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Erfahrungsbericht von bigmanu

Südstaatenschönheit spielt Detektiv ;o)))

Pro:

spannend, sympathische Hauptakteurin, gute Dialoge

Kontra:

wo bleibt Teil 4?

Empfehlung:

Ja

Obwohl ich genug Bücher mit in unseren Urlaub an der See eingepackt hatte, um so den Verlust von ciao jeden Abend auszugleichen *ggg*, konnte ich der Versuchung eines Bücherständers mal wieder nicht widerstehen. Als ich in einem Kiosk teures Spülmittel einkaufen musste, wühlte ich auch im umfangreichen Büchersortiment, und kam mit 2 Büchern zurück in unser Ferienhaus. Mein Mann hatte sich am Abend meist die Zusammenfassungen der WM angesehen, und ich lag auf dem Sofa daneben, eine Tüte Chips vor mir und habe gelesen.


Gleich das erste Buch hat mich richtig in seinen Bann geschlagen, und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen. Es handelt sich hier um einen Krimi von Carolyn Haines, mit dem Titel „Wer die Toten stört“. Er ist als Taschenbuch bei BasteiLübbe unter der ISBN-Nr. 3-404-14462-7 erschienen und hat mich ganze 7,45 Euro gekostet. Mit 444 Seiten hat er gerade die Länge, die man zügig lesen kann, ohne all zu viele Pausen einlegen zu müssen.


Hauptdarstellerin in diesem Buch ist Sarah Booth Delaney, eine Südstaatenschönheit, die ihr Leben so ziemlich in den Sand gesetzt hat. Einst war sie ein „Daddys-Girl“, und betörte die Männer mit einem gekonnten Augenaufschlag und einem Schmollmund. Doch im Gegensatz zu ihren Freundinnen heiratet sie keinen reichen Mann sondern geht nach New York um Schauspielerin zu werden. Ziemlich desillusioniert kehrt sie in das alte Haus ihrer Familie im Mississippi-Delta zurück, um dieses irgendwie vor der Zwangsversteigerung zu retten. Von der feinen Gesellschaft ausgestoßen, weil er ihr an Geld mangelt, bleiben ihr nur die Erinnerungen an die zu früh gestorbenen Eltern und der 200 Jahre alte Geist eines schwarzen Kindermädchens.

Jitty, so der Name des Geistes, ist recht aufdringlich, und versucht Sarah in eine Beziehung mit Harold, einem Banker, zu drängen. Dieser wäre bereit, Sarah aus ihrer finanziellen Misere zu retten, aber nicht ohne Gegenleistung. Und Sarah möchte auf keinen Fall in seinem Bett landen, und noch viel weniger als seine Ehefrau enden. Jitty hingegen drängt auf Vermehrung, da sie nur spuken kann, solange noch ein Mitglied der Familie Delaney am Leben ist. Sarahs biologische Uhr tickt, und ihre Gebärmutter spielt gegen sie *ggg*.

Aus lauter Verzweiflung, und auf anraten von Jitty, entführt Sarah den kleinen Hund ihrer Freundin Tinkie, mit Namen Chablis. Sie fühlt sich zwar schlecht dabei und schwitzt Blut und Wasser vor Angst, aber Tinkie spielt ihr noch in die Hände und beauftragt ausgerechnet die Entführerin mit der Geldübergabe. Keine Frage das der Hund gesund und munter zu seinem Frauchen zurück kehrt, und Sarah um 5000 Dollar reicher ist.

Doch es scheint, als ob das Glück Sarah jetzt endlich hold ist, den Tinkie bietet ihr 20.000 Dollar plus Spesen, wenn sie in einem 18 Jahre zurück liegendem Mordfall ermittelt. Tinkies Jugendliebe, Hamilton Garrett V., soll laut der örtlichen Wahrsagerin zurück kommen, und jetzt soll Sarah herausfinden, ob er wirklich für den Tod seiner Mutter vor 18 Jahren verantwortlich war, und ob diese davor ihren Mann um die Ecke gebracht hat.

Allerdings scheint Sarah mit ihren Ermittlungen in ein Wespennest gestochen zu haben, und es kommt zu einem weiteren Todesfall, genau an der Stelle, wo auch der Vater von Hamilton V. gestorben ist. Sarah hat einiges auszustehen, bis sie alle Intrigen entwirrt hat, und verliebt sich zu allem Unglück auch noch in den vermeintlichen Mörder. Sie entdeckt, das eine ganze Menge Leute in ihrer unmittelbaren Umgebung in die Sache verwickelt sind, und muss sich so nebenbei auch noch Harold vom Leibe halten, der sie jetzt sogar heiraten will. Wer wissen möchte, wie die Geschichte weitergeht, der sollte sie unbedingt dieses Buch kaufen.


Ich habe dieses Buch sehr schnell durchgelesen, und habe mich dabei sehr gut amüsiert. Vielleicht hat dieser Krimi nicht besonders viel Tiefe, aber er ist sehr unterhaltsam und sehr gut zu lesen. Meiner Meinung die richtige Urlaubslektüre, bei der man auch richtig gut entspannen kann. Schon die Idee mit dem Geist des schwarzen Kindermädchens fand ich klasse. Die spitzen Bemerkungen, die Sarah und Jitty sich so um die Ohren hauen sind manchmal echt zum schießen. Und auch die Spannung kommt nicht zu kurz, das Ende ist doch ziemlich überraschend.


