Erfahrungsbericht von HankaL
Geburt - wie ich es erlebt habe.
Pro:
- es lohnt sich und man wird fuer alles hundertfach entschaedigt :-)
Kontra:
- nix.
Empfehlung:
Nein
So, da findet man eines Tages also endlich heraus, dass es geklappt hat, man ist schwanger, juhuuu; man ist aufgeregt und faengt sofort an, die Tage zu zaehlen bis zum grossen Augenblick: der Geburt dieses kleinen Wesens, das man 9 Monate in sich getragen hat und das einem einerseits so vertraut ist, das man andererseits aber doch noch nicht wirklich kennt.
Klar malt man sich im Kopf hundert Mal aus, wie die Geburt wohl verlaufen wird, aber wie heisst es so schoen: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt :-)
Bei mir lief es jedenfalls nicht ganz nach Plan und da jede Geburt anders ist und jede Frau dieses Ereignis anders empfindet, will ich heute mal von der Geburt meiner jetzt fast 3 Monate \"alten\" Tochter Kiana erzaehlen.
Ich war gerade auf den Tag genau 37 Wochen schwanger. Meine Schwangerschaft war bis dahin der reinste Spaziergang gewesen, keine Uebelkeit oder sonstige Beschwerden... naja, bissle geschwollene Fuesse und Finger und ab und zu tat mir mal der Ruecken weh, aber letzteres schob ich dann doch darauf, dass ich weiterhin Vollzeit arbeitete. Am 29. Mai dieses Jahres sollte mein letzter Arbeitstag sein, damit ich die letzten 3 Wochen noch allein mit meinem Mann geniessen und mich ein bissle ausruhen koennte. So weit, so gut.
Alles begann am Morgen des 28. Mai. Mein Mann fuhr mich gerade rueber ins Krankenhaus, wo ich einen Termin mit der Anaesthesistin (wie schreibt man das jetzt richtig?) hatte, weil ich mich erkundigen wollte, was ich alles fuer Moeglichkeiten bzgl. Schmerzmittel waehrend der Geburt haette. Allerdings hatte ich seit dem vorangegangenen Tag meine Tochter kaum gespuert, normalerweise war sie immer recht aktiv. Also entschied ich mich, vor meinem Termin schnell bei der Mutter-Kind-Station vorbeizuschauen, die sollten mal kucken, dass mit meinem Baby auch alles in Ordnung war. Ich sagte der Anaesthesistin Bescheid und meinte, bestimmt in ca. 10 Minuten bei ihr zu sein, da ich mir ja wahrscheinlich eh alles nur einbilden wuerde. Gesagt, getan.
Die Krankenschwester der Mutter-Kind-Station hat mich dann an einen Monitor angeschlossen, der den Herzschlag meiner Tochter aufzeichnen sollte. Da meine Kleine wohl zu schlafen schien, benutzte sie auch einen \"Buzzer\", ein Geraet, das man an den Bauch der Schwangeren haelt und das ein Summ-Geraeusch ertoenen laesst, was das Baby aufwecken soll. Und schon konnte man auf dem Monitor sehen, wie sich die Herzrate von einer sanften Schlangenlinie zu einem munteren Hoch und Runter veraenderte. Also sah doch alles prima aus, kann ich ja dann gehen, oder?!
Net so schnell. Fast 1,5 Stunden war ich da am Monitor, bis die Schwester reinkam und meinte, jetzt wolle der Arzt nur noch schnell einen Ultraschall machen und dann waere ich fertig. Doch ganz so war es dann leider doch nicht, denn der Arzt stellte fest, dass mein Fruchtwasser zurueckgegangen war und das ist wohl ein ziemlich zuverlaessiges Zeichen dafuer, dass was im Busch ist. Hinzu kam die verringerte Bewegungsfreude meiner Tochter. Also, meinte er, am besten waere es, ich bekaeme mein Kind. Ja, wann denn, Herr Doktor? Jetzt gleich, sagte der.
