Erfahrungsbericht von Peter3110
LIEBE, HASS UND POLITIK
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Wir befinden uns zur Zeit des ersten Jahrhunderts nach Christus in Rom. Dort ist ein harter Streit zwischen den Traditionellen und den Menschen, die der Tradition abschwören, enstanden.
Diese Zeit ist bestimmt von der Stoa, die als Hauptziel des Menschen das Engagement im Staat sieht, wobei dies bis zur völligen Aufopferung gehen kann. Als Belohnung sollen die Menschen ein Leben im Himmel bekommen.
Vielen reichte diese Vorstellung jedoch nicht aus und strebten statt dessen in ihrem irdischen Leben nach dem Seelenheil. Diese Geistesströme ist die, des Epikur.
Anzumerken ist jedoch, dass der Dichter, von dem ich euch heute berichten möchte, dieses Richtung nur beschränkt zugeschrieben werden kann, da Epikur das Seelenheil (griech. Hedone) zum Ziel hatte, das aber ohne weltliche Genüsse erreicht werden sollte. Viele glaubten jedoch genau auf dieser Ebene ihre Seelenheil zu finden.
So auch der Dichter Catull, der lyrische Gedichte in einer Zeit verfasst, in der das Zeigen von Gefühlen verpönt war. Und um dies geht es bei Catull auch, die Gefühle. Womit ich jetzt zu seinem Werk komme.
Catulls Werk
Catull, der gerade mal 30 Jahre alt wurde, hat uns 116 Gedichte hinterlassen. Hier finden man alles vom „Zweizeiler“ bis zu Seiten langen Gedicht.
Thematisch drehen sich diese Gedichte kurz gesagt um Liebe, Hass und große Politik, wobei die Politik satirisch und teilweise auch etwas obszön behandelt wird.
So sind viele Begriffe, die Catull verwendet, im Bereich der römischen „Gossensprache“ anzusiedeln. Sie sind jedoch ein Ausdruck seiner Unabhängigkeit von den falschen Sittenwächtern Roms und kommen besonders in seinen „Hassgedichten“ vor.
Zu Beginn seines Schaffens als der junge Catull nach Rom kommt, verliebt es sich in die Frau eines römischen Konsuls, die er Lesbia nennt. Diese Frau erwidert seine Liebe und so schreibt es wunderschöne Liebesgedichte, die bis heute in Italien vorgetragen werden oder als Lieder gesungen werden.
Catull bindet in seine Liebesgedichte dazu noch eine Fülle von Stilmittel, die jedoch nicht künstlich und gestelzt klingen, sondern sich in das Grundgerüst einfügen. Ferner bewegt sich Catull auch auf dem Wege der Laute. So schafft es Catull durch den Gebrauch verschiedener Laute Grundstimmungen zu vermitteln. In diesem Bereich ist sich die Forschung sehr uneinig, aber man geht davon aus, dass diese Form der Tonmalerei in der Antike von großen Schriftstellern gebraucht wurde. So findet man dies an diversen Stellen bei Homer, aber auch in Sophokles „Philoktet“.
Als dann Lesbia aber kein Interesse mehr an ihm zeigt, bricht für Catull eine Welt zusammen. Nun beginnen seine Hassgedichte, die von harten Angriffen auf Lesbia und vor allem durch die Gossensprache gekennzeichnet sind.
Da Catull schließlich auch eine Lebemensch war, schrieb er auch ein Gedicht über ein Gelage, aber auch über eine Jacht oder eine Halbinsel im Gardasee.
Neben diesen alltäglichen Themen war aber auch die Politik des römischen Reiches im Interesse Catulls. Er beteiligte sich zwar sein ganzes Leben lang nicht daran, aber er beschäftigte sich sehr eingehend mit deren Protagonisten und deren Verhalten im menschlichen Miteinander. So wurde beispielsweise Julius Caesar Opfer seine satirischen aber auch sehr beleidigenden Gedichte.
Die Wirkung auf heute
Catulls Liebesdichtung wirkt bis heute weiter und ist in Italien anerkanntes Kulturgut.
In der Schule wird Catull höchstens in der Oberstufe gelesen, da einige Inhalte nicht ganz jugendfrei sind und man in der Schule auch keine Schimpfwörter lernen muss.
Trotz dieser Randerscheinungen ist sein Werk mehr als beachtlich und mustergültig, da Catull den Spagat zwischen formaler Stilistik und Poesie aus dem Herzen schafft.
Der Bereich der Politik kann zwar nicht unbedingt in die Geschichtsforschung übernommen werden, doch seine Dichtung zeigt die Einstellung einer ganzen Jungend zu den politischen Spielen des ersten Triumvirat (Caesar, Pompeius und Crassus bildeten dieses Triumvirat und hebelten so die römische Mischverfassung aus).
Fazit
Catull war das letzte Thema, das ich im Latein Unterricht behandelt habe und ich habe es nicht bereut, da er zu den großen Dichtern der Antike gehört.
In Bezug auf meinen letzten Bericht über den Reclam-Verlag (und einige schlechte Übersetzungen) kann ich euch versichern, dass die Reclam Ausgabe von Michael von Albrecht „Catull/Sämtliche Gedichte“ sehr gut gelungen ist. So wird der Lesespaß in keinster Weise getrübt und ich kann diesen Autor und diese Übersetzung nur weiterempfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.
