Robbie Williams Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von Axolotl2002
Robbie Williams: Swing when you're winning
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Unser aller Freund, der großartige Robbie Williams, der uns, und ich kann es nicht lassen, darauf hinzuweisen, mit "No Regrets" und "Kids" zwei Songs geschenkt hat, die in jede ewige Pop-Top 50 gehören und, wenn es Gerechtigkeit gibt, unvergessliche Evergreens werden, stand also in seiner frühen Jugend auf Swing. Das ist okay, ich war damals Beatles-Fan und hinkte halt nur eineinhalb Jahrzehnte hinter der aktuellen musikalischen Entwicklung hinterher und finde heute, dass ich irgendwie ein ganz schöner Nerd war. Robbie zumindest ließ sich durch die alten Platten seiner Eltern inspirieren, die ja wohl auch einen ziemlichen Fundus an Musikalität boten, und war somit natürlich viel cooler.
Da ich, wie erwähnt, erstmal die Beatles verehrte und mich später dem Indie-Pop zuwandte und meines Vaters Plattensammlung nicht wirklich als ambitioniert zu bezeichnen ist, hab ich überhaupt gar keine Ahnung von so etwas wie Swing, obwohl ich diese Musikrichtung eigentlich immer mochte, da ich der Meinung bin, dass ein anständiger Popsong entweder einen geilen Bläsersatz, einen schönen Streicherpart oder einen opulenten Frauen- oder Kinderchor oder alles gleichzeitig enthalten sollte. Und geile Bläsersätze gibt's beim Swing halt massig. Letztes Jahr feierte dieses Genre ja auch dank Brian Setzer und den Cherry Poppin' Daddies (Sehr zu empfehlen: das Album "Zoot Suit Riot", den Nachfolger braucht leider keiner mehr) einen kleinen Hype, und jetzt ist es an Robbie, den Swing generationenübergreifend in den Gehörgängen zu implementieren.
"Swing when you're winning" basiert auf der Musik des sogenannten "Rat-Packs", also Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und ihren Kumpels, die in den 50ern diesen Sound mit ihrer charmanten Rüpelattitüde populär machten. Wie kann es nun Robbie Williams, diesem ehemaligen, aber ja heutzutage rehabilitierten, Boygroup-Mitglied (alle kulturkritischen Geister jetzt bitte einmal verächtlich ausspucken!) gelingen, den Swing der 50er in die heutige Zeit zu transferieren. Nun, in erster Linie handelt es sich mal um einen äußerst cleveren Karriere-Schachzug. Nach drei erfolgreichen Pop/Rock-Alben wird es schwierig, immer wieder dieselbe Karte auszuspielen, ohne erste Abnutzungseffekte zu erzeugen. Robbie ist bereits im Entertainer-Olymp angekommen, jetzt hat er die Freiheit, zu experimentieren und er setzt auf die Karte, die seinem Naturell am nächsten kommt: Suff, große Gefühle und pure Unterhaltung! Und natürlich kann sich ein Robbie Williams mit einem Frank Sinatra messen (ich höre schon die empörten Aufschreie), vielleicht nicht in Bezug auf die Stimme, aber vom Appeal her.
Und er macht, mal wieder, alles richtig! Selbst Puristen scheinen dieser Platte wohlwollend gegenüberzustehen. Und für's Weihnachtsgeschäft ist sie sowieso perfekt!