Gut, wir durften dann doch erst noch schnell nach Hause fahren, da wir nur knapp 5 Minuten weg wohnen, und ein paar Sachen holen. Schnell noch meine Eltern in Deutschland angerufen (lebe derzeit in den USA) und ab zurueck ins Krankenhaus.
Da wurde ich dann gleich mal ins Bett gesteckt und wieder an den Monitor angeschlossen. Der Herzschlag meiner Tochter war zwar manchmal ein bissle unregelmaessig, aber nicht weiter besorgniserregend. Nach ca 4 Stunden kam dann auch endlich mein Arzt und hat die Geburt mit Hilfe einer kleinen \"Pille\", die in 4 gleiche Teile gebrochen und dann vaginal eingefuehrt wird. Erst mal nur ein Stueck, wenn noetig alle vier Stunden ein weiteres.
Bis dahin hatte sich meine Scheide schon von alleine 1 cm geoeffnet und innerhalb von nicht mal 2 weiteren Stunden war ich schon bei 3 cm. Meine Fruchtblase wurde vom Arzt mit Hilfe eines winzigen Hakens ruptiert und ein kleiner Monitor wurde am Kopf meiner Tochter angebracht, eine bessere und zuverlaessigere Art der Aufnahme des Herschlages. Ausserdem wurde eine kleine \"Sonde\" eingefuehrt, um meine Wehen besser messen zu koennen.
Schien soweit gut zu laufen, und die Wehen taten auch noch nicht wirklich weh.
Allerdings hatte ich zu viele Wehen zu schnell hintereinander, also bekam ich eine Spritze, um das Ganze ein bissle zu verlangsamen, damit mein Baby nicht schon jetzt total ueberstresst wird.
Mein Mann und ich vertrieben uns die Zeit mit Fernsehen, Freunde kamen vorbei um uns viel Glueck zu wuenschen... Es lieft alles recht locker ab. Essen durfte ich leider nichts, was besonders doof war, da ich an dem Tag kein richtiges Fruehstueck bekommen hatte. Nur Eiswuerfel oder Eis am Stiel war erlaubt.
Gegen 21:30 oder so war ich dann zu meiner Enttaeuschung gerade mal 5 cm weit geoeffnet, wobei mir der Arzt versicherte, dass das, vor allem fuer eine \"erstmalige Mutter\" echt schnell sei. Ob ich denn was gegen die Schmerzen wolle, was intravenoeses vielleicht? Wollte ich nicht und winkte daher grosszuegig ab. Schmerzen hatte ich kaum.
Kaum war der Arzt aber zur Tuer raus, uhhh, da ging\'s auf einmal los. Die Wehen wurden immer schlimmer und so rief ich dann doch wieder nach meinem Arzt und fragte nach einem intravenoesem Schmerzmittel. Das sollte ich auch bekommen, aber vorher sollte ich mich entscheiden, ob ich spaeter evtl. eine epidurale Betaeubung (eine Art Minikatheter wird am Ruecken in den Raum vor der Wirbelsaeule eingefuehrt, durch den dann Scherzmittel eingefuehrt werden kann) wollte, denn wenn ja oder nur, um mir die Moeglichkeit darauf offen zu halten, dann muesste ich im Vornherein eine Einverstaendniserklaerung dafuer unterzeichnen, denn sowie ich das intravenoese Schmerzmittel bekommen haette, stuende ich rein gesetzlich unter Drogen und sei \"nicht ganz zurechnungsfaehig\". Grund dafuer, dass ich das unterschreiben sollte, ist, dass die epidurale Betaeubung natuerlich auch Risiken birgt, wie bspw. Laehmung. Daher muss man sein schriftliches Einverstaendnis geben, solange man noch \"klar denken kann\". Nachdem mir die Anaesthesistin alles erklaert hatte und mir Zeit zum Durchlesen der Erklaerung gegeben hatte, unterschrieb ich und bekam endlich meine IV (Intravenoese). Die hat mich dann erstmal vollkommen k.o. \"geschlagen\" und ich schlief fast augenblicklich ein.