Diese Zeit ist bestimmt von der Stoa, die als Hauptziel des Menschen das Engagement im Staat sieht, wobei dies bis zur völligen Aufopferung gehen kann. Als Belohnung sollen die Menschen ein Leben im Himmel bekommen.
Vielen reichte diese Vorstellung jedoch nicht aus und strebten statt dessen in ihrem irdischen Leben nach dem Seelenheil. Diese Geistesströme ist die, des Epikur.
Anzumerken ist jedoch, dass der Dichter, von dem ich euch heute berichten möchte, dieses Richtung nur beschränkt zugeschrieben werden kann, da Epikur das Seelenheil (griech. Hedone) zum Ziel hatte, das aber ohne weltliche Genüsse erreicht werden sollte. Viele glaubten jedoch genau auf dieser Ebene ihre Seelenheil zu finden.
So auch der Dichter Catull, der lyrische Gedichte in einer Zeit verfasst, in der das Zeigen von Gefühlen verpönt war. Und um dies geht es bei Catull auch, die Gefühle. Womit ich jetzt zu seinem Werk komme.
Catulls Werk
Catull, der gerade mal 30 Jahre alt wurde, hat uns 116 Gedichte hinterlassen. Hier finden man alles vom „Zweizeiler“ bis zu Seiten langen Gedicht.
Thematisch drehen sich diese Gedichte kurz gesagt um Liebe, Hass und große Politik, wobei die Politik satirisch und teilweise auch etwas obszön behandelt wird.
So sind viele Begriffe, die Catull verwendet, im Bereich der römischen „Gossensprache“ anzusiedeln. Sie sind jedoch ein Ausdruck seiner Unabhängigkeit von den falschen Sittenwächtern Roms und kommen besonders in seinen „Hassgedichten“ vor.
Zu Beginn seines Schaffens als der junge Catull nach Rom kommt, verliebt es sich in die Frau eines römischen Konsuls, die er Lesbia nennt. Diese Frau erwidert seine Liebe und so schreibt es wunderschöne Liebesgedichte, die bis heute in Italien vorgetragen werden oder als Lieder gesungen werden.
Catull bindet in seine Liebesgedichte dazu noch eine Fülle von Stilmittel, die jedoch nicht künstlich und gestelzt klingen, sondern sich in das Grundgerüst einfügen. Ferner bewegt sich Catull auch auf dem Wege der Laute. So schafft es Catull durch den Gebrauch verschiedener Laute Grundstimmungen zu vermitteln. In diesem Bereich ist sich die Forschung sehr uneinig, aber man geht davon aus, dass diese Form der Tonmalerei in der Antike von großen Schriftstellern gebraucht wurde. So findet man dies an diversen Stellen bei Homer, aber auch in Sophokles „Philoktet“.
Als dann Lesbia aber kein Interesse mehr an ihm zeigt, bricht für Catull eine Welt zusammen. Nun beginnen seine Hassgedichte, die von harten Angriffen auf Lesbia und vor allem durch die Gossensprache gekennzeichnet sind.
Da Catull schließlich auch eine Lebemensch war, schrieb er auch ein Gedicht über ein Gelage, aber auch über eine Jacht oder eine Halbinsel im Gardasee.
Neben diesen alltäglichen Themen war aber auch die Politik des römischen Reiches im Interesse Catulls. Er beteiligte sich zwar sein ganzes Leben lang nicht daran, aber er beschäftigte sich sehr eingehend mit deren Protagonisten und deren Verhalten im menschlichen Miteinander. So wurde beispielsweise Julius Caesar Opfer seine satirischen aber auch sehr beleidigenden Gedichte.
Die Wirkung auf heute
Catulls Liebesdichtung wirkt bis heute weiter und ist in Italien anerkanntes Kulturgut.
In der Schule wird Catull höchstens in der Oberstufe gelesen, da einige Inhalte nicht ganz jugendfrei sind und man in der Schule auch keine Schimpfwörter lernen muss.
Trotz dieser Randerscheinungen ist sein Werk mehr als beachtlich und mustergültig, da Catull den Spagat zwischen formaler Stilistik und Poesie aus dem Herzen schafft.
Der Bereich der Politik kann zwar nicht unbedingt in die Geschichtsforschung übernommen werden, doch seine Dichtung zeigt die Einstellung einer ganzen Jungend zu den politischen Spielen des ersten Triumvirat (Caesar, Pompeius und Crassus bildeten dieses Triumvirat und hebelten so die römische Mischverfassung aus).
Fazit
Catull war das letzte Thema, das ich im Latein Unterricht behandelt habe und ich habe es nicht bereut, da er zu den großen Dichtern der Antike gehört.
In Bezug auf meinen letzten Bericht über den Reclam-Verlag (und einige schlechte Übersetzungen) kann ich euch versichern, dass die Reclam Ausgabe von Michael von Albrecht „Catull/Sämtliche Gedichte“ sehr gut gelungen ist. So wird der Lesespaß in keinster Weise getrübt und ich kann diesen Autor und diese Übersetzung nur weiterempfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen und ich freue mich schon auf zahlreiche Kommentare.
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