Sarahs Kampf um Unabhängigkeit, wobei ihr immer wieder ihre verräterische Gebärmutter in die Quere kommt, ist sehr anschaulich und witzig beschrieben. Alle Akteure sind gut dargestellt und interessant, so das man sie sich sehr gut vorstellen kann. Es scheint, das sich seit der Zeiten von Scarlett O´Hara nicht viel geändert hat im Süden. Noch immer muss eine Frau hilflos und zerbrechlich sein, damit der Mann den Eindruck bekommt, der starke Herr und Meister zu sein. Witzig auch eine Anspielung auf Scarlett, als Sarah den Spruch „Ich werde nie wieder hungern“ bringt. Sarah spielt zwar, wenn sie will nach den Regeln der Gesellschaft, verletzt diese aber oft genug. Eindeutig einige Parallelen zu der Südstaaten Schönheit Scarlett O´Hara. Ein „Daddys-Girl“ das sich ihren Unterhalt alleine verdienen will, was für ein Skandal ;o)))


Mein Fazit:
Mir hat dieses Buch so gut gefallen, das ich unbedingt auch den zweiten Band aus dieser Reihe haben musste. Deshalb habe ich diesen noch im Urlaub in einem Buchladen gekauft. Die Autorin schreibt sehr witzig und originell, und ich empfand sehr für Sympathie mit Sarah. Die Idee mit dem Geist des Kindermädchens ist wirklich gut, und die Dialoge der beiden haben mich oft zum lachen gebracht. Auch wenn das Buch nicht all zu viel Tiefe hat, es ist die ideale Unterhaltung für den Urlaub, und es macht Spaß, es zu lesen. Deshalb auch von mir alle fünf Sterne und eine hundertprozentige Weiterempfehlung.


Gruss von Eurer BigManu


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-28 13:53:55 mit dem Titel Interesse am Töpfchen wecken ;o)))

Als mein Sohn fast 2 Jahre alt war, war ich selber hochschwanger mit unserer Tochter, und war der Meinung, er könnte langsam Interesse für sein Töpfchen zeigen. Für zwei Kinder Windeln kaufen geht ja doch sehr in Geld, und ich wollte so langsam anfangen, ihm das Töpfchen gehen schmackhaft zu machen. Nicht das er schon ohne Windel aufkommen sollte, ich wollte einfach nur sein Interesse wecken. Bisher hatte sein Töpfchen nur unbeachtet in der Ecke gestanden.

Deshalb beschloss ich, eines dieser Bilderbücher zu kaufen, das den Kindern dieses Thema etwas näher bringt. Da sich mein Sohn auch sehr gerne Bilderbücher ansieht, war dies meiner Meinung nach die beste Methode. Also blätterte ich in einigen Katalogen und streifte durch einige Internetseiten mit Kinderbüchern. Am besten von allen angebotenen Bücher hat mir das Bilderbuch von Gunilla Hansson „Bist du fertig, Klara?“ gefallen. Deshalb habe ich es mir auch bestellt, und dafür 3,50 Euro bei www.bol.de gezahlt. Es ist vom Ravensburger Buchverlag und hat die ISBN-Nr. 3473304905.


Erzählt wird in diesem Buch die Geschichte der kleinen Klara, ihrem Teddy und dem täglichen Gang auf das Töpfchen. Auf der ersten Seite sehen wir die kleine blonde Klara auf ihrem Töpfchen sitzen. Sie schaut sich dabei ein Buch an und ihr Teddy sitzt neben ihr und schaut dabei zu. Dazu gibt es folgenden Text zu lesen: „ Das ist Klara. Sie sitzt auf ihrem Töpfchen. Bist du fertig, Klara?, fragt Teddy“. Der Text ist sehr groß geschrieben und steht auf einer extra Seiten neben dem Bild von Klara.

Mit den Worten „Teddy wartet auf Klara. Ja Klara ist fertig“, geht es auf den nächsten beiden Seiten weiter. Hier sehen wir Klara, wie sie ihr Buch über den Kopf hält, und ihr Teddy neben ihr liegt. Sie scheint tatsächlich fertig zu sein.

Interessant wird es auf den nächsten beiden Seiten. Hier sehen wir Klara, wie sie ihren Teddy auf ihr Töpfchen setzen will. Begleitet wird dieses Bild von den Worten: „Jetzt ist Teddy an der Reihe. Jetzt muss er aufs Töpfchen. Klara wartet auf Teddy. Bist du fertig, Teddy?“ Diese Seite hat übrigens meine beiden Kinder dazu inspiriert ihre Stofftiere bzw. Puppen auf das Töpfchen zu setzen.

Und dann muss Klara entdecken, das ihr Teddy gar kein Pipi gemacht hat. Wir sehen wie sie ihn hochgehoben hat und wie ihr Blick in das Töpfchen fällt. „Aber Teddy, du hast ja gar kein Pipi gemacht“, sagt sie noch.

Und wie Klara wahrscheinlich sonst auch, so muss jetzt auch der Teddy auf dem Töpfchen sitzen bleiben. So auch der Text auf diesen Seiten, und wir sehen den Teddy, wie er auf dem Töpfchen sitzt, und Klara, die sich gerade die Hose wieder hochgezogen hat.

