Erfahrungsbericht von MOFFt
MÜNCHEN bekommt PINGUIN
Pro:
keine Abhängigkeit von einem Hersteller/Monopolisten und viele, viele andere Vorteile die der Pinguin meiner Meinung nach bietet ..., mächtige Signalwirkung für viele weitere ...
Kontra:
Neuland für viele (Anwender), Migration nie ohne Schwierigkeiten ...
Empfehlung:
Nein
Einen Stich ins Herz muss es Microsoft wohl am heutigen Tage gegeben haben, auf der anderen Seite ein mehr als erfreuliches Ereignis für alle Linux und Open Source Begeisterten - zu denen ich mich auch schon seit längerem zähle ... München steigt auf Linux um ... tauchte es heute in allen möglichen Newsticker, Foren- und Boards auf.
Aus gegebenen Anlaß, möchte ich es nicht missen hier ein paar Worte zu verlieren.
Schon lange zeichnet sich ein immer stärker werdender Kampf zwischen dem (fast) Monopolisten Microsoft und dem seit gut 10 Jahren schnell wachsendem Unix-Spross Linux ab. Linux, ein von einem finnischen Studenten programmierter freier Kernel, wird heute längst nicht mehr von nur einem Einzelkämpfer (Linus Torvalds) weiterentwickelt sondern von einer Vielzahl an Studenten, Freaks, Programmierer usw., die ihre Dienste aus Idealismus, Freude an der Sache, Einbringung von Eigeninitiative oder einfach nur als Gegenwehr zu einem bedrohlich gewachsenen Softwaregiganten meist unentgeldlich im Zeichen des Pinguins (Maskottchen von Linux) stellen.
Es entwickelten sich eine Unzahl an freien, Open Source Programmen, deren Programmcode laut GPL-Lizenz frei im Netz erhältlich ist und so von jedem anderen weiterverwendet werden kann.
Nicht nur, weil ich selbst seit nunmehr 2 Jahren begeisterter Linuxanwender bin, verfolge ich schon seit langem die immer aggressiver werdenden Maßnahmen von MS gegen Linux.
Neben vielen anderen kleineren und grösseren Erfolge wie auch Misserfolge auf beiden Seiten, kam in letzter Zeit auch immer wieder München in die online Schlagzeilen.
Die Stadt München verwendet bis dato mehrere verschiedene Windows Betriebssysteme, hauptsächlich wahrscheinlich NT. NT wird von Microsoft technisch nicht mehr unterstützt, so wird man mehr oder weniger gezwungen auf eine neuere Software umzustellen. Von Seiten MS war es klar, dass hier nun Microsoft XP + Office folgen muss, doch was, wenn einem dieser >>gezwungene<< Umstieg missfällt?
Also tauchten Meldungen auf, die Stadt München prüft Alternativen zu Microsoft, was klarerweise nur Open Source (Office) und Linux sein konnte. Lt. den verschiedenen News-Meldungen ging es hier um einen ca. 30 Mio. Euro Auftrag (Umstellung, Personal-, Schulungskosten) und Anfangs schien es auch so dass MS wieder mal das Rennen machte als sogar MS Chef Steve Ballmer im Frühjahr seinen Urlaub unterbrach um in München mit dessen Oberbürgermeister zu reden.
Fast traute ich meinen Augen nicht, als vor zwei Tagen die Meldung auftauchte der Münchner Stadtrad würde sich nun nach reichlichen Überlegungen doch für die Linux / Open Source Migration entscheiden, wenn ich das richtig mitbekommen habe drängten vor allem SPD und die Grünen zu dieser Variante.
Man will einfach Weichen stellen um in Zukunft nicht mehr von einem Hersteller abhängig zu sein, der einem sagt wann man welche Software zu kaufen hat.
Die Entscheidung viel heute, am 28.05.2003 und da half auch ein kurzfristiger Preisnachlaß von 7 Mio EUR nichts. Ausser der CSU entschieden alle für Linux und so werden bis zum Frühjahr 2004 Feinabstimmungen über die Migration erarbeitet bis die Umstellung von 14.000 Münchner Stadt-Computer durchgeführt wird!
Momentan wird IBM + SuSE (Linux der Nürnberger Firma - wohl das am weitesten verbreitete Linux im deutschsprachigem Raum) für die Migration in Betracht gezogen, was sich aber auch noch ändern kann.
