Mittsommermord (Taschenbuch) / Henning Mankell Testbericht

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Summe aller Bewertungen
- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von luckynina
Ein zuckerkranker Cop muss pinkeln...
Pro:
superspannend, ungewöhnliche Mordstory
Kontra:
diesmal für meinen Geschmack etwas zu viel aus dem Privatleben Wallanders...
Empfehlung:
Ja
Da ich hier bei Ciao schon einige Male gelesen hatte, dass „Mittsommermord“ für viele der Beste in der Wallander-Reihe ist, hatte ich entsprechend hohe Erwartungen. Erst zwei Tage nach dem Geburtstag kam das Päckchen von Amazon, und sogleich stürzte ich mich in das Geschehen…
° Inhalt
Lena Norman, Martin Boge und Astrid Hillström feiern Mittsommer. Sie treffen sich auf einer einsamen Lichtung im Wald, verkleiden sich mit Kostümen und Perücken nach dem Modestil des 18. Jahrhunderts und veranstalten ein kleines, fröhliches Gelage.
Einige Tage später erhalten die mittlerweile sehr besorgten Eltern Postkarten aus Hamburg und Paris – die Kids hätten eine spontane Europatour gemacht. Nur Astrids Mutter zweifelt an der Authentizität der Postkarten und behauptet, den Jugendlichen sei etwas zugestoßen.
Als Wallanders Kollege Svedberg einen Tag unentschuldigt der Arbeit fernbleibt, denkt sich zunächst niemand etwas, doch Wallander hat ein ungutes Gefühl. Er fährt zu Svedbergs Wohnung und findet seinen Kollegen erschossen auf: Eine Schrotflinte hatte ihm den halben Kopf weggerissen. Dieser brutale Mord erschüttert die gesamte Polizeidienststelle in Ystad.
Umso erstaunter ist Wallander, als er ein Foto der verschwundenen Jugendlichen in Svedbergs Wohnung findet – sowie ein Foto einer unbekannten Frau.
Ermittlungen ergeben, dass Svedberg in seinem Urlaub auf eigene Faust nach den Jugendlichen geforscht hatte.
Fünf Wochen nach ihrem Verschwinden werden die drei Jungen Leute schließlich gefunden. Offenbar waren sie mitten in ihrer Mittsommerfeier in den Kopf geschossen und fünf Wochen lang versteckt gehalten worden.
Wallander darf sich auch diesmal nicht gestatten um seinen Kollegen zu trauern, sondern ermittelt verbissen in diesem Fall. Wurde Svedberg ermordet, weil er zu viel wusste? Ohne es zu ahnen, bringt sich Wallander in Lebensgefahr…
° Autor
Der 1948 geborene Henning Mankell arbeitete als Schriftsteller und Regisseur in Schweden, bis er sich 1972 den Traum erfüllte, Afrika zu bereisen. Seither lebt er zur Häfte in Schweden, zur Hälfte in Mosambik.
Die Wallander-Fälle chronologisch: „Mörder ohne Gesicht“, „Hunde von Riga“, „Die weiße Löwin“, „Der Mann, der lächelte“, „Die falsche Fährte“, „Die fünfte Frau“, „Mittsommermord“, „Die Brandmauer“ und „Wallanders erster Fall“ – dieser Band mit Erzählungen schließt die Wallander-Reihe ab.
In „Vor dem Frost“ debütiert Wallanders Tochter Linda als Polizeianwärterin.
„Die Rückkehr des Tanzlehrers“ wurde erfolgreich verfilmt.
Die Romane „Der Chronist der Winde“ und „Die rote Antilope“ spielen in Afrika.
Henning Mankell erhielt zahlreiche Preise, unter anderem wurde er als „Autor des Jahres 2002“ ausgezeichnet.
Übrigens gibt es für alle Wallander- und Mankellfans auch einige deutschsprachige Websites mit News über Bücher und Filme, Foren, Quiz, virtuellem Rundgang durch Ystad usw.
www.mankell.de
www.wallander.ch
www.wallander-web.de
° Meine Meinung
„Ein Kommissar, der noch nie so einsam, so verzweifelt, so sympathisch war“ - so steht es auf der Buchrückseite. Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Meine „Stammleser“, die meine vorhergehenden Mankellberichte geduldig ertragen haben, wissen, dass ich schon seit Band eins ein großer Fan der Figur Wallander bin. Ich finde Wallander sowieso sympathisch, aber am verzweifelten fand ich ihn Ende Band drei, Anfang Band vier, als er in tiefe Depressionen verfallen war, nachdem er einen Verbrecher erschossen hatte.
