Kurzgeschichten Testbericht

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Erfahrungsbericht von butterkeks

Gewissheit

Pro:

...

Kontra:

...

Empfehlung:

Nein

Stille. Unerträgliche Stille erfüllt den Raum und ihre Gedanken drehen sich im Kreis. Gerade hat man es ihr gesagt; gerade hat man ihrem Leben ein Ende gesetzt. Wie lange hat sie noch? Sagte der Arzt zwei Wochen oder zwei Monate? Sie kann es nicht sagen, sieht nur die kalte Hand des Todes wie sie sich nach ihrem zerbrechlichen Körper ausstreckt. Zwei Jahre hat sie gekämpft, zwei Jahre voller Schmerzen, doch immer war ihr Herz von Hoffnung erfüllt. Nun hat sie Gewissheit; der Kampf ist zu Ende.

Müde sinkt sie in ihr Kissen, kaum fähig an etwas anderes als an den Tod zu denken. Ihr Blick wandert zum Fenster und sie schaut sehnsüchtig zum Horizont. So vieles wollte sie noch erleben, so vieles noch tun, doch dazu würde sie nicht mehr kommen.

Während sie dort liegt, verwandelt sich ihre Resignation in Wut. Sie ist zornig, dass es gerade sie treffen muß. Wieso nicht jemanden, der sein Leben schon gelebt hat? Was hat sie denn verbrochen, dass Gott sie so sehr bestraft?
Fragen, auf die ihr niemand eine Antwort geben kann. Sie beschließt Gott zu fragen, wenn sie vor ihm steht.

Stille, immer noch diese Stille.

Wieder verändert sich das Gefühl. Der Zorn vergeht und das Mitleid kommt. Kein Mitleid für sich selber, sondern für den Mann und das Kind, das sie bald verlassen muß. Aber wie soll sie es ihnen sagen? Wird der Mann, den sie ihr Leben lang geliebt hat, stark genug sein? Ihre Tochter ist noch zu jung; sie wird es nicht begreifen können.

Die Minuten verstreichen unaufhaltsam und bringen sie ihrem Ende näher. Das Mitleid macht erneuter Resignation Platz.

Langsam lichtet sich das Chaos in ihrem Kopf und sie nimmt Papier und Stift zur Hand. Einen Brief nach dem anderen verfasst sie, teilt den Menschen, die ihr etwas bedeuten, ihre Gefühle mit; bedankt sich für die gemeinsame Zeit. Ihr ist bewußt, dass sie viele dieser Menschen nicht mehr sehen wird.

Dann endlich öffnet sich die Türe und ihr Mann betritt das Zimmer. Forschend sieht er sie an und sie schenkt ihm ein Lächeln. Zärtlich küsst er ihre Lippen und sie genießt es unendlich ihn zu spüren. Jede Sekunde will sie auskosten.

Noch einmal atmet sie tief durch, dann erzählt sie ihm die ganze, grausame Wahrheit. Tränen laufen ihm die Wangen hinunter und in seinen Augen spiegelt sich unsägliche Trauer.
Sie übergibt ihm die Briefe und sagt ihm wie sie sterben möchte: Daheim, in seinen Armen. Er bringt nur ein Nicken zustande und nimmt sie wortlos in den Arm. All die vielen Dinge, die sie ihm noch sagen wollte, sind plötzlich unwichtig. Die beiden brauchen diese Worte nicht; durch ihre tiefe Liebe ist alles gesagt.

