Erfahrungsbericht von Thalaia
Der See
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
\'Nicht hier ist immer noch zu weit weg\', dachte sie bitter und starrte über den See. Sein Wasser war schwarz, dunkel und zeugte von unheimlicher Tiefe. Besonders in dieser Nacht.
Stille umgab alles. Kein Mond am Himmel. Nur die Sterne, doch ihr Abbild wollte nicht in den See hinabsteigen.
\'Als wäre alles Tod\', schoss es ihr durch den Sinn.
Langsam kniete sie sich am Ufer nieder. Ihre ausgestreckte Hand schwebte über dem Wasser, ganz nah. Fast hätte sie die Oberfläche berührt, doch dann zog sie sie zurück.
\'Nicht berühren\', sagte sie stumm, bewegte nur die Lippen ohne das ein Wort ihren Mund verließ.
Keine Bewegung in das Wasser bringen, nicht wecken was sich in ihm verbarg, was dort lauerte.
Still blieb sie dort knien. Sie schloss leicht die Augen und lauschte in die Stille, die diesen Ort umgab. Kein Windhauch bewegte das Laub um den Bäumen ihr ewiges Lied zu entlocken, was stetig nur vom Kreislauf des Lebens sprach, ein Kreislauf von geboren werden, wachsen, blühen und vergehen, immer wieder, jedes Jahr aufs neue.
Aber das Lied blieb aus in dieser Nacht.
Sie lauschte auf den Gesang der Grille, den leisen Ruf der Eule, der durch den nächtlichen Wald erschallt. Das Rascheln der Blätter, wenn die Mäuse zuflucht suchen in den Löchern, dem geflügelten Feind zu entkommen.
Doch nichts. Der Wald blieb still.
Erneut öffnete se die Augen und sah über den See, der still auf seine Opfer wartete. Als würde alles was sein Wasser berührte sofort vergehen, sterben wie das Sternenlicht, das die Oberfläche nicht erhellte.
Warum war sie überhaupt hier, an diesem Ort der nichts Gutes vollbringen mochte. Vielleicht um eins zu sein mit der Stille, eins zu sein mit dem See. So drohend sein Anblick war, so friedlich waren seine Tiefen. Tiefe, Leere, Einsamkeit, aber Frieden, unendlicher Frieden.
Beschämt senkte sie den Blick, sah auf das Ufer aus feinem Sand und Kieselstein. Dort lag ein Stein, so düster wie der See und so stumm wie der Wald.
Vorsichtig nahm sie ihn in die hand, befühlte seine scharfen Kanten, seine glatte Oberfläche. Kurz überlegte sie ihn in den See zu werfen, ihn verschlingen zu lassen von der unersättlichen Tiefe. Schließlich legte sie ihn zurück ans Ufer. Sie wollte keinen Stein als Begleiter in der Unendlichkeit, der Stille.
Langsam stand sie wieder auf, tat einen winzigen Schritt auf den See zu. Er wollte sie, sie hörte seinen schmeichelnden Ruf in ihren Gedanken \'Komm her\', flüsterte die Stimme des Sees. \'Komm zu mir, verbinde dich mit mir.\'
So verlockend und tödlich, doch unwiderstehlich. Sie wollte ihm gerochen, zu ihm gehen. Nur ein Schritt . . .
Sanft legte sich eine Hand auf ihre Schulter, hielt sie zurück. Ließ den letzten Schritt nicht zu.
\"Ich habe dich überall gesucht\", erklang seine besorgte Stimme hinter ihr.
Endlich befreit von dem Bann, den der See über sie geworfen hatte, drehte sie sich um.
\"Nun hast du mich ja gefunden\", erwiderte sie leise und erleichtert.
Der See hätte sie betrogen, nicht sein Frieden, seine Ruhe hätten die Oberhand, sondern die Einsamkeit. Sie wäre allein gewesen.
Sanft zog er sie in seine Arme, hielt sie fest und gab ihr die Wärme zurück, die der See ihr gestohlen hatte.
\"Lass uns nach hause gehen\", meinte er und zog sie noch etwas näher an sich.
Sie nickte schwach und blickte noch ein letztes Mal über den See, ehe sie sich endgültig abwandte. Furcht stieg in ihr auf, sie wollte nicht das Einsamkeit ihr Schicksal war.
\"Lass mich nie mehr allein\", wisperte sie leise und drückte sich an ihn.
