Mensch Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2007
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von Donline
Nach der Ebbe kommt die Flut
Pro:
11 Songs die zum Zuhören einladen, hörenswerte Bonustracks
Kontra:
nicht wirklich
Empfehlung:
Ja
Dieses Motto scheint Herbert Grönemeyer mit seinem Studioalbum nur allzu deutlich machen. Nachdem das letzte Album „Bleibt alles anders“ ein mäßiger Erfolg war wird diese CD wahrscheinlich nicht nur sein, sondern das Erfolgreichste deutschsprachige Studioalbum dieses Jahres. Nachdem es 4 ½ Jahre still um den Sänger war kommt er uns nun mit 11 neuen Songs.
Mensch beginnt langsam und mit einem schönen tiefen Basslauf. Im Text bezieht sich Herbert auf das besondere im Menschen und erinnert immer wieder an seine Frau und seinen Bruder, die im November 1998 kurz nacheinander starben. Dieses Stück geht einfach unter die Haut und besticht durch eine eingängige Melodie und Melancholie. Abgerundet durch das Piano am Ende wirkt es fast so als ob es eigentlich als letztes Stück der CD gemacht wäre. Einen besseren Song für die erste Singleauskopplung hätte man kaum finden können.
Rockiger kommt uns der Sänger mit dem folgenden Neuland. In gewohnter Grönemeyer-Manier singt er, auch wenn er es nicht direkt ausspricht, zweifelsfrei über Deutschland. Nicht zurücksehen, sondern den Blick nach vorn ist die Message und das mit einem Sound der ins Ohr geht und sich durch die hohe Geschwindigkeit und die leicht aggressiven Instrumente schnell festsetzt. Allerdings muss man wieder mal genau hinhören oder den Text mitlesen um es immer zu verstehen.
Ein wunderschöner Song ist der Weg. Herbert versucht hier immer noch den Verlust seiner Frau Anna zu verwinden. Ein schönes Liebeslied das wie ein Nachfolger von Halt mich aus dem Album „Ö“ erscheint. Nur von leichten Synthesizerklängen begleitet zelebriert er dieses Lied und macht es zu einem der schönsten aber zugleich auch traurigsten Songs auf der CD. Um es richtig verstehen zu können muss man es 3-4 Mal ganz hören und darf sich dabei nicht stören lassen. Für mich einer der Anwärter auf die nächste Auskopplung.
In viertel vor wird es wieder lauter. Kein typischer Grönemeyer sondern eher ein Experiment. Die Instrumente sind mit E-Gitarre, Schlagzeug und Bassgitarre gut aber ein wenig zu dominant gewählt, so das Herbert ein wenig zu dumpf wirkt. Es handelt wenn ich es richtig verstanden habe vom Weltuntergang. Auf jeden Fall ist es gewöhnungsbedürftig und endet irgendwie merkwürdig, als ob es eigentlich noch weiter gehen sollte.
Sind wir zu Ernst? In Lache, Wenn Es Nicht Zum Weinen Reicht fordert er uns auf nicht alles so Ernst zu sehen, denn zum weinen bleibt doch noch soviel Zeit. Und da hat er recht, lachen ist meist die beste Medizin. Musikalisch eine Mischung aus lateinamerikanischen Klängen und einem Teppich aus Bläsern und tollem Bass, machen diesen Song zu einem Erlebnis. Wiedereinmal versucht er all die schlimmen Dinge der letzten Jahre zu verdrängen und man glaubt ihm das er es schafft. Auch dieser Song ist kein typischer Grönemeyer aber er geht nicht nur ins Ohr sondern auch in die Beine.
Du fühlst dich leer, ja Unbewohnt. So geht es ihm in diesem Song und damit spricht er mir in manchen Situationen aus der Seele. Wer kennt das nicht, dass Gefühl der inneren Leere, als ob man sich von allem entfernt hätte? Mehr als nur Nachdenklich. Die Musik ist hier, obwohl schön mit Streichern und Bassläufen untermalt, fast Nebensache. Erst am Ende bemerkt man diese wundervolle Melodie, bis dahin lieber auf den Text achten und dabei die Seele baumeln lassen.