Und wie das bei Kindern so ist, plötzlich fällt Klara etwas ein und sie geht weg. „Ich komme gleich wieder, Teddy“, sagt sie noch, und wir sehen auf dem Bild, wie der Teddy mit Klaras Buch auf dem Kopf auf dem Töpfchen sitzt und Klara weggeht.

Doch dann kommt Klaras Mama mit in Bild. Sie will gerade nach Klara schauen und hat auch schon ein „Bist du fertig“, auf den Lippen, als sie bemerkt, das Klara nicht auf ihrem Töpfchen sitzt. „Oh, wo ist denn Klara“, fragt sie, und nimmt das Buch vom Teddy weg.

Auf den nächsten Seiten sehen wir dann Klaras Mama, die ihrer Tochter das leere Töpfchen entgegenhält, den Teddy und das Buch unter dem Arm. „Aber Klara, du hast ja gar kein Pipi gemacht“, sagt sie noch, und Klara hat schon wieder die Hand an ihrer Hose.

Zum Schluss sehen wir dann Klara, die wieder auf ihrem Töpfchen sitzt, und Teddy, der ihr auf einem Kochtopf gegenüber sitzt. Dazu den Text: „Mama wartet auf Klara und Teddy. Mal sehen, ob es diesmal klappt“. Es scheint, als ob Klara und Teddy viel Spaß bei ihrer Sitzung haben :o))) Auf der Rückseite des Buches sieht man Klara dann noch, wie sie ihrer Mutter das Töpfchen entgegen hält. Also scheint es doch geklappt zu haben.


Die Bilder und Texte in diesem Buch sind sehr einfach gehalten, so das auch schon ein 2jähriges Kind das ganze verstehen kann. Mein Sohn fand das Bilderbuch sehr interessant und hat es gerne angehen. Auch hat es tatsächlich sein Interesse am Töpfchen geweckt, wenn er auch aus Protest gegen seine kleine Schwester dann doch nicht mehr aufs Töpfchen wollte. Auch mit meiner 2jährigen Tochter schaue ich mir dieses Buch oft an und lese ihr den Text vor. Sie setzt jetzt immer ihre Baby Born auf Töpfchen und schaut gerne zu, wenn ihr großer Bruder seine Geschäfte erledigt *ggg*. Sie selber setzt sich zwar auch auf das Töpfchen, aber bisher noch ohne Erfolg. Ich dränge sie allerdings auch nicht, den das muss meiner Meinung nach von selber kommen.


Es gibt übrigens noch mehr Bilderbücher von der kleinen Klara, die ich auch nur empfehlen kann. Zum Beispiel bekommt Klara ein Geschwisterchen und verabschiedet sich von ihrem Schnuller. Wie auch „Bist du fertig Klara“ sind diese Bücher einfach gehalten und schön illustriert. Es gibt nicht zu viele Bilder, damit die Kinder nicht vom Thema abgelenkt werden.


Mein Fazit:
Wer das Interesse seines Kindes am Töpfchen wecken will, dem kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Wir haben nur gute Erfahrungen damit gemacht, und es eignet sich auch gut zum Vorlesen und darüber reden. Meine 2jährige Tochter holt es sich im Moment sehr oft selber aus dem Regal, das Thema scheint sie zu interessieren. Also hoffe ich, das sie bald auch mal ihr Töpfchen aufsucht, und das mit Erfolg. Ich kann dieses Buch nur zu hundert Prozent weiterempfehlen und vergebe deshalb auch alle fünf Sterne. Bei einem Preis von 3,50 Euro kann man dieses Buch wirklich kaufen, auch wenn es nur Interesse weckt.


Gruss von Eurer BigManu


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-03 15:53:22 mit dem Titel Untypische Südstaatenlady löst Mordfall

Nachdem mir schon das erste Buch um die Detektivin Sarah Booth Delaneys sehr gut gefallen hat, habe ich mir auch das zweite Buch, das ich auch gleich gekauft hatte, sofort durchgelesen. Die Abende im Urlaub können ganz schön langweilig sein, wenn der Mann Fußball schaut und kein Computer weit und breit vorhanden ist :o)))


Das zweite Buch um die Südstaatendetektivin Sarah Booth Delaneys von Carolyn Haines trägt den Titel „Kein Friede seiner Asche“. Es ist als Taschenbuch bei BasteiLübbe unter der ISBN-Nr. 3-404-14678-6 erschienen und hat mich 7,90 Euro gekostet.


Sarah Booth Delaney ist, mit der Lösung ihres ersten Falles, und dem daraus folgenden Honorar, gelungen, ihren alten Familiensitz vor der Zwangsversteigerung zu retten. Zwar hat sie immer noch mehr Schulden als gut für sie ist, aber das ärgste ist erst einmal abgewendet und sie musste ihren Verehrer, den Bankier Harold, nicht heiraten. Doch ihre große Liebe, Hamilton, ist nach Europa verschwunden, und Sarah bleibt allein mit dem Geist Jitty (ehemaliges Kindermädchen der Delaneys) zurück.

