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Erfahrungsbericht von denali

Das Labyrinth / Baldacci, David - Spurensuche

Pro:

spannend von A-Z

Kontra:

kleinere Ungereimtheiten

Empfehlung:

Nein

Für mich gehört zur Erholung während eines Urlaubes auch das Schmökern verschiedenster Bücher. Nachdem ich Euch letztens den „Flop“ vorstellte folgt nun mit dem Werk von David Baldacci ein Buch der starken Kategorie.

Inhalt:
Jason und Sidney Archer, ein glückliches Pärchen mit einer 2-jährigen Tochter, arbeiten hart für ihren Traum der finanziellen Unabhängigkeit und einer großen Familie.
Jason ist für die Computerfirma Triton Global tätig. Diese Firma steckt in Expansionsplänen und so ist es die Aufgabe von Jason, alle Bilanzkennzahlen die notwendig sind zusammenzusuchen. Nebenbei ist er auch für die Datensicherung in der Firma verantwortlich, d.h. jedes Dokument, jede e-mail etc. wird firmenintern gespeichert, auch wenn deren Verfasser diese Dokumente löscht. Das hierbei auch „hochbrisanter“ Stoff zu finden ist, muss nun nicht weiter erwähnt werden.
Seine Frau Sidney ist Wirtschaftsanwältin. Ihre Kanzlei hat von der Firma Triton das Mandat erhalten, sie in allen juristischen Fragen zu vertreten. So auch die Verhandlungen und Vertragswerke die hinsichtlich der Übernahme von CyberCom nötig sind. Pikanterweise ist auch der Konkurrent Triton’s in diesem Übernahmekampf, die Firma RTG, Mandant dieser Kanzlei, was natürlich Konflikte mit sich bringt.

Eines Tages eröffnet Jason seiner Frau, dass die kleine Familie schon bald vermögender sei als bisher. Doch über die Hintergründe lässt er sie völlig im Unklaren. Jason arbeitet nun häufig auch zu unüblichen Zeiten. Kurz darauf überrascht er Sidney damit, dass er nun unbedingt eine Reise nach Los Angeles antreten muss. Als Vorwand wird eine Abwerbung seiner Arbeitskraft eines anderen Unternehmens vorgeschoben. Sidney, nun unheimlich stolz auf ihren Mann, ärgert sich zwar, dass diese Reise genau auf den nächsten Verhandlungstermin der Firmenübernahme fällt (so wird wieder mal ein Babysitter benötigt), freut sich aber auch für ihn über diese angebotene Chance. So checkt Jason mitsamt Gepäck für den Western Airlines Flug nach L.A. ein.....

Ebenso der Bundesbankpräsident der USA, der seinen Zentralbankkollegen und Freund in Kalifornien besuchen möchte. In seiner Funktion äußerst angesehen, da er sich scheinbar weder von Regierungsseite noch von irgendwelchen anderen Wirtschaftsfachleuten in die Karten schauen lässt. Seine Macht hat er durch mehrere Zinsmaßnahmen, die weit jenseits der Markterwartungen lagen, demonstriert. Was die Öffentlichkeit nicht weiß ist, dass er unheilbar an Krebs erkrankt ist und seine restliche Lebenserwartung sich nur noch auf wenige Monate beläuft.

Bereits vor dem Start des Jets ist klar, dass dieser Flug aufgrund einer gezielten Manipulation seinen Zielort niemals erreichen wird. Allerdings befindet sich Jason Archer nicht an Bord dieser Maschine, da er durch ein geschicktes Täuschungsmanöver stattdessen einen Flug nach Seattle antritt. Dort findet ein Austausch der von Jason gesammelten Informationen auf dem Gelände der RTG statt. Dieser Austausch bleibt allerdings nicht geheim, sondern wird vielmehr durch Triton’s Sicherheitsfirma (geleitet von einem Ex-FBI Agenten) beobachtet.