Zufrieden seufzt sie und weiß: Nun kann sie in Frieden sterben.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-25 19:06:21 mit dem Titel Versuchung

Morgens 06.00 Uhr. Der Wecker klingelte unaufhörlich, doch Christine wollte einfach nicht aufstehen. Wütend hieb sie auf den Wecker, der gleich darauf auch verstummte. Noch einmal drehte sie sich herum und kuschelte sich in die weichen Kissen. Kurze Zeit später hörte sie erneut das scheußliche Piepen ihres Weckers und seufzend richtete sie sich auf. Es hatte keinen Zweck, sie mußte aufstehen. Sich einen Tag frei zu nehmen war zur Zeit unmöglich, denn im Job ging alles drunter und drüber. Jeden Abend kam sie genervt von der Arbeit und fiel kurze Zeit später todmüde ins Bett. Dabei müßte sie unbedingt Sport treiben, um ihre Diät zu unterstützen. Es wurde wirklich Zeit, dass sie etwas an ihrer Figur tat, denn so langsam schimpfte ihr Arzt mit ihr. Über 30 kg Übergewicht hatte sie mittlerweile und deshalb hatte sie vor einigen Wochen beschlossen endlich eine Diät zu machen. Nun ja, eine richtige Diät war es nicht, sondern Christine hatte ihre Ernährung komplett umgestellt. Ihr Speiseplan bestand nun überwiegend aus Vollkornprodukten und die Fette ließ sie weitestgehend weg. Nach den ersten verlorenen Kilos fühlte sich Christine auch sehr wohl und es machte ihr nichts aus ihre Eßgewohnheiten vollkommen zu überdenken. Die Gerichte, die sie sich zubereitete, waren schmackhaft und ausreichend, genau wie das Müsli, das sie sich jetzt für das Frühstück zubereitete. Verschlafen saß Christine am Frühstückstisch und schob sich einen Löffel Müsli nach dem anderen in den Mund. Sie haßte das Frühstück, doch sie wollte nicht so schnell aufgeben. Auch daran würde sie sich gewöhnen, da war sie sich sicher.

Der Arbeitstag verging wieder einmal wie im Flug und eh sie sich versah, saß Christine in ihrem Auto auf dem Weg zum Einkaufszentrum. Sie ging durch die prall gefüllten Regale und lud sich die Waren strikt nach ihrem Einkaufszettel in den Wagen. Am Süßigkeiten-Regal stutze sie. So lecker sah diese Schokolade aus und sie schien ihr zuzuschreien, dass sie diese Tafel kaufen sollte. Ihr lief alleine bei dem Gedanken an den Genuß von Schokolade das Wasser im Munde zusammen, doch sie drehte sich schnell um und suchte das Weite. Nein, sie würde nicht schwach werden. Verbissen sah sie auf ihren Zettel und bewegte sich langsam in Richtung Gemüsetheke. Sie wog die Tomaten ab, doch vor ihrem Auge sah sie nur noch Schokolade. Die Gurke sah aus wie eine Schokobanane und die Trauben verwandelten sich in mit Schokolade überzogene Nüsse. Trotzig schüttelte sie den Kopf und ging weiter, um Joghurt zu holen.

Als sich ihr Einkaufswagen mit gesunden Leckereien gefüllt hatte, ging Christine zur Kasse. Auf ihrem Weg kam sie wieder an der immer noch nach ihr schreienden Schokolade vorbei. Stur sah sie nach vorne und stand in der langen Schlange, die sich an der Kasse gebildet hatte. Das Ende der Schlange war dummerweise direkt am Süßigkeiten-Regal. Christine seufzte und griff in das Regal, um eine Tafel Vollmilchschokolade heraus zu nehmen. Nun gut, die Schokolade hatte gewonnen.

Schnell waren die Einkäufe im Kofferraum verstaut und Christine machte sich auf den Weg nach Hause. Sie packte dort die Sachen aus und räumte alles in die Küchenschränke. Nur die Schokolade blieb auf dem Tisch liegen, denn hierfür war kein Platz vorgesehen.
Da lag diese Versuchung nun auf dem Tisch und sah in ihrer farbigen Verpackung so unschuldig aus. Christine nahm sie mit ins Wohnzimmer und schaltete den Fernseher an, doch irgendwie machte sie diese dumme Tafel nervös. Kurz entschlossen steckte sie die Tafel in die nächst beste Schublade, so dass sie aus ihrem Blickfeld verschwunden war.

