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Erfahrungsbericht von calrissian

Lothar Günther Buchheim: Das Boot

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Vorab über den Autor Lothar Günther Buchheim

Buchheim, geb. 1918 in Weimar. Studium an den Kunstakademien ii Dresden und München. Mehrere Jahre als Leutnant bei der Marine. 1951 gründete er seinen Kunstbuchverlag. In den 50er entstand seine bedeutende Sammlung von Gemälden des deutschen Expressionismus. Autor zahlreicher Standardwerke über den deutschen Expressionismus. Monographien über Max Beckmann, Otto Müller und Picasso. 1976 veröffentlichte er den Bildband „U-Boot-Krieg.“

Zum Buch

Herbst 1941, der Krieg dauert nun schon 2 Jahre. Das Deutsche Reich steht am Höhepunkt seiner Macht und seiner territorialen Expansion. Im Atlantik tobt der U-Boot Krieg mit immer geringeren Erfolg. Die Alliierten Streitkräfte verbessern Schritt für Schritt ihre U-Boot Bekämpfung mit zunehmender Unterstützung der USA. Das U-Boot U96 steht auslaufbereit im Dock von La Rochelle an der frz. Atlantikküste. Leutnant Werner ist als Kriegsberichterstatter von der „Heimatfront“ auf U96 abkommandiert worden. Er soll über den „heldenhaften“ U-Boot Soldaten bereichten, der im bisherigen Verlauf des Krieges so erfolgreich war. Leutnant Werner trifft am Vorabend des Auslaufens in der Bar Royal an. Die Besatzung verbringt ihren letzten Abend an Land mit einem Saufgelage.
Dann schildert Buchheim den Alltag auf dem U-Boot. Sehr detailliert beschreibt er die verschiedenen Charaktere an Bord: den Kaleun, den alle nur den „Alten“ nennen und der bereits ahnt, dass sich das Kriegsglück zu ungunsten Deutschlands wendet. Die Verluste werden immer höher, die Besatzungen immer jünger und unerfahrener. Die unendlich langen Gammelfahrten zehren an den Nerven der Besatzung. Die Routine auf diesem sardinenbüchsenartigen Boot, auf dem die Mannschaft auf engstem Raum zusammenlegen muss, wird nur durch Übungen unterbrochen.
Doch kann kommt endlich die Erlösung. Zusammen mit anderen U-Booten ist endlich ein feindlicher Geleitzug in Sicht. Ohne größere Probleme und ohne größere Schäden durch die Wasserbomben der britischen Zerstörer, kann die erste Mission ausgeführt werden.
Doch schon beim nächsten Angriff zeigt sich die kalte Grausamkeit hinter dem Einschlag der erfolgreich ins Ziel gelenkten Torpedos. Als U96 einen brennenden Tanker den letzten Torpedo versetzt, hören die Männer auf der Brücke die schreie der überlebenden und immer noch nicht geretteten Besatzung. Als die überlebenden auf U96 zusteuern, dreht das Boot ab, es ist zu klein, um überlebende an Bord zu nehmen.
U96 bekommt dann den Befehl, den ital. Hafen La Spezia im Mittelmeer anzusteuern. Vor diesem Himmelfahrtskommando steht die Versorgung im neutralen spanischen Hafen Viego.
Der geplante Durchbruch durch die Meerenge von Gibraltar misslingt. Um ein Haar wird U96 versenkt. Der Kaleun beschließt angesichts der massiven Schäden Kurs zu setzen auf den Heimathafen La Rochelle. Feierlich wird U96 an der Hafeneinfahrt begrüßt. Doch kaum hat die Besatzung das Boot verlassen, wird es durch einen alliierten Luftangriff versenkt, bei dem bis auf Leutnant Werner fast alle Besatzungsmitglieder ihr Leben verlieren.

Meine Meinung

Buchheim beschreibt sehr beeindruckend den Alltag auf einem Kriegs-U-Boot. Die verschiedenen Charaktere, die unendlichen Enge auf dem Boot werden beim lesen förmlich greifbar. Die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Krieges, die Verschwendung und die Geringschätzung von Menschenleben für ideologische Ziele wird durch diesen Roman sehr beeindruckend geschildert. Wer dieses Buch gelesen hat, ist begeistert von der realistischen Beschreibung des U-Boot Alltags, aber auch nachdenklich gestimmt, warum es immer wieder zu sinnlosen Kriegen kommt, in dem niemand gewinnen kann. Wer dann auch noch, wie ich, selber mal ein U-Boot aus dem 2. Weltkrieg besichtigt und betreten hat, kann sich diese Enge an Bord erst richtig vorstellen.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen! Vor allem diejenigen, die den Film kenne und das Buch noch nicht gelesen haben, sollen dies unbedingt nachholen, denn wie fast immer ist das Buch deutlich besser als der Film.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-20 10:03:07 mit dem Titel Lothar-Günther Buchheim: Das Boot

