Philosophie Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von leser@tte

Mit Metaphysika und Kalle Marx durch Philosophica

Pro:

nette Idee, gute Geschichte, weiterführende Literatur

Kontra:

alberne Namen, teils eigenwillige Interpretation (Nieetsche)

Empfehlung:

Nein

Ein Bericht über Prinzessin Metaphysika von Markus Tiedemann

Jetzt werde ich mal ein Buch vorstellen, mit dem ich mir etwas schwer tue. Aber da ich die Kategorie vorgeschlagen habe, denke ich, daß ich sie auch mit etwas Leben füllen sollte.

Das Buch habe ich zum Geburtstag geschenkt bekommen und dann erstmal eine Zeit liegen lassen, da ich recht viel um die Ohren hatte. Letzte Woche habe ich dann aber endlich Zeit gefunden es zu lesen. Laut dem Vorsitzenden des Philosophenverbandes NRW handelt es sich um Eine wahrhaft fantastische Reise durch die Philosophie! - laut Autor handelt es sich einerseits um eine Abenteuergeschichte, andererseits aber finden sich viele Gedankengänge der Philosophie und Personen der Philosophiegeschichte in dem Buch. So nahm ich also an, daß es irgendwie in Richtung SOFIES WELT tendiert.


Kurz zum Inhalt:

König Huxley und sein Hofmagier haben sich in den Kopf gesetzt, einen Zaubertrank einzuführen, der alle Untertanen für immer glücklich macht. Einige Untertanen sind aber mißtrauisch, was er damit im Schilde führt und so beruft Prinzessin Metaphysika eine Versammlung ein, um zu beraten, was von dem Plan zu halten sei. Da diese aber zu keinem Ergebniss führt, beschließen Platonikus-Kantikus, Kalle Marx und die Prinzessin eine Reise ins Land Philosophica zu unternehmen um einige Fragen zu klären:

Was kann ich wissen?
Was soll ich tun?
Was darf ich hoffen?
Was ist der Mensch?

Auf ihrer Reise haben sie einige Begegnungen mit Personen, die an bekannte Persönlichkeiten der Philosophie erinnern, wie z.B. König Nieetsche, David Hummel, Frau Hera Kliet, Thomas Hupps, Poltin u.v.a. Was sie dabei im einzelnen erleben und wie alles ausgeht möchte ich hier nicht vorwegnehmen – es würde wohl auch den Rahmen des Berichts sprengen.


Über den Autor:

Markus Tiedemann ist 1970 in Hamburg geboren. Er studierte Geschichte, Philosophie und Erziehungswissenschaften. Nach zahlreichen Publikationen über Fragen der Ethik und Erziehung ist Prinzession Metaphysika sein erster Roman.


Daten:

Markus Tiedemann
Prinzession Metaphysika
BLT Band 92 097
1. Aufl. März 2002
365 Seiten Paperback
ISBN 3-404-92097-X


Meine Meinung:

Ich muß zugeben, daß mich die merkwürdige Namensgebung (s.o.) über weite stellen genervt hat. An diesem Punkt mag man geteilter Meinung sein, aber ich denke, man kann die Leute auch gleich beim Namen nennen, wenn man so starke Parallelen darstellt. Auch war ich von der Darstellung des König Nieetsche nicht sehr angetan, welcher dem Willen zur Macht verfallen ist und ein totalitärer Herrscher ist. Zwar wird dies am Schluß der Geschichte etwas relativiert, jedoch sehe ich hier eher eine Parodie von Nero oder Hitler, als von Friedrich Nietzsche.

Abgesehen davon gefällt mir das Konzept recht gut. Die Geschichte liest sich flüssig und fesselt. Als Nebeneffekt werden viele Prinzipien der Philosophie eingeführt. Zu vielen Punkten gibt es im Anhang eine kleine Erklärung und ganz zum Schluß werden auch einige weiterführende Bücher genannt. Hier findet sich u.a. Sofies Welt und Thomas Nagels Was bedeutet das Alles?, daß mir persönlich sehr gut gefällt, weshalb ich auch meinen ersten Bericht damals über dieses Buch verfaßt habe.

Zwei Merkwürdigkeiten sind mir allerdings aufgefallen, wenn es sich auch wahrscheinlich einfach um Tippfehler handelt. Im Anhang gibt es kein 13. Kapitel. Zuerst dachte ich, daß der Autor vielleicht abergläubisch ist, und deshalb zweimal Kapitel 14 vorkommt. Die erste 14 gehört zum 13. Kapitel des Buches! Zum anderen suchen die Helden an einer Stelle ein Schiff um über den stürmischen Ozean der Vita zu fahren. Das zuerst genannte Schiff List taucht nie wieder auf, dafür gibt es plötzlich die Lust...

Aber das sind sicherlich Kleinigkeiten, über die man hinwegsehen kann.


Fazit:

Auch wenn ich meine Schwierigkeiten mit dem Buch hatte kann ich gut eine 2 vergeben und eine Empfehlung aussprechen. Uneingeschränte Begeisterung will ich hier nicht heucheln, aber gerade für Leute, die sich bisher noch nicht so viel mit Philosophie beschäftigt haben, sehe ich hier einen netten Zugang zu dieser Disziplin. Auch die weiterführende Literatur gefällt mir recht gut.

Ich bin auf das zweite Buch von Markus Tiedemann gespannt.

(erstveröffentlicht bei ciao.de)

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