hände eines jungen unerfahrenen Barbiers geraten zu sein meinte. „Nichts für ungut, du Rauhbein, nur lass mich zu einem anderen Barbier gehen, auf dass ein besserer Meister mich zu ende rasiere. Zu Recht sagen die Leute: hast du eine Oka Mehl, so gib sie dem Meister“
Darauf hatte der Barbier nur gewartet. Halbrasiert entließ er den Schlauen Peter. Wer ihm begegnete , wollte sich vor lachen ausschütten und der Barbier selbst lief hinterher und lachte sich halbtot. Der Schlaue Peter verstand endlich was für ein Streich ihm gespielt wurde und hatte nur einen Gedanken im Kopf. „Warte nur, dich werde ich lehren, in der prallen Sonne und ohne Seife zu rasieren. Ich werde dir schon zeigen, mit wem du deinen Spott getrieben hast.
Ein Jahr darauf, als jener üble Scherz längst vergessen war, brauchte der Barbier zur Zeit des Weinrutenschneidens jemanden, der ihm den Wein verschneide. Nun fügte es sich so, das der Schlaue Peter gerade ohne Arbeit war. Er kam mit dem Barbier überein, dass er den Wein verschneide. Der Schlaue Peter machte sich ans Werk und schnitt die Weinruten bis hin zur Wurzel ab, warf die Ruten auf den Weg und ging am Abend nach Hause.
Der Barbier erkundigte sich: „Wie sieht`s, hast du den Wein gut verschnitten?“
“Sehr gut“, antwortete der Schlaue Peter „Noch einmal braucht ihr euch nicht um ihn zu kümmern!“
„Und hast du ihn auch gesäubert?“
„He, hee! Weder eine Rute noch eine Rebe habe ich stehen lassen“, antwortete der Schlaue Peter.
„Und weint er schon“, fragte der Barbier?
„Und wie er weint. Auch du würdest weinen, wenn du ihn nur sähest“, sagte der Schlaue Peter und ging heim.
====(Der Sultan und der Schlaue Peter)====
Es gab eine Zeit, da lebte der Schlaue Peter im Serail des Sultans. Da trug es sich zu, dass die Pest wütete und vielen Menschen das Leben nahm und viel Vieh sterben ließ. Auch der alte Sultan starb. Den Thron bestieg sein Sohn- ein boshafter und schlechter Sultan.
Nur wenig Zeit ging er ins Land, da wurde es kalt, es begann erst zu regnen und dann zu schneien. Der Winter klopfte an die Tür. Die Pest erschrak vor der Kälte und verschwand irgendwo hin. Da schnürte der Schlaue Peter seinen Beutel, um in sein Dorf zurück zu kehren.
„Wohin zieht es dich“, fragte der Sultan, als er das Gepäck des Schlauen Kopfes bemerkte.
„Ich gehe in mein Dorf. Dein Vater war ein guter Mensch, wir haben uns gut verstanden, und ich habe im Serail gewohnt. Jetzt ist die Zeit gekommen aufzubrechen.“
„Aber warum denn, gefalle ich dir nicht?“ fragte der Sultan. „Sieh nur, selbst die Pest ist vor mir geflohen, hat sich irgendwo verkrochen und das Volk in Ruhe gelassen.“
„Satt und furchtsam scheint mir euer Gott zu sein, Sultan“, sprach der Schlaue Peter. „Er ist davor zurückgeschreckt, gemeinsam mit der Pest auch dich dem Volk zu geben“
Und dann begab sich der Schlaue Peter in sein Heimatdorf.
Nun noch ein paar kleine Fabeln mit Pointe natürlich auch aus Ungarn.
====(Der flinke Igel)====
Am Georgstag, an dem also, an dem die Lämmer geschlachtet werden, schickte man den Igel los, um Krauseminze und Petersilie für den Braten zu pflücken. Der Igel beeilte sich sehr, doch kam er erst am Dimitertag wieder zurück, und als er das Haus betrat, stolperte er über die Türschwelle, purzelte hin und schlug sich die Nase auf. Die anderen lachten den Igel aus, doch der Igel gab zurück. „ Lacht nur, lacht nur, ich weis schon, dass mich mein Gehetze eines Tages noch den Kopf kosten wird.“
Fazit: Diese Geschichte ist sehr amüsant. Der Igel glaubte also, dass er gestolpert und hingefallen war, weil er so schnell gelaufen war. Die Faulen sind auch wie die Igel: Den ganzen Tag halten sie Maulaffen feil und drehen Däumchen, doch wehe man verlangt von Ihnen auch nur einen Groschen Arbeit, dann schreien sie es in die ganze Welt, dass sie sich vor Arbeit nicht zu retten wüssten.
====(Der Frosch und der Ochse)====
Ein Frosch sah auf einem Feld einen Ochsen und wollte so groß sein wie der. Er begann sich auf zu plustern und auf zu blähen und sagte zu seinen Freunden: „Schaut her, Freunde, bin ich nicht so groß wie er?“
„Nein Freundchen, du bist noch weit entfernt davon, ungefähr so groß wie sein Huf bist du.“
„Wartet, ich will mich weiter auf plustern. Und jetzt? Bin ich gewachsen?“
„Du bist immer noch derselbe, kein bisschen hast du dich verändert.“
„Na und jetzt?“, fragte er und plusterte sich noch mehr auf.
„Du bist der gleiche, der du vorher warst so groß wie eine der Hufe.“
Doch der dumme Frosch plusterte sich immer weiter auf und schließlich platze er!
Fazit: Diese Fabel soll, wie eigentlich alle Fabeln zu Nachdenken anregen. Macht euch einmal Gedanken, denn dazu möchte ich, obwohl ich könnte, nichts sagen :-)
====(Fazit)====
Die Geschichten vom Schlauen Peter sind sehr unterhaltsam und aus dem Leben gegriffen und uns deshalb so nah.
Die Fabeln lassen auch nicht zu wünschen übrig. Sehr amüsant. Vor allem die 1. Fabel find ich spitze!
Mit freundlichen Grüßen
Marcel Klitzsch
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