Erfahrungsbericht von sidhe
Unsre Feinde sind wir selbst...
Pro:
gut zu lesen, spannend bis zur letzen Seite, überraschendes Ende
Kontra:
?
Empfehlung:
Nein
"Bahnwärter Thiel", 1887 geschrieben von Gerhardt Hauptmann (geb. 15. Januar 1862, gest. 6. Juni 1946). Über dieses Buch möcht ich heute aus mehr oder minder „aktuellem Anlaß“ schreiben – Stichwort Erfurt. Genaueres dazu aber im „Nachwort“.
Die Geschichte von dem Bahnwärter Thiel – Zusammengefasst
Die Hauptperson der novellistischen Studie ist der Bahnwärter Thiel, der eine glückliche Ehe mit seiner Frau Minna führt. Bei der Geburt ihres gemeinsamen Kindes Tobias stirbt Minna im Kindbett. Kurz vor ihrem Tod verspricht Thiel seiner geliebten Frau, gut auf den schwächlichen Tobias zu achten. Aus diesem Grund heiratet er ein Jahr später zum zweiten Mal – seine neue Frau Lene soll die Mutterrolle für den kleinen Tobias übernehmen.
Lene ist eine harte, rohe Person mit starken Sexualtrieben. Sie behandelt Tobias völlig anders, als Thiel sich dies vorstellt. Doch da die Frau schnell die leitende Position in der Ehe übernommen hat, ist es Thiel unmöglich, sich von ihr zu trennen. Hinzu kommt eine von Thiel unbemerkte aber für den Leser deutlich werdende Abhängigkeit von den Trieben seiner Frau. Auf der Suche nach Ruhe wird sein Arbeitsplatz, das Bahnwärterhäuschen, nach und nach zu einer Zufluchtsstätte, in der er versucht, geistigen Kontakt mit seiner verstorbenen Frau aufzunehmen.
Lene und er bekommen ein gemeinsames Kind, dem Thiel keinerlei Beachtung schenkt. Der Sohn Tobias ist es, dem seine Liebe gilt, nicht Lenes Kind. Doch selbst, als er entdeckt. Das Lene seinen ältesten Sohn schlägt, ist er unfähig, sich von ihr zu trennen, was sich auf die sexuelle Abhängigkeit zurück führen läßt.
Der Bahnwärter versinkt immer öfter in eine fast authentische Scheinwelt, kann immer schlechter Traum und Wirklichkeit unterscheiden. Oft erscheint ihm seine verstorbene Minna, die ihn darauf hinzuweisen versuchen zu scheint, daß er seine Aufgaben Tobias gegenüber nur unzureichend erfüllt. Diese Momente erschüttern ihn – machen ihn aber nicht stark genug, sich gegenüber Lene zu behaupten.
Vom Bahnmeister bekommt das Ehepaar ein Stück Land in der Nähe des Bahnwärterhäuschens geschenkt, das Lene bald beginnt zu bewirtschaften. An dem Tag, an dem sie ihre die Arbeit beginnt, muß Tobias wie so oft auf das Baby achten. In dem nahegelegenen Bahnwärterhäuschen geht Thiel seiner täglichen Arbeit nach...
Der zur gewohnten Zeit eintreffende Schnellzug bremst abrupt. Durch das Pfeifen alarmiert läuft Thiel zu den Gleisen. Dort sieht er seinen schwerverletzten Sohn Tobias liegen. Obwohl der Junge sofort zu einem Doktor gebracht wird, überlebt er nicht. Thiel fällt in Ohnmacht, als er von dem Tod seines geliebten Sohnes hört. Einige Anwesenden bringen ihn und Lene nach Hause.
Später soll die Kinderleiche in Thiels Haus gebracht werden. Die Männer, die Tobias ein letztes Mal in sein unglückliches Zuhause bringen, finden nur die Leiche von Lene und ihrem Kind – die Frau lag „...in ihrem eigenen Blut, das Gesicht unkenntlich, mit zerschmetterter Hirnschale“ und ihr Kind lag da „...mit zerschnittenem Halse“.