---
Der finanzielle Verlust den MS durch die Münchner Entscheidung erleidet hat bzw. erleiden wird, wird wohl kaum auffallen, aber die komplette Umstellung der ersten deutschen Großstadt auf Linux / Open Source wird meiner Meinung nach sicher weichenstellend sein für viele weitere Städte, Kommunen und auch Betriebe. Gerade im Desktopbereich (sicherlich die Haupteinnahmequelle von MS) wird es den Softwaregiganten treffen wie ein Schlag mitten ins Gesicht.
Bereits einige Stunden vor dem Beschluss wirkte sich die anstehende Entscheidung aus und MS senkte Preise weltweit bis zu 15 Prozent.
München ist sicher nicht der erste Umsteiger, der in dieser Richtung für Schlagzeilen sorgte, so machte bereits Schwäbisch Hall mit einer microsoftfreien Softwarelösung auf sich aufmerksam, woraufhin Anfragen aus aller Welt folgten. Aber der münchner Umstieg wird auf Grund seiner Größe und Bekanntheit mit Sicherheit Wellen schlagen, die auch bis über den grossen Teich reichen werden.
Ich bin mir sicher, dass diese Entscheidung für viele weitere wegweisend sein wird und ich persönlich begrüsse diesen Einschlag sehr - es kann und darf einfach nicht sein, dass ein einzelner, amerikanischer Konzern, der ohnehin schon 90 Prozent des Softwareweltmarktes beherrscht auch noch die restlichen an sich reissen will.
---
Ich begrüsse die Entscheidung der Münchner Stadträte und hoffe dass viele weitere diesem Beispiel folgen werden.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei ALLEN bedanken die freiwillig in irgend einer Form mitgearbeitet haben Linux / Open Source so weit zu bringen wie es heute ist und die Entwicklung auch in Zukunft weiterhin vorantreiben ... München sollte doch wieder einiges an Motivation geben (SCO wird scheinbar durch Novell auch der Wind aus den Segeln genommen - hallo, ist heut ein Glückstag ;-)
Und dann hoffe ich, dass auch in Österreich auch entsprechende Anstrebungen unternommen werden ... Tux zieht zwar in Form von Linux-Tagen, Info-Treffen und LUGs durch die Lande aber von einem derartigen Erfolg wie in unserm bayrischen Nachbarland habe leider noch nicht gehört - ps. kennt jemand entsprechende Stellen wo man derartige Fragen/Anregungen deponieren kann?
Zusammenfassend möchte ich noch sagen ... JEDER sollte das OS/Programm verwenden KÖNNEN und DÜRFEN zu dem er Lust hat ... es kann und darf einfach nicht sein, dass ein Einziger in seiner Monopolstellung tun und lassen kann was er will (TCPA/DRM/PALLADIUM/LIZENZMODELLE, ... nur um ein paar Schlagworte zu nennen ...)
Dank fürs Lesen ... LANG LEBE DER PINGUIN
Aus gegebenen Anlaß, möchte ich es nicht missen hier ein paar Worte zu verlieren.
Schon lange zeichnet sich ein immer stärker werdender Kampf zwischen dem (fast) Monopolisten Microsoft und dem seit gut 10 Jahren schnell wachsendem Unix-Spross Linux ab. Linux, ein von einem finnischen Studenten programmierter freier Kernel, wird heute längst nicht mehr von nur einem Einzelkämpfer (Linus Torvalds) weiterentwickelt sondern von einer Vielzahl an Studenten, Freaks, Programmierer usw., die ihre Dienste aus Idealismus, Freude an der Sache, Einbringung von Eigeninitiative oder einfach nur als Gegenwehr zu einem bedrohlich gewachsenen Softwaregiganten meist unentgeldlich im Zeichen des Pinguins (Maskottchen von Linux) stellen.
Es entwickelten sich eine Unzahl an freien, Open Source Programmen, deren Programmcode laut GPL-Lizenz frei im Netz erhältlich ist und so von jedem anderen weiterverwendet werden kann.
Nicht nur, weil ich selbst seit nunmehr 2 Jahren begeisterter Linuxanwender bin, verfolge ich schon seit langem die immer aggressiver werdenden Maßnahmen von MS gegen Linux.
Neben vielen anderen kleineren und grösseren Erfolge wie auch Misserfolge auf beiden Seiten, kam in letzter Zeit auch immer wieder München in die online Schlagzeilen.
Die Stadt München verwendet bis dato mehrere verschiedene Windows Betriebssysteme, hauptsächlich wahrscheinlich NT. NT wird von Microsoft technisch nicht mehr unterstützt, so wird man mehr oder weniger gezwungen auf eine neuere Software umzustellen. Von Seiten MS war es klar, dass hier nun Microsoft XP + Office folgen muss, doch was, wenn einem dieser >>gezwungene<< Umstieg missfällt?