Ca. 2 Stunden spaeter wachte ich dann wieder auf, die IV war nicht mehr stark genug und die Wehen waren auch wieder staerker geworden. Ich versuchte dann eine zeitlang, alleine mit dem Schmerz fertig zu werden, mein Mann half mir dabei, indem er bei jeder Wehe mit seinen Daumen am unteren Ende meiner Wirbelsaeule Druck ausuebte. Da ging recht gut fuer vielleicht 1 Stunde oder so, aber schliesslich wollte ich doch die epidurale Betaeubung haben.
Dazu musste ich mich im Bett aufsetzen, damit der Minikatheter korrekt eingefuehrt werden konnte. Da ich durch die IV immernoch ziemlich benommen war (haette man mich nach meinem Namen gefragt, den haette ich wohl nicht gewusst!), hing ich da wie ein Schluck Wasser in der Kurve an meinen Mann gelehnt. Als die Aerztin mit dem Einfuehren des Katheters begann, zuckte ich kurz aus Versehen, woraufhin alle im Zimmer bruellten, ich solle bloss stillhalten. Das wusste ich ja selbst, hatte mich nur kurz erschrocken. Zum Glueck ist nichts passiert (Gott sei Dank!!!), denn Leute, bei der Art von Betaeubung entscheidet jeder Handgriff darueber, ob Du danach wieder aufstehen und laufen kannst oder nicht!
Dann musste mir ein Katheter in die Blase eingefuehrt werden, da man mit der Art von Betaeubung seine Blasenfunktion nicht kontrollieren kann, da man ja nix spuert. Und ehrlich, der Schmerz beim Einfuehren des Katheters war schlimmer als jede Wehe! Die haetten ja wenigstens warten koennen, bis ich da unten auch betaeubt gewesen waere. Da hab ich, bis dahin eher ruhig und gelassen, dann doch mal einen Schmerzensschrei durch\'s Krankenhaus gellen lassen. Sowas Fuerchterliches!!!
Kurz darauf liess der Schmerz nach, ich legte mich flach auf den Ruecken, damit sich das Schmerzmittel gleichmaessig verteilen konnte und schlief mit einem seeligen Laecheln auf den Lippen gleich wieder ein.
Ca. 20 Minuten spaeter ging der Herzschlag meiner Tochter auf einmal ruckartig in den Keller. Das Krankenhauspersonal stabilisierten diesen zwar schnell wieder doch jetzt wollten sie kein Risiko mehr eingehen. Mein Arzt und der Stationsarzt berieten sich kurz und entschlossen sich, einen Kaiserschnitt durchzufuehren.
Als Betaeubung sollte die bereits vorgenommene epidurale Betaeubung dienen, bei der lediglich die Dosis erhoeht werden musste. Mittlerweile war es ungefaehr Mitternacht.
Im OP-Saal angekommen, mein Mann durfte an meiner Seite bleiben, wurde die Dosis des Schmerzmittels erhoeht und als ich vom Hals abwaerts ueberall taub war, ging\'s los.
Geschnitten wurde unten am Schamansatz, kann mich also auch weiterhin im Bikini blicken lassen, da die Narbe so nicht zu sehen ist. Ausserdem ermoeglicht diese Art von Einschnitt, dass ich beim naechsten Kind, es sei denn irgendetwas anderes spricht dagegen, eine vaginale Geburt versuchen kann.
Der Einschnitt an sich ist nur sehr klein, ca. 10 cm lang. Daher ziehen die Aerzte dann auch das \"Loch\" ganz schoen weit auf, um das Baby rausbekommen zu koennen (Bis dahin hatte ich nicht einen Schwangerschaftsstreifen, aber seitdem habe ich links und rechts unterhalb vom Bauchnabel jeweils 3 kleine, eigentlich kaum sichtbare, duenne Schwangerschaftsstreifchen. Ach ja...). Da meine Tochter wohl recht weit oben lag, stellte es sich als schwierig heraus, sie einfach \"rauszuziehen\". Also, der eine Arzt machte sich daran, unten zu ziehen, waehrend der andere sich oben, gerade ueber meiner Tochter, mit seinem gesamten Koerpergewicht auf mich drauf lehnte (\"Okay Sweety, this is gonna take your breath away but breathe anyway!\". Wenn\'s sonst nix is...). Nach vielleicht 10 Minuten Druecken und Ziehen war meine kleine Tochter endlich da. Der Arzt hob sie schnell ueber das Tuch, das direkt vor meiner Nase gespannt war, damit ich sie sehen konnte und dann ging\'s fuer sie ans Saubermachen usw. Meinen Mann schickte ich da mit, nachdem die Anaesthesistin schnell noch 2 Photos von uns dreien gemacht hatte.