Der Bahnwärter Thiel wir kurz darauf, mit der Mütze seines Sohnes in der Hand, an der Todesstelle gefunden. Der geistig erkrankte Thiel wird kurz darauf in die Psychiatrie eingewiesen.
„Noch bei der Einlieferung hielt er das braune Mützchen in Händen und bewachte es mit eifersüchtiger Sorgfalt und Zärtlichkeit.“
Thiels Weg in den Wahnsinn...
beginnt schrittweise. Eingeleitet wird das Unglück bei dem Tod seiner ersten Frau Minna, mit der ihn eine tiefe, geistige Liebe verband. Mit Lene, die er heiratete um Tobias eine zweite Mutter zu schenken, beruhte die Ehe auf einer sexuellen Abhängigkeit, die Thiel zu Lene entwickelte. Eben dies machte es ihm unmöglich, sich von ihr zu trennen oder einzugreifen, wenn sie seinen Sohn schlug – er war unfähig, seinem Kind zu helfen.
Er entwickelt starke Schuldgefühle, trennt sein jetziges Leben immer mehr in Gedanken von dem Leben, das er mit Minna führte. Langsam aber verschwamm die klare Trennlinie, so dass er nicht sicher wußte, was er erlebte und was träumte. Sein letzter Halt war Tobias, eine Art lebende Erinnerung an seine Frau und sein geliebter Sohn. Als dieser bei dem Bahnunglück ums Leben kommt, verliert Thiel die letzte Verbindung zur Realität. Er ermordet die in seinen Augen an dem Unglück schuldige Lene, gegen die er aufgrund der Behandlung, die sie seinem Sohn angedeihen lies, ohnehin einen tiefen, verdrängten Groll hegt, und ihr gemeinsames Kind, das er nie wirklich geliebt hat. Danach verfiel er vollständig seiner Scheinwelt.
>>> Das war „diala Freud\'s Meinung, keine Psychoanalyse eines Studiertes
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-26 10:06:36 mit dem Titel Apokalypse now – Hohlbein at his best
Heute versuche ich mich das erste Mal an einem Bericht über eine meiner größten Leidenschaften – das Lesen. Und versuche mich dabei gleich an einem großen Werk (in meinen Augen) eines noch größeren Autors (in vieler Augen) – „Der Widersacher“ von Wolfgang Hohlbein.
Zum Autor...
*~*~*~*~*~*~*~
...nur kurz die wichtigsten Daten: Wolfgang Hohlbein wurde am 11. August 1953 in Weimar geboren und lebt mit seiner Familie in Neuss bei Düsseldorf.
Pressestimme:
Die \"Magier der Fantasy-Literatur\", wie [die Hohlbeins] bewundert genannt werden, verschmelzen Märchenhaftigkeit, metaphysische Sinnsuche und erzählerische Spannung zu einem Zauberelixier. Hierin Altmeistern wie Mytheningenieur Tolkien, dem Märchenerzähler Michael Ende und dem subtilen Horrorspezialisten Stephen King seelenverwandt, knüpfen sie bei ihren spirituellen Expeditionen doch an die heimelig deutsche, märchensinnige Tradition der Kobolde, Teufel, schwarzen Engel und wundersamen Greife an.
(Quelle: Die Welt)
Der Widersacher
*~*~*~*~*~*~*~*~
Hohlbein wagt sich in einem seiner Real-Fantasy Romane an seine ganz eigene Interpretation der biblischen Apokalypse. Das Buch ist in vier Teile gegliedert, zu Beginn jedes Teils wird ein Ausschnitt der Apokalypse zitiert.
