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Erfahrungsbericht von bigmanu

Mama, das ist mein Buch !

Pro:

interessant, gut geschrieben, kurzweilig

Kontra:

eher leichte Lektüre

Empfehlung:

Ja

Bücher sind für uns sehr wichtig. Ich lese sehr viel, und habe in meinen deckenhohen Regalen so um die tausend Bücher stehen. Wobei ich schon einige, die ich definitiv nicht mehr gelesen haben, bei eBay verkauft habe. So ist es also ein alltägliches Bild hier, wenn jemand ein Buch vor der Nase hat. Deshalb wurden natürlich auch meine Kinder schon früh mit Bücher konfrontiert, und schon zur Geburt gab es das erste Bilderbuch.


Das erste Bilderbuch, das wir schon vor der Geburt unseres Sohnes gekauft haben ist von Helmut Spanner und heißt „Erste Bilder Erste Wörter“. Dieses Buch wird schon seit 10 Jahren in dieser Form verkauft, und ich war auch gleich total begeistert davon. Es hat die ISBN-Nr. 3473303658 und ist im Ravensburger Buchverlag erschienen. Ich habe vor 4 Jahren 20,00 DM dafür gezahlt, bei www.amazon.de bekommt man es für 10,00 Euro.


Als mein Sohn so etwa ein Jahr alt war, zeigte er das erste wirkliche Interesse für dieses Buch. Es ist sehr groß, ich würde sagen so etwa A3, und lässt sich am besten auf dem Boden liegend ansehen. Jeden Abend haben wir uns dieses Buch angesehen, und mein Sohn hat damit seine ersten Worte (natürlich nach dem Wort „Mama“) gelernt. Und auch meine jetzt 2jährige Tochter ist von diesem Buch begeistert, auch wenn ihr Bruder nicht so recht einsieht, warum es jetzt in ihrem Zimmer steht. Es war ein hartes Stück Arbeit, ihn zu überzeugen, das er ja eigentlich schon zu alt für dieses Buch ist. Er durfte sich dafür ein neues aussuchen, und so hat er sich dann von diesem getrennt :o)


Schon auf der Außenseite des Buches sind viele Gegenstände des täglichen Lebens abgebildet, und mittendrin ein kleiner Bär, der auch im Buch immer wieder vorkommt. Auf den ersten beiden Seiten geht es um alles, was man so in der Küche finden kann. Man sieht einen Teller, eine Tasse, Messer, Gabel, Löffel und auch eine Kanne. Auch eine Pfanne, ein Mixer, ein Bügelbrett mit Bügeleisen, eine Zwiebel und zwei Kartoffeln sind auf diesen Seiten zu sehen. Jeder Gegenstand ist mit dem dazugehörigen Namen versehen, und die Bilder dieser Küchengegenstände sind sehr schön gezeichnet. Auch der kleine Bär ist hier zu sehen, wie er auf einem Stuhl am Herd steht und Spaghetti kocht.

Sehr bunt wird es auf den nächsten beiden Seiten, im Kinderzimmer. Hier gibt es viele viele Spielsachen, wie zum Beispiel ein Bilderbuch, ein Glockenspiel, ein Brummkreisel, eine Trommel, ein Kassettenrecorder, ein Puzzle oder Bausteine. Auch hier stehen die Namen der Sachen daneben, und auch hier ist wieder der kleine Bär dabei. Diesmal sind es sogar zwei Bären, die miteinander telefonieren.

In den Keller geht es auf den nächsten beiden Seiten. Dort gibt es so interessante Sachen wie ein Glas mit Kompott, Marmelade, einen Wäschekorb mit Wäsche und eine Waschmaschine, ein Schlitten, verschiedenes Werkzeug und eine Werkbank, und sogar ein Paar Ski. Meinem Sohn hat diese Seite wegen dem Werkzeug immer am besten gefallen. Der kleine Bär steht hier an der Werkbank und ist am hämmern.

Meiner Tochter gefallen am besten die nächsten Seiten, wenn es um den Garten geht. Dort gibt es verschiedene Obstsorten zu sehen, und auch eine Gießkanne und ein Rechen. Auch ein Vogelhäuschen, ein Igel, eine Schnecke und ein Hase sind hier zu sehen. Am besten gefällt meiner Tochter aber die Katze, die auf einem Liegestuhl liegt. Der kleine Bär ist natürlich auch wieder dabei. Er wird von einem anderen Bären mit dem Wasserschlauch nachgespritzt.