Es ist Weihnachten, und Sarah bläst ziemlichen Trübsal, als sie Lawrence Ambrose kennen lernt. Dieser alte Charmeur ist ein alter Bekannter von Sarahs verstorbenen Eltern, und ein bekannter Künstler im Mississippi Delta. Er lädt Sarah zu einer Weihnachtsparty ein, auf der es ziemlich rund geht. Lawrence ist dabei seine Memoiren zu schreiben, und will damit ein Comeback starten. Seine Dinnergäste sind allesamt Bekannte, die einen Grund zu haben scheinen, sich vor der Veröffentlichung dieses Buches zu fürchten. Lawrence schürt diese Angst noch, in dem er ankündigt, das er alle Geheimnisse die ihm bekannt sind, darin veröffentlichen wird.

Am Tag nach der Dinnerparty erwarten Sarah einige Überraschungen. Erst einmal ein Ungetüm von einem Hund, der ihr von Harold zu Weihnachten geschenkt wird. Ist Harold doch noch an ihr interessiert, obwohl es am Ende des ersten Buches ganz anders aussah? Er lädt sie sogar zum Weihnachtsessen ein. Die traurige Überraschung erwartet Sarah, als sie zum Resteessen bei Lawrence erscheint. Sie findet ihn in einer Lache aus Blut auf, tot. Er scheint sich geschnitten zu haben und ist augenscheinlich an der Wunde verblutet. Als Lawrence Freundin Madame Rosalyn Bell die Leiche sieht, ist sie überzeugt das es sich um Mord handelt. Sie ist überzeugt, das es sich bei der Mörderin um Brianna Rathbone handelt. Diese ist ein ehemaliges Topmodel und Tochter des einflussreichen Layton Rathbone. Sie sollte Lawrence bei seinen Memoiren helfen und diese bekannt machen. Doch sie kocht ihr eigenes Süppchen und ist nur am eigenen Ruhm und an den pikanten Einzelheiten interessiert. Und seltsamer Weise sind sämtliche Aufzeichnungen und das Manuskript von Lawrences Buch verschwunden.

Madame beauftrag Sarah mit der Lösung dieses Falles, der sich als reichlich kompliziert herausstellt. Scheinbar ist der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ein Ereignis, das in den 40er Jahren an einem See namens Moon Lake stattgefunden hat. In dem Spielcasino dort haben sich Prominente die Klinke in die Hand gegeben, und dort ist auch ein Mord passiert. Sarah gerät selber in Schwierigkeiten, als sie versucht den Fall zu lösen, der noch eine interessante Überraschung für sie bereit hält. Und auch Harold scheint tief darin verwickelt zu sein. Und wer jetzt neugierig geworden ist, der sollte sich das Buch unbedingt kaufen und selber lesen wie es weiter geht :o)))


Wie schon das erste Buch, so hat mir auch dieses sehr gut gefallen. Der Mordfall selber ist sogar noch verzwickter und spannender wie im ersten Buch. Die Autorin beschreibt ihre Figuren sehr lebensnah und detailgenau. Sarah ist mir sofort sympathisch gewesen, und ihre Dialoge mit dem Geist des Kindermädchens der Delaneys sind einfach zu komisch. Bis zum Schluss war mir nicht klar, wer nun der Mörder ist, und die Lösung hat mich wirklich verblüfft. Gerade lese ich das Buch noch mal, um so herauszufinden, ob ich irgend einen Hinweis vielleicht übersehen habe *ggg*.


Besonders gut an der Hauptfigur, Sarah Booth Delaney gefällt mir, das sie so alltäglich ist. Sie ist nicht reich, sie ist 33 Jahre alt und Single, und am Schluss gibt es nicht unbedingt ein Happy End für sie, genau wie im richtigen Leben. Sie läuft zu Hause in Schlabberkleidung rum, futtert zuviel Teekuchen ist sexuell frustriert. Und dann muss sie sich von Jitty (dem Geist) auch noch Vorwürfe anhören, weil sie zu dick wird und als alte Jungfer enden wird. Fast schon, als wenn sie ihre Mutter wäre :o) Und Detektivin wird sie eher zufällig, weil sie eine gute Kombinationsgabe und Menschenkenntnis besitzt, und weil sie das Geld bitter nötig hat.

Mein Fazit:
Ich kann dieses Buch nur zu hundert Prozent weiterempfehlen, es hat mir sehr gut gefallen. Die Autorin ist sehr genau in ihrer Schilderung, und man bekommt einen guten Einblick in das Leben einer kleinen Stadt in den Südstaaten. Hier wird Spannung, Humor und auch Dramatik geboten, und eine große Überraschung am Schluss. Ich warte schon sehnsüchtig auf das dritte Buch, das leider erst im nächsten Jahr erscheint. Von mir bekommt dieses Buch alle fünf Sterne. Ideal auch als Urlaubslektüre, kann ich nur empfehlen.


Gruss von Eurer BigManu


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-16 21:20:17 mit dem Titel Fühle den Hass und spüre die Hitze auf der Haut

Vor einiger Zeit habe ich zwei Krimis von Carolyn Haines gelesen. Da diese mir sehr gut gefallen haben, war ich auf der Suche nach weiteren Büchern, die von dieser Autorin erhältlich sind. Fündig wurde ich auch hier, wie so oft schon, bei eBay. Für einen relativ geringen Betrag gelang es mir, zwei weitere Bücher dieser Schriftstellerin zu erwerben. Weitere sind dann auch leider in Deutsch von ihr nicht erschienen.


