Über Themen mit M Testbericht

ab 66,13
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

Erfahrungsbericht von mickey73

Mobbing - nur ein Modewort?

Pro:

keine

Kontra:

alles

Empfehlung:

Nein

Nein, das ganz bestimmt nicht. Man hat nur endlich ein Wort für den Terror am Arbeitsplatz gefunden, dem viele ausgesetzt sind, denn eigentlich gab es diesen Psychodruck schon immer.

Zu unterscheiden wäre da \"Mobbing\" und \"Bossing\". Während das Mobbing meist unter Kollegen auf \"gleicher Ebene\" abläuft, geht \"Bossing\" vom Vorgesetzten oder \"Ranghöheren\" aus. Beides aber hat eines gemeinsam: Ein armes Schwein, welches dem Terror ausgesetzt ist.

Was wird benötigt um zu mobben?

Nunja, eigentlich nicht viel:

1. Einen Gemobbten
2. Einen Mobber
3. Einen Zuschauer

Und schon kann es losgehen!

Ich gehe davon aus, dass fast jeder schon einmal an seinem Arbeitsplatz gemobbt worden ist. Meist bekommt man davon nichts mit oder wenn man es dann mitbekommt, weiß man oftmals gar nicht, ob dies denn nun schon unter den Begriff \"Mobbing\" fällt.

\"Mobbing\" fängt z. B. schon mit übler Nachrede an. Wenn man einen \"netten\" Arbeitskollegen oder eine \"nette Arbeitskollegin\" hat, die nichts besseres zu tun haben, als blöd über andere daherzureden oder Gerüchte in die Welt setzen, für die sie keine Beweise haben (z. B. das Liebesleben eines Kollegen kann dafür eine sehr interessante Basis bilden).

Aus welchen Gründen kommen Menschen dazu, andere zu mobben?

Da gibt es viele Möglichkeiten. Um nur einige wenige aufzuzählen:

- Ihm/ihr gefällt die Nase des Kollegens nicht.
- Der Kollege stellt eine Gefahr/Konkurrenz dar (z. B. Beförderung etc.)
- Der Kollege entspricht nicht der \"Norm\" (sieht nicht so gut aus, kleidet sich schlecht etc.).
- Der Kollege ist Single.
- Der Kollege versteht sich gut mit anderen Kollegen (besonders problematisch zwischen Männlein und Weiblein).

So könnte ich unzählige \"idiotische\" Gründe aufführen, die einige Menschen zum Anlass nehmen, einen anderen zu mobben.

Beim Bossing spielen da oftmals noch andere Dinge eine Rolle, z. B. organisatorische Faktoren. Beispiel: Der Chef ekelt rangniedrigere Mitarbeiter heraus, um später die Stellen mit hochdotierteren Leuten zu besetzen oder er hat bestimmte Selektierungsvorstellungen bzgl. seiner Mitarbeiter (\"Ich kann nur Leute einer bestimmten Fachrichtung gebrauchen! Die anderen müssen weg.\")

Auch hier könnte man etliche Gründe anführen, die in diesen kranken Hirnen vor sich geht.

Nun möchte ich ein wenig auf die \"Zuschauer\" eingehen. Diese halten sich oftmals für völlig unschuldig und total unbeteiligt bei diesen Geschichten. Allerdings sollte auch diesen Leuten bewusst werden, dass sie eine tragende Rolle bei diesen Mobbing-Vorgängen spielen. Sie werden nämlich zum Mittäter.

Mobber und Bosser verlassen sich darauf, dass sich niemand traut, einzugreifen und sehr oft liegen sie damit richtig. Verständlich ist dieses Verhalten der Zuschauer in geringen Maße schon, denn auch sie haben furchtbare Angst, z. B. der Nächste zu sein. Eigentlich sind Zuschauer glückliche Menschen. Warum? Weil sie in dem Moment, wo ein anderer gemobbt wird wissen, dass sie dieses Mal nicht dran sind. Allerdings denken sie oftmals nicht weiter, denn irgendwann könnten auch sie dran glauben. Wenn sie also bereits zu dem Zeitpunkt eingreifen, in dem ein anderer gemobbt wird, könnten sie dem Einhalt gebieten und so bräuchte auch niemand Angst haben, später mal selber dran zu glauben. Doch letztlich spiegelt sich hier einfach nur eine Menge Angst gepaart mit einer großen Portion Egoismus wieder.

Was meine eigenen Erfahrungen bzgl. Mobbing und Bossing betrifft, so war auch ich schon öfter davon betroffen. Sei es, dass ich einen Chef hatte, der nur daran denken konnte, dass er die nächst höhere Lohngruppe erreicht (bei meiner Position konnte ich ihm \"leider\" dabei nicht behilflich sein, von daher hatte ich schon einen schlechten Standpunkt) und dafür über Leichen ging oder aber \"nette\" Arbeitskollegen, die meinten sie müssten sich das Maul über mich zerreißen, weil ich mich mit \"männlichen\" Kollegen gut verstehe. Aber auch den Fall habe ich bereits gehabt, dass mir bzgl. einer Weiterbildung und damit die Möglichkeit einer Lohnerhöhung Steine in den Weg gelegt worden sind.

Die Tipps, die man da von anderen bekommt und auch sogar von der Personalvertretung, die ja nun mal eigentlich für einen eintreten sollte, gehen dann oftmals in die Richtung: \"Bewerben sie sich Weg. Suchen sie sich eine neue Stelle.\" Ist dies Sinn und Zweck der Sache? Wieso muss derjenige gehen, der Opfer ist? Warum kann der Mobber/Bosser einfach so weitermachen und kommt ungeschoren davon? Sollte nicht eigentlich der Täter bestraft werden, anstatt das Opfer? Wo ist da die Hilfestellung für das Opfer?

Alles Fragen, auf die einem keiner Antworten gibt und wenn man sich in dieser Richtung äußert, bekommt man ein beschwichtigendes \"Ja, sie haben ja Recht, aber das ist nunmal so!\" Toll! Genau die Antwort, die man in dieser Situation dann noch braucht!

Ich bin der Auffassung, solange nichts konkretes gegen Mobber/Bosser unternommen wird, kann es nur noch schlimmer werden. Es muss endlich etwas für Mobbingopfer getan werden und diese Hilfe sollte nicht in die Richtung laufen, dem Gemobbten eine neue Stelle zu suchen, sondern die Mobber zu bestrafen!

23 Bewertungen