Nach dem Absturz des Flugzeuges steht der für die Ermittlungen zuständige FBI-Agent Lee Sawyer nicht nur vor einem Riesenkrater, sondern auch vor der Frage nach dem „warum?“ des Unglückes. War es ein Anschlag auf den Bundesbänker und wenn ja, weshalb? Und wieso mussten dabei weitere 180 Menschen ihr Leben lassen? Viele Fragen, wenig Antworten....
Auf eine andere Fährte wird Lee Sawyer gelenkt, als er von seinem Freund und früheren Kollegen das Video über den Auftritt von Jason Archer in Seattle vorgespielt bekommt. Ist Industriespionage im Spiel? Und wieso steht Jason auf der Passagierliste, während er in Seattle gefilmt wurde? Und warum weicht die „Witwe“ auf seine Fragen aus bzw. antwortet mit Lügen?
Akribisch macht sich der Polizist auf die mühsame Suche nach der Lösung und steht dabei gewaltig unter Druck, denn auch die Finanzwelt macht sich Sorgen um den Tod des Notenbänkers.

Warum nun wer sterben musste und wie die Rätsel um Jason aufgehen wird nun das Buch lesen müssen, denn so einfach ist die Lösung nun auch nicht....


Statement:
Bis zum großen Showdown vergehen von A-Z spannende 636 Seiten wie im Fluge. Die Frankfurter Rundschau urteilte über Baldacci’s Werk: „ Hier zieht einer mit unglaublicher Geschwindigkeit an Grisham vorbei“. Wie wahr, ich konnte das Buch aufgrund des hohen Spannungsgehaltes kaum aus der Hand legen.

Alle technischen Details, auch die Zusammenhänge zwischen Zinspolitik und Wirtschaft, sind sehr anschaulich erläutert, so dass sich in den Ausführungen auch kein Laie „verheddert“. Auch die Personen sind sehr akribisch beschrieben, insbesondere die Figur des Ermittlers, ohne dass dieser zum Superhelden der Polizei gestempelt wird.

Das Buch wirkt zu keiner Zeit langweilig, da Baldacci es sehr wohl versteht, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten. Auch finden keine großen Gedanken- und Zeitsprünge statt, so dass man sich nach einer müdigkeitsbedingten Abwesenheit schnell wieder reinfindet.


So, wo gelobt wird, muss auch Kritik erlaubt sein:
So wird dem Leser z.B. nicht klar, warum ein Softwareunternehmen wie Triton so ein schlampiges Controlling hat, dass Bilanzkennzahlen erst von einem Mitarbeiter quasi aus Schuhkartons zusammengesucht werden muss. OK, das Unternehmen ist nicht börsennotiert, da mag die Rechnungslegung anders sein, aber hier wirkt das Buch fern jeder Realität.

Und da Baldacci selbst aus der Juristerei kommt, werden mir die Anwälte zu sehr auf eine Wolke gehoben. Gemeint ist das anscheinend perfekte Funktionieren sogenannter „chinese walls“, d.h. eine Abteilung der Kanzlei weiß nicht, was die andere gerade tut (im Hinblick auf den Konflikt der Betreuung beider Firmen, die an der Übernahme interessiert sind).

Fazit:
Das Labyrinth ist das zweite Werk Baldacci’s, in welchem er die Leser wie bei seinem „Erstling“ (Der Präsident – Absolute Power) auf eine professionelle Spannungsreise schickt. Das Buch ist Werktätigen eingeschränkt zu empfehlen, denn man sollte gute Gründe für seine Verspätung am nächsten Morgen auf Lager haben.....

Das Buch ist als Taschenbuchausgabe 1997 im Bastei-Lübbe Verlag erschienen und momentan für wohlfeile 9,45 Euros für neue Exemplare zu erwerben. Ich habe das Buch aber auch schon mal für 5 Euro im Angebot gesehen. (ISBN 3-404-25700-6).

Viele Grüße
denali

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