Die Geschichte
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
„Und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend, wie eine Fackel. Er fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen...und viele Menschen starben an den Wassern, weil sie bitter geworden waren.“ Apk 8,10.11
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Der Versicherungsvertreter Brenner liest auf seiner Fahrt durch die deutsche Nacht die Anhalterin Astrid auf, eine junge Frau, die von Zuhause ausgerissen ist, wie er von ihr erfährt. Durch eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ bleiben die beiden ohne Benzin liegen – mitten auf einer verschneiten Landstrasse. Kein anderes Auto ist in Sicht, keine Stadt geschweige denn eine Tankstelle.
Auf der Suche nach Hilfe erreichen die beiden ein im Wald verstecktes Kloster, dessen „Außenanlage“ schnell deutlich macht, dass Besucher hier kaum erwünscht oder gar willkommen sind. Eine andere Alternative tut sich nicht auf – die beiden bitten in dem Kloster um Unterkunft.
Während dessen führt der weltweit gesuchte Terrorist und mehrfacher Mörder „Salid“ einen Überfall auf ein amerikanisches Militärgelände in Deutschland durch. Der Überfall mißlingt fast, Salid verliert viele seiner Männer und flüchtet mit einem Hubschrauber... Richtung dem Kloster, in dem Astrid und Brenner die Nacht verbringen, um am nächsten Morgen im Dorf Benzin zu besorgen.
Der Zusammenprall Salids und seiner amerikanischen Verfolger findet genau über eben diesem Kloster statt. Brenner wird schwer verletzt, es sterben viele Menschen, Astrid verschwindet und Salid muß einem Etwas ins Auge sehen, daß noch böser ist als er es zu sein scheint – tausendfach böser. Er kennt nur einen Namen dafür... Scheitan.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
„Dann sehen Leute... ...ihre Leichname drei und einen halben Tag, dulden aber nicht, dass ihre Leichname in ein Grab gelegt werden... ...aber nach dreieinhalb Tagen kam Lebensgeist in sie... ...und große Furcht befiehl die, die sie sahen.“ Apk. 11,9.11
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Die Opfer des Zusammenpralls erwachen wieder zum Leben. Erst nachdem die Männer am Stützpunkt in Nähe der Halle, in der die vormals Toten auf ihre Identifizierung und Bestattung warteten, die „Wiederlebenden“ getötet haben, begreifen sie, dass diese nichts Böses wollten...
Brenner harrt seit Tagen in einem Krankenhaus, immer mehr beschleicht ihn das Gefühl, er werde dort festgehalten – nicht seiner Gesundheit willen. Ein Befreier naht – es ist niemand anderes als Salid, der auf den Leser schon nicht mehr den Eindruck des bösen Mörders und Terroristen macht, sondern eher den eines Mannes, der bereit ist, etwas viel böseres aufzuhalten und dabei auch sein Leben opfern würde.
Auf ihrer Flucht aus dem Krankenhaus begleitet sie der junge Priester Johannes – der viel mehr über das kleine Kloster zu wissen scheint, als er zugibt, etwas, das ihm Angst macht.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
„Und ich sah vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde... und der eine Engel sprach: Beschädigt die Erde nicht, noch das Meer oder die Bäume.“ Apk 7,1.3
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Sie werden verfolgt, wie es scheint noch von einer anderen Macht als dem amerikanischen Militär – von einer Macht, die weiß, was in dem Kloster geheim gehalten und versteckt wurde, das Kloster, das bei Salids Absturz schwer beschädigt wurde.
Ewige Nacht scheint sich über Deutschland zu senken, die 3 Personen kämpfen sich durch die Dunkelheit ihren Weg zu dem Kloster. Eine schützende Hand scheint sie gegen ihre Verfolger zu begleiten, eine Hand, die sie nur in eine Richtung gehen läßt – das Kloster war der Angelpunkt und der Anfang der Geschichte, dort scheint es auch enden zu müssen...
Für alle, die das Buch noch lesen möchten: Bitte nicht weiterlesen, erst wieder bei „Fazit“ anfangen!!!!!! Es sei gesagt, der Finale Countdown ist wie das Buch in voller Hohlbein-Manier – überraschend und kaum im Sinne der kirchlichen Mächte.