Erst Stunden später, als Christine mit ihrer Freundin telefonierte, dachte sie wieder an die Schokolade. Sie befreite das gute Stück aus der Schublade und legte sie wieder auf den Tisch wo sie sie sehnsüchtig betrachtete. Ein Gedanke formte sich in ihrem Kopf:“ Ein Stückchen konnte wohl nicht schaden, oder?“ Das war sicherlich richtig, sie wollte ja nicht die ganze Tafel auf einmal essen. Vorsichtig, ja beinahe liebevoll, packte sie die Schokolade aus und brach einen Riegel ab. Genüßlich nahm sie das erste Stück in den Mund, während ihre Freundin sie am Telefon lobte, dass sie doch schon so super durchgehalten hätte. Sie spürte den zarten Schmelz auf ihrer Zunge und den unverwechselbaren Geschmack ihrer Lieblingssorte Vollmilch. Am liebsten hätte sie ein wohliges Stöhnen von sich gegeben, doch ihre Freundin hätte das nicht verstanden. Das nächste Stück verschwand in ihrem Mund und Christine genoß jede Sekunde des Gefühls.

Nach über einer Stunde verabschiedete sich Christine von ihrer Freundin und legte den Hörer auf die Telefonstation. Dann sah sie zum Tisch hinüber und erstarrte. Kein einziges Stück war von der Schokolade übrig; sie hatte alles aufgegessen. Beschämt sank sie auf das Sofa und sah sich das Geschehen an. „Soviel zum Thema Durchhaltevermögen.“ dachte sie und räumte mit einem unendlich schlechten Gewissen das Papier weg, doch auch das konnte ihre Gewissensbisse nicht vertreiben. Selbst als sie später im Bett lag, dachte sie noch an ihre fehlende Disziplin.

Am nächsten Morgen kramte Christine entschlossen die leere Verpackung der Tafel aus dem Mülleimer. Sie strich sie liebevoll glatt und legte sie auf den Küchentisch. Für einige Minuten verharrte sie über dem Papier bis sich schließlich ein Lächeln auf ihr Gesicht stahl. Vorsichtig strich sie über das Papier, nahm einen Stift und schrieb mit großen Buchstaben „Die letzte Versuchung “ auf die Verpackung.

Noch am gleichen Tag kaufte sie einen passenden Bilderrahmen und hängte sich ihre letzte Tafel Schokolade an die Wand.

Einige Monate später hatte sie immer noch keinen Bissen Schokolade zu sich genommen und stand stolz vor der letzten Versuchung, um einige Kilos leichter und um eine wunderschöne letzte Erfahrung reicher. So sehr wie an diesem Tag hatte sie noch nie genossen


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-28 16:38:55 mit dem Titel Ein letztes Mal

Ein letztes Mal wollen wir uns treffen, bevor sich unsere Wege für immer trennen. Ich habe einmal sehr viel für dich empfunden, aber Liebe war es nicht. Ich weiß, dass du mich immer noch von ganzem Herzen liebst, doch ich kann Deine Gefühle nicht erwidern. Mein Herz gehört einem anderen Mann und bleibt für dich verschlossen.

Nun sitze ich in dem Cafe, in dem wir uns das erste mal trafen und Erinnerungen kommen hoch. Nur zu gut kann ich mich erinnern wie sehr ich gehofft hatte, dass ich dir mehr entgegenbringen kann. Mein Gott war ich nervös. Unwillkürlich muss ich lächeln als mir die Situation vor Augen schwebt.

Ein letztes Mal möchte ich dir von Angesicht zu Angesicht gegenüber sitzen. Ich schaue auf die Uhr; du bist spät, aber das war schon immer so gewesen.
Während ich zurück schaue, betrittst du das Cafe. Ich habe dich noch nicht bemerkt; sitze nur still lächelnd da und sehe auf die Tasse in meiner Hand. Du bleibst vor dem Tisch stehen und siehst mich eine Weile an, bis ich dich bemerke. Ich fühle wie mir die Röte ins Gesicht steigt, als mir bewusst wird, dass du schon länger dort gestanden hast.

