Erfahrungsbericht von magnifico
Nicht gerade ein qualitativ hochwertiger Schlußpunkt
Pro:
sehr aufwendig und actionreich
Kontra:
zuwenig Tiefgang, kaum Denkansätze
Empfehlung:
Ja
Teil Drei des Techno-Epos „Matrix“ erweist sich als ein etwas unausgeglichener Film, in dem zwar zum einen neue Akzente und Rekorde in puncto Action und Special-Effekts geschaffen werden, zum anderen aber an die Standards der Vorgängerfilme, insbesondere des ersten Teils, nicht angeknüpft werden kann – eine philosophische oder metaphysische Grundlage sucht man hier ebenso vergebens wie eine inhaltliche Tiefe. Insoweit stellt der Film, je nach persönlichem Geschmack und Vorliebe für die eine oder andere Komponente eine mehr oder weniger ausgeprägte Enttäuschung dar. Auch an die beinahe schon an Slapstick-Humor grenzenden Duelle des Teils Zwei zwischen Neo und Agent Smith kann der (vorläufig?) letzte Teil nicht anschließen.
Ein kurzes Wort zum Inhalt von Teil Drei, „Matrix Revolution“:
Die Maschinen, de facto die Beherrscher der Erdoberfläche und Versklaver der Menschheit, befinden sich nur noch wenige Stunden von Zion, der im Erdinneren gelegenen letzten Zufluchtsstätte der freien Menschheit, entfernt. Ein am Ende von Teil Zwei versuchter Angriff auf die Bohreinrichtung und frühzeitige Abwehr außerhalb Zions scheiterte, so dass nunmehr zum letzten Gefecht in der Stadt selbst bzw. den ihr vorgelagerten Docks gerüstet wird.
Neo, der Auserwählte, der den Menschen den Frieden durch das Ende des Krieges mit den Maschinen bringen soll, befindet sich unterdessen nach wie vor in einem komaähnlichen Zustand, denn, obwohl in keiner Weise mit der Matrix verbunden, ist sein Geist in einer Zwischenwelt, dem Bahnhof, gefangen: zwischen Realität und Matrix selbst. Und ein Entkommen aus dieser Halbwelt ist nur mit Einverständnis eines mächtigen Programms aus der Matrix selbst möglich – auch für Neo, den Auserwählten.
Um dies zu erreichen, machen sich Morpheus, der Kapitän der havarierten Nebukadnezar, und Trinity, Neos Geliebte und ihn liebende Mitstreiterin, zum Orakel, jenem mysteriösen Programm innerhalb der Matrix auf, das über erstaunliche Fähigkeiten und Begabungen verfügt und das Neos Rettung ermöglichen soll. Doch da ist noch ein weiteres Programm, das zunehmend eine Eskalation für alle Betroffenen bedeutet und mittlerweile sogar den Sprung in die Realität außerhalb der Matrix geschafft hat: Agent Smith.
Gleichzeitig gelingt den Maschinen der Durchbruch zu den Docks von Zion – die über das Weiterbestehen einer unversklavten Menschheit entscheidende Schlacht beginnt.
Mehr vom Inhalt will ich hier nicht darlegen, um all jenen, die noch den Film sehen möchten, nicht unnötig viel Spannung oder Überraschungen – soweit vorhanden – wegzunehmen.
Persönlich halte ich den Film für gut in puncto Special-Effects und Action-Szenen, etwas weniger gelungen dafür im Bereich der Handlungsgeschichte und der inhaltlichen Tiefe. So gerät die Abwehrschlacht in den Docks von Zion, die mittels immens aufwendiger Effekte zunächst ein beeindruckendes Schauspiel darstellt, wenn Hunderte von riesigen Maschinenkämpfern gegen die eindringenden Wächter ankämpfen. Auch ist zunächst die Dramatik, mit der zunächst ein Hoffnungsschimmer projeziert wird, bevor die volle Wucht des Angriffs auf Zion niedergeht, gut umgesetzt. Dann aber verliert sich das Ganze mehr in Richtung „Materialschlacht“, in der zunehmend nur noch Schrott und Projektile zum Einsatz kommen, tausende Schuß Munition dargestellt werden, letztlich aber stets nur das gleiche wiederkehrende Motiv, der verzweifelte Versuch, möglichst viele Invasoren zu erledigen, bestehen bleibt. Auch der Umstand, dass die eindringenden Maschinen scheinbar unbekümmert erst ein paar „Ehrenrunden“ durch die Docks drehen, bevor sie sich den ständig auf sie schießenden Verteidigern zuwenden, erscheint etwas realitätsfern und künstlich aufgemacht.