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
„Und der siebente Engel goß aus seiner Schale in die Luft, und es ging aus eine Stimme vom Himmel... ...die sprach „Es ist geschehen,“ Apk 16,17
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Das Ende nähert sich – die drei kommen an dem Kloster an. Von Johannes wissen sie, dass eine schreckliche Macht in den alten Mauern eingesperrt ist, seit fast 2000 Jahren nun, und das diese Macht sich durch die Zerstörung des Klosters nun befreit hat.
Ihr hartnäckigster Verfolger, ein FBI – Mann, kommt bei einem Helikopter-Absturz in den Flammen fast zu Tode – mehr tot als lebendig schafft er es, die drei beim Kloster einzuholen und tötet Johannes und Salid, bevor er selbst stirbt.
Brenner überlebt als einziger – an ihm ist es nun, die Macht aufzuhalten. So geht er die Treppen hinab zu dem Verlies, in dem das Unsagbare seit so langer Zeit gefangen war. Vor dem Verlies selbst erscheint Astrid überraschend wieder in der Handlung – Brenners Erscheinen in dem Kloster zu diesem Zeitpunkt war vorhergesehen, geplant und nötig. Sie, die junge Anhalterin war es, die dafür sorgte, dass alles den vorbestimmten Lauf nimmt...
Brenner betritt das Verlies mit dem Wissen, dass er gegen das Unsagbare hinter den Mauern nichts tun kann, er kann sich ihm nur stellen und selbst sterben, bevor das Böse die Welt zerstört.
Er steht einen Mann gegenüber, 30 Jahre ungefähr, mit Augen, die älter sind als die Welt. Und der Mann erzählt seine Geschichte...
...die Geschichte eines Boten der Apokalypse, der gekommen war, die Menschen ihrem Gericht vorzuführen. Zwölf Männer baten ihm um Aufschub, um Gnade, die er nicht gewähren wollte. So sperrten sie ihn in dieses Verlies, im Glauben, die Mauern könnten ihn halten. Sie schufen ein Buch, eine Geschichte und Gebote, um die Menschheit auf den rechten Weg zu führen, bevor ER wieder aus den Mauern käme, die Menschheit zu richten. Er ließ es geschehen, eher belustigt denn gnädig, sich bewußt darüber, dass er jederzeit sein „Gefängnis“ verlassen konnte, um das zu tun, für das er auf Erden gekommen war.
Brenner verläßt das Kloster. Am Waldrand warten Salid, auf einem schwarzen Hengst, Johannes, auf einem weißen Hengst, und der verbrannte Amerikaner, auf einem roten Hengst. Für ihn steht ein brauner Hengst bereit. Er steigt auf.
Und sie ritten los, die vier Reiter der Apokalypse, die Menschheit zu richten.
Fazit
*~*~*~
Ich habe sehr viele Bücher von Hohlbein gelesen – schon oft wanderte ich mit ihm durch die Götterdämmerung, Ragnarök und erlebte den Weltuntergang, die Apokalypse. Und wie so oft findet auch die Weltmacht „Kirche“ ihren Platz in diesem Buch – und es ist kein netter Platz, den Hohlbein ihr gewährt.
Dieses Buch hat mich gerade durch sein Ende so sehr fasziniert. Es liest sich von Anfang an flüssig, auch wenn die Krankenhaus-Episode ein wenig lang dauert, ist spannend und verständlich. Hohlbein versteht es, den Leser in den Bann zu ziehen und dann die Spannung zu steigern bis ins fast Unerträgliche, um den Leser dann mit einem überraschenden Ende zu überfallen.
Ich hatte am Ende des Buches eine Gänsehaut und wollte es gar nicht weglegen. Ich kann nur jedem Hohlbein-Fan, Anhänger von Real-Fantasy, Horror-Begeisterten und allen anderen, die ein extrem spannendes Buch mögen, das nicht allzu nett mit der Kirche umgeht (ein Bischoff würde es wohl eher verbrennen denn lesen), diese Buch empfehlen – „Der Widersacher“ ist eines der besten Bücher, die ich von Hohlbein je gelesen habe – und ich habe viele gelesen!