Also tauchten Meldungen auf, die Stadt München prüft Alternativen zu Microsoft, was klarerweise nur Open Source (Office) und Linux sein konnte. Lt. den verschiedenen News-Meldungen ging es hier um einen ca. 30 Mio. Euro Auftrag (Umstellung, Personal-, Schulungskosten) und Anfangs schien es auch so dass MS wieder mal das Rennen machte als sogar MS Chef Steve Ballmer im Frühjahr seinen Urlaub unterbrach um in München mit dessen Oberbürgermeister zu reden.
Fast traute ich meinen Augen nicht, als vor zwei Tagen die Meldung auftauchte der Münchner Stadtrad würde sich nun nach reichlichen Überlegungen doch für die Linux / Open Source Migration entscheiden, wenn ich das richtig mitbekommen habe drängten vor allem SPD und die Grünen zu dieser Variante.
Man will einfach Weichen stellen um in Zukunft nicht mehr von einem Hersteller abhängig zu sein, der einem sagt wann man welche Software zu kaufen hat.
Die Entscheidung viel heute, am 28.05.2003 und da half auch ein kurzfristiger Preisnachlaß von 7 Mio EUR nichts. Ausser der CSU entschieden alle für Linux und so werden bis zum Frühjahr 2004 Feinabstimmungen über die Migration erarbeitet bis die Umstellung von 14.000 Münchner Stadt-Computer durchgeführt wird!
Momentan wird IBM + SuSE (Linux der Nürnberger Firma - wohl das am weitesten verbreitete Linux im deutschsprachigem Raum) für die Migration in Betracht gezogen, was sich aber auch noch ändern kann.
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Der finanzielle Verlust den MS durch die Münchner Entscheidung erleidet hat bzw. erleiden wird, wird wohl kaum auffallen, aber die komplette Umstellung der ersten deutschen Großstadt auf Linux / Open Source wird meiner Meinung nach sicher weichenstellend sein für viele weitere Städte, Kommunen und auch Betriebe. Gerade im Desktopbereich (sicherlich die Haupteinnahmequelle von MS) wird es den Softwaregiganten treffen wie ein Schlag mitten ins Gesicht.
Bereits einige Stunden vor dem Beschluss wirkte sich die anstehende Entscheidung aus und MS senkte Preise weltweit bis zu 15 Prozent.
München ist sicher nicht der erste Umsteiger, der in dieser Richtung für Schlagzeilen sorgte, so machte bereits Schwäbisch Hall mit einer microsoftfreien Softwarelösung auf sich aufmerksam, woraufhin Anfragen aus aller Welt folgten. Aber der münchner Umstieg wird auf Grund seiner Größe und Bekanntheit mit Sicherheit Wellen schlagen, die auch bis über den grossen Teich reichen werden.
Ich bin mir sicher, dass diese Entscheidung für viele weitere wegweisend sein wird und ich persönlich begrüsse diesen Einschlag sehr - es kann und darf einfach nicht sein, dass ein einzelner, amerikanischer Konzern, der ohnehin schon 90 Prozent des Softwareweltmarktes beherrscht auch noch die restlichen an sich reissen will.
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Ich begrüsse die Entscheidung der Münchner Stadträte und hoffe dass viele weitere diesem Beispiel folgen werden.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei ALLEN bedanken die freiwillig in irgend einer Form mitgearbeitet haben Linux / Open Source so weit zu bringen wie es heute ist und die Entwicklung auch in Zukunft weiterhin vorantreiben ... München sollte doch wieder einiges an Motivation geben (SCO wird scheinbar durch Novell auch der Wind aus den Segeln genommen - hallo, ist heut ein Glückstag ;-)
Und dann hoffe ich, dass auch in Österreich auch entsprechende Anstrebungen unternommen werden ... Tux zieht zwar in Form von Linux-Tagen, Info-Treffen und LUGs durch die Lande aber von einem derartigen Erfolg wie in unserm bayrischen Nachbarland habe leider noch nicht gehört - ps. kennt jemand entsprechende Stellen wo man derartige Fragen/Anregungen deponieren kann?
Zusammenfassend möchte ich noch sagen ... JEDER sollte das OS/Programm verwenden KÖNNEN und DÜRFEN zu dem er Lust hat ... es kann und darf einfach nicht sein, dass ein Einziger in seiner Monopolstellung tun und lassen kann was er will (TCPA/DRM/PALLADIUM/LIZENZMODELLE, ... nur um ein paar Schlagworte zu nennen ...)
Dank fürs Lesen ... LANG LEBE DER PINGUIN



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