Passend zu unserem Urlaub an der See geht es auf den nächsten beiden Seiten um das Wasser. Hier gibt es einen Frosch, ein Gans, ein Segelschiff, Schwimmflügel, einen Wasserball und eine Luftmatratze zu sehen. Auch ein Schwimmreifen, ein Picknickkorb, Sandalen, Muscheln und ein Sonnenschirm dürfen nicht fehlen.

Das nächste Thema ist dann der Spielplatz. Auf den beiden folgenden Seiten gibt es lauter Sachen, die auf dem Spielplatz zu sehen sind. Es gibt eine Rutsche, eine Schaukel, eine Wippe, verschiedene Sandspielzeuge, einen Ball und einiges mehr. Meine Tochter gerät immer außer sich, wenn sie die Schaukel und das Dreirad sieht.

Auf den letzten beiden Seiten geht es dann um das Einkaufen. Hier gibt es alles, was man einkaufen kann, und was auch in einem Kaufmannsladen vorhanden ist. So natürlich eine Waage und eine Kasse, einen Einkaufswagen, in dem der kleine Bär sitzt und der von seiner Mutter geschoben wird. Auch verschiedene Obst- und Gemüsesorten sind abgebildet, genau so wie Brot, Brötchen, Eier und Nudeln. Auch hier war und ist das Interesse meiner Kinder groß, vor allem weil wir ja auch einen Kaufmannsladen haben.

Auch die Rückseite des Buches wird nicht verschwendet, hier sehen wir noch einmal ein paar Gegenstände, die ins Bad gehören. Natürlich darf hier die Quietscheente nicht fehlen, genau so wenig wie ein Waschlappen, eine Bürste, Zahnpasta und die Seife. Der kleine Bär ist hier zu sehen, wie er sich die Zähne putzt, und eine kleine Maus schaut aus der Toilette heraus.


Wir haben zuerst immer wieder auf die Gegenstände gezeigt und die Namen vorgelesen. So haben unsere Kinder die Bezeichnungen schnell gelernt, und sie dann auch bald selber gesagt. Jetzt frage ich meine Tochter nur noch, zum Beispiel, wo ist die Ente, und sie zeigt mir den gesuchten Gegenstand. Der Wortschatz kann so spielerisch erweitert werden, und die Kinder finden es lustig und lernen so gerne.


Die Bilder in diesem Buch sind sehr schön gezeichnet und sehr echt aus. Der kleine Bär lockert das ganze schön auf, genau so, wie die kleinen Mäuse, die in jedem Bild zu finden sind. Zwar ist das Buch sehr groß und auch etwas unhandlich, aber meine Kinder stört dies komischerweise nicht, sie finden es toll. Außerdem ist es auch sehr stabil und überlebt selbst die stärksten Beißangriffe :o)


Es gibt noch ein weiteres großes Buch, es heißt das große Bären Such-Wörterbuch. Das haben wir uns auch zugelegt, und meist schauen wir sie uns hintereinander an. Auch kleine Bücher mit dem kleinen Bären gibt es zu kaufen, davon haben wir auch drei geschenkt bekommen. Alle sind sie so schön gezeichnet wie das „Erste Bilder Erste Wörter“, und ich möchte sie nicht mehr missen. Wir sind total begeistert von diesen Bilderbüchern, weil sie nicht nur schön gestaltet und gezeichnet sind, sondern auch den Wortschatz der Kinder erweitern, und Gegenstände und Situationen aus dem täglichen Leben zeigen.


Mein Fazit:
Ich kann Euch das Bilderbuch „Erste Bilder Erste Wörter“ von Helmut Spanner nur zu hundert Prozent weiterempfehlen. Es ist lehrreich, schön gestaltet und es gibt auch noch andere aus dieser Reihe. Deshalb auch von mir alle fünf Sterne. Dieses Buch ist bestimmt auch ein schönes Geschenk, was auch ruhig schon zur Geburt geschenkt werden kann.


Gruss von Eurer BigManu

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-07-04 10:45:12 mit dem Titel Glückstreffer in der Gemeindebibliothek :o)

Schon seit Jahren war ich nicht mehr in unserer kleinen Gemeindebibliothek, einfach weil ich für mich kaum noch neue und interessante Bücher gefunden habe. Doch seit dem mein Sohn in den Kindergarten geht, leihen wir uns dort regelmäßig Kinderbücher für ihn aus. Das kommt günstiger, als jedes Buch selber neu zu kaufen.