Das erste der beiden Bücher, das ich gelesen habe war „Der Fluss des verlorenen Mondes“. Dieses Buch ist übrigens unter der ISBN-Nr.3404920783 für 9,45 Euro bei www.amazon.de erhältlich. Ich habe es für 3 Euro + Porto ersteigert, und somit ein schönes Schnäppchen gemacht, da ich es auf jeden Fall kaufen wollte.


Die Handlung dieses Buches spielt, wie auch alle anderen Bücher von Carolyn Haines in den Südstaaten der USA. „Der Fluss des verlorenen Mondes“ spielt in den zwanziger Jahren in dem kleinen Städtchen Jexville Mississippi. Dort herrscht eine kleinbürgerliche puritanische und stark religiöse Stimmung vor, während man so gut es geht versucht, die unheimliche Hitze des Sommers zu ertragen. Alles was neu, fremd oder irgendwie anders ist als die Norm, wird mit misstrauischen Augen beobachtet und abgelehnt.


In dieses Städtchen verschlägt es die junge Mattie Mills, als Ehefrau des ansässigen Friseurs Elikah. Von ihrem Stiefvater an diesen Mann als Ehefrau verkauft, ist sie willens, alles zu tun, um diese Ehe zu einem Erfolg zu machen. Auf ihrem ersten offiziellen Auftritt in der Stadt, einem Kindergeburtstag, lernt sie JoHanna McVay und ihre 9jährige Tochter Duncan kennen. Die beiden sind eindeutig anders als der Rest der Einwohnerschaft, und die kleine Duncan versucht vergeblich den anderen Kinder einen Charleston beizubringen. Doch tanzen ist in Jexville verboten, und Duncan und ihre Mutter werden von den Müttern der andern Kinder mit Misstrauen beobachtet.


Wie eine Strafe Gottes kommt es ihnen vor, als die kleine Duncan plötzlich von einem Blitz getroffen wird, und scheinbar tot ist. Doch wie durch ein Wunder lebt sie plötzlich wieder, was einige für Teufelswerk halten. Es scheint, als würde Duncan nach diesem Erlebnis über hellseherische Fähigkeiten verfügen, und gleich nach ihrem Erwachen spricht sie eine Warnung an eines der anwesenden Mädchen aus. Mattie ist fasziniert von den McVays, die als einzige Einwohner in Jexville über Lebensfreude verfügen und Herzlichkeit und Wärme ausstrahlen.


Für die nach Liebe hungernde Mattie werden die McVays immer wichtiger, vor allem nachdem nach und nach klar wird, das ihr Mann Elikah ihr anstatt Liebe lieber Schläge verabreicht. Mattie trifft sich heimlich mit JoHanna und Duncan, da ihr Mann diesen Umgang nicht billigt. Die Lage spitzt sich zu, als während einer Taufe im Fluß ein Mädchen ertrinkt, und man sich der Warnung von Duncan erinnert. Plötzlich hält man sie für eine Hexe die mit dem Teufel im Bunde steht, und es beginnt eine unbarmherzige Hetzjagd gegen die Familie McVay.

Trotz Misshandlungen durch ihren Ehemann, hält Mattie an der Freundschaft mit den McVays fest. Auch der örtliche Dorftrottel, der gutmütige Floyd, ist ein Freund von den McVays. Leider ist der Mann von JoHanna McVay sehr oft auf Reisen, so das sie und ihre Tochter versuchen müssen, alleine mit dem Haß der Einwohner von Jexville fertig zu werden.


Duncan gibt noch mehr Warnungen von sich, und die Lage für die McVays und ihre Freunde wird brenzlig, als ein Unwetter das Leben eines hoch angesehenen Einwohners der Stadt fordert. Vor allem da JoHanna der Stadt eine Art Vergeltung angedroht hat. Mattie, von ihrem Ehemann fast totgeprügelt, lebt inzwischen auch bei den McVays, und zusammen stehen sie dem Haß der Stadt gegenüber, der sich in Lynchjustiz und Mord entlädt. Wer jetzt wissen möchte, wie das Ganze ausgeht, der sollte sich das Buch unbedingt kaufen, er wird bestimmt nicht enttäuscht werden :o)


Schon nach den ersten Seiten hat dieses Buch mich in seinen Bann geschlagen, und ich habe die 524 Seiten in einem Gewaltakt in einem Rutsch durchgelesen. Dafür war ich zwar am nächsten Morgen hundemüde, aber ich konnte mich von dieser spannenden Story nicht mehr losreißen. Dieses Buch bietet dem Leser düstere Geheimnisse und unheimliche Vorraussagen und Träume. Es werden, ohne dabei in die Einzelheiten zu gehen, die ehelichen Misshandlungen gegen Mattie geschildert, und dem Leser wird klargemacht, welchen Stellenwert die Frau in den zwanziger Jahren im Süden der USA hatte. Auch Rache, Mord und Lynchjustiz spielen hier eine große Rolle, und die Spannung hält während des gesamten Buches an.


