Raubkopien Testbericht

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Erfahrungsbericht von Disc1

Raubkopien? NEIN, Kopien? JA

Pro:

zur Sicherung und eigenen Verwendung ja

Kontra:

zur Bereicherung nein

Empfehlung:

Nein

Grundsätzlich muss ich alles, was man als Raubkopie versteht ablehnen.

Für mich sind das alle Kopien von Software, Musik und Film, die zum Zwecke der persönlichen Bereicherung angefertigt werden. Auch zählt für mich darunter, wenn ich mir bei einem Freund etwas kopiere, was ich nicht käuflich erworben habe.
In diesem Falle verstehe ich die Industrie und den Handel. Solche Kopien sollte man auf geeignete Weise unterbinden und strafrechtlich ahnden.

Der andere Fall, der immer wieder im Zusammenhang mit Raubkopien hochkommt, sind die so genannten Sicherungskopien. Diese sind in meinen Augen nicht schädlich. Nun ist Deutschland ja schon immer ein komplizierter Staat, der alles bis zum Ende regeln will. Warum, frage ich, darf ich also nach deutschem Recht nur eine Sicherungskopie machen? Ist eigentlich Blödsinn. Warum kann ich von einem Produkt, dass ich korrekt erworben habe, nicht so viele Kopien machen, wie ich brauche (nur für den Eigengebrauch)? Ich würde z. B. eine Sicherungskopie meiner Musik-CD’s brauchen und würden mir darüber hinaus gern eine Kopie für den CD-Player im Auto machen. Dort möchte ich nicht auf Grund der großen Temperaturschwankungen die Originale lassen. Aber mit dieser Verfahrensweise mache ich mich strafbar.

Für mich ist das ganze Geschrei über das Thema in der Fachpresse mittlerweile äußerst langweilig geworden. Insbesondere verstehe ich Industrie und Handel nicht. Man scheint sich der neuen Entwicklung nicht öffnen zu wollen und auf der anderen Seite möchte man sich eine goldene Nase verdienen.
Wenn man sich überlegt, die Herstellung einer Musik-CD kostet zwischen 1 und 2 €. Wenn man Tantiemen, Gebühren und Steuern hinrechnet, glaube ich, das die Gewinnspannen hier bei ca. 50 % vom Verkaufspreis liegen. Das will man sich nicht natürlich entgehen lassen.
Da versucht man sich an aufwendigen Kopierschützen, die findige Tüftler meistens schon nach wenigen Wochen geknackt haben (manchmal mit lächerlich einfachen Mitteln, wie z. B. einem schwarzen Filzstift). Mit den entwickelten Kopierschützen werden die Kunden verärgert, weil teilweise die Geräte nicht mehr in der Lage sind, die CD’s abzuspielen. Was soll das also? Vielleicht sollte man in Industrie und Handel ein paar frische Köpfe einsetzen, die sich mit neuen Vermarktungsstrategien befassen.

Aber der Verbraucher sucht sich eben seine eigenen Wege. Und in den letzten Jahren hat sich das Internet gerade zu angeboten. Leider sind die Tauschbörsen noch nicht bis zum Schluss rechtlich abgesichert. Das hört und sieht man ja öfters in der Presse. Der Druck der Industrie gegen eine aus meiner Sicht gute Sache wächst. Leider bekämpft man auf der Seite der Industrie, statt sich offensiv mit so etwas auseinander zu setzen.

Warum tauschen die Leute ihre Musik, statt sie zukaufen? Ich denke, weil ihnen der Kauf zu teuer ist, weil sie Spaß am tauschen haben und weil es keinen Ort im Internet gibt, an dem ich die neusten Hits schnell, gut und preiswert kaufen kann.

Ich zum Beispiel würde mir meine CD’s selber brennen und würde für die Titel sogar bezahlen. Dabei würde ich folgende Bedingungen stellen.
die Qualität der Songs muss mindestens CD-Qualität haben (auch auf Kosten größerer Dateigrößen),
ein sicheres Anmelde- und Abrechnungssystem muss installiert sein,
die Kosten für die Titel dürfen 50 - 70 % heutiger topaktueller CD-Preise nicht überschreiten.
Das hätte den Vorteil, dass ich mir meine CD selber zusammenstellen kann.

Leider habe ich den oben genannten Anbieter im Web noch nicht gefunden. Was dort angeboten wird ist meistens Szenemusik oder alte Titel.

Vielleicht liest diese Seite einmal jemand von Seiten der Industrie und Handel und klärt mich auf, warum man sich in dieser für mich relativ einfachen Angelegenheit so schwer tut.

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