Erfahrungsbericht von SkyMcK
Hohle Story
Pro:
beim besten Willen nicht
Kontra:
abstrus, konfus...
Empfehlung:
Nein
Das Wolfgang Hohlbein nicht gerade für besonders anspruchsvolle Literatur bekannt ist, wissen wir wohl alle. Oft las ich von ihm als dem „deutschen Stephen King“, wobei ich mir nicht immer ganz sicher war, wer da nun mehr beleidigt wäre. Aber dieses Buch hat diese Frage ein für alle Mal und unmissverständlich geklärt. Wäre „Flut“ ein Beitrag bei Yopi oder Ciao es hätte wohl gnadenlos „nicht hilfreich“ gehagelt, zumindest von denen, die nicht pauschal nach Textlänge bewerten, sondern alles lesen (ich hoffe, es sind noch ein paar dabei?). Aber komme ich erst mal zu einem kurzen Storyüberblick:
Thema ist zur Abwechslung mal nicht irgendeine Avalon Saga oder eine Vampirgeschichte, sondern der Glauben und mit ihm das wohl älteste Buch der Welt, die Bibel. Nein, nicht die Bibel, die vielleicht einige von uns kennen, ach, die ist doch bloß zur Beruhigung der Menschen ausgegeben worden, die wahre Bibel wäre viel zu gefährlich und war zudem verschlüsselt. Deshalb wurde z.B. Nostradamus mit der Übersetzung beauftragt (vergesst Luther). Wer bis hierhin schon Zweifel an meinem Geisteszustand hat, dem kann ich nur sagen, es wird noch besser und es geht hier auch nicht um meine, sondern um Hohlbeins kranke Fantasie.
Irgendwo am Sylvesterabend der Jahrtausendwende (laut gregorianischem Kalender, heißt lange vor dem Jahr 2000) marschiert eine lustige kleine Killerbrigade in ein deutsches Krankenhaus, um dort die Geburt des vorhergesagten Antichristen zu verhindern. Dieser soll in der letzten Sekunde vor Mitternacht zur Welt kommen, eine Sekunde später ein neuer Messias. Dummerweise stellt sich nun heraus, herrje, es sind Zwillinge. Mutter, Arzt und Hebamme sind bereits tot, so dass niemand sagen kann, wer ist denn nun das Erstgeborene, der Junge oder das Mädchen. So wird spontan der Mordplan in einen Entführungsplan umgewandelt und ab geht’s durch die Mitte. Die beiden überlebenden Entführer (ihr glaubt nie, wer das ist, aber dazu später) nehmen jeweils ein Kind und weiter geht die Geschichte 20 Jahre später.
Eine junge Frau, namens Rachel, ausgestattet mit der Gabe des Hellsehens ist nun auf der Flucht vor bösen schwarzen Männern, die einerseits mit Granaten, Maschinenpistolen und Raketenwerfern auf sie schießen, sie aber zum Glück nur lebend fangen wollen, da man in ihr den Messias vermutet. Das liegt auch irgendwie nahe, schließlich hat sie nach einhelliger Meinung gerade den Gemeindepfarrer auf dem Gewissen.
Was nun folgt ist ein ständiger Wechsel der Verfolger, mal von der Polizei gejagt, mal von russischen Söldner, oder auch von „Drachenaugen“, die allerdings nur sie selbst sieht. Ach, noch so ‚ne kleine Geschichte nebenher, die Welt geht gerade unter. Die beiden sündigsten Städte wurden schon durch Meteoriten ausgelöscht, nämlich Las Vegas und Bangkok („Sodom und Gomorra“), zusätzlich bahnt sich noch eine kleine Sinnflut an, die allerdings nach dem Einschlag des 30 Kilometer großen Meteoriten sowieso keine große Rolle mehr spielen würde.
Nun ja, aber dies soll ja noch verhindert werden, hier kommt die an einem unbekannten Ort versteckte Uschi ins Spiel. In Begleitung ihres scheinbar einzigen Freundes macht sich Rachel auf den Weg zu ihr, wobei die göttliche Unterstützung nie weit weg ist, seien es nun hilfreiche Blitzschläge oder auch nur ein Marienkreuz, dass ihr „traurig“ den Weg weist.