Besonders gut hat mir der Schreibstil von Carolyn Haines gefallen. Es gelingt ihr, die örtliche Stimmung, den Haß und die Angst so gut zu beschreiben, das mir teilweise die Haare zu Berge standen, oder ich fassungslos den Kopf schüttelte, über das Benehmen der Einwohner in diesem Städtchen. Das Carolyn Haines selber im Süden aufgewachsen ist, merkt man mit jeder Zeile, in der sie die Umgebung und die wunderschöne Landschaft dieses Landes beschreibt. Man hat das Gefühl, selber in dieser Kleinstadt eingeschlossen zu sein, umgeben von drückender mörderischer Hitze, den Duft der Magnolien schnuppernd und das Rauschen des Mississippis im Ohr. Ein Buch, das den Leser einfach fesselnd, und das man nicht nur einmal lesen wird. Vor allem das Ende dieses Buches hat mir sehr gut gefallen, doch das werde ich hier natürlich auf keinen Fall verraten :o)


Mein Fazit:
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, und ich habe es mittlerweile nochmals gelesen, diesmal in aller Ruhe, da ich jetzt ja wusste wie es ausgeht. Beim zweiten Lesen konnte ich die Beschreibung der Umgebung noch besser genießen, da mich die unheimliche Spannung der Geschehnisse nicht mehr so stark wie beim ersten mal in ihren Bann gezogen hat. Wer noch eine gute Lektüre für einen heißen Sommerabend sucht, dieses Buch ist genau das Richtige dafür. Ich kann es nur zu hundert Prozent weiterempfehlen und vergebe deshalb auch alle fünf Sterne. Vielleicht könnt ihr es ja auch gebraucht ergattern, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, warum man dieses Buch verkaufen kann, wenn man es einmal gelesen hat :o)


Gruss von Eurer BigManu


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-17 23:42:51 mit dem Titel Von der Schwierigkeit, Erwachsen zu werden

In den letzten Tagen war es bei uns ja wieder ziemlich heiß, und auch des Nachts kühlte es sich nicht merklich ab. An Schlaf ist dann bei mir nicht zu denken, und so sitze ich entweder vor dem PC oder lese ein gutes Buch. Heute habe ich mich mal wieder für den PC entschieden, und möchte euch ein Buch vorstellen, das mir sehr gut gefallen hat.


Es handelt sich hier um das zweite Buch von Carolyn Haines, welches ich vor kurzem ersteigert habe. Es trägt den Titel „Am Ende dieses Sommers“ und ist, für 9,45 Euro in jedem Buchladen unter der ISBN-Nr.34092021X zu bestellen. Mit seinen 572 Seiten gehört es schon zu den dickeren Büchern, aber ich war trotzdem enttäuscht, als ich es ausgelesen hatte :o)


Wie auch die anderen Bücher dieser Autorin, die ich bereits gelesen haben, spielt auch dieses in den Südstaaten der USA, genauer gesagt in Chickasaw County. Hauptdarstellerin ist die 13jährige Rebekka, die eigentlich zusammen mit ihrer Freundin Alice die Sommerferien genießen wollte. Doch Alice muss auf ihre kleine Schwester Maebelle aufpassen, da ihr Mutter schon wieder schwanger ist, und auch sonst läuft in diesen Ferien nichts so, wie Rebekka es sich vorgestellt hat.

Zusammen mit ihren Eltern, ihrem Bruder und ihrer Großmutter wohnt Rebekka in der Kali Oka Road in Chickasaw County während der 60er Jahre. Ihre Mutter ist Schriftstellerin von Kinderbüchern, der Vater ist Universitätsdozent und ihr Bruder Arlington genannt Arly ist in Rebekkas Augen ein nerviger großer Bruder, der versucht ihr Vorschriften zu machen und den Mädels nachstellt. Von ihrer Mutter wird Rebekka überbehütet, sie kann sich nicht damit abfinden, das ihr kleines Mädchen langsam erwachsen wird. Ihre Oma Bess versucht zwischen Mutter und Tochter zu vermitteln, was nicht immer ganz einfach ist. Leider ist Rebekkas Vater in diesem Sommer weit weg, da er außerhalb eine Stelle angenommen hat.


Rebekka ist sehr unternehmungslustig und neugierig, und bringt sich damit des öfteren selber in Schwierigkeiten. Und von denen scheint es in diesem Sommer mehr als genug in Chickasaw County zu geben. Es beginnt mit der Ankunft einer geheimnisvollen Sekte, die sich „Blut-des-Erlösers“ nennt und in einer alten Kirche Quartier nimmt. Rebekka findet die Leute gruselig, und zusammen mit ihrer Freundin Alice spioniert sie der Gemeinde hinterher, was sich als nicht ganz ungefährlich herausstellt.

Dann ist da noch Nadine, die mit ihren Katzen, Hunden und Pferden in ein leerstehendes Haus in der Nachbarschaft einzieht. Rebekka freundet sich mit ihr an, obwohl ihre Mutter dagegen ist. Sie wird von den Pferden magisch angezogen, und hilft heimlich im Stall aus, um so kostenlos Reitstunden zu nehmen.

Und dann gibt es am Ende der Kali Oka Road noch den Cry Baby Creek, in dem vor fast genau 10 Jahren ein Baby gefunden wurde, das von seiner Mutter ertränkt wurde. Angeblich soll man das ermordete Baby des Nachts schreien hören, und hier erleben Rebekka und Alice etwas, was ihnen die Haare zu Berge stehen lässt.


Rebekkas Neugierde bringt sie in Schwierigkeiten, vor allem, als sie es nicht lassen kann, den Leuten von der Blut-des-Erlösers-Gemeinde hinterher zu spionieren. Sie hegt den Verdacht, das diese Baby stehlen und dann verkaufen. Zusammen mit Nadine durchsucht sie sogar die Unterkünfte der Gemeinde, als diese alle auf einer Versammlung in einem anderen Ort sind. Auch lernt sie einen Jungen aus dieser Gemeinde kennen, Greg, der ebenfalls bei Nadine im Stall aushilft.