Gut, der Kleinen ging\'s also prima und da mein Mann mit ihr und dem Krankenbruder (kann doch einen Kerl net \"Schwester\" nennen) mitgegangen war, wusste ich, mein Baby war sicher (Sicher weiss das Personal, was die machen, aber man weiss ja nie, gell :-)?!) und war geschafft aber zufrieden.
Die Geburtszeit meiner Tochter war 01:17 am Morgen des 29. Mai 2002. Hatte also doch recht lange gedauert, sie da raus zu holen :-)
Nun wurde ich noch schnell meiner Placenta entledigt und zugeklammert (schnell ist gut, das Ganze hat nochmal fast 1 Stunde gedauert!) und zur Ueberwachung in einen anderen Raum geschoben. Da sollte ich 1 Stunde drin bleiben, woraus dann allerdings doch 2 Stunden wurden. Nach kurzer Zeit kam dann mein Mann mit sauberem Baby hinzu und die Welt war perfekt!
Dann waren wir noch 2 Tage im Krankenhaus, und am 31. sind wir dann nach Hause. Die Klammern an meiner Wunde wurden am 2.6. gezogen. Schmerzen hatte ich kaum, auch habe ich gar nicht so stark Nachblutungen (vaginal) gehabt. Die einzige Unannehmlichkeit fuer mich war, dass ich, wohl durch die Betaeubung, ca 2 Wochen lang Schmerzen zuerst in den Beinen und dann im Ruecken hatte. Aber das ging auch vorbei.
Uebrigens, der Arzt teilte mir nach der OP mit, dass ich sowieso einen Kaiserschnitt haette haben muessen, da Kianas Nabelschnur gerade mal um die 15 cm lang war. Sie waere mir also spaetestens im Geburtskanal, wenn sie ueberhaupt so weit runter haette gehen koennen, steckengeblieben. Und wer weiss, das waere letztendlich vielleicht sogar noch gefaehrlicher gewesen.
Meiner Tochter geht es jedenfalls ausgezeichnet, nicht zuletzt aufgrund der vernuenftigen und weisen Entscheidung meines Arztes, die Geburt einzuleiten. Spaeter habe ich erfahren, waere ich nicht zur Kontrolle ins Krankenhaus gekommen sondern haette noch ein paar Tage gewartet, haette das zu Behinderungen oder sogar Tod bei meiner Tochter fuehren koennen.
Aber es ging ja alles nochmal gut aus und wir alle konnte aufatmen.
Und das war MEIN Geburtserlebnis... :-)
Das Krankenhaus, muss ich sagen, war wirklich super, das Personal unheimlich freundlich und hilfsbereit und v.a. verstaendnisvoll und die Aerzte offensichtlich aeusserst kompetent. Dr. Hartman, dem Arzt, der die Geburtseinleitgung angeordnet und den Kaiserschnitt durchgefuehrt hat, werde ich jedenfalls auf ewig dankbar sein.
Als Schlusswort moechte ich nur noch sagen: als meine Tochter auf einmal nicht mehr so aktiv wahr, dachte ich, ich wuerde es mir vielleicht nur einbilden. Gott sei Dank folgte ich aber meinem Instinkt und ging ins Krankenhaus, daher, liebe Muetter von morgen, wenn Ihr Euch net sicher seid oder einfach nur, um zum hundertsten Mal zu hoeren, dass alles okay ist, wenn\'s sein muss... scheut Euch nicht und geht zu Eurem Arzt, vertraut Eurem Bauchgefuehl und muetterlichem Instinkt! Geht kein Risiko ein.