In Liebe (-;
sidhe
Die Geschichte von dem Bahnwärter Thiel – Zusammengefasst
Die Hauptperson der novellistischen Studie ist der Bahnwärter Thiel, der eine glückliche Ehe mit seiner Frau Minna führt. Bei der Geburt ihres gemeinsamen Kindes Tobias stirbt Minna im Kindbett. Kurz vor ihrem Tod verspricht Thiel seiner geliebten Frau, gut auf den schwächlichen Tobias zu achten. Aus diesem Grund heiratet er ein Jahr später zum zweiten Mal – seine neue Frau Lene soll die Mutterrolle für den kleinen Tobias übernehmen.
Lene ist eine harte, rohe Person mit starken Sexualtrieben. Sie behandelt Tobias völlig anders, als Thiel sich dies vorstellt. Doch da die Frau schnell die leitende Position in der Ehe übernommen hat, ist es Thiel unmöglich, sich von ihr zu trennen. Hinzu kommt eine von Thiel unbemerkte aber für den Leser deutlich werdende Abhängigkeit von den Trieben seiner Frau. Auf der Suche nach Ruhe wird sein Arbeitsplatz, das Bahnwärterhäuschen, nach und nach zu einer Zufluchtsstätte, in der er versucht, geistigen Kontakt mit seiner verstorbenen Frau aufzunehmen.
Lene und er bekommen ein gemeinsames Kind, dem Thiel keinerlei Beachtung schenkt. Der Sohn Tobias ist es, dem seine Liebe gilt, nicht Lenes Kind. Doch selbst, als er entdeckt. Das Lene seinen ältesten Sohn schlägt, ist er unfähig, sich von ihr zu trennen, was sich auf die sexuelle Abhängigkeit zurück führen läßt.
Der Bahnwärter versinkt immer öfter in eine fast authentische Scheinwelt, kann immer schlechter Traum und Wirklichkeit unterscheiden. Oft erscheint ihm seine verstorbene Minna, die ihn darauf hinzuweisen versuchen zu scheint, daß er seine Aufgaben Tobias gegenüber nur unzureichend erfüllt. Diese Momente erschüttern ihn – machen ihn aber nicht stark genug, sich gegenüber Lene zu behaupten.
Vom Bahnmeister bekommt das Ehepaar ein Stück Land in der Nähe des Bahnwärterhäuschens geschenkt, das Lene bald beginnt zu bewirtschaften. An dem Tag, an dem sie ihre die Arbeit beginnt, muß Tobias wie so oft auf das Baby achten. In dem nahegelegenen Bahnwärterhäuschen geht Thiel seiner täglichen Arbeit nach...
Der zur gewohnten Zeit eintreffende Schnellzug bremst abrupt. Durch das Pfeifen alarmiert läuft Thiel zu den Gleisen. Dort sieht er seinen schwerverletzten Sohn Tobias liegen. Obwohl der Junge sofort zu einem Doktor gebracht wird, überlebt er nicht. Thiel fällt in Ohnmacht, als er von dem Tod seines geliebten Sohnes hört. Einige Anwesenden bringen ihn und Lene nach Hause.
Später soll die Kinderleiche in Thiels Haus gebracht werden. Die Männer, die Tobias ein letztes Mal in sein unglückliches Zuhause bringen, finden nur die Leiche von Lene und ihrem Kind – die Frau lag „...in ihrem eigenen Blut, das Gesicht unkenntlich, mit zerschmetterter Hirnschale“ und ihr Kind lag da „...mit zerschnittenem Halse“.
Der Bahnwärter Thiel wir kurz darauf, mit der Mütze seines Sohnes in der Hand, an der Todesstelle gefunden. Der geistig erkrankte Thiel wird kurz darauf in die Psychiatrie eingewiesen.