Kommen wir nun zur Musik: "I will Talk and Hollywood will Listen" ist der einzige selbstkomponierte (also, zusammen mit Alter Ego Guy Chambers) Song des Albums, eine klassische Musicalnummer, in der Robbie beschreibt, wie er Hollywood im Handstreich nimmt. Amüsant! Darauf folgen zwei bekannte Klassiker: "Mack the Knife" aus der Dreigroschoper von Brecht und Weill und "Somethin' Stupid", im Original von Frank und Nancy Sinatra, hier zusammen mit Nicole Kidman allerliebst vorgetragen. Auch die anschließenden 12 Stücke sind allesamt Klassiker, bis auf "Beyond the Sea" kannte ich allerdings bisher keinen davon. Aber das tut ihrer Faszination keinen Abbruch. In "It was a very good Year" (mit vielen Geigen!) singt Robbie im digitalen Duett mit dem großen Vorbild Sinatra, und siehe da, es ist nicht peinlich, sondern einfach schön. Es gibt noch einige weitere Duette mit Jon Lovitz aus "Saturday Night Live", dem Schauspieler Rupert Everett und Robbies Flatmate Jonathan Wilkes, allesamt echte Highlights, offenbar tut der stimmliche Wechsel diesen Stücken besonders gut. Ich kann und möchte nicht auf jeden Song einzeln eingehen, man möge meine Inkompetenz in Bezug auf die Analyse der Umsetzung dieser Musik verzeihen. Das können Andere besser...
Hier ist erstmal die Tracklist:
1. I Will Talk And Hollywood Will Listen
2. Mack The Knife
3. Somethin' Stupid
4. Do Nothing Till You Hear From Me
5. It Was A Very Good Year
6. Straighten Up And Fly Right
7. Well, Did You Evah
8. Mr. Bojangles
9. One For My Baby
10. Things
11. Ain't That A Kick In The Head
12. They Can't Take That Away From Me
13. Have You Met Miss Jones?
14. Me And My Shadow
15. Beyond The Sea
Für mich steht fest: Dieses Album ist auf grandiose Weise uplifting, man hört Robbie Williams den Spaß bei der Interpretation dieser Oldies an, es ist ein weiterer Meilenstein auf seinem Weg zum größten lebenden Entertainer (Ist er das nicht schon?) und es eignet sich wunderbar als Weihnachtsgeschenk, okay, vielleicht nicht für den kleinen hiphopversessenen Bruder, aber sonst für ziemlich viele Leute. Ich zum Beispiel werde es morgen meinem Vater zum 59. Geburtstag schenken und ich weiß, es wird ihm gefallen.
(Die Überschrift ist übrigens eine Reminiszenz an die ca. 400 Magazine und Zeitungen, die Ihre Jazzsparte mit einem ganz ähnlichen volloriginellen Titel versehen *g*)
Da ich, wie erwähnt, erstmal die Beatles verehrte und mich später dem Indie-Pop zuwandte und meines Vaters Plattensammlung nicht wirklich als ambitioniert zu bezeichnen ist, hab ich überhaupt gar keine Ahnung von so etwas wie Swing, obwohl ich diese Musikrichtung eigentlich immer mochte, da ich der Meinung bin, dass ein anständiger Popsong entweder einen geilen Bläsersatz, einen schönen Streicherpart oder einen opulenten Frauen- oder Kinderchor oder alles gleichzeitig enthalten sollte. Und geile Bläsersätze gibt's beim Swing halt massig. Letztes Jahr feierte dieses Genre ja auch dank Brian Setzer und den Cherry Poppin' Daddies (Sehr zu empfehlen: das Album "Zoot Suit Riot", den Nachfolger braucht leider keiner mehr) einen kleinen Hype, und jetzt ist es an Robbie, den Swing generationenübergreifend in den Gehörgängen zu implementieren.
"Swing when you're winning" basiert auf der Musik des sogenannten "Rat-Packs", also Frank Sinatra, Sammy Davis jr. und ihren Kumpels, die in den 50ern diesen Sound mit ihrer charmanten Rüpelattitüde populär machten. Wie kann es nun Robbie Williams, diesem ehemaligen, aber ja heutzutage rehabilitierten, Boygroup-Mitglied (alle kulturkritischen Geister jetzt bitte einmal verächtlich ausspucken!) gelingen, den Swing der 50er in die heutige Zeit zu transferieren. Nun, in erster Linie handelt es sich mal um einen äußerst cleveren Karriere-Schachzug. Nach drei erfolgreichen Pop/Rock-Alben wird es schwierig, immer wieder dieselbe Karte auszuspielen, ohne erste Abnutzungseffekte zu erzeugen. Robbie ist bereits im Entertainer-Olymp angekommen, jetzt hat er die Freiheit, zu experimentieren und er setzt auf die Karte, die seinem Naturell am nächsten kommt: Suff, große Gefühle und pure Unterhaltung! Und natürlich kann sich ein Robbie Williams mit einem Frank Sinatra messen (ich höre schon die empörten Aufschreie), vielleicht nicht in Bezug auf die Stimme, aber vom Appeal her.