Also dann, allen Schwangeren unter Euch viel Glueck, an alle anderen: hoffe, ich habe Euch jetzt keine Angst gemacht :-) Wie gesagt, bei jeder Frau und jedem Baby ist es anders.
Hanka.
Klar malt man sich im Kopf hundert Mal aus, wie die Geburt wohl verlaufen wird, aber wie heisst es so schoen: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt :-)
Bei mir lief es jedenfalls nicht ganz nach Plan und da jede Geburt anders ist und jede Frau dieses Ereignis anders empfindet, will ich heute mal von der Geburt meiner jetzt fast 3 Monate \"alten\" Tochter Kiana erzaehlen.
Ich war gerade auf den Tag genau 37 Wochen schwanger. Meine Schwangerschaft war bis dahin der reinste Spaziergang gewesen, keine Uebelkeit oder sonstige Beschwerden... naja, bissle geschwollene Fuesse und Finger und ab und zu tat mir mal der Ruecken weh, aber letzteres schob ich dann doch darauf, dass ich weiterhin Vollzeit arbeitete. Am 29. Mai dieses Jahres sollte mein letzter Arbeitstag sein, damit ich die letzten 3 Wochen noch allein mit meinem Mann geniessen und mich ein bissle ausruhen koennte. So weit, so gut.
Alles begann am Morgen des 28. Mai. Mein Mann fuhr mich gerade rueber ins Krankenhaus, wo ich einen Termin mit der Anaesthesistin (wie schreibt man das jetzt richtig?) hatte, weil ich mich erkundigen wollte, was ich alles fuer Moeglichkeiten bzgl. Schmerzmittel waehrend der Geburt haette. Allerdings hatte ich seit dem vorangegangenen Tag meine Tochter kaum gespuert, normalerweise war sie immer recht aktiv. Also entschied ich mich, vor meinem Termin schnell bei der Mutter-Kind-Station vorbeizuschauen, die sollten mal kucken, dass mit meinem Baby auch alles in Ordnung war. Ich sagte der Anaesthesistin Bescheid und meinte, bestimmt in ca. 10 Minuten bei ihr zu sein, da ich mir ja wahrscheinlich eh alles nur einbilden wuerde. Gesagt, getan.
Die Krankenschwester der Mutter-Kind-Station hat mich dann an einen Monitor angeschlossen, der den Herzschlag meiner Tochter aufzeichnen sollte. Da meine Kleine wohl zu schlafen schien, benutzte sie auch einen \"Buzzer\", ein Geraet, das man an den Bauch der Schwangeren haelt und das ein Summ-Geraeusch ertoenen laesst, was das Baby aufwecken soll. Und schon konnte man auf dem Monitor sehen, wie sich die Herzrate von einer sanften Schlangenlinie zu einem munteren Hoch und Runter veraenderte. Also sah doch alles prima aus, kann ich ja dann gehen, oder?!
Net so schnell. Fast 1,5 Stunden war ich da am Monitor, bis die Schwester reinkam und meinte, jetzt wolle der Arzt nur noch schnell einen Ultraschall machen und dann waere ich fertig. Doch ganz so war es dann leider doch nicht, denn der Arzt stellte fest, dass mein Fruchtwasser zurueckgegangen war und das ist wohl ein ziemlich zuverlaessiges Zeichen dafuer, dass was im Busch ist. Hinzu kam die verringerte Bewegungsfreude meiner Tochter. Also, meinte er, am besten waere es, ich bekaeme mein Kind. Ja, wann denn, Herr Doktor? Jetzt gleich, sagte der.
Gut, wir durften dann doch erst noch schnell nach Hause fahren, da wir nur knapp 5 Minuten weg wohnen, und ein paar Sachen holen. Schnell noch meine Eltern in Deutschland angerufen (lebe derzeit in den USA) und ab zurueck ins Krankenhaus.