„Noch bei der Einlieferung hielt er das braune Mützchen in Händen und bewachte es mit eifersüchtiger Sorgfalt und Zärtlichkeit.“
Thiels Weg in den Wahnsinn...
beginnt schrittweise. Eingeleitet wird das Unglück bei dem Tod seiner ersten Frau Minna, mit der ihn eine tiefe, geistige Liebe verband. Mit Lene, die er heiratete um Tobias eine zweite Mutter zu schenken, beruhte die Ehe auf einer sexuellen Abhängigkeit, die Thiel zu Lene entwickelte. Eben dies machte es ihm unmöglich, sich von ihr zu trennen oder einzugreifen, wenn sie seinen Sohn schlug – er war unfähig, seinem Kind zu helfen.
Er entwickelt starke Schuldgefühle, trennt sein jetziges Leben immer mehr in Gedanken von dem Leben, das er mit Minna führte. Langsam aber verschwamm die klare Trennlinie, so dass er nicht sicher wußte, was er erlebte und was träumte. Sein letzter Halt war Tobias, eine Art lebende Erinnerung an seine Frau und sein geliebter Sohn. Als dieser bei dem Bahnunglück ums Leben kommt, verliert Thiel die letzte Verbindung zur Realität. Er ermordet die in seinen Augen an dem Unglück schuldige Lene, gegen die er aufgrund der Behandlung, die sie seinem Sohn angedeihen lies, ohnehin einen tiefen, verdrängten Groll hegt, und ihr gemeinsames Kind, das er nie wirklich geliebt hat. Danach verfiel er vollständig seiner Scheinwelt.
>>> Das war „diala Freud\'s Meinung, keine Psychoanalyse eines Studiertes
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-26 10:06:36 mit dem Titel Apokalypse now – Hohlbein at his best
Heute versuche ich mich das erste Mal an einem Bericht über eine meiner größten Leidenschaften – das Lesen. Und versuche mich dabei gleich an einem großen Werk (in meinen Augen) eines noch größeren Autors (in vieler Augen) – „Der Widersacher“ von Wolfgang Hohlbein.
Zum Autor...
*~*~*~*~*~*~*~
...nur kurz die wichtigsten Daten: Wolfgang Hohlbein wurde am 11. August 1953 in Weimar geboren und lebt mit seiner Familie in Neuss bei Düsseldorf.
Pressestimme:
Die \"Magier der Fantasy-Literatur\", wie [die Hohlbeins] bewundert genannt werden, verschmelzen Märchenhaftigkeit, metaphysische Sinnsuche und erzählerische Spannung zu einem Zauberelixier. Hierin Altmeistern wie Mytheningenieur Tolkien, dem Märchenerzähler Michael Ende und dem subtilen Horrorspezialisten Stephen King seelenverwandt, knüpfen sie bei ihren spirituellen Expeditionen doch an die heimelig deutsche, märchensinnige Tradition der Kobolde, Teufel, schwarzen Engel und wundersamen Greife an.
(Quelle: Die Welt)
Der Widersacher
*~*~*~*~*~*~*~*~
Hohlbein wagt sich in einem seiner Real-Fantasy Romane an seine ganz eigene Interpretation der biblischen Apokalypse. Das Buch ist in vier Teile gegliedert, zu Beginn jedes Teils wird ein Ausschnitt der Apokalypse zitiert.
Die Geschichte
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„Und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend, wie eine Fackel. Er fiel auf den dritten Teil der Flüsse und auf die Wasserquellen...und viele Menschen starben an den Wassern, weil sie bitter geworden waren.“ Apk 8,10.11
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Der Versicherungsvertreter Brenner liest auf seiner Fahrt durch die deutsche Nacht die Anhalterin Astrid auf, eine junge Frau, die von Zuhause ausgerissen ist, wie er von ihr erfährt. Durch eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ bleiben die beiden ohne Benzin liegen – mitten auf einer verschneiten Landstrasse. Kein anderes Auto ist in Sicht, keine Stadt geschweige denn eine Tankstelle.