Wir begrüßen uns mit einem flüchtigen Kuss und du lächelst mich an. Dieses Lächeln habe ich immer gemocht, denn deine Augen strahlen, wenn du lächelst. Verzweifelt suche ich nach einem Anfang für das Gespräch und schließlich frage ich dich was du trinken möchtest. Wie plump, doch mir ist jedes Mittel recht das Schweigen zu brechen. Du bestellst dir Kaffee, beugst dich in deinem Stuhl nach vorne und legst deine Hand auf meine. Ich widerstehe der Versuchung dir meine Hand zu entziehen; es würde dich verletzen, doch durch deine Berührung fällt es mir schwer meine Gedanken zu ordnen.

Mein Herz krampft sich zusammen, als ich schließlich anfange zu sprechen. Ich rede über unsere Freundschaft und merke wie du bei diesem Wort zusammen zuckst. Ohne Rücksicht erzähle ich von meiner großen Liebe, erzähle dem Menschen, der mich immer noch liebt, dass ich mein Herz einem Anderen geschenkt habe. Je mehr ich rede desto stiller wirst du. Dein Blick sucht nicht mehr den meinen und ganz langsam ziehst du deine Hand zurück. Mehr und mehr starrst du in deinen Kaffee, als ob du dort etwas lesen könntest.

Nachdem ich geendet habe, schweigen wir uns lange an. Betreten schaue ich zu Boden, komme mir ob meiner Gefühle schäbig vor. Ich ringe um meine Fassung; möchte vor dir keine Tränen vergießen. Du würdest mich sonst in den Arm nehmen und das könnte ich nicht ertragen.

Die Zeit verstreicht, obwohl ich das Gefühl habe sie steht still. Minuten werden zu Stunden und meine Maske der Selbstbeherrschung beginnt zu bröckeln.
Endlich, nach schier endloser Zeit, siehst du mich an. In deinen Augen sehe ich Tränen blitzen, doch du bleibst stark. Noch einmal gestehst du mir deine Liebe, sagst dass du immer für mich da sein wirst und nie wieder einen Menschen so sehr lieben wirst wie mich.

Ich kämpfe schwer mit meinen Tränen, so sehr bewegen mich deine Worte. Es wäre so einfach, wenn du mich hassen könntest, aber das ist dir nicht möglich.
Du bittest mich um einen letzten Gefallen; ich habe Angst ihn nicht erfüllen zu können. Du bittest mich dich ein letztes Mal zu küssen. Alles sträubt sich in mir. Ich will dich nicht küssen, den ich habe Sorge, dass es dann nur noch schwerer wird. Du siehst mich traurig an und ich weiß plötzlich, dass ich dir diesen Wunsch nicht verwehren darf.

Unsere Lippen berühren sich und ich bin froh, dass ich nichts dabei empfinde.

Noch ein letztes Mal nimmst du mich in den Arm und hältst mich fest umschlungen. Als du dich von mir löst, hauche ich ein Aufwiedersehen und gehe von dir fort. Ich drehe mich nicht mehr um, denn ich spüre, dass du mir nach schaust.