Vorab über den Autor Lothar Günther Buchheim

Buchheim, geb. 1918 in Weimar. Studium an den Kunstakademien ii Dresden und München. Mehrere Jahre als Leutnant bei der Marine. 1951 gründete er seinen Kunstbuchverlag. In den 50er entstand seine bedeutende Sammlung von Gemälden des deutschen Expressionismus. Autor zahlreicher Standardwerke über den deutschen Expressionismus. Monographien über Max Beckmann, Otto Müller und Picasso. 1976 veröffentlichte er den Bildband „U-Boot-Krieg.“

Zum Buch

Herbst 1941, der Krieg dauert nun schon 2 Jahre. Das Deutsche Reich steht am Höhepunkt seiner Macht und seiner territorialen Expansion. Im Atlantik tobt der U-Boot Krieg mit immer geringeren Erfolg. Die Alliierten Streitkräfte verbessern Schritt für Schritt ihre U-Boot Bekämpfung mit zunehmender Unterstützung der USA. Das U-Boot U96 steht auslaufbereit im Dock von La Rochelle an der frz. Atlantikküste. Leutnant Werner ist als Kriegsberichterstatter von der „Heimatfront“ auf U96 abkommandiert worden. Er soll über den „heldenhaften“ U-Boot Soldaten bereichten, der im bisherigen Verlauf des Krieges so erfolgreich war. Leutnant Werner trifft am Vorabend des Auslaufens in der Bar Royal an. Die Besatzung verbringt ihren letzten Abend an Land mit einem Saufgelage.
Dann schildert Buchheim den Alltag auf dem U-Boot. Sehr detailliert beschreibt er die verschiedenen Charaktere an Bord: den Kaleun, den alle nur den „Alten“ nennen und der bereits ahnt, dass sich das Kriegsglück zu ungunsten Deutschlands wendet. Die Verluste werden immer höher, die Besatzungen immer jünger und unerfahrener. Die unendlich langen Gammelfahrten zehren an den Nerven der Besatzung. Die Routine auf diesem sardinenbüchsenartigen Boot, auf dem die Mannschaft auf engstem Raum zusammenlegen muss, wird nur durch Übungen unterbrochen.
Doch kann kommt endlich die Erlösung. Zusammen mit anderen U-Booten ist endlich ein feindlicher Geleitzug in Sicht. Ohne größere Probleme und ohne größere Schäden durch die Wasserbomben der britischen Zerstörer, kann die erste Mission ausgeführt werden.
Doch schon beim nächsten Angriff zeigt sich die kalte Grausamkeit hinter dem Einschlag der erfolgreich ins Ziel gelenkten Torpedos. Als U96 einen brennenden Tanker den letzten Torpedo versetzt, hören die Männer auf der Brücke die schreie der überlebenden und immer noch nicht geretteten Besatzung. Als die überlebenden auf U96 zusteuern, dreht das Boot ab, es ist zu klein, um überlebende an Bord zu nehmen.
U96 bekommt dann den Befehl, den ital. Hafen La Spezia im Mittelmeer anzusteuern. Vor diesem Himmelfahrtskommando steht die Versorgung im neutralen spanischen Hafen Viego.
Der geplante Durchbruch durch die Meerenge von Gibraltar misslingt. Um ein Haar wird U96 versenkt. Der Kaleun beschließt angesichts der massiven Schäden Kurs zu setzen auf den Heimathafen La Rochelle. Feierlich wird U96 an der Hafeneinfahrt begrüßt. Doch kaum hat die Besatzung das Boot verlassen, wird es durch einen alliierten Luftangriff versenkt, bei dem bis auf Leutnant Werner fast alle Besatzungsmitglieder ihr Leben verlieren.

Meine Meinung

Buchheim beschreibt sehr beeindruckend den Alltag auf einem Kriegs-U-Boot. Die verschiedenen Charaktere, die unendlichen Enge auf dem Boot werden beim lesen förmlich greifbar. Die Sinnlosigkeit und Grausamkeit des Krieges, die Verschwendung und die Geringschätzung von Menschenleben für ideologische Ziele wird durch diesen Roman sehr beeindruckend geschildert. Wer dieses Buch gelesen hat, ist begeistert von der realistischen Beschreibung des U-Boot Alltags, aber auch nachdenklich gestimmt, warum es immer wieder zu sinnlosen Kriegen kommt, in dem niemand gewinnen kann. Wer dann auch noch, wie ich, selber mal ein U-Boot aus dem 2. Weltkrieg besichtigt und betreten hat, kann sich diese Enge an Bord erst richtig vorstellen.
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen! Vor allem diejenigen, die den Film kenne und das Buch noch nicht gelesen haben, sollen dies unbedingt nachholen, denn wie fast immer ist das Buch deutlich besser als der Film.

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