Auf der Suche nach Hilfe erreichen die beiden ein im Wald verstecktes Kloster, dessen „Außenanlage“ schnell deutlich macht, dass Besucher hier kaum erwünscht oder gar willkommen sind. Eine andere Alternative tut sich nicht auf – die beiden bitten in dem Kloster um Unterkunft.
Während dessen führt der weltweit gesuchte Terrorist und mehrfacher Mörder „Salid“ einen Überfall auf ein amerikanisches Militärgelände in Deutschland durch. Der Überfall mißlingt fast, Salid verliert viele seiner Männer und flüchtet mit einem Hubschrauber... Richtung dem Kloster, in dem Astrid und Brenner die Nacht verbringen, um am nächsten Morgen im Dorf Benzin zu besorgen.
Der Zusammenprall Salids und seiner amerikanischen Verfolger findet genau über eben diesem Kloster statt. Brenner wird schwer verletzt, es sterben viele Menschen, Astrid verschwindet und Salid muß einem Etwas ins Auge sehen, daß noch böser ist als er es zu sein scheint – tausendfach böser. Er kennt nur einen Namen dafür... Scheitan.
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„Dann sehen Leute... ...ihre Leichname drei und einen halben Tag, dulden aber nicht, dass ihre Leichname in ein Grab gelegt werden... ...aber nach dreieinhalb Tagen kam Lebensgeist in sie... ...und große Furcht befiehl die, die sie sahen.“ Apk. 11,9.11
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Die Opfer des Zusammenpralls erwachen wieder zum Leben. Erst nachdem die Männer am Stützpunkt in Nähe der Halle, in der die vormals Toten auf ihre Identifizierung und Bestattung warteten, die „Wiederlebenden“ getötet haben, begreifen sie, dass diese nichts Böses wollten...
Brenner harrt seit Tagen in einem Krankenhaus, immer mehr beschleicht ihn das Gefühl, er werde dort festgehalten – nicht seiner Gesundheit willen. Ein Befreier naht – es ist niemand anderes als Salid, der auf den Leser schon nicht mehr den Eindruck des bösen Mörders und Terroristen macht, sondern eher den eines Mannes, der bereit ist, etwas viel böseres aufzuhalten und dabei auch sein Leben opfern würde.
Auf ihrer Flucht aus dem Krankenhaus begleitet sie der junge Priester Johannes – der viel mehr über das kleine Kloster zu wissen scheint, als er zugibt, etwas, das ihm Angst macht.
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„Und ich sah vier Engel stehen an den vier Ecken der Erde... und der eine Engel sprach: Beschädigt die Erde nicht, noch das Meer oder die Bäume.“ Apk 7,1.3
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Sie werden verfolgt, wie es scheint noch von einer anderen Macht als dem amerikanischen Militär – von einer Macht, die weiß, was in dem Kloster geheim gehalten und versteckt wurde, das Kloster, das bei Salids Absturz schwer beschädigt wurde.
Ewige Nacht scheint sich über Deutschland zu senken, die 3 Personen kämpfen sich durch die Dunkelheit ihren Weg zu dem Kloster. Eine schützende Hand scheint sie gegen ihre Verfolger zu begleiten, eine Hand, die sie nur in eine Richtung gehen läßt – das Kloster war der Angelpunkt und der Anfang der Geschichte, dort scheint es auch enden zu müssen...
Für alle, die das Buch noch lesen möchten: Bitte nicht weiterlesen, erst wieder bei „Fazit“ anfangen!!!!!! Es sei gesagt, der Finale Countdown ist wie das Buch in voller Hohlbein-Manier – überraschend und kaum im Sinne der kirchlichen Mächte.
