Erfahrungsbericht von *sannah*
Abi und dann - ab ins große schwarze Loch...
Pro:
mehr Freiheit und Eigenverantwortung
Kontra:
man muss viel selbst organisieren
Empfehlung:
Nein
Früher war der Berufswunsch noch einfach: "Häuserbauer", Lokomotivführer oder Astronaut, davon träumt ein Kinderherz. Doch die "Zeit der Utopien" ist irgendwann vorbei, irgendwann wollen Oma, Onkel und vor allem die Eltern eine ernste Antwort auf die Frage: "Was willst du werden?". Beliebte Antwort in früheren Zeiten: "Erst einmal erwachsen..." Doch das ist man mit dem Abitur ganz plötzlich geworden, mit einem "Reifezeugnis"wird man in die große böse Welt geschickt. Und kommt spätestens nach einem Semester, das ich nun hinter mich gebracht habe, auf den Gedanken, dass die oft verfluchte Schulzeit irgendwie ja doch die schönste Zeit war. Doch nein, das soll keine Degradierung des Studiums sein, ich möchte nur sagen, dass man sich in der Schule weniger selbst kümmern musste, sondern alles vorgesetzt bekam. Das kann Vor- und Nachteil sein.
Schon zu Ende des vorherigen oder spätestens am Anfang des neuen Halbjahres hatte man in der Schule seinen fertigen Stundenplan. Doch ganz so einfach geht das an Uni oder FH nur noch in bestimmten Studiengängen. In der Regel (besonders beim Lehramtsstudium) sind die Kurse frei wählbar, man trifft eine Auswahl aus einem bestimmten Themenbereich.
Wie es auch prinzipiell den Vorteil hat, dass man sich im Studium auf sein ganz individuelles Interessengebiet spezialisieren kann, abgesehen von einigen Pflichtkursen. Aber jubelt nicht zu früh, das ist in ganz vielen Studiengängen auch Mathematik (ihr glaubt gar nicht, wo man die überall einbaut... - z. B. Statistik ist fast überall)!
Doch ich möchte ganz von vorne anfangen:
Das Studienjahr besteht aus zwei Semestern, dem Winter- (WS) und dem Sommersemester (SS). Das WS dauert (an Universitäten) vom 1. Oktober bis zum 31.März, das Sommersemester füllt die andere Zeit aus. Doch die Zeit, in der tatsächlich Vorlesungen stattfinden, ist um einiges geringer, denn irgendwo muss das Gerücht von den faulen Studenten ja seinen Ursprung haben. Die Vorlesungszeit ist aber von Uni zu Uni verschieden. An meiner Universität beginnt die erste Vorlesungswoche am zweiten Montag im Semester. Diesbezüglich sollte man sich aber informieren oder man bekommt die nötigen Informationen bei der Einschreibung, oftmals gibt es auch noch Einführungsveranstaltungen für die Erstsemester, auch liebevoll "Ersties" genannt, um alle Unklarheiten zu beseitigen. Die vorlesungsfreie Zeit dauert von Mitte Februar bis Anfang April und Mitte Juli bis Anfang Oktober, dazu kommen noch Weihnachtsferien und die anderen Feiertage (Pfingsten etc.), ist jedoch in einer Hinsicht nicht mit den Schulferien zu vergleichen: Sie sind um einiges arbeitsintensiver. Es müssen Hausarbeiten, Rezensionen oder ähnliches geschrieben werden, Praktika werden vorausgesetzt und mit Freude in die Semesterferien gelegt und nicht zuletzt will ja auch das schmale Budget des armen Studenten aufgebessert werden. Manche Dinge ändern sich eben nie... oder vorerst nicht.
Für viele die größte Frage: wie finde ich (m)eine Uni?
Manchem wird diese Entscheidung schon durch die ZVS abgenommen. Ob BWL, Medizin oder Psychologie - die Bewerbung bei der Zentralen Vergabestelle für Studienplätze muss bis zum 15.7. erfolgen, dort gibt man seine Wunsch-Unis an und dann heißt es zunächst: warten, warten und ein Tässchen Tee... Doch inzwischen hat nicht mehr nur die ZVS das Sagen, auch Eigenbewerbungen direkt an den Unis sind möglich, die Berufsberater helfen gerne in üblicher Kompetenz weiter... *räusper*
Diejenigen, die sich frei von jeglichen numeri clausi (auch N.C.s genannt) an einer Uni ihrer Wahl bewerben können, haben zunächst auch die Qual dieser Wahl. Im allgemeinen hilft nur eins: sich informieren. Jede Uni ist inzwischen mit einer Homepage im World Wide Web vertreten, aber auch über dem klassischen Weg per Post gibt es Infos - die Adressen dazu sind in vielen schlauen Büchern (die es jeder Bibliothek gibt) abgedruckt.