Rebekka hat es wirklich nicht leicht in diesem Sommer. Während sie versucht, den Geheimnissen der Erlöser-Gemeinde auf die Spur zu kommen und deshalb zu ihrem Vater geschickt wird, lernt sie eine seiner Studentinnen kennen, die ihm offenbar sehr nahe steht. Ist jetzt auch noch die Ehe ihrer Eltern in Gefahr? Rebekka ist verwirrt. Und scheinbar denken alle Mädchen ihres Alters nur noch daran, wie sie sich herausputzen können und wie sie den Jungs gefallen. Damit hat Rebekka noch nichts am Hut.

Doch die Ereignisse spitzen sich zu, es wird für Rebekka richtig gefährlich, und als trauriger Höhepunkt wird Alice kleine Schwester Maebelle entführt. Rebekka ist überzeugt davon, das die Erlöser ihre Hände mit ihm Spiel haben, und endlich kommt auch ihr Vater nach Hause, um ihr bei der Lösung des Problems zu helfen. Das Ende ist dann sehr überraschend und auch traurig, obwohl sich Rebekka mit dem Erwachsenwerden abfindet und sogar noch Gefallen an Jungs findet. Mehr möchte ich hier auch nicht verraten.


Genau wie die anderen drei Bücher, die ich von dieser Autorin besitze, hat mir auch dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist ihr erstes Buch, und es wurde auch gleich ein Erfolg. Obwohl es aus der Sicht der 13jährigen Rebekka geschrieben ist, ist es auch für Erwachsene sehr gut zu lesen, es hat mich richtig in seinen Bann gezogen. Auch dieses Buch habe ich in einem Rutsch bis Nachts um 2.00 Uhr durchgelesen, ich konnte einfach nicht aufhören bis ich die Lösung aller Geheimnisse vor mir hatte.


Carolyn Haines Schreibstil gefällt mir sehr gut. Sie beschreibt liebevoll die Umgebung des Mississippi, wo sie auch selber aufgewachsen ist. Auch hier kann man die Hitze förmlich spüren, den staubigen Sand der Straßen zwischen den Zähnen spüren. Die Spannung wird während des ganzen Buches aufrecht erhalten, als Leser kann man gar nicht aufhören zu lesen, man will einfach wissen, wie es weitergeht. Sie beschreibt ihre Charaktere sehr genau, man sieht sie im Kopf vor sich. Mit der 13jährigen Rebekka konnte ich mich sehr gut identifizieren, ich war als Kind auch sehr neugierig und unternehmungslustig. Zum Glück habe ich aber nicht das erlebt, was Rebekka in diesem Buch alles widerfährt.


Mein Fazit:
Die Lektüre dieses Buches hat mich doch recht nachdenklich zurückgelassen. Das Ende ist etwas hart, aber so ist eben die Realität, es gibt nicht immer für alle ein Happy End. Dieses Buch ist sehr spannend und meiner Meinung nach sehr gut geschrieben. Mir gefällt vor allem die Schilderung der Landschaft dort am Mississippi, und die liebevolle Gestaltung der Charaktere in diesem Buch. Ich kann es nur zu hundert Prozent weiterempfehlen, und vergebe deshalb auch alle fünf Sterne. „Am Ende dieses Sommers“ ist ein Buch, das sich sehr gut in einer heißen Sommernacht lesen lässt, und ich habe es mit Sicherheit nicht das letzte mal gelesen.


Gruss von Eurer BigManu


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-19 23:44:00 mit dem Titel Sarah Booth – ein Daddys Girl als Detektiv

Lange musste ich darauf warten, aber im Januar dieses Jahres konnte ich mir endlich den neuen Roman von Carolyn Haines „Und führe uns in Versuchung“ kaufen. Dieses Buch ist der dritte Fall der sympathischen Privatdetektivin Sarah Booth Delaney, und ich hatte schon voll Spannung auf diese Fortsetzung gewartet. Schon die ersten beiden Bücher, und auch die anderen dieser Autorin hatten mir sehr gut gefallen, da war es natürlich selbstverständlich für mich, den neuen Roman gleich nach seinem Erscheinen zu kaufen.


Gekauft habe ich ihn, wie fast alle meine neuen Bücher, bei www.amazon.de. Es handelt sich hier um ein Taschenbuch, für das ich 7,90 Euro gezahlt habe. Erschienen ist es im Verlag Bastei Lübbe unter der ISBN-Nr. 3-404-14852-2, der Originaltitel lautet „Splintered Bones“.


Die Heldin dieses Buches ist, wie schon in den beiden Büchern davor, die Südstaatlerin Sarah Booth Delaney. In Buch Nummer eins ist es ihr gerade so gelungen, ihren alten Familiensitz vor der Zwangsversteigerung zu retten, indem sie für ihre Freundin als Detektivin tätig wurde. Zwar ist sie auch jetzt noch nicht mit großen Reichtümern gesegnet, aber sie schlägt sich auch in Buch zwei und drei weiter als Privatdetektivin durch. Eigentlich stammt sie ja aus der reichen Oberschicht, doch jetzt wühlt sie in den Geheimnissen eben jener „Daddy Girls“, den verwöhnten Töchtern reicher Eltern, zu denen sie selber einmal gehört hat.