Da wurde ich dann gleich mal ins Bett gesteckt und wieder an den Monitor angeschlossen. Der Herzschlag meiner Tochter war zwar manchmal ein bissle unregelmaessig, aber nicht weiter besorgniserregend. Nach ca 4 Stunden kam dann auch endlich mein Arzt und hat die Geburt mit Hilfe einer kleinen \"Pille\", die in 4 gleiche Teile gebrochen und dann vaginal eingefuehrt wird. Erst mal nur ein Stueck, wenn noetig alle vier Stunden ein weiteres.
Bis dahin hatte sich meine Scheide schon von alleine 1 cm geoeffnet und innerhalb von nicht mal 2 weiteren Stunden war ich schon bei 3 cm. Meine Fruchtblase wurde vom Arzt mit Hilfe eines winzigen Hakens ruptiert und ein kleiner Monitor wurde am Kopf meiner Tochter angebracht, eine bessere und zuverlaessigere Art der Aufnahme des Herschlages. Ausserdem wurde eine kleine \"Sonde\" eingefuehrt, um meine Wehen besser messen zu koennen.
Schien soweit gut zu laufen, und die Wehen taten auch noch nicht wirklich weh.
Allerdings hatte ich zu viele Wehen zu schnell hintereinander, also bekam ich eine Spritze, um das Ganze ein bissle zu verlangsamen, damit mein Baby nicht schon jetzt total ueberstresst wird.
Mein Mann und ich vertrieben uns die Zeit mit Fernsehen, Freunde kamen vorbei um uns viel Glueck zu wuenschen... Es lieft alles recht locker ab. Essen durfte ich leider nichts, was besonders doof war, da ich an dem Tag kein richtiges Fruehstueck bekommen hatte. Nur Eiswuerfel oder Eis am Stiel war erlaubt.
Gegen 21:30 oder so war ich dann zu meiner Enttaeuschung gerade mal 5 cm weit geoeffnet, wobei mir der Arzt versicherte, dass das, vor allem fuer eine \"erstmalige Mutter\" echt schnell sei. Ob ich denn was gegen die Schmerzen wolle, was intravenoeses vielleicht? Wollte ich nicht und winkte daher grosszuegig ab. Schmerzen hatte ich kaum.
Kaum war der Arzt aber zur Tuer raus, uhhh, da ging\'s auf einmal los. Die Wehen wurden immer schlimmer und so rief ich dann doch wieder nach meinem Arzt und fragte nach einem intravenoesem Schmerzmittel. Das sollte ich auch bekommen, aber vorher sollte ich mich entscheiden, ob ich spaeter evtl. eine epidurale Betaeubung (eine Art Minikatheter wird am Ruecken in den Raum vor der Wirbelsaeule eingefuehrt, durch den dann Scherzmittel eingefuehrt werden kann) wollte, denn wenn ja oder nur, um mir die Moeglichkeit darauf offen zu halten, dann muesste ich im Vornherein eine Einverstaendniserklaerung dafuer unterzeichnen, denn sowie ich das intravenoese Schmerzmittel bekommen haette, stuende ich rein gesetzlich unter Drogen und sei \"nicht ganz zurechnungsfaehig\". Grund dafuer, dass ich das unterschreiben sollte, ist, dass die epidurale Betaeubung natuerlich auch Risiken birgt, wie bspw. Laehmung. Daher muss man sein schriftliches Einverstaendnis geben, solange man noch \"klar denken kann\". Nachdem mir die Anaesthesistin alles erklaert hatte und mir Zeit zum Durchlesen der Erklaerung gegeben hatte, unterschrieb ich und bekam endlich meine IV (Intravenoese). Die hat mich dann erstmal vollkommen k.o. \"geschlagen\" und ich schlief fast augenblicklich ein.
Ca. 2 Stunden spaeter wachte ich dann wieder auf, die IV war nicht mehr stark genug und die Wehen waren auch wieder staerker geworden. Ich versuchte dann eine zeitlang, alleine mit dem Schmerz fertig zu werden, mein Mann half mir dabei, indem er bei jeder Wehe mit seinen Daumen am unteren Ende meiner Wirbelsaeule Druck ausuebte. Da ging recht gut fuer vielleicht 1 Stunde oder so, aber schliesslich wollte ich doch die epidurale Betaeubung haben.