Leise gab er ihr das Versprechen, nicht wissend warum sie dies von ihm verlanget, doch tat er ihr diesen Gefallen gerne, ehe er sie zurück nach hause führte. Fort von dem See.
Stille umgab alles. Kein Mond am Himmel. Nur die Sterne, doch ihr Abbild wollte nicht in den See hinabsteigen.
\'Als wäre alles Tod\', schoss es ihr durch den Sinn.
Langsam kniete sie sich am Ufer nieder. Ihre ausgestreckte Hand schwebte über dem Wasser, ganz nah. Fast hätte sie die Oberfläche berührt, doch dann zog sie sie zurück.
\'Nicht berühren\', sagte sie stumm, bewegte nur die Lippen ohne das ein Wort ihren Mund verließ.
Keine Bewegung in das Wasser bringen, nicht wecken was sich in ihm verbarg, was dort lauerte.
Still blieb sie dort knien. Sie schloss leicht die Augen und lauschte in die Stille, die diesen Ort umgab. Kein Windhauch bewegte das Laub um den Bäumen ihr ewiges Lied zu entlocken, was stetig nur vom Kreislauf des Lebens sprach, ein Kreislauf von geboren werden, wachsen, blühen und vergehen, immer wieder, jedes Jahr aufs neue.
Aber das Lied blieb aus in dieser Nacht.
Sie lauschte auf den Gesang der Grille, den leisen Ruf der Eule, der durch den nächtlichen Wald erschallt. Das Rascheln der Blätter, wenn die Mäuse zuflucht suchen in den Löchern, dem geflügelten Feind zu entkommen.
Doch nichts. Der Wald blieb still.
Erneut öffnete se die Augen und sah über den See, der still auf seine Opfer wartete. Als würde alles was sein Wasser berührte sofort vergehen, sterben wie das Sternenlicht, das die Oberfläche nicht erhellte.
Warum war sie überhaupt hier, an diesem Ort der nichts Gutes vollbringen mochte. Vielleicht um eins zu sein mit der Stille, eins zu sein mit dem See. So drohend sein Anblick war, so friedlich waren seine Tiefen. Tiefe, Leere, Einsamkeit, aber Frieden, unendlicher Frieden.
Beschämt senkte sie den Blick, sah auf das Ufer aus feinem Sand und Kieselstein. Dort lag ein Stein, so düster wie der See und so stumm wie der Wald.
Vorsichtig nahm sie ihn in die hand, befühlte seine scharfen Kanten, seine glatte Oberfläche. Kurz überlegte sie ihn in den See zu werfen, ihn verschlingen zu lassen von der unersättlichen Tiefe. Schließlich legte sie ihn zurück ans Ufer. Sie wollte keinen Stein als Begleiter in der Unendlichkeit, der Stille.
Langsam stand sie wieder auf, tat einen winzigen Schritt auf den See zu. Er wollte sie, sie hörte seinen schmeichelnden Ruf in ihren Gedanken \'Komm her\', flüsterte die Stimme des Sees. \'Komm zu mir, verbinde dich mit mir.\'
So verlockend und tödlich, doch unwiderstehlich. Sie wollte ihm gerochen, zu ihm gehen. Nur ein Schritt . . .
Sanft legte sich eine Hand auf ihre Schulter, hielt sie zurück. Ließ den letzten Schritt nicht zu.
\"Ich habe dich überall gesucht\", erklang seine besorgte Stimme hinter ihr.
Endlich befreit von dem Bann, den der See über sie geworfen hatte, drehte sie sich um.
\"Nun hast du mich ja gefunden\", erwiderte sie leise und erleichtert.
Der See hätte sie betrogen, nicht sein Frieden, seine Ruhe hätten die Oberhand, sondern die Einsamkeit. Sie wäre allein gewesen.
Sanft zog er sie in seine Arme, hielt sie fest und gab ihr die Wärme zurück, die der See ihr gestohlen hatte.
\"Lass uns nach hause gehen\", meinte er und zog sie noch etwas näher an sich.
Sie nickte schwach und blickte noch ein letztes Mal über den See, ehe sie sich endgültig abwandte. Furcht stieg in ihr auf, sie wollte nicht das Einsamkeit ihr Schicksal war.
\"Lass mich nie mehr allein\", wisperte sie leise und drückte sich an ihn.
Leise gab er ihr das Versprechen, nicht wissend warum sie dies von ihm verlanget, doch tat er ihr diesen Gefallen gerne, ehe er sie zurück nach hause führte. Fort von dem See.
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