Zur Orientierung können diverse Rankings von Spiegel oder Stern herangezogen werden, auch empfiehlt es sich, mal über den Tellerrand hinauszuschauen ! Auch der "wilde Osten"wartet auf Erschließung - ich habe meine Entscheidung, in Halle an der Saale zu studieren, bisher nicht bereut. Vor allem ist es weitaus günstiger, was den Lebensunterhalt betrifft.
Doch würde ich empfehlen, niemals unbesehen an eine Uni zu gehen - man sollte die Stadt zumindest einmal vorher besichtigt haben, um zu wissen, was einen neben der Uni erwartet: verschlafenes Nest oder pulsierendes Nachtleben. Denn schließlich gibt es noch ein Leben neben dem Studium - blaumachen auf eigene Gefahr, im Gegensatz zu den Lehrern ist es den Professoren vollkommen egal, ob einer mehr oder weniger in der Vorlesung oder dem Seminar sitzt! ;-)
Auch wenn man das Gefühl hat, zunächst überhaupt niemanden zu kennen und auch nicht kennen zu lernen - den anderen Erstsemestern geht es nicht anders, daher sind neue Freundschaften schnell geknüpft. Ob nun zweckdienlich in Lerngruppen (was sich in den Fächern, wo es pro Woche einen Aufgabenzettel zu bewältigen gilt, besonders empfiehlt) oder für die Party am Abend...
Wenn man sich aber einmal für Ausbildung ("Ich will was Praktisches machen!"), Studium ("Theorie ist das Ziel!") oder eine Kreativpause ("Ich muss mich erst sammeln!") entschieden hat und die ersten Startschwierigkeiten hinter sich gelassen hat, möchte man irgendwie doch nicht mehr tauschen. Schließlich hat man in der Schule Selbstständigkeit und Verantwortung beigebracht bekommen (das ist das, was unter "für's Leben lernen" verstanden wird...), das "Reifezeugnis" hat es bescheinigt (hat es das wirklich?). Nun kann man endlich unter Beweis stellen, auch wirklich "überlebensfähig" zu sein. Oder ob man auch zu alternativen Lösungen kommen kann, wie es PISA verlangte. Kommt man beispielsweise mit dem frisch erworbenen Dosenöffner nicht klar, klingelt man beim Nachbarn, vielleicht ist dem diese Technik kein Rätsel...
Schulzeit war schön, sorgloser - aber das Studium ist auch nicht zu verachten, man ist endlich und unwiderruflich selbstverantwortlich!
Schon zu Ende des vorherigen oder spätestens am Anfang des neuen Halbjahres hatte man in der Schule seinen fertigen Stundenplan. Doch ganz so einfach geht das an Uni oder FH nur noch in bestimmten Studiengängen. In der Regel (besonders beim Lehramtsstudium) sind die Kurse frei wählbar, man trifft eine Auswahl aus einem bestimmten Themenbereich.
Wie es auch prinzipiell den Vorteil hat, dass man sich im Studium auf sein ganz individuelles Interessengebiet spezialisieren kann, abgesehen von einigen Pflichtkursen. Aber jubelt nicht zu früh, das ist in ganz vielen Studiengängen auch Mathematik (ihr glaubt gar nicht, wo man die überall einbaut... - z. B. Statistik ist fast überall)!
Doch ich möchte ganz von vorne anfangen:
Das Studienjahr besteht aus zwei Semestern, dem Winter- (WS) und dem Sommersemester (SS). Das WS dauert (an Universitäten) vom 1. Oktober bis zum 31.März, das Sommersemester füllt die andere Zeit aus. Doch die Zeit, in der tatsächlich Vorlesungen stattfinden, ist um einiges geringer, denn irgendwo muss das Gerücht von den faulen Studenten ja seinen Ursprung haben. Die Vorlesungszeit ist aber von Uni zu Uni verschieden. An meiner Universität beginnt die erste Vorlesungswoche am zweiten Montag im Semester. Diesbezüglich sollte man sich aber informieren oder man bekommt die nötigen Informationen bei der Einschreibung, oftmals gibt es auch noch Einführungsveranstaltungen für die Erstsemester, auch liebevoll "Ersties" genannt, um alle Unklarheiten zu beseitigen. Die vorlesungsfreie Zeit dauert von Mitte Februar bis Anfang April und Mitte Juli bis Anfang Oktober, dazu kommen noch Weihnachtsferien und die anderen Feiertage (Pfingsten etc.), ist jedoch in einer Hinsicht nicht mit den Schulferien zu vergleichen: Sie sind um einiges arbeitsintensiver. Es müssen Hausarbeiten, Rezensionen oder ähnliches geschrieben werden, Praktika werden vorausgesetzt und mit Freude in die Semesterferien gelegt und nicht zuletzt will ja auch das schmale Budget des armen Studenten aufgebessert werden. Manche Dinge ändern sich eben nie... oder vorerst nicht.
