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Erfahrungsbericht von Knupsi

Die Erstausstattung - was braucht man wirklich?

Pro:

unnötige Ausgaben werden vermieden

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Wenn sich ein neuer Erdenbürger ankündigt, gibt es eine ganze Menge Dinge, die man neu anschaffen muß. Zum Thema Second Hand ist nun schon viel geschrieben worden. Ich möchte heute darauf eingehen, was man wirklich braucht.

Als ich damals schwanger war, hab ich mir massenhaft Kataloge bestellt, Baby Walz, Neckermann Baby, Baby Butt etc. Wenn man diese Kataloge durchblättert, sieht man so viele Sachen, von denen man meint, daß man sie unbedingt braucht. Wir haben uns damals eine Liste gemacht, damit wir auch was wußten, wenn wir nach Wünschen gefragt wurden.

Sicher, ein Kinderzimmer muß her, vielleicht eine Wiege oder ein Stubenwagen für die ersten Wochen (oder Monate) im Elternschlafzimmer, Fläschchen, ein Sterilisator und noch viele Dinge. Aber im Laufe der Zeit habe ich mich eingehender mit der Liste beschäftigt und vieles wieder gestrichen, weil sich herausstellte (zumindest für mich), daß bestimmte Sachen einfach nicht nötig sind, obwohl man der festen Überzeugung war, daß man sie unbedingt braucht. Aber jetzt im Nachhinein muß ich sagen, hätte ich noch einiges mehr streichen können. Man sollte einfach nicht alles schon vor der Geburt kaufen (oder hopplahopp, während Mama und Baby im Krankenhaus sind), sondern erst einmal gucken, ob man die Sachen benötigt.

Ich zähle jetzt mal ein paar Beispiele auf:

Eine Decke: hat mein Mann im Angebot bei Prenatal gekauft, während wir noch im Krankenhaus waren. Ist natürlich totaler Quatsch, da man Babys ja gar nicht zudecken soll (Gefahr des plötzlichen Kindstods), sondern diese in einem Schlafsäckchen schlafen lassen soll. Unser Sohn ist jetzt 16 Monate alt und hätte bis heute noch keine Decke gebraucht. (Etwas anderes ist natürlich ein kleines Wolldeckchen, mit dem man die Kinder im Kinderwagen zudeckt.)

Windeltwister o.ä.: Auch hier dachte ich, den muß man haben, sonst stinkt das Kinderzimmer so. Vor allem, wenn man im 3. Stock wohnt und nicht für jede Windel nach unten zur Mülltonne rennt. Aber von einer Freundin erfuhr ich, daß auch diese Windeltwister nicht den gesamten Geruch verhindern. Wir haben dann einfach einen einfachen Schwingdeckeleimer genommen. Anfangs roch der Stuhl eh nicht, da er lange gestillt wurde. Richtig stinken tun die Kleinen ja erst, wenn sie Ersatzmilch oder richtige Nahrung kriegen. Mittlerweile nehmen wir die Frühstücksbeutel von ALDI, wenn nicht nur Pipi in der Windel ist, und knoten die Windel darin ein. Das hat den gleichen Effekt wie der Twister.

Krabbeldecke: Meines Erachtens ziemlicher Quatsch. Bei uns wäre sie eh nicht nötig gewesen, da wir Teppichboden haben (außer in der Küche) und darauf noch Teppiche liegen. Aber die Krabbeldecken sind auch viel zu klein. Klar, solange sich die Babys noch nicht drehen bzw. rollen können, bleiben sie schön darauf liegen, aber sobald sie sich drehen, reichen ein paar Bewegungen aus und sie sind runtergerollt. Vielleicht sollten diese Teile eher Liegedecken heißen??? Auf jeden Fall macht eine normale Wolldecke, wie sie eigentlich in jedem Haushalt zu finden ist, mehr Sinn. Am besten zwei übereinandergelegt. Dann kann das Kleine ruhig ein bißchen rumrollen und liegt immer noch auf der Decke. Und weniger weich ist das auch nicht.

Fläschchenwärmer: Fehlt im Allgemeinen in keiner Erstausstattung, auch wir haben einen. Aber: er wurde so gut wie nie benutzt. Ein paar mal hab ich eine Flasche darin warmgehalten, aber das kann man an einer Hand abzählen. Zum Erwärmen der Gläschchen benutze ich die Mikrowelle, da geht viel schneller. Auch mit dieser Anschaffung sollte man also warten, ob man sie wirklich benötigt. Wer voll stillt, braucht den Fläschchenwärmer eh nicht.

Schlafanzüge: Wir hatten auch einen in Größe 50/56. Aber unsere Hebamme sagte, anfangs wäre es für die Babys besser, wenn man sie abends nicht umzieht. Zuviel Streßt. Und außerdem war ich eh froh, wenn ich meinem Kleinen nichts über den Kopf ziehen mußte, solange dieser noch so labil war. Da er eh meistens Strampler anhatte und sich ja nicht dreckig machte, außer mal ein bißchen Sabbern vielleicht, hab ich ihn einfach mit diesem Teil auch nachts schlafen lassen und ihn somit nur einmal am Tag umgezogen. Strampler sind für die ganz Kleinen Würmchen eh besser als z.B. Jeans und Pulli, zum einen stecken sie da gut drin und es rutscht nichts hoch. Zum anderen kann man welche mit Ärmeln kaufen, dann braucht man ihnen auch nichts über den Kopf zu ziehen. Mein Sohn hat da immer sehr geweint, wenn er was über den Kopf bekam, das haßt er heute noch. Also: kleine Schlafanzüge sind nicht nötig. Erst ab Gr. 62/68.

Feuchttücher: In den ersten Monaten haben wir keine Feuchttücher benutzt, sondern kleingeschnittenes Küchenpapier und warmes Wasser mit Olivenöl. Das ist zum einen sehr gut verträglich auch für empfindliche Haut, zum anderen hat das den Vorteil, daß es nicht kalt wird an Babys Popo. Mir tut das jetzt immer so leid, wenn die Tücher kalt sind, mit denen ich seinen Popo und vor allem sein Schwänzchen säubere, daß ich schon oft überlegt habe, wieder zu der alten Methode zurückzukehren. Aber mit den Ladungen, die er oft in der Hose hat... Da bin ich mit den Tücher doch besser dran. Aber wir haben bestimmt 9 oder 10 Monate mit Küchenpapier gearbeitet. Dazu haben wir eine Thermoskanne mit warmen Wasser und etwas Olivenöl auf dem Regal stehen gehabt, damit wir immer warmes Wasser zur Hand hatten. (Nicht, daß einem auffällt, daß man was vergessen hat, wenn der Wurm schon nackt auf dem Wickeltisch liegt...). Über die Zeit gesehen, haben wir da ganz schön was an Feuchttüchern eingespart. Und die sind ja nicht gerade billig.

Tja, und so könnte man die Liste weiterführen. Was ich Euch auf jeden Fall damit sagen will ist: laßt Euch nicht von der Werbung oder den Katalogen bekloppt machen. Ein Kind wird später noch teuer genug. Spart lieber am Anfang ein, was nicht nötig ist und legt es für später auf Seite. Dann werdet Ihr Euch drüber freuen!

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