Hier trennen sich unsere Wege, mein Freund. Hier endet ein Teil meines Lebens, um sich einem neuen, wunderschönen Gefühl zu widmen....der Liebe.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-22 11:39:13 mit dem Titel Regen im Herzen

Regen prasselte gegen die Fensterscheiben und ein mattes Licht fiel in den spärlich eingerichteten Raum. Christine lag immer noch im Bett. Zum Aufstehen fehlte ihr einfach die Kraft.
Sie hatte ihm vertraut, ihn geliebt, ihn verehrt. Dann von einer Sekunde zur anderen mußte sie erfahren, dass sie ihm ihr Vertrauen zu früh geschenkt hatte. Er hatte sie mißbraucht, ausgenutzt, gedemütigt und sie hatte es noch nicht einmal gemerkt.
Wie konnte man nur so blind sein? War es ihr denn nie aufgefallen, dass er sie in der Öffentlichkeit nicht in den Arm genommen oder ihr ein Lächeln geschenkt hatte? Auch wenn sie ausgegangen waren, hatte er sie nie wie eine Partnerin behandelt, sondern nur wie einen guten Freund. Sicherlich lag es daran, dass sie dick war, dass man sich mit ihr schämen mußte.
Christine mühte sich aus den Kissen und schlurfte ins Badezimmer. Dort sah sie in den Spiegel und hätte eigentlich eine hübsche, junge Frau sehen müssen, doch alles was sie erkennen konnte war diese fette, dumme Gans. Die dumme Gans, die sich mal wieder hatte ihren Illusionen stellen müssen und das war wie so oft sehr schmerzhaft. In diesem Augenblick hasste sie sich über alle Maßen. Sie hasste sich so sehr, dass ihr Blick zu ihrem Rasierer schweifte und sich in ihrem Kopf wahnwitzige Gedanken breit machten. Zwei kleine Schnitte und das Elend hätte ein Ende, doch sie hatte Angst. Angst vor den Schmerzen, die sie sich zufügen würde. Angst vor den Reaktionen ihrer Verwandten und Freunde. Angst davor gerettet zu werden. Angst davor zu sterben. Zwiespältige Gefühle tobten in ihrem Herzen und sie wußte nicht was sie tun sollte.
In ihrer Not nahm sie sich Papier und Bleistift und fing an sich ihren Frust von der Seele zu schreiben. Mit jeder Silbe, jedem Wort wurde der Schmerz erträglicher. Sie schrieb Stunde um Stunde und Tränen durchnässten das Papier. Von Zeit zu Zeit mußte sie aufhören zu schreiben, um ihren Tränen freien Lauf zu lassen; doch es tat ihr gut.
Das Klingeln des Telefons riss sie aus ihrer Schreibwut und sie hatte sich einigermaßen im Griff, als sie den Hörer ab nahm. Es war Brigitte, eine gute Freundin, die merkte, dass es Christine nicht gut ging. Christine dachte nicht mehr viel nach, sondern erzählte Brigitte alles...alles was sie bewegte, all ihre Gefühle und ihren Schmerz.
Je länger die beiden Frauen miteinander redeten, desto wütender wurde Brigitte. Sie war fassungslos, dass sich Christine so viele Dinge hatte gefallen lassen. In den eigenen vier Wänden war sie gut genug für ihn gewesen, doch sobald sie mit anderen Leuten in Kontakt kamen, war sie nur noch Luft für ihn. Als Christine ihr erzählte, dass sie sich ihre Sorgen von der Seele geschrieben hatte, kam Brigitte eine Idee...

Marc saß zufrieden am Frühstückstisch. Endlich hatte er der Sache mit Christine ein Ende gesetzt. Fürs Bett war sie zwar gut, aber ansonsten eher nicht zum vorzeigen geeignet. Na ja, die Zeit mit ihr war ganz nett, aber jetzt suchte er sich eine andere Frau, eine attraktive wenn möglich. Nicht mehr so was unscheinbares wie Christine. Er als erfolgreicher Unternehmensberater brauchte eine Frau an seiner Seite, die er mit auf die Parties der Reichen und Schönen nehmen konnte...was kleines schnuckliges wäre da passend.
Seufzend schlug er die Tageszeitung auf und las die Wirtschaftsberichte. In seinem Job mußte er auf dem Laufenden sein und so gehörte das tägliche Studieren der Zeitung zu seinen beruflichen Pflichten. Er blätterte weiter und erstarrte. Dort prangte sein Bild über die Hälfte der Seite...darunter in großen, schwarzen Lettern:
Hat jemand dieses Schwein gesehen?
Als sein Telefon klingelte, konnte er sich schon denken, dass es sein Chef war.