Auch die, bereits in den Vorschauen ausschnittsweise, angeführte Auseinandersetzung zwischen Neo und Smith kann leider nicht so ganz an die „Kampfszenen“ der beiden ersten Teile anknüpfen. Auch hier schleicht sich eine leichte Langatmigkeit ein, die auch durch zur Gigantomanie hochgezüchtete „Druckwellenphänomene“, die als Folge besonders harter Schläge auf den Gegner entstehen sollen, nicht durchbrochen wird. Wer sich noch an die „Massenschlägerei“ zwischen Neo und mehr als fünfzig Agent Smiths in „Matrix Reloaded“, Teil II, erinnert, wird vergeblich auf derartige, insbesondere durch vielfältige nuancenreiche Minenspiele seitens der Smiths vergeblich warten, Zwar tritt auch hier ein ganzes Bataillon von Smiths an, doch verhalten sich diese sehr passiv und bilden quasi nur eine Kulisse für die eigentliche Auseinandersetzung – eine Einbeziehung wie in Teil II findet leider vergeblich statt, so dass mehr die technischen als die menschlichen Special-Effects dominieren – es hat mich in schwer zu beschreibender Weise beeindruckt, als in Teil II zwanzig oder dreißig Smiths mit unterschiedlich stark verzerrten Gesichtsausdrücken oder auch sich widersprechenden Minen auf Neo losgestürmt sind bzw., nach seinem „Abflug“, teils mit Frustration und Verärgerung, dann aber auch mit Bewunderung oder Beeindrucktheit, ihm nachgesehen haben.
Die wenigen Momente, in denen ein Hauch von Philosophie den Film durchweht, sind leider auch eher bescheiden: so etwa die „Entscheidungsdramatik“ des Orakels oder Trinitys, der mehrfach wiederkehrende Satz „Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende“ – so oder so ähnlich. Ein echter Denkanstoss wie die Unterhaltung zwischen Neo und dem Senator auf der Maschinenebene von Zion in Teil II und der Frage, was Kontrolle letztlich ist, da die Menschen zwar Zions Maschinen abschalten könnten, ohne diese jedoch nur kurze Zeit weiter leben könnten, fehlt völlig, was eigentlich wieder schade ist, denn gerade das Thema „Künstliche Intelligenz“, das zunehmend nicht nur in der Informatik Kreise zieht, könnte schon demnächst Gegenstand interdisziplinärer Diskussionen und echter Problemfindungen werden.
Der Film ist, um das abschließend zusagen, sehenswert, aber nicht unbedingt ein „Reißer“. Wer es gern technohaltig und actionreich mag, wird sicherlich begeisterter herauskommen als derjenige, der mehr auf Tiefgang und Denkansätze Wert legt. Die mehr als zwei Stunden vergingen für mich selbst ohne größere „Pausen“, also Abschnitte, in denen man gerne auf „schnellen Vorlauf“ geschaltet hätte; hingegen sind Szenen, die sich quasi eingebrannt haben, wie insbesondere die bereits erwähnte Diskussion in Teil II um den Begriff der Kontrolle auch nicht vorhanden. Ich bereue nicht, mir den Film angesehen zu haben und würde ihn mir unter Umständen vielleicht sogar noch mal ansehen – doch bleibt für mich einfach festzuhalten, dass er in der Trilogie den qualitativ abgefallenen Schlussstein setzt und nicht, wie man es vielleicht erwarten sollte oder könnte, den Höhe- und Endpunkt.
Ein kurzes Wort zum Inhalt von Teil Drei, „Matrix Revolution“:
Die Maschinen, de facto die Beherrscher der Erdoberfläche und Versklaver der Menschheit, befinden sich nur noch wenige Stunden von Zion, der im Erdinneren gelegenen letzten Zufluchtsstätte der freien Menschheit, entfernt. Ein am Ende von Teil Zwei versuchter Angriff auf die Bohreinrichtung und frühzeitige Abwehr außerhalb Zions scheiterte, so dass nunmehr zum letzten Gefecht in der Stadt selbst bzw. den ihr vorgelagerten Docks gerüstet wird.
Neo, der Auserwählte, der den Menschen den Frieden durch das Ende des Krieges mit den Maschinen bringen soll, befindet sich unterdessen nach wie vor in einem komaähnlichen Zustand, denn, obwohl in keiner Weise mit der Matrix verbunden, ist sein Geist in einer Zwischenwelt, dem Bahnhof, gefangen: zwischen Realität und Matrix selbst. Und ein Entkommen aus dieser Halbwelt ist nur mit Einverständnis eines mächtigen Programms aus der Matrix selbst möglich – auch für Neo, den Auserwählten.
Um dies zu erreichen, machen sich Morpheus, der Kapitän der havarierten Nebukadnezar, und Trinity, Neos Geliebte und ihn liebende Mitstreiterin, zum Orakel, jenem mysteriösen Programm innerhalb der Matrix auf, das über erstaunliche Fähigkeiten und Begabungen verfügt und das Neos Rettung ermöglichen soll. Doch da ist noch ein weiteres Programm, das zunehmend eine Eskalation für alle Betroffenen bedeutet und mittlerweile sogar den Sprung in die Realität außerhalb der Matrix geschafft hat: Agent Smith.
Gleichzeitig gelingt den Maschinen der Durchbruch zu den Docks von Zion – die über das Weiterbestehen einer unversklavten Menschheit entscheidende Schlacht beginnt.