Letzte Woche nun entdeckte ich ein Buch, das mich schön länger interessierte, das ich mir aber selber nicht kaufen wollte. „Eine Zierde in ihrem Haus. Die Geschichte der Ottilie von Faber-Castell“ von Asta Scheib, war mir schon im Buchladen aufgefallen, ich konnte mich aber nicht dazu entschließen, es für 9,90 Euro zu kaufen. Deshalb packte ich die Gelegenheit bzw. das Buch beim Schopfe und lieh es mir als Hardcover Ausgabe in der Bücherei aus. Das Buch verfügt über 488 Seiten und ist im Verlag Wunderlich Rowohlt 1998 erschienen. Die ISBN-Nr. ist 3805206461.


Wer kennt sie nicht, die wirklich guten Bleistifte und Buntstifte von Faber-Castell. Auch ich habe seit Jahren diese Buntstifte zu Hause, eigentlich seit dem ich während meiner Ausbildung zur Bürokauffrau in einem Architektenbüro damit in Berührung gekommen bin. Sie sind wirklich von guter Qualität, auch wenn sie preislich nicht gerade günstig sind. In dem Buch wird nun die Geschichte von Ottilie Faber-Castell erzählt, die durch ihre Heirat den Namen Faber-Castell in die Familie gebracht hat.


Ottilie von Faber wurde 1877 geboren, als ihr Großvater Freiherr Lothar von Faber schon sehr viel Erfolg mit der Herstellung von Bleistiften erzielt hatte und in den Adelsstand erhoben wurde. Das Buch beginnt mit der Geschichte von Anna Vasbender, einer jungen Frau die aus den Elendsvierteln von Nürnberg heraus in Stellung ins Hause von Faber geht. Sehr anschaulich wird hier erst einmal die oft ausweglose Situation der Ärmsten geschildert.

Im zweiten Kapitel lernen wir dann Ottilie kennen, die in einem vornehmen und königlichem Stift (Max-Joseph-Stift) in München erzogen wird. Nachdem auch der letzte ihrer beiden Brüder verstorben ist, wird sie dort von ihrem Großvater, dem Patriarchen der Familie, abgeliefert. Durch den Tod ihrer Brüder ist sie als ältestes Mädchen zur Erbin des Unternehmens aufgestiegen. Sie lebt sich nur schwer im Stift ein, die strengen Regeln erscheinen ihr unsinnig und oft verstößt sie zusammen mit ihrer lebenslangen Freundin Clarissa dagegen. Als ihr Vater unerwartet mit 42 Jahren verstirbt, verlässt sie das Stift, um von ihrem Großvater als Erbin eingeführt zu werden.

In Kapitel drei erfahren wir dann auch, wie es mit Anna weitergeht, die zunächst als Küchenmädchen bei den von Fabers in Stein anfängt, sich dann aber bis zur Näherin hocharbeitet. Erfährt man durch die Geschichte von Ottilie, wie das Leben einer adeligen Frau in dieser Zeit verläuft, erhält man durch Anna einen Einblick in das Leben der weniger begüterten.

Gegen den Rat seiner Freunde und leitenden Angestellten wird Ottilie von ihrem Großvater zur Erbin erklärt. Leider lebt er selber nur noch drei Jahre, und danach wird das Erbe von seiner Frau verwaltet, so lange bis Ottilie geheiratet hat. Ottilie weiß nicht genau, was sie vom Leben erwarten soll. Einerseits hat sie Angst vor der Verantwortung, die sie nun übernehmen soll, andererseits ist sie sich ihrer Pflicht aber auch bewusst. Auf einer Veranstaltung lernt sie den Graf Alexander zu Castell-Rüdenhausen, einen jungen Offizier, kennen. Er ist ihr sympathisch und wirbt offensichtlich um sie. Doch auch der Freund von Alexander, Philipp von Brand zu Neidstein ist an Ottilie interessiert, zieht sich aber zurück als Alexander sein deutliches Interesse ihm gegenüber klarmacht.