Der ganze Irrweg kann natürlich nur zu einem Ziel führen, na, wer ist IHM denn angeblich am nahsten? Richtig, der Papst, in diesem Fall Johannes Petrus II (der erste unter 50 Jahren), die gleiche Person, die etliche Jahre zuvor ein neugeborenes Kind töten wollte. Jetzt hörts doch wohl auf, oder? Nein, es fehlt noch ein *das Wort müsst ich erfinden* Showdown, der auf alle Fälle seines gleichen sucht, zum Glück kann ich nur sagen. Aber den erspar ich euch jetzt, sonst kommt’s hier wirklich noch zum Untergang.
Wie ihr zweifellos festgestellt habt, ich bin restlos begeistert von diesem Buch. Klare strukturierte Handlungen, ein ernsthafter, dem Thema angemessener Schreibstil, der überhaupt nie ins Lächerliche abrutscht, nein, nie. Ich stelle mir den armen Menschen vor, der an das glaubt, was in der Bibel steht, der muss sich fast schon persönlich angegriffen fühlen. Wie man in der Volksmusik keinen Respekt vor Interpreten wie Abba oder Frank Sinatra hat und sie auf deutsch nachplärt, so gibt es wohl auch Menschen, die vieler Orts als Schriftsteller bezeichnet werden (aber so weit will ich nicht gehen) und scheinbar genauso viel Taktgefühl besitzen. Dankeschön.
Die Sintflut hat schon einmal versagt, wurde uns deshalb Hohlbein geschickt, uns alle zu strafen? Haben wir DAS verdient?
Aber ich will versuchen (es fällt mir wirklich schwer) objektiv zu bleiben und auch die wenigen positiven Punkte aufzuzählen: Das Buch kostet ca. 22€ und enthält etwas mehr als 600 Seiten. Ich weiß nicht, ob dieses Papier zum Drehen von Zigaretten geeignet ist, aber wenn ja, dann ist es wenigstens für Raucher kein absolutes Verlustgeschäft gewesen. Auch als Kohleanzünder kommt man bei sparsamem Verbrauch sicher eine ganz Weile damit aus. Es eignet sich auch ausgezeichnet zum Pressen von z.B. Pflanzen. Wozu es sich überhaupt nicht eignet, ist ZUM LESEN.
So, jetzt geht’s mir ein wenig besser, nur an dem Totalverlust (Nichtraucher) der 22€ wird ich wohl noch etwas zu knabbern haben. Eins möcht ich noch klarstellen am Ende. Falls das jetzt so herüberkam, als ob ich Hohlbein generell verteufeln würde, dann ist das ein Mißverständnis, ich finde viele Bücher von ihm wirklich toll, z.B. das Druidentor, aber man kann scheinbar auch zuviel schreiben und darunter leidet dann eindeutig die Qualität. Ciao euer Marcel alias SkyMcK
Thema ist zur Abwechslung mal nicht irgendeine Avalon Saga oder eine Vampirgeschichte, sondern der Glauben und mit ihm das wohl älteste Buch der Welt, die Bibel. Nein, nicht die Bibel, die vielleicht einige von uns kennen, ach, die ist doch bloß zur Beruhigung der Menschen ausgegeben worden, die wahre Bibel wäre viel zu gefährlich und war zudem verschlüsselt. Deshalb wurde z.B. Nostradamus mit der Übersetzung beauftragt (vergesst Luther). Wer bis hierhin schon Zweifel an meinem Geisteszustand hat, dem kann ich nur sagen, es wird noch besser und es geht hier auch nicht um meine, sondern um Hohlbeins kranke Fantasie.
Irgendwo am Sylvesterabend der Jahrtausendwende (laut gregorianischem Kalender, heißt lange vor dem Jahr 2000) marschiert eine lustige kleine Killerbrigade in ein deutsches Krankenhaus, um dort die Geburt des vorhergesagten Antichristen zu verhindern. Dieser soll in der letzten Sekunde vor Mitternacht zur Welt kommen, eine Sekunde später ein neuer Messias. Dummerweise stellt sich nun heraus, herrje, es sind Zwillinge. Mutter, Arzt und Hebamme sind bereits tot, so dass niemand sagen kann, wer ist denn nun das Erstgeborene, der Junge oder das Mädchen. So wird spontan der Mordplan in einen Entführungsplan umgewandelt und ab geht’s durch die Mitte. Die beiden überlebenden Entführer (ihr glaubt nie, wer das ist, aber dazu später) nehmen jeweils ein Kind und weiter geht die Geschichte 20 Jahre später.