Mehr vom Inhalt will ich hier nicht darlegen, um all jenen, die noch den Film sehen möchten, nicht unnötig viel Spannung oder Überraschungen – soweit vorhanden – wegzunehmen.
Persönlich halte ich den Film für gut in puncto Special-Effects und Action-Szenen, etwas weniger gelungen dafür im Bereich der Handlungsgeschichte und der inhaltlichen Tiefe. So gerät die Abwehrschlacht in den Docks von Zion, die mittels immens aufwendiger Effekte zunächst ein beeindruckendes Schauspiel darstellt, wenn Hunderte von riesigen Maschinenkämpfern gegen die eindringenden Wächter ankämpfen. Auch ist zunächst die Dramatik, mit der zunächst ein Hoffnungsschimmer projeziert wird, bevor die volle Wucht des Angriffs auf Zion niedergeht, gut umgesetzt. Dann aber verliert sich das Ganze mehr in Richtung „Materialschlacht“, in der zunehmend nur noch Schrott und Projektile zum Einsatz kommen, tausende Schuß Munition dargestellt werden, letztlich aber stets nur das gleiche wiederkehrende Motiv, der verzweifelte Versuch, möglichst viele Invasoren zu erledigen, bestehen bleibt. Auch der Umstand, dass die eindringenden Maschinen scheinbar unbekümmert erst ein paar „Ehrenrunden“ durch die Docks drehen, bevor sie sich den ständig auf sie schießenden Verteidigern zuwenden, erscheint etwas realitätsfern und künstlich aufgemacht.
Auch die, bereits in den Vorschauen ausschnittsweise, angeführte Auseinandersetzung zwischen Neo und Smith kann leider nicht so ganz an die „Kampfszenen“ der beiden ersten Teile anknüpfen. Auch hier schleicht sich eine leichte Langatmigkeit ein, die auch durch zur Gigantomanie hochgezüchtete „Druckwellenphänomene“, die als Folge besonders harter Schläge auf den Gegner entstehen sollen, nicht durchbrochen wird. Wer sich noch an die „Massenschlägerei“ zwischen Neo und mehr als fünfzig Agent Smiths in „Matrix Reloaded“, Teil II, erinnert, wird vergeblich auf derartige, insbesondere durch vielfältige nuancenreiche Minenspiele seitens der Smiths vergeblich warten, Zwar tritt auch hier ein ganzes Bataillon von Smiths an, doch verhalten sich diese sehr passiv und bilden quasi nur eine Kulisse für die eigentliche Auseinandersetzung – eine Einbeziehung wie in Teil II findet leider vergeblich statt, so dass mehr die technischen als die menschlichen Special-Effects dominieren – es hat mich in schwer zu beschreibender Weise beeindruckt, als in Teil II zwanzig oder dreißig Smiths mit unterschiedlich stark verzerrten Gesichtsausdrücken oder auch sich widersprechenden Minen auf Neo losgestürmt sind bzw., nach seinem „Abflug“, teils mit Frustration und Verärgerung, dann aber auch mit Bewunderung oder Beeindrucktheit, ihm nachgesehen haben.
Die wenigen Momente, in denen ein Hauch von Philosophie den Film durchweht, sind leider auch eher bescheiden: so etwa die „Entscheidungsdramatik“ des Orakels oder Trinitys, der mehrfach wiederkehrende Satz „Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende“ – so oder so ähnlich. Ein echter Denkanstoss wie die Unterhaltung zwischen Neo und dem Senator auf der Maschinenebene von Zion in Teil II und der Frage, was Kontrolle letztlich ist, da die Menschen zwar Zions Maschinen abschalten könnten, ohne diese jedoch nur kurze Zeit weiter leben könnten, fehlt völlig, was eigentlich wieder schade ist, denn gerade das Thema „Künstliche Intelligenz“, das zunehmend nicht nur in der Informatik Kreise zieht, könnte schon demnächst Gegenstand interdisziplinärer Diskussionen und echter Problemfindungen werden.
Der Film ist, um das abschließend zusagen, sehenswert, aber nicht unbedingt ein „Reißer“. Wer es gern technohaltig und actionreich mag, wird sicherlich begeisterter herauskommen als derjenige, der mehr auf Tiefgang und Denkansätze Wert legt. Die mehr als zwei Stunden vergingen für mich selbst ohne größere „Pausen“, also Abschnitte, in denen man gerne auf „schnellen Vorlauf“ geschaltet hätte; hingegen sind Szenen, die sich quasi eingebrannt haben, wie insbesondere die bereits erwähnte Diskussion in Teil II um den Begriff der Kontrolle auch nicht vorhanden. Ich bereue nicht, mir den Film angesehen zu haben und würde ihn mir unter Umständen vielleicht sogar noch mal ansehen – doch bleibt für mich einfach festzuhalten, dass er in der Trilogie den qualitativ abgefallenen Schlussstein setzt und nicht, wie man es vielleicht erwarten sollte oder könnte, den Höhe- und Endpunkt.
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