Ein kurzer Ausflug in vergangene Zeiten. So mutet dort und hier an. Seine Stimme klingt als ob sie aus einem alten Radio oder aus der Ferne komme. Nur von einer Gitarre begleitet hat es fast den Anschein, als ob die Melancholie sein Herz brechen könnte, wenn der Song länger wäre als die knapp 2 ½ Minuten, die er dauert. Es kommt mir so vor als ob er es kurz nach dem Tod seiner Lieben unter Alkohol geschrieben hat.
Viel Melodie, relativ wenig Text hat er in Kein Pokal für uns übrig. Harte Bässe und leichte Pianoklänge leiten den Song, der ein wenig dahinplätschert, ein und ziehen sich durch das ganze Stück. Es scheint als ob er auf der Suche wäre, allerdings verstehe ich nicht genau wonach. Es ist wie eine Trennung von dem was er liebt und doch nicht loslassen kann. Ein insgesamt ruhiges Lied das man wahrscheinlich häufiger hören muss, mir aber irgendwie nicht so gut gefällt...
zum Meer wirkt irgendwie nicht wie der Titel verheißt. Das Meer sucht man hier musikalisch auf jeden Fall vergebens. Merkwürdige Synthesizerklänge leiten den Song ein und dümpeln in eine Art Pop vor sich hin. Ich habe den Song jetzt bestimmt 8 Mal gehört, weiß aber trotzdem nicht wie ich ihn richtig einordnen soll. Es hat was von Popsong und auch was von einer Ballade. Auch hier werde ich mich weiter einhören müssen, bis ich Herbert wirklich richtig verstehen kann.
Der Bonustrack Demo (Letzter Tag) ist wieder ein wundervolles Liebeslied bei dem Herbert alle Register seines Könnens zieht. Piano, Streicher, Schlagzeug alles passt hier toll zusammen und demonstriert die perfekte Harmonie. Der Text lädt den Zuhörer zum Träumen und Lieben ein. Warum ist es eigentlich „nur“ ein Bonustrack?
Eigentlich ist jetzt Schluss und wenn man nicht genau auf die Anzeige des CD Players achtet, sowie ich beim ersten Hören, so verpasst man den erst über 17 Minuten später einsetzenden 2. Bonustrack. Sein Sohn Felix, der mit einer leicht verzerrten Stimme und von ruhigen Gitarrenklängen, sowie Drums und einem Klavier begleitet einen englischen Song singt. Ein ganz anderer Grönemeyer, aber nicht schlechter als der Vater, nur anders.
Das Booklet beinhaltet neben den üblichen Texten (außer zu den Bonustracks) Bilder von Herbert die allerdings nicht sehr aussagekräftig sind. Das Cover an sich stellt wohl eine Art Spiegel da, in dem man Fragmente von Personen, Augen und Himmel oder Wasser entdeckt, diese aber so nicht richtig zuordnen kann. Erst das Aufklappen der ersten Seite zeigt das komplette Bild auf denen man die Personen aus verschiedenen Epochen und Kulturen ganz erkennen kann. Eine interessante Idee finde ich. Auf der Rückseite des Außencovers sind in großen Buchstaben die einzelnen Title mit Spielzeiten vermerkt.
Fazit
Dieses Werk Herbert Grönemeyer kann mich nicht so sehr überzeugen wie andere vorher. Die Verteilung der Songs ist ähnlich wie bei „Ö“ eine Mischung aus Rock und wundervollen Balladen, die diese Album wirklich hörenswert machen. Man merkt dem Wahllondoner seine schwere Zeit an und auch das es ein anderer Grönemeyer geworden ist. So kommt es fast ohne Spaß und wenig Ironie aus, die ich immer so geschätzt habe. Ich denke mal, dass einige die diese CD aufgrund der Single „Mensch“ bestellt haben, ein wenig enttäuscht sein werden, denn die anderen Songs sind meist nicht so Ohrwurmverdächtig wie dieses Stück. Daher vergebe ich bislang 4 Sterne was ja immer noch gut ist.