Für viele die größte Frage: wie finde ich (m)eine Uni?
Manchem wird diese Entscheidung schon durch die ZVS abgenommen. Ob BWL, Medizin oder Psychologie - die Bewerbung bei der Zentralen Vergabestelle für Studienplätze muss bis zum 15.7. erfolgen, dort gibt man seine Wunsch-Unis an und dann heißt es zunächst: warten, warten und ein Tässchen Tee... Doch inzwischen hat nicht mehr nur die ZVS das Sagen, auch Eigenbewerbungen direkt an den Unis sind möglich, die Berufsberater helfen gerne in üblicher Kompetenz weiter... *räusper*
Diejenigen, die sich frei von jeglichen numeri clausi (auch N.C.s genannt) an einer Uni ihrer Wahl bewerben können, haben zunächst auch die Qual dieser Wahl. Im allgemeinen hilft nur eins: sich informieren. Jede Uni ist inzwischen mit einer Homepage im World Wide Web vertreten, aber auch über dem klassischen Weg per Post gibt es Infos - die Adressen dazu sind in vielen schlauen Büchern (die es jeder Bibliothek gibt) abgedruckt.
Zur Orientierung können diverse Rankings von Spiegel oder Stern herangezogen werden, auch empfiehlt es sich, mal über den Tellerrand hinauszuschauen ! Auch der "wilde Osten"wartet auf Erschließung - ich habe meine Entscheidung, in Halle an der Saale zu studieren, bisher nicht bereut. Vor allem ist es weitaus günstiger, was den Lebensunterhalt betrifft.
Doch würde ich empfehlen, niemals unbesehen an eine Uni zu gehen - man sollte die Stadt zumindest einmal vorher besichtigt haben, um zu wissen, was einen neben der Uni erwartet: verschlafenes Nest oder pulsierendes Nachtleben. Denn schließlich gibt es noch ein Leben neben dem Studium - blaumachen auf eigene Gefahr, im Gegensatz zu den Lehrern ist es den Professoren vollkommen egal, ob einer mehr oder weniger in der Vorlesung oder dem Seminar sitzt! ;-)
Auch wenn man das Gefühl hat, zunächst überhaupt niemanden zu kennen und auch nicht kennen zu lernen - den anderen Erstsemestern geht es nicht anders, daher sind neue Freundschaften schnell geknüpft. Ob nun zweckdienlich in Lerngruppen (was sich in den Fächern, wo es pro Woche einen Aufgabenzettel zu bewältigen gilt, besonders empfiehlt) oder für die Party am Abend...
Wenn man sich aber einmal für Ausbildung ("Ich will was Praktisches machen!"), Studium ("Theorie ist das Ziel!") oder eine Kreativpause ("Ich muss mich erst sammeln!") entschieden hat und die ersten Startschwierigkeiten hinter sich gelassen hat, möchte man irgendwie doch nicht mehr tauschen. Schließlich hat man in der Schule Selbstständigkeit und Verantwortung beigebracht bekommen (das ist das, was unter "für's Leben lernen" verstanden wird...), das "Reifezeugnis" hat es bescheinigt (hat es das wirklich?). Nun kann man endlich unter Beweis stellen, auch wirklich "überlebensfähig" zu sein. Oder ob man auch zu alternativen Lösungen kommen kann, wie es PISA verlangte. Kommt man beispielsweise mit dem frisch erworbenen Dosenöffner nicht klar, klingelt man beim Nachbarn, vielleicht ist dem diese Technik kein Rätsel...
Schulzeit war schön, sorgloser - aber das Studium ist auch nicht zu verachten, man ist endlich und unwiderruflich selbstverantwortlich!



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