Aber einsam, das stimmt wiederum: Da er sich in diesem Band endgültig von seiner Freundin Baiba getrennt hat, sein Vater im vorigen Band gestorben war und nun auch noch einer seiner besten Kollegen ermordet worden war, ist Wallander ohne Zweifel sehr einsam.
Den Kommentaren zu meinen Mankellberichten entnahm ich, dass es einige gar nicht so toll fanden, dass der Leser so viel über das Privatleben von Wallander erfährt. Dieser Punkt war für mich hier, in Fall sieben, erreicht. Zu Beginn war es ja noch OK, wenn ab und zu erwähnt wurde, dass Wallander dauernd Durst hat und dauernd aufs Klo muss. Doch als dann das „Rätsel“ gelöst wird – Wallander hat Diabetes – hätte ich gut auf die vielen Kloszenen verzichten können. Doch bis zum Ende des Buches werden in jedem Kapitel stur ein bis zwei Pinkelszenen beschrieben! Das war sogar für mich zuviel des Guten.
Was die Spannung angeht, würde ich diesem Fall die volle Punktezahl geben. Wallanders großes Kombinationstalent bringt ihn immer wieder dicht an die Lösung heran, die Spannung steigt ins Unermessliche – und dann entwischt der Täter in letzter Sekunde. Bis zum Schluss folgt der Leser atemlos der Handlung.
Allerdings bleiben zum Schluss einige Fragen offen. Mankell legt immer wieder Spuren, die dann schlussendlich nicht aufgelöst werden. Zum Beispiel findet Wallander heraus, dass Lena Normann anscheinend Mitglied einer seltsamen, geheimen Sekte war, doch was das schließlich mit dem Motiv des Mörders oder der Lösung des Falles zu tun hat, bleibt offen, und das hinterlässt (in mir jedenfalls) das Gefühl, als würde einfach noch was fehlen.
° Fazit
Spannung top, Wallander wieder einmal in Höchstform – doch der beste der Wallanderreihe? Für mich nicht. Trotzdem ein absolut lesenswerter Krimi!
605 Seiten
ISBN 3423205202
Gesehen um € 11,--
° Inhalt
Lena Norman, Martin Boge und Astrid Hillström feiern Mittsommer. Sie treffen sich auf einer einsamen Lichtung im Wald, verkleiden sich mit Kostümen und Perücken nach dem Modestil des 18. Jahrhunderts und veranstalten ein kleines, fröhliches Gelage.
Einige Tage später erhalten die mittlerweile sehr besorgten Eltern Postkarten aus Hamburg und Paris – die Kids hätten eine spontane Europatour gemacht. Nur Astrids Mutter zweifelt an der Authentizität der Postkarten und behauptet, den Jugendlichen sei etwas zugestoßen.
Als Wallanders Kollege Svedberg einen Tag unentschuldigt der Arbeit fernbleibt, denkt sich zunächst niemand etwas, doch Wallander hat ein ungutes Gefühl. Er fährt zu Svedbergs Wohnung und findet seinen Kollegen erschossen auf: Eine Schrotflinte hatte ihm den halben Kopf weggerissen. Dieser brutale Mord erschüttert die gesamte Polizeidienststelle in Ystad.
Umso erstaunter ist Wallander, als er ein Foto der verschwundenen Jugendlichen in Svedbergs Wohnung findet – sowie ein Foto einer unbekannten Frau.
Ermittlungen ergeben, dass Svedberg in seinem Urlaub auf eigene Faust nach den Jugendlichen geforscht hatte.
Fünf Wochen nach ihrem Verschwinden werden die drei Jungen Leute schließlich gefunden. Offenbar waren sie mitten in ihrer Mittsommerfeier in den Kopf geschossen und fünf Wochen lang versteckt gehalten worden.
Wallander darf sich auch diesmal nicht gestatten um seinen Kollegen zu trauern, sondern ermittelt verbissen in diesem Fall. Wurde Svedberg ermordet, weil er zu viel wusste? Ohne es zu ahnen, bringt sich Wallander in Lebensgefahr…
° Autor
Der 1948 geborene Henning Mankell arbeitete als Schriftsteller und Regisseur in Schweden, bis er sich 1972 den Traum erfüllte, Afrika zu bereisen. Seither lebt er zur Häfte in Schweden, zur Hälfte in Mosambik.