© Donline 14.10.2004 für Yopi
© Donline 05.09.2002 für Ciao
P.S.: Ich hatte mit meiner Vermutung über \"der Weg\" recht ;o)
Mensch beginnt langsam und mit einem schönen tiefen Basslauf. Im Text bezieht sich Herbert auf das besondere im Menschen und erinnert immer wieder an seine Frau und seinen Bruder, die im November 1998 kurz nacheinander starben. Dieses Stück geht einfach unter die Haut und besticht durch eine eingängige Melodie und Melancholie. Abgerundet durch das Piano am Ende wirkt es fast so als ob es eigentlich als letztes Stück der CD gemacht wäre. Einen besseren Song für die erste Singleauskopplung hätte man kaum finden können.
Rockiger kommt uns der Sänger mit dem folgenden Neuland. In gewohnter Grönemeyer-Manier singt er, auch wenn er es nicht direkt ausspricht, zweifelsfrei über Deutschland. Nicht zurücksehen, sondern den Blick nach vorn ist die Message und das mit einem Sound der ins Ohr geht und sich durch die hohe Geschwindigkeit und die leicht aggressiven Instrumente schnell festsetzt. Allerdings muss man wieder mal genau hinhören oder den Text mitlesen um es immer zu verstehen.
Ein wunderschöner Song ist der Weg. Herbert versucht hier immer noch den Verlust seiner Frau Anna zu verwinden. Ein schönes Liebeslied das wie ein Nachfolger von Halt mich aus dem Album „Ö“ erscheint. Nur von leichten Synthesizerklängen begleitet zelebriert er dieses Lied und macht es zu einem der schönsten aber zugleich auch traurigsten Songs auf der CD. Um es richtig verstehen zu können muss man es 3-4 Mal ganz hören und darf sich dabei nicht stören lassen. Für mich einer der Anwärter auf die nächste Auskopplung.
In viertel vor wird es wieder lauter. Kein typischer Grönemeyer sondern eher ein Experiment. Die Instrumente sind mit E-Gitarre, Schlagzeug und Bassgitarre gut aber ein wenig zu dominant gewählt, so das Herbert ein wenig zu dumpf wirkt. Es handelt wenn ich es richtig verstanden habe vom Weltuntergang. Auf jeden Fall ist es gewöhnungsbedürftig und endet irgendwie merkwürdig, als ob es eigentlich noch weiter gehen sollte.
Sind wir zu Ernst? In Lache, Wenn Es Nicht Zum Weinen Reicht fordert er uns auf nicht alles so Ernst zu sehen, denn zum weinen bleibt doch noch soviel Zeit. Und da hat er recht, lachen ist meist die beste Medizin. Musikalisch eine Mischung aus lateinamerikanischen Klängen und einem Teppich aus Bläsern und tollem Bass, machen diesen Song zu einem Erlebnis. Wiedereinmal versucht er all die schlimmen Dinge der letzten Jahre zu verdrängen und man glaubt ihm das er es schafft. Auch dieser Song ist kein typischer Grönemeyer aber er geht nicht nur ins Ohr sondern auch in die Beine.
Du fühlst dich leer, ja Unbewohnt. So geht es ihm in diesem Song und damit spricht er mir in manchen Situationen aus der Seele. Wer kennt das nicht, dass Gefühl der inneren Leere, als ob man sich von allem entfernt hätte? Mehr als nur Nachdenklich. Die Musik ist hier, obwohl schön mit Streichern und Bassläufen untermalt, fast Nebensache. Erst am Ende bemerkt man diese wundervolle Melodie, bis dahin lieber auf den Text achten und dabei die Seele baumeln lassen.
Ein kurzer Ausflug in vergangene Zeiten. So mutet dort und hier an. Seine Stimme klingt als ob sie aus einem alten Radio oder aus der Ferne komme. Nur von einer Gitarre begleitet hat es fast den Anschein, als ob die Melancholie sein Herz brechen könnte, wenn der Song länger wäre als die knapp 2 ½ Minuten, die er dauert. Es kommt mir so vor als ob er es kurz nach dem Tod seiner Lieben unter Alkohol geschrieben hat.