Dazu musste ich mich im Bett aufsetzen, damit der Minikatheter korrekt eingefuehrt werden konnte. Da ich durch die IV immernoch ziemlich benommen war (haette man mich nach meinem Namen gefragt, den haette ich wohl nicht gewusst!), hing ich da wie ein Schluck Wasser in der Kurve an meinen Mann gelehnt. Als die Aerztin mit dem Einfuehren des Katheters begann, zuckte ich kurz aus Versehen, woraufhin alle im Zimmer bruellten, ich solle bloss stillhalten. Das wusste ich ja selbst, hatte mich nur kurz erschrocken. Zum Glueck ist nichts passiert (Gott sei Dank!!!), denn Leute, bei der Art von Betaeubung entscheidet jeder Handgriff darueber, ob Du danach wieder aufstehen und laufen kannst oder nicht!
Dann musste mir ein Katheter in die Blase eingefuehrt werden, da man mit der Art von Betaeubung seine Blasenfunktion nicht kontrollieren kann, da man ja nix spuert. Und ehrlich, der Schmerz beim Einfuehren des Katheters war schlimmer als jede Wehe! Die haetten ja wenigstens warten koennen, bis ich da unten auch betaeubt gewesen waere. Da hab ich, bis dahin eher ruhig und gelassen, dann doch mal einen Schmerzensschrei durch\'s Krankenhaus gellen lassen. Sowas Fuerchterliches!!!
Kurz darauf liess der Schmerz nach, ich legte mich flach auf den Ruecken, damit sich das Schmerzmittel gleichmaessig verteilen konnte und schlief mit einem seeligen Laecheln auf den Lippen gleich wieder ein.
Ca. 20 Minuten spaeter ging der Herzschlag meiner Tochter auf einmal ruckartig in den Keller. Das Krankenhauspersonal stabilisierten diesen zwar schnell wieder doch jetzt wollten sie kein Risiko mehr eingehen. Mein Arzt und der Stationsarzt berieten sich kurz und entschlossen sich, einen Kaiserschnitt durchzufuehren.
Als Betaeubung sollte die bereits vorgenommene epidurale Betaeubung dienen, bei der lediglich die Dosis erhoeht werden musste. Mittlerweile war es ungefaehr Mitternacht.
Im OP-Saal angekommen, mein Mann durfte an meiner Seite bleiben, wurde die Dosis des Schmerzmittels erhoeht und als ich vom Hals abwaerts ueberall taub war, ging\'s los.
Geschnitten wurde unten am Schamansatz, kann mich also auch weiterhin im Bikini blicken lassen, da die Narbe so nicht zu sehen ist. Ausserdem ermoeglicht diese Art von Einschnitt, dass ich beim naechsten Kind, es sei denn irgendetwas anderes spricht dagegen, eine vaginale Geburt versuchen kann.
Der Einschnitt an sich ist nur sehr klein, ca. 10 cm lang. Daher ziehen die Aerzte dann auch das \"Loch\" ganz schoen weit auf, um das Baby rausbekommen zu koennen (Bis dahin hatte ich nicht einen Schwangerschaftsstreifen, aber seitdem habe ich links und rechts unterhalb vom Bauchnabel jeweils 3 kleine, eigentlich kaum sichtbare, duenne Schwangerschaftsstreifchen. Ach ja...). Da meine Tochter wohl recht weit oben lag, stellte es sich als schwierig heraus, sie einfach \"rauszuziehen\". Also, der eine Arzt machte sich daran, unten zu ziehen, waehrend der andere sich oben, gerade ueber meiner Tochter, mit seinem gesamten Koerpergewicht auf mich drauf lehnte (\"Okay Sweety, this is gonna take your breath away but breathe anyway!\". Wenn\'s sonst nix is...). Nach vielleicht 10 Minuten Druecken und Ziehen war meine kleine Tochter endlich da. Der Arzt hob sie schnell ueber das Tuch, das direkt vor meiner Nase gespannt war, damit ich sie sehen konnte und dann ging\'s fuer sie ans Saubermachen usw. Meinen Mann schickte ich da mit, nachdem die Anaesthesistin schnell noch 2 Photos von uns dreien gemacht hatte.