Zufrieden saßen Brigitte und Christine bei einem ausgiebigen Sektfrühstück zusammen und lasen die Zeitung...

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-29 13:16:41 mit dem Titel Träume

Dieser wunderschöne Sommertag hat sie dazu verleitet sich einfach einen Tag lang nicht um ihre Verpflichtungen zu scheren, sondern sich einen Tag frei zu nehmen. Da liegt sie nun auf der Wiese, Sommerblumen um sich herum, und schaut in den Himmel. Wolken ziehen vorbei und sie läßt ihre Gedanken auf Reisen gehen...

Es dauert nicht lange bis sein Bild vor ihrem inneren Auge erscheint. Er lächelt sie an und sagt ihr, dass er sie liebt. Ein Lächeln huscht über ihr hübsches Gesicht und sie schließt die Augen, um die Erinnerungen der letzten Wochen noch einmal intensiv erleben zu können. Die Liebe, die sie mit ihm erlebt hat; sei es die pure Leidenschaft oder die Romantik der verschlafenen Strände, die sie miteinander geteilt haben. Eine Gänsehaut läuft über ihren Rücken, als sie daran denkt wie er ihr tief in die Augen gesehen hat, um ihr zu sagen, dass er sie liebt. Das war Glück; das war das Gefühl, dass sie schon seit fast einem Jahr für ihn empfand. Aber es war nicht einfach in dieser Beziehung...die Entfernung machte beiden zu schaffen. Sich nur alle paar Monate zu sehen war zu wenig; viel zu wenig.

Da ist sie wieder. Diese Angst, die sie empfindet, wenn sie an ihn denkt. Was macht er wohl gerade? Denkt er auch an sie oder baut er mit jemand anderem etwas auf? Geht er fremd oder ist er wirklich treu? Sie weiß es nicht, doch immer wieder muss sie darüber nachdenken. Immer wieder schleichen sich diese Gedanken in ihren Kopf. Immer wieder erstickt sie fast an den Zweifeln. Ja, er hat ihr beteuert, dass er sie liebt und dass er ihr sagen würde, wenn er etwas mit einer anderen hätte, doch konnte sie sich darauf verlassen? Was tat er, wenn sie nicht zusammen waren? War sie dumm, weil sie so empfinden mußte?

Das Gefühl vergeht nicht, es scheint ihr immer mehr die Luft zu nehmen.
Sie greift in ihre Handtasche und zieht ihr Handy hervor. Lange überlegt sie, ob sie ihn so überraschend anrufen soll. Egal. Schnell tippt sie seine Nummer, und ihr Herz fängt an wie wild zu schlagen. Er nimmt ab; allein seine Stimme läßt ihr Herz erblühen. Ein kurzes Gespräch, er hat gerade keine Zeit. Ein wenig enttäuscht sieht sie auf den Hörer, doch seine Stimme tut ihr gut.

Sie läßt sich zurück ins Gras sinken und schaut wieder verträumt in den Himmel. Wie nur kann sie diese Zweifel ausräumen? Sie würde es so gerne; sie würde ihm so gerne bedingungslos vertrauen.

Noch bis in die späten Abendstunden liegt sie dort im Gras und beobachtet die vorüberziehenden Wolken. Eingehüllt in Schweigen treibt sie der Hunger zurück in ihre Wohnung. Einsamkeit umfängt sie als sie die Haustüre hinter sich schließt; Einsamkeit und das Gefühl nicht zu wissen wie lange sie diesem Druck noch stand halten kann.

Sie legt sich ins Bett und schließt ihre Augen, um alles zu vergessen...doch auch in ihren Träumen findet sie keinen Frieden...

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