Viel Melodie, relativ wenig Text hat er in Kein Pokal für uns übrig. Harte Bässe und leichte Pianoklänge leiten den Song, der ein wenig dahinplätschert, ein und ziehen sich durch das ganze Stück. Es scheint als ob er auf der Suche wäre, allerdings verstehe ich nicht genau wonach. Es ist wie eine Trennung von dem was er liebt und doch nicht loslassen kann. Ein insgesamt ruhiges Lied das man wahrscheinlich häufiger hören muss, mir aber irgendwie nicht so gut gefällt...
zum Meer wirkt irgendwie nicht wie der Titel verheißt. Das Meer sucht man hier musikalisch auf jeden Fall vergebens. Merkwürdige Synthesizerklänge leiten den Song ein und dümpeln in eine Art Pop vor sich hin. Ich habe den Song jetzt bestimmt 8 Mal gehört, weiß aber trotzdem nicht wie ich ihn richtig einordnen soll. Es hat was von Popsong und auch was von einer Ballade. Auch hier werde ich mich weiter einhören müssen, bis ich Herbert wirklich richtig verstehen kann.
Der Bonustrack Demo (Letzter Tag) ist wieder ein wundervolles Liebeslied bei dem Herbert alle Register seines Könnens zieht. Piano, Streicher, Schlagzeug alles passt hier toll zusammen und demonstriert die perfekte Harmonie. Der Text lädt den Zuhörer zum Träumen und Lieben ein. Warum ist es eigentlich „nur“ ein Bonustrack?
Eigentlich ist jetzt Schluss und wenn man nicht genau auf die Anzeige des CD Players achtet, sowie ich beim ersten Hören, so verpasst man den erst über 17 Minuten später einsetzenden 2. Bonustrack. Sein Sohn Felix, der mit einer leicht verzerrten Stimme und von ruhigen Gitarrenklängen, sowie Drums und einem Klavier begleitet einen englischen Song singt. Ein ganz anderer Grönemeyer, aber nicht schlechter als der Vater, nur anders.
Das Booklet beinhaltet neben den üblichen Texten (außer zu den Bonustracks) Bilder von Herbert die allerdings nicht sehr aussagekräftig sind. Das Cover an sich stellt wohl eine Art Spiegel da, in dem man Fragmente von Personen, Augen und Himmel oder Wasser entdeckt, diese aber so nicht richtig zuordnen kann. Erst das Aufklappen der ersten Seite zeigt das komplette Bild auf denen man die Personen aus verschiedenen Epochen und Kulturen ganz erkennen kann. Eine interessante Idee finde ich. Auf der Rückseite des Außencovers sind in großen Buchstaben die einzelnen Title mit Spielzeiten vermerkt.
Fazit
Dieses Werk Herbert Grönemeyer kann mich nicht so sehr überzeugen wie andere vorher. Die Verteilung der Songs ist ähnlich wie bei „Ö“ eine Mischung aus Rock und wundervollen Balladen, die diese Album wirklich hörenswert machen. Man merkt dem Wahllondoner seine schwere Zeit an und auch das es ein anderer Grönemeyer geworden ist. So kommt es fast ohne Spaß und wenig Ironie aus, die ich immer so geschätzt habe. Ich denke mal, dass einige die diese CD aufgrund der Single „Mensch“ bestellt haben, ein wenig enttäuscht sein werden, denn die anderen Songs sind meist nicht so Ohrwurmverdächtig wie dieses Stück. Daher vergebe ich bislang 4 Sterne was ja immer noch gut ist.
© Donline 14.10.2004 für Yopi
© Donline 05.09.2002 für Ciao
P.S.: Ich hatte mit meiner Vermutung über \"der Weg\" recht ;o)
30 Bewertungen, 2 Kommentare
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31.10.2004, 19:09 Uhr von melle7484
Bewertung: sehr hilfreichGeniales Album, hab ich leider (noch!) nicht. Werde ich mir holen. Cu, Melle
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14.10.2004, 19:39 Uhr von german_girl
Bewertung: sehr hilfreichmhh ich hab die cd auch zu hasue , aber hab mich gewundrt, dass du jetzt erst darüber schreibst. aber ich hab gelesen, dass das orignal deines berichts schon vor ein paatr jahren entstanden ist. ich find die cd jedenfall toll, aber ich kann sie auch
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