Thema Tattoos Allgemein Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Hautverträglichkeit:  sehr gut
  • Aussehen:  sehr gut
  • Qualität & Verarbeitung:  sehr gut

Erfahrungsbericht von XxBANNIxX

AAAUUUAAATSCH!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hey wieder zurück!
Tut ja mir schon wieder mal total leid, dass ich so lange nicht mehr hier war. Ich werd euch jetzt jedenfalls erst mal berichten, was ich so getrieben habe!

Also, unter anderem habe ich mich vor ein paar Monaten tätowieren lassen. Ich war schon immer total verrückt nach Tattoos, aber hab jetzt erst meine Eltern weich bekommen. Naja, mit 16 ist das ja auch noch früh genug...

Die Frage war nun nur noch, an welcher Stelle ich mich stechen lassen wollte. Eigentlich war ich ja für kurz unter dem Bauch, aber dort soll es sich wohl bei der Schwangerschaft sehr, sehr stark verziehen. Tja, nun blieb nur noch das Bein oder der Rücken, um nicht in ein paar Jahren als ausgelullertes Kunstwerk rumzurennen...
Ich entschied mich für den Nacken (oder auch knapp drunter), obwohl ich Bedenken hatte, diese Stelle später im Job verstecken zu können...

Ich also zu einem richtig guten Studio gegangen, wo ich mich auch schon öfter hab piercen lassen. Von daher weiß ich auch, dass dort alles wirklich sehr sauber und steril ist und dass die Leutchen dort wirklich sehr nett mit einem umgehen!
Jedenfalls wollte ich mal so gucken, was sie für Motive anzubieten haben.
Ich kam rein und °°schwupps°° wurde ich mit einem dicken Hefter auf die Couch verfrachtet.
Ich fand ein schönes Tribal (natürlich ganz ohne Bedeutung) und ließ es mir gleich mal auf den Nacken malen. Ging ruck zuck und sah eigentlich auch ganz klasse aus.
Nun gings ab nach Hause zur Beratung, denn so ein Tattoo muss ja auch schließlich gut überlegt sein. Nachdem ich nur positive Resonanz bekam, ging ich noch mal zum Studio und vereinbarte einen Termin.
Ich hatte mit mindestens einem Monat Wartezeit gerechnet und ging ganz cool an die Sache ran. Plötzlich war alles wie im Film. Ich hörte nur irgendwie „In drei Tagen?“ und konnte nur noch „Jaja“ antworten... Oh Gott, auf einmal rutschte mir aber das Herz in die Hose und meine Hände wurden schon ganz kalt. Und als sie dann sagte, ich solle zwei Tage vorher keinen Alkohol trinken (Drogen natürlich auch nicht), hab ich ja noch bessere Laune bekommen. Genau vor meinem Termin ist bei uns nämlich so ein Fest gewesen, auf dem es sozusagen eine Trinktradition gibt...
Aber was tut man nicht alles...


Als dann mein großer Tag war, hab ich mir schnell noch meine beste Freundin als Unterstützung geholt und ab gings. Die Bahnfahrt war schrecklich! Ich wurde immer nervöser! Ich konnte mir den Schmerz ja auch gar nicht richtig vorstellen. Ich hab nur versucht, immer an das Schlimmste zu denken, damit ich nachher nicht völlig zusammenbreche und es eigentlich nur noch besser werden konnte.
Ich betrat das Studio und sofort wurde ich in den Raum gejagt, in dem ich tätowiert werden sollte.
Ich hatte leider einen Tätowierer, der nicht wirklich deutsch gesprochen hat, mich zum Glück aber trotzdem verstand. So konnte ich mich aber leider nicht so gut mit ihm unterhalten...
Als aller erstes wollte er die Unterschrift von meinen Eltern mit Ausweiskopie sehen, so wie es sich auch für einen anständigen Laden gehört.
Anschließend lockerte er mich ein bissl auf, indem er sich ein wenig mit mir unterhielt. Hat wohl gemerkt, dass ich sehr nervös war...
Dann malte er noch mal mein Tattoo auf dem Rücken auf und los gings...
Ich setzte mich auf einen Stuhl und schon hörte ich dieses „tolle“ Geräusch der Nadel und wie sie immer näher kommt...
Er fing mit den Umrandungen an und nahm dazu eine ziemlich dünne Nadel. Das hat RICHTIG wehgetan kann ich dazu nur sagen! Aber zum Glück hab ich es mir noch schlimmer vorgestellt. Er hatte mich zwischendurch immer gefragt, ob alles ok sei, aber vor lauter Schmerzverdrängung konnte ich gar nicht mehr reden. Meine Freundin meinte, dass ich überall total gezittert habe, sogar im Gesicht - wie peinlich! Was ich voll süß von ihr fand: Sie versuchte es dann mal mit Schmerzverlagerung und kniff mir ins Bein... Funktioniert irgendwie ;)

Als er dann mit den Umrandungen fertig war, kam zum Glück die etwas dickere Nadel zum Zug, die viel angenehmer ist.
Ich versuchte mal festzustellen, mit was dieser Schmerz zu vergleichen ist oder wie er sich anfühlt...
Ich kann es nicht wirklich beschreiben, aber auf jeden Fall war mir so, als wenn die Nadel die ganze Zeit nur auf einer Stelle wäre. Und dann wie ein Propeller, den man einem unter die Haut schiebt und der dann richtig losbrummt, so dass man kaum still sitzen kann...
Andere sagen, es ist wie ein Eppilierergerät (wird das so geschrieben?), nur noch schlimmer. Oder halt als wenn jemand einem ein Messer in den Rücken sticht und es ganz langsam runterzieht...