Es kommt sie es kommen muss, Ottilie heiratet Alexander zu Castell-Rüdeshausen, obwohl sie sich ihrer Gefühle ihm gegenüber nicht völlig sicher ist. Doch zu damaliger Zeit spielte das für eine Frau sowieso eine untergeordnete Rolle. Und sogar ihr Großvater rät ihr auf dem Totenbett zu dieser Heirat. Nach der Heirat bekommt das Paar vom Prinzregenten Luitpold die Genehmigung, den Familiennamen in Faber-Castell zu ändern. Ottilie und Alexander bekommen fünf Kinder, drei Mädchen und zwei Jungen. Der erste Junge stirbt leider früh, was Ottilie in eine tiefe Krise stürzt. Sie ist mit ihrem Leben nicht zufrieden, vor allem da ihr Mann sie aus der Leitung des Unternehmens herausdrängt und sie auf die Rolle der Hausfrau und Mutter beschränken will. Auch ihre zahlreichen wohltätigen Aufgaben sind ihm ein Dorn im Auge.

Schon während der Hochzeit ist Ottilie bewusst, das sie eigentlich Philipp von Brand liebt, der zwar auch verheiratet ist, aber ihr seine Liebe gesteht. Jedes Jahr schickt er ihr einen goldenen Armreif, um sie so an seine Liebe zu erinnern. Und obwohl es zu damaliger Zeit ein großer Skandal, die Ächtung der Gesellschaft und den Verlust ihrer Kinder bedeutet, trennt sich Ottilie von ihrem Mann um mit Philipp zusammen zu leben, der sich ebenfalls von seiner Frau trennt. Die beiden heiraten nach ihren Scheidungen, und werden trotz aller Widrigkeiten sehr glücklich. Nach dem Tod ihres ersten Mannes erhält Ottilie dann auch die Möglichkeit, ihre Kinder wieder zu sehen, zu denen sie den Kontakt heimlich aufrecht erhält.


Das Buch endet mit dem Tod Ottilies 1944, wobei die Jahre nach ihrer Scheidung nicht mehr ausführlich erzählt werden. Am Ende des Buches gibt es noch einen Anhang, der die Geschichte der Fabers in Kurzfassung aufzeigt, und auch Bilder der Hauptpersonen zeigt. Hier erfährt man auch kurz, wie es nach dem Tod von Ottilie mit den Faber-Castells weitergegangen ist und wer der derzeitige Inhaber des Unternehmens ist. Außerdem ist ein Stammbaum der beiden Familien abgebildet.


Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, ich habe die 488 Seiten in zwei Tagen durchgelesen. Ich persönlich lese sehr gerne Romane, die sich mit Persönlichkeiten beschäftigen, die auch tatsächlich gelebt haben. Man erfährt in diesem Buch viel über das Leben der Frau in dieser Zeit, und ich bin froh, das ich jetzt lebe, und nicht damals. Ob nun adelig oder armes Dienstmädchen, viel zu sagen hatte eine Frau in dieser Zeit nicht. Letztendlich bestimmte doch der Mann, wie das Leben abläuft. Und wer so wie Ottilie aus diesem starrem Leben ausbrach, der musste mit gesellschaftlicher Ächtung rechnen. Doch Ottilie hat den Mut ihren Mann zu verlassen, und wird trotzdem glücklich. Das finde ich bewundernswert, und es hat mir sehr viel Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen.


Das Buch ist leicht zu lesen und nicht zu anspruchsvoll. Große Spannungen gibt es eigentlich nicht, doch die Beschreibung des Lebens der damaligen Zeit ist Interessant und wird von der Autorin sehr gut dargestellt. Man kann es gut lesen, ohne sich sonderlich anstrengen zu müssen, also genau das richtige nach einem stressigen Tag mit den Kindern. Aber es fesselt einen trotzdem, da es ausführlich und genau geschrieben ist und man gerne wissen möchte, wie das Leben von Ottilie weiter verläuft. Die Autorin hat noch weitere Romane über bekannte Frauen geschrieben, und ich überlege mir jetzt, ein weiteres für den Urlaub zu kaufen. Mal sehen, vielleicht werde ich ja bei eBay fündig :o)


Mein Fazit:
„Eine Zierde in ihrem Hause“ ist ein interessantes und kurzweiliges Buch, das gerade für mich als Frau sehr informativ war. Es verbindet Geschichte und Roman sehr gut, und zeigt auch die sozialen Unterschiede zwischen der adeligen Ottilie und der Näherin Anna gut auf. Mir hat es sehr gut gefallen und ich vergebe deshalb auch alle fünf Sterne. Wer sich für Geschichte interessiert und nicht zu viel Anspruch erwartet, der liegt mit diesem Buch genau richtig.


Gruss von Eurer BigManu

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