Gut, der Kleinen ging\'s also prima und da mein Mann mit ihr und dem Krankenbruder (kann doch einen Kerl net \"Schwester\" nennen) mitgegangen war, wusste ich, mein Baby war sicher (Sicher weiss das Personal, was die machen, aber man weiss ja nie, gell :-)?!) und war geschafft aber zufrieden.
Die Geburtszeit meiner Tochter war 01:17 am Morgen des 29. Mai 2002. Hatte also doch recht lange gedauert, sie da raus zu holen :-)
Nun wurde ich noch schnell meiner Placenta entledigt und zugeklammert (schnell ist gut, das Ganze hat nochmal fast 1 Stunde gedauert!) und zur Ueberwachung in einen anderen Raum geschoben. Da sollte ich 1 Stunde drin bleiben, woraus dann allerdings doch 2 Stunden wurden. Nach kurzer Zeit kam dann mein Mann mit sauberem Baby hinzu und die Welt war perfekt!
Dann waren wir noch 2 Tage im Krankenhaus, und am 31. sind wir dann nach Hause. Die Klammern an meiner Wunde wurden am 2.6. gezogen. Schmerzen hatte ich kaum, auch habe ich gar nicht so stark Nachblutungen (vaginal) gehabt. Die einzige Unannehmlichkeit fuer mich war, dass ich, wohl durch die Betaeubung, ca 2 Wochen lang Schmerzen zuerst in den Beinen und dann im Ruecken hatte. Aber das ging auch vorbei.
Uebrigens, der Arzt teilte mir nach der OP mit, dass ich sowieso einen Kaiserschnitt haette haben muessen, da Kianas Nabelschnur gerade mal um die 15 cm lang war. Sie waere mir also spaetestens im Geburtskanal, wenn sie ueberhaupt so weit runter haette gehen koennen, steckengeblieben. Und wer weiss, das waere letztendlich vielleicht sogar noch gefaehrlicher gewesen.
Meiner Tochter geht es jedenfalls ausgezeichnet, nicht zuletzt aufgrund der vernuenftigen und weisen Entscheidung meines Arztes, die Geburt einzuleiten. Spaeter habe ich erfahren, waere ich nicht zur Kontrolle ins Krankenhaus gekommen sondern haette noch ein paar Tage gewartet, haette das zu Behinderungen oder sogar Tod bei meiner Tochter fuehren koennen.
Aber es ging ja alles nochmal gut aus und wir alle konnte aufatmen.
Und das war MEIN Geburtserlebnis... :-)
Das Krankenhaus, muss ich sagen, war wirklich super, das Personal unheimlich freundlich und hilfsbereit und v.a. verstaendnisvoll und die Aerzte offensichtlich aeusserst kompetent. Dr. Hartman, dem Arzt, der die Geburtseinleitgung angeordnet und den Kaiserschnitt durchgefuehrt hat, werde ich jedenfalls auf ewig dankbar sein.
Als Schlusswort moechte ich nur noch sagen: als meine Tochter auf einmal nicht mehr so aktiv wahr, dachte ich, ich wuerde es mir vielleicht nur einbilden. Gott sei Dank folgte ich aber meinem Instinkt und ging ins Krankenhaus, daher, liebe Muetter von morgen, wenn Ihr Euch net sicher seid oder einfach nur, um zum hundertsten Mal zu hoeren, dass alles okay ist, wenn\'s sein muss... scheut Euch nicht und geht zu Eurem Arzt, vertraut Eurem Bauchgefuehl und muetterlichem Instinkt! Geht kein Risiko ein.
Also dann, allen Schwangeren unter Euch viel Glueck, an alle anderen: hoffe, ich habe Euch jetzt keine Angst gemacht :-) Wie gesagt, bei jeder Frau und jedem Baby ist es anders.
Hanka.

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