Nach einer dreiviertel Stunde war ich zum Glück fertig. Hätte ich noch länger gesessen, wäre der Schmerz noch unerträglicher geworden...
Ich bekam noch eine Plastikfolie auf den Rücken geklatscht, hab meine 100 Euro bezahlt und dann durfte ich raus. Man, das war ein komisches Gefühl sag ich euch...

Nach fünf Stunden durfte ich die Folie dann wieder abnehmen. Ich guckte in den Spiegel und auf einmal wurde mir bewusst, dass ich das jetzt wirklich für IMMER hab und auf einmal fing ich an, mir Gedanken darüber zu machen, ob es wirklich richtig war. Vor allem, weil ich auch entdeckt habe, dass es irgendwie ziemlich schräg ist...

Als Pflege sollte ich es jeden Tag mit viel Wasser abduschen und schön einseifen. Fünf Tage lang morgens und abends dann das Tattoo mit Bepanthen Roche Wund- und Heilsalbe einreiben.

Vermeiden sollte man für mindestens zwei Wochen den Solariumbesuch (was für mich das Schlimmste war) und das baden gehen. Auch sollte man, wenn man Sport macht, das Tattoo bedecken, da es ja eine Wunde ist und kein Schmutz reinkommen soll.
Und was gaaanz wichtig ist: NICHT DEN SCHORF ABPOLKEN!
Und wie ich ja nun mal bin und überall gerne rumkratze, hab ich alles abgepult... Und so sah mein Rücken dann auch aus! Überall total helle Stellen!
Und das Schlimmste ist der Juchreiz, den man immer an der tätowierten Stelle hat. Man könnte total durchdrehen und würde sich am liebsten die härteste Bürste nehmen, die man finden kann (wenn nicht anders die Klobürste, ist auch egal), um sich zu „befriedigen“. Aber man darf ja leider nicht. Ich hab immer versucht, mir zu helfen, indem ich ganz stark irgendwo neben das Tattoo gepiekt hab, um das Killern in Schmerz umzuwandeln, was ja noch viel erträglicher ist. Hat sogar teilweise geklappt ;)

Also gings noch mal hin zum Nachstechen (was ja sowieso sein sollte). Der Tätowierer erzählte mir erst mal, dass mein Tattoo an manchen Stellen ziemlich rosa aussieht und dadurch die Gefahr für Hautkrebs viel, viel höher ist, wenn ich jetzt zu früh wieder ins Solarium gehen würde. Also gabs erst mal ein Verbot für einen ganzen Monat *heul*
Er meinte, dass nach dem erneuten Stechen in die Narbe (was ja mit 3000 Stichen pro Minute ist oder so), die Haut noch empfindlicher sei.
Dann fing er an mit den Vorbereitungen und desinfizierte meine Haut erst einmal. Bei diesem Geräusch fiel mir auf einmal wieder der Schmerz ein, den ich schon total vergaß.

Und es tat noch mehr weh, als beim ersten Mal. Diesmal saß ich zwar nur eine viertel Stunde, aber länger hätte ich es auch nicht ausgehalten. Ich hab mich echt gefragt, wie ich es davor überlebt habe.
Dies mal hat alles auch ganz schön stark geblutet...

Zum Glück war schon nach drei Tagen der Schorf ab, was eigentlich ziemlich unnormal ist. Und ich hab diesmal auch kaum gepolkt ;) Aber am glücklichsten war ich ja über den ausgebliebenen Juckreiz!!!

In ein paar Wochen geh ich noch mal zum Nachstechen, um die ganze Sache perfekt zu machen und sicher zu gehen, dass keine hellen Stellen mehr im Tattoo sind. Wäre doch auch schade drum.


Abschließend kann ich nur sagen, dass man den Schmerz wirklich vergisst! Auf der einen Seite ist das gut, denn man hat keine schlechten Erinnerungen an den Moment, in den man seine „feste Bindung“ eingegangen ist. Auf der anderen Seite macht das dann aber auch Lust auf immer mehr. Und wenn man dann wieder unter der Nadel sitzt, kommt alles wieder hoch und man fragt sich, warum man sich so was eigentlich antut.
Klar, es tut dem einen vielleicht nicht so sehr weh wie dem anderen. Auch kommt es darauf an, an welcher Stelle man sich tätowieren lässt. Ich steh zum Beispiel total darauf, wenn jemand sich auf der Innenseite des Oberarms stechen lässt, aber da soll es ja am meisten weh tun...

Naja, auf jeden Fall bereue ich es bis jetzt mit meinem Tattoo noch nicht und bin auch logischer weise total stolz auf mein Bildchen... Und nicht denken, ich habs gemacht, weil es zur Zeit „in“ ist. Da könnte ich mich immer total aufregen! Ich habe es für MICH gemacht - weil ICH es schön finde - egal was die anderen sagen!
Ich bin ja schon wieder am Überlegen, wo das Nächste hinkommt, aber ich lass mir lieber etwas mehr Zeit damit!

Tja, tätowieren macht halt wirklich süchtig..................


Bye, Ani




Ach, jetzt hab ich was ganz wichtiges fast vergessen: Man sollte nicht zu irgendeinem Tätowierer gehen, der es euch billiger macht, nur weil ihr wenig Geld habt! Dies ist eine Investition fürs Leben und da darf man echt nicht sparen!

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