Ihr zur Seite steht der Geist eines ehemaligen Kindermädchens aus der Bürgerkriegszeit, Jitty, was Sarah Leben auch nicht gerade einfacher macht. Jitty nervt die arme Sarah mit ihren Spitzen, da sie immer noch ledig und vor allem Kinderlos ist. Damit sie weiterhin dort spukten kann, muss es einen Nachkommen geben, und sie setzt Sarah deswegen ganz schön zu. Es ist einfach zu köstlich, die Dialoge der beiden zu lesen, wenn sie sich wieder spitzfindige Gemeinheiten an den Kopf werfen.

In Sarah´s drittem Fall soll sie ihrer alten Freundin Eulalee McBride helfen, die gerade gestanden hat ihren Ehemann ermordet zu haben. Kemper, der Ermordete, wurde von ihrem besten Pferd zu Tode getrampelt, hat aber scheinbar vorher noch einen Schlag über den Kopf bekommen. Sarah soll nun Beweise sammeln, das dieser Mann, der nicht nur ein Spieler war sondern auch noch seine Frau misshandelt hat, den Tod verdient hat.

Doch Sarah merkt schnell, das etwas an der Sache faul ist, und sie vermutet, das Eulalee nur versucht ihre halbwüchsige Tochter Kip zu schützen. Diese wird erst einmal bei Sarah einquartiert, und sie scheint einige Gründe gehabt zu haben, ihren Vater zu hassen. Hat er doch ihr geliebtes Pferd verkauft und seine Tochter seelisch einiges an Grausamkeiten angetan.

Doch je weiter Sarah in die Welt der Pferdezüchter und Jagdreiter eintaucht, um so mehr Leute entdeckt sie, die durchaus einen Grund gehabt hätten, Kemper den Tod zu wünschen. Verdächtige gibt es genug, unter anderem auch den smarten Trainer von Eulalees Gestüt, der scheinbar nicht nur Pferde sondern auch die Reiterinnen zureitet. Sogar der Sheriff gerät etwas in Zwielicht, scheint er doch eine Vorliebe für Eulalee zu haben.

Bis zur Lösung dieses Falles gibt es noch einige überraschende Wendungen, und der Schluss ist dann auch recht überraschend. Ich habe bis zum Ende gerätselt, wer ihn den nun auf dem Gewissen hat, und war dann ehrlich gesagt doch überrascht als das Rätsel gelöst wurde. Ich habe die 445 Seiten in einem Rutsch durchgelesen, ich konnte mich einfach nicht davon losreisen.


Genau wie die anderen beiden Bücher ist auch dieses in der Ich-Form geschrieben, so als erzähle als würde man zusammen mit Sarah alles hautnah miterleben. Ich lese gerne Bücher in dieser Form, man kommt der Hauptakteurin so viel näher, und kann sich gut in sie hineinversetzten. Sarah lässt den Leser an ihren Gedanken und Gefühlen teilnehmen, was mir sehr gut gefällt. Man lernt in diesem Buch die Akteure der letzten Bücher teilweise näher kennen, und es kommen auch neue interessante Charaktere dazu. Das Buch ist durchgehend spannend und hat keine Längen. Die ganzen 445 lässt einen die Autorin rätseln, wer nun der Täter ist. Es gibt einige falsche Fährten, denen man zusammen mit Sarah folgt, aber gerade solche Verwicklungen machten ja solch ein Buch erst interessant. Manchmal bin ich am Schluss echt enttäuscht, wenn die Auflösung kommt, weil das Buch dann ja zu Ende ist :o)


Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, und ich habe es, genau wie die anderen dieser Autorin, nochmals gelesen. Beim zweiten Lesen kann man auch viel besser nach Hinweisen suchen, so das man vielleicht einige findet, in denen der Täter sich verraten hat. Meist genieße ich beim zweiten Lesen so ein Buch noch viel mehr. Beim ersten Lesen bin ich immer so gierig die Lösung zu erfahren, das ich zu schnell lese. Auch die guten Dialoge zwischen den einzelnen Akteuren kann ich beim zweiten Lesen viel besser genießen. Und die Gespräche von Sarah mit ihrem Hausgeist Jitty sollte man auf jeden Fall genießen. Oft kann ich mir hier ein Lachen nicht verkneifen, und einige besonders guten Stellen lese ich auch schon mal meinem Männe vor. Wobei er vorher natürlich eine kleine Einführung in die Geschichte bekommt, ob er nun will oder nicht ;o)))


Mein Fazit:
Auch mit „Und führe uns in Versuchung“ ist es Carolyn Haines wieder gelungen, einen spannenden und interessanten Krimi zu schreiben. Die Hauptakteurin, Sarah Booth Delaney ist sehr sympathisch und man kann ich gut mit ihr identifizieren. Ich konnte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen, es fesselt wirklich. Der Hindergrund der Handlung ist sehr interessant, das Milieu, die feine Gesellschaft im Mississippi Delta, gut geschildert. Von mir deshalb alle fünf Sterne und eine uneingeschränkte Weiterempfehlung. Hoffentlich gibt es bald den vierten Fall von Sarah Booth Delaney, denn ich bin gespannt, wie es mit dieser sympathischen Privatdetektivin weiter geht.


Gruss von Eurer BigManu

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