Und er macht, mal wieder, alles richtig! Selbst Puristen scheinen dieser Platte wohlwollend gegenüberzustehen. Und für's Weihnachtsgeschäft ist sie sowieso perfekt!
Kommen wir nun zur Musik: "I will Talk and Hollywood will Listen" ist der einzige selbstkomponierte (also, zusammen mit Alter Ego Guy Chambers) Song des Albums, eine klassische Musicalnummer, in der Robbie beschreibt, wie er Hollywood im Handstreich nimmt. Amüsant! Darauf folgen zwei bekannte Klassiker: "Mack the Knife" aus der Dreigroschoper von Brecht und Weill und "Somethin' Stupid", im Original von Frank und Nancy Sinatra, hier zusammen mit Nicole Kidman allerliebst vorgetragen. Auch die anschließenden 12 Stücke sind allesamt Klassiker, bis auf "Beyond the Sea" kannte ich allerdings bisher keinen davon. Aber das tut ihrer Faszination keinen Abbruch. In "It was a very good Year" (mit vielen Geigen!) singt Robbie im digitalen Duett mit dem großen Vorbild Sinatra, und siehe da, es ist nicht peinlich, sondern einfach schön. Es gibt noch einige weitere Duette mit Jon Lovitz aus "Saturday Night Live", dem Schauspieler Rupert Everett und Robbies Flatmate Jonathan Wilkes, allesamt echte Highlights, offenbar tut der stimmliche Wechsel diesen Stücken besonders gut. Ich kann und möchte nicht auf jeden Song einzeln eingehen, man möge meine Inkompetenz in Bezug auf die Analyse der Umsetzung dieser Musik verzeihen. Das können Andere besser...
Hier ist erstmal die Tracklist:
1. I Will Talk And Hollywood Will Listen
2. Mack The Knife
3. Somethin' Stupid
4. Do Nothing Till You Hear From Me
5. It Was A Very Good Year
6. Straighten Up And Fly Right
7. Well, Did You Evah
8. Mr. Bojangles
9. One For My Baby
10. Things
11. Ain't That A Kick In The Head
12. They Can't Take That Away From Me
13. Have You Met Miss Jones?
14. Me And My Shadow
15. Beyond The Sea
Für mich steht fest: Dieses Album ist auf grandiose Weise uplifting, man hört Robbie Williams den Spaß bei der Interpretation dieser Oldies an, es ist ein weiterer Meilenstein auf seinem Weg zum größten lebenden Entertainer (Ist er das nicht schon?) und es eignet sich wunderbar als Weihnachtsgeschenk, okay, vielleicht nicht für den kleinen hiphopversessenen Bruder, aber sonst für ziemlich viele Leute. Ich zum Beispiel werde es morgen meinem Vater zum 59. Geburtstag schenken und ich weiß, es wird ihm gefallen.
(Die Überschrift ist übrigens eine Reminiszenz an die ca. 400 Magazine und Zeitungen, die Ihre Jazzsparte mit einem ganz ähnlichen volloriginellen Titel versehen *g*)
19 Bewertungen, 2 Kommentare
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06.03.2002, 19:26 Uhr von DirkWG
Bewertung: sehr hilfreichDas "morgen" stimmt nicht mehr so ganz, aber sonst ...
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06.03.2002, 14:13 Uhr von Sweetylilly
Bewertung: sehr hilfreichDa hat sich Robbi echt selbst übertroffen!
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