Thema Kaiserschnitt Testbericht

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Erfahrungsbericht von deecyra

Die Rettung !

Pro:

Schnelligkeit - Rettet Leben

Kontra:

Schmerzen danach - verpasste Momente

Empfehlung:

Ja

Endlich Wehen, ich konnte die Geburt meines Sohnes (jetzt fast 5 Jahre)nicht mehr abwarten. Ich war so kugelrund und konnte mich fast nicht mehr bewegen, also rausmit meinem Süssen.

Im Krankenhaus angekommen musste ich mich gleich hinlegen, da festgestellt wurde, dass meine Fruchtblase schon seit 3 Tagen gerissen war. Ich hatte davon keine Ahnung, in meinem Unwissen dachte ich, mein Sohn liegt auf meiner Blase und deshalb verliere ich ein bischen Urin. Eigentlich dachte ich, das die Geburt relativ schnell gehen müsste, da ich meine Wehen minütlich bekam. Aber die Hebamme sagte mir, dass ich wohl ein ausergewöhnlicher Fall sei, da mein Muttermund nur 1 cm offen ist, aber die Wehen dafür sehr stark kommen. Na prima !! Nach 20 Stunden und einer PDA später, immer noch 1 cm. Meine Kräfte gingen dem Ende zu und mittlerweile hing ich auch noch am Wehentropf, da durch die PDA die Wehen nicht mehr so stark waren.

Plötzlich ging der Herzschlag meines Sohnes rasend schnell und ich bekam Fieber. Nun ging alles blitzschnell. Der Arzt war sofort da und es wurde ein Kaiserschnitt vorbereitet. Ich war wirklich innerhalb von nicht mal 10 Minuten im OP. Da ich leider Fieber bekommen hatte, bekam ich wegen zu hohem Riskio eine Vollnarkose und so bekam ich von der ganzen Geburt nichts mit.

Irgenntwann wachte ich auf und mein Sohn wurde mir gezeigt. Ich sah nur Haare und bin sofort wieder eingeschlafen.

Das nächste Erwachen war sehr schmerzhaft und ich konnte mich nicht bewegen, da jede Bewegung sehr schmerzte. Am schlimmsten war aber mein Durst. Mein Mund war trocken und mein Hals kratzte fürchterlich. Leider war es noch nicht erlaubt etwas zu trinken und so litt ich still vor mich hin. Husten wollte ich nicht, da der Schmerz mich wahrscheinlich zerissen hätte.

Am nächsten Tag wurde mir erst bewusst, wie nachteilig ein Kaiserschnitt eigentlich ist. Die anderen Mütter rannten ganz beschäftigt durch die Gegend und ich lag in meinem Bett und musste dauernd jemanden um etwas bitten. Ich konnte nicht mal meinen Sohn aus seinem Bettchen nehmen. Ich war sehr deprimiert und enttäuscht. Am 2. Tag musste ich aus dem Bett. Ich hasste die Schwester von ganzem Herzen (haha), aber natürlich wusste ich das das notwendig war. Also kroch ich wie eine alte Oma über den Flur.

Aber je mehr Tage vergingen, desto besser bekam ich alles in den Griff. Nach 7 Tagen hatte ich die Nase voll vom Krankenhaus und wollte nur noch nach Hause. Mein Arzt riet mir davon ab, da mein Kaiserschnitt noch nicht komplett verheilt war. Aber ich wollte einfach nur nach Hause und schlug seine Bedenken in den Wind. Ich bekam noch Verbandszeug, Salbe usw. mit und dann endlich nach Hause.

Ich hatte immer noch Schmerzen und mit rumspringen war noch nichts. In der ersten Nacht wachte mein Sohn auf und verlangt nach seiner Flasche. Ich schlug die Bettdecke zurück und bekam fast einen Herschlag. Ich war total verblutet. Ich wusste im ersten Moment nicht wohin mit meiner Angst. Ich stand auf, wechselte den Verband und sah, das der Kaiserschnitt ein Stück aufgegangen war. Nachdem der neue Verband drauf war, gab ich meinem Sohn als erstes seine Flasche. Danach stellte ich fest, das der Verband schon durchgeblutet war. Mein Mann war arbeiten, also rief ich meine Freundin an, damit sie auf den Kleinen aufpasst. Ich bin dann selbst in die Klinik gefahren, was ich heute auch nicht mehr verstehen kann. Ich denke in diesem Moment war ich irgenntwie zu keinem klaren Gedanken fähig.

Im Krankenhaus schien es, als hätte mein Arzt nur auf mich gewartet. Er machte mir auch keinerlei Vorwürfe. Ich musste nochmal eine Woche im Krankenhaus bleiben und diesemal wartete ich wirklich den Zeitpunkt ab, bis mein Arzt mir die Erlaubniss gab nach Hause zu gehen. Ich werde woll diesen Schock, als ich die Decke zurückschlug, niemals vergessen.

Mein Kaiserschnitt ist mittlerweile gut verheilt, aber ich habe immer noch ein kleines Taubheitsgefühl um die Narbe herum.

Meine Empfindungen zu diesem Kaiserschnitt waren vor allem, das ich etwas wesentliches verpasst habe. Mein Sohn wurde mir nicht gleich nach der Geburt auf die Brust gelegt. Ich konnte nicht gleich alles selbst für ihn tun. Ich werde wahrscheinlich über das Gefühl nie ganz weg kommen.

Doch der Kaiserschnitt hat wahrscheinlich in meinem Fall schlimmeres verhindert, da doch eine Gefahr für meinen Sohn bestanden hat und dafür bin ich natürlich sehr dankbar.

Und ich kann wirklich jeder Frau raten, immer auf den Arzt hören, auch wenn der Drang nach Hause zu gehen sehr stark ist. Ich habe meine Lektion gelernt und werde mich in Zukunft an solche Anweisungen halten.

Bei einer Nachuntersuchung wurde bei mir festgestellt, das ich nie in der Lage sein werde, auf normalem Weg ein Kind zu bekommen, also, sollte ich mich entschliessen ein weiteres Kind zu bekommen, dann bleibt mir wieder nur der Kaiserschnitt.

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