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„Und der siebente Engel goß aus seiner Schale in die Luft, und es ging aus eine Stimme vom Himmel... ...die sprach „Es ist geschehen,“ Apk 16,17
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Das Ende nähert sich – die drei kommen an dem Kloster an. Von Johannes wissen sie, dass eine schreckliche Macht in den alten Mauern eingesperrt ist, seit fast 2000 Jahren nun, und das diese Macht sich durch die Zerstörung des Klosters nun befreit hat.
Ihr hartnäckigster Verfolger, ein FBI – Mann, kommt bei einem Helikopter-Absturz in den Flammen fast zu Tode – mehr tot als lebendig schafft er es, die drei beim Kloster einzuholen und tötet Johannes und Salid, bevor er selbst stirbt.
Brenner überlebt als einziger – an ihm ist es nun, die Macht aufzuhalten. So geht er die Treppen hinab zu dem Verlies, in dem das Unsagbare seit so langer Zeit gefangen war. Vor dem Verlies selbst erscheint Astrid überraschend wieder in der Handlung – Brenners Erscheinen in dem Kloster zu diesem Zeitpunkt war vorhergesehen, geplant und nötig. Sie, die junge Anhalterin war es, die dafür sorgte, dass alles den vorbestimmten Lauf nimmt...
Brenner betritt das Verlies mit dem Wissen, dass er gegen das Unsagbare hinter den Mauern nichts tun kann, er kann sich ihm nur stellen und selbst sterben, bevor das Böse die Welt zerstört.
Er steht einen Mann gegenüber, 30 Jahre ungefähr, mit Augen, die älter sind als die Welt. Und der Mann erzählt seine Geschichte...
...die Geschichte eines Boten der Apokalypse, der gekommen war, die Menschen ihrem Gericht vorzuführen. Zwölf Männer baten ihm um Aufschub, um Gnade, die er nicht gewähren wollte. So sperrten sie ihn in dieses Verlies, im Glauben, die Mauern könnten ihn halten. Sie schufen ein Buch, eine Geschichte und Gebote, um die Menschheit auf den rechten Weg zu führen, bevor ER wieder aus den Mauern käme, die Menschheit zu richten. Er ließ es geschehen, eher belustigt denn gnädig, sich bewußt darüber, dass er jederzeit sein „Gefängnis“ verlassen konnte, um das zu tun, für das er auf Erden gekommen war.
Brenner verläßt das Kloster. Am Waldrand warten Salid, auf einem schwarzen Hengst, Johannes, auf einem weißen Hengst, und der verbrannte Amerikaner, auf einem roten Hengst. Für ihn steht ein brauner Hengst bereit. Er steigt auf.
Und sie ritten los, die vier Reiter der Apokalypse, die Menschheit zu richten.
Fazit
*~*~*~
Ich habe sehr viele Bücher von Hohlbein gelesen – schon oft wanderte ich mit ihm durch die Götterdämmerung, Ragnarök und erlebte den Weltuntergang, die Apokalypse. Und wie so oft findet auch die Weltmacht „Kirche“ ihren Platz in diesem Buch – und es ist kein netter Platz, den Hohlbein ihr gewährt.
Dieses Buch hat mich gerade durch sein Ende so sehr fasziniert. Es liest sich von Anfang an flüssig, auch wenn die Krankenhaus-Episode ein wenig lang dauert, ist spannend und verständlich. Hohlbein versteht es, den Leser in den Bann zu ziehen und dann die Spannung zu steigern bis ins fast Unerträgliche, um den Leser dann mit einem überraschenden Ende zu überfallen.
Ich hatte am Ende des Buches eine Gänsehaut und wollte es gar nicht weglegen. Ich kann nur jedem Hohlbein-Fan, Anhänger von Real-Fantasy, Horror-Begeisterten und allen anderen, die ein extrem spannendes Buch mögen, das nicht allzu nett mit der Kirche umgeht (ein Bischoff würde es wohl eher verbrennen denn lesen), diese Buch empfehlen – „Der Widersacher“ ist eines der besten Bücher, die ich von Hohlbein je gelesen habe – und ich habe viele gelesen!
In Liebe (-;
sidhe

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