Die Wallander-Fälle chronologisch: „Mörder ohne Gesicht“, „Hunde von Riga“, „Die weiße Löwin“, „Der Mann, der lächelte“, „Die falsche Fährte“, „Die fünfte Frau“, „Mittsommermord“, „Die Brandmauer“ und „Wallanders erster Fall“ – dieser Band mit Erzählungen schließt die Wallander-Reihe ab.
In „Vor dem Frost“ debütiert Wallanders Tochter Linda als Polizeianwärterin.
„Die Rückkehr des Tanzlehrers“ wurde erfolgreich verfilmt.
Die Romane „Der Chronist der Winde“ und „Die rote Antilope“ spielen in Afrika.
Henning Mankell erhielt zahlreiche Preise, unter anderem wurde er als „Autor des Jahres 2002“ ausgezeichnet.
Übrigens gibt es für alle Wallander- und Mankellfans auch einige deutschsprachige Websites mit News über Bücher und Filme, Foren, Quiz, virtuellem Rundgang durch Ystad usw.
www.mankell.de
www.wallander.ch
www.wallander-web.de
° Meine Meinung
„Ein Kommissar, der noch nie so einsam, so verzweifelt, so sympathisch war“ - so steht es auf der Buchrückseite. Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Meine „Stammleser“, die meine vorhergehenden Mankellberichte geduldig ertragen haben, wissen, dass ich schon seit Band eins ein großer Fan der Figur Wallander bin. Ich finde Wallander sowieso sympathisch, aber am verzweifelten fand ich ihn Ende Band drei, Anfang Band vier, als er in tiefe Depressionen verfallen war, nachdem er einen Verbrecher erschossen hatte.
Aber einsam, das stimmt wiederum: Da er sich in diesem Band endgültig von seiner Freundin Baiba getrennt hat, sein Vater im vorigen Band gestorben war und nun auch noch einer seiner besten Kollegen ermordet worden war, ist Wallander ohne Zweifel sehr einsam.
Den Kommentaren zu meinen Mankellberichten entnahm ich, dass es einige gar nicht so toll fanden, dass der Leser so viel über das Privatleben von Wallander erfährt. Dieser Punkt war für mich hier, in Fall sieben, erreicht. Zu Beginn war es ja noch OK, wenn ab und zu erwähnt wurde, dass Wallander dauernd Durst hat und dauernd aufs Klo muss. Doch als dann das „Rätsel“ gelöst wird – Wallander hat Diabetes – hätte ich gut auf die vielen Kloszenen verzichten können. Doch bis zum Ende des Buches werden in jedem Kapitel stur ein bis zwei Pinkelszenen beschrieben! Das war sogar für mich zuviel des Guten.
Was die Spannung angeht, würde ich diesem Fall die volle Punktezahl geben. Wallanders großes Kombinationstalent bringt ihn immer wieder dicht an die Lösung heran, die Spannung steigt ins Unermessliche – und dann entwischt der Täter in letzter Sekunde. Bis zum Schluss folgt der Leser atemlos der Handlung.
Allerdings bleiben zum Schluss einige Fragen offen. Mankell legt immer wieder Spuren, die dann schlussendlich nicht aufgelöst werden. Zum Beispiel findet Wallander heraus, dass Lena Normann anscheinend Mitglied einer seltsamen, geheimen Sekte war, doch was das schließlich mit dem Motiv des Mörders oder der Lösung des Falles zu tun hat, bleibt offen, und das hinterlässt (in mir jedenfalls) das Gefühl, als würde einfach noch was fehlen.
° Fazit
Spannung top, Wallander wieder einmal in Höchstform – doch der beste der Wallanderreihe? Für mich nicht. Trotzdem ein absolut lesenswerter Krimi!
605 Seiten
ISBN 3423205202
Gesehen um € 11,--
18 Bewertungen, 1 Kommentar
-
27.05.2004, 14:11 Uhr von linnie
Bewertung: sehr hilfreichOkay, das mit den Pinkelszenen hätte nicht sein müssen, aber dennoch finde ich den Mordfall in diesem Buch einfach mit Abstand am spannendsten. Noch nie sind so viele Menschen gestorben wie in diesem Buch und noch nie fand ich Mankell so spannend
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