Eine junge Frau, namens Rachel, ausgestattet mit der Gabe des Hellsehens ist nun auf der Flucht vor bösen schwarzen Männern, die einerseits mit Granaten, Maschinenpistolen und Raketenwerfern auf sie schießen, sie aber zum Glück nur lebend fangen wollen, da man in ihr den Messias vermutet. Das liegt auch irgendwie nahe, schließlich hat sie nach einhelliger Meinung gerade den Gemeindepfarrer auf dem Gewissen.
Was nun folgt ist ein ständiger Wechsel der Verfolger, mal von der Polizei gejagt, mal von russischen Söldner, oder auch von „Drachenaugen“, die allerdings nur sie selbst sieht. Ach, noch so ‚ne kleine Geschichte nebenher, die Welt geht gerade unter. Die beiden sündigsten Städte wurden schon durch Meteoriten ausgelöscht, nämlich Las Vegas und Bangkok („Sodom und Gomorra“), zusätzlich bahnt sich noch eine kleine Sinnflut an, die allerdings nach dem Einschlag des 30 Kilometer großen Meteoriten sowieso keine große Rolle mehr spielen würde.
Nun ja, aber dies soll ja noch verhindert werden, hier kommt die an einem unbekannten Ort versteckte Uschi ins Spiel. In Begleitung ihres scheinbar einzigen Freundes macht sich Rachel auf den Weg zu ihr, wobei die göttliche Unterstützung nie weit weg ist, seien es nun hilfreiche Blitzschläge oder auch nur ein Marienkreuz, dass ihr „traurig“ den Weg weist.
Der ganze Irrweg kann natürlich nur zu einem Ziel führen, na, wer ist IHM denn angeblich am nahsten? Richtig, der Papst, in diesem Fall Johannes Petrus II (der erste unter 50 Jahren), die gleiche Person, die etliche Jahre zuvor ein neugeborenes Kind töten wollte. Jetzt hörts doch wohl auf, oder? Nein, es fehlt noch ein *das Wort müsst ich erfinden* Showdown, der auf alle Fälle seines gleichen sucht, zum Glück kann ich nur sagen. Aber den erspar ich euch jetzt, sonst kommt’s hier wirklich noch zum Untergang.
Wie ihr zweifellos festgestellt habt, ich bin restlos begeistert von diesem Buch. Klare strukturierte Handlungen, ein ernsthafter, dem Thema angemessener Schreibstil, der überhaupt nie ins Lächerliche abrutscht, nein, nie. Ich stelle mir den armen Menschen vor, der an das glaubt, was in der Bibel steht, der muss sich fast schon persönlich angegriffen fühlen. Wie man in der Volksmusik keinen Respekt vor Interpreten wie Abba oder Frank Sinatra hat und sie auf deutsch nachplärt, so gibt es wohl auch Menschen, die vieler Orts als Schriftsteller bezeichnet werden (aber so weit will ich nicht gehen) und scheinbar genauso viel Taktgefühl besitzen. Dankeschön.
Die Sintflut hat schon einmal versagt, wurde uns deshalb Hohlbein geschickt, uns alle zu strafen? Haben wir DAS verdient?
Aber ich will versuchen (es fällt mir wirklich schwer) objektiv zu bleiben und auch die wenigen positiven Punkte aufzuzählen: Das Buch kostet ca. 22€ und enthält etwas mehr als 600 Seiten. Ich weiß nicht, ob dieses Papier zum Drehen von Zigaretten geeignet ist, aber wenn ja, dann ist es wenigstens für Raucher kein absolutes Verlustgeschäft gewesen. Auch als Kohleanzünder kommt man bei sparsamem Verbrauch sicher eine ganz Weile damit aus. Es eignet sich auch ausgezeichnet zum Pressen von z.B. Pflanzen. Wozu es sich überhaupt nicht eignet, ist ZUM LESEN.
So, jetzt geht’s mir ein wenig besser, nur an dem Totalverlust (Nichtraucher) der 22€ wird ich wohl noch etwas zu knabbern haben. Eins möcht ich noch klarstellen am Ende. Falls das jetzt so herüberkam, als ob ich Hohlbein generell verteufeln würde, dann ist das ein Mißverständnis, ich finde viele Bücher von ihm wirklich toll, z.B. das Druidentor, aber man kann scheinbar auch zuviel schreiben und darunter leidet dann eindeutig die Qualität. Ciao euer Marcel alias SkyMcK

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