Über Themen mit M Testbericht

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Erfahrungsbericht von Pakki

Mediation (nicht Meditation) - Was ist das?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Halli, Hallo!

Jetzt erkläre ich euch was Mediation bedeutet und wie so etwas abläuft.

Sehr viele Leute (ich am Anfang auch) verwechseln Mediation mit Meditation. Die Mediation ist das Fremdwort für Streitschlichtung.
Zuerst noch muss ich sagen, dass ich zum Streitschlichter ausgebildet werde, aber schon ziemlich weit gekommen bin. Ich mache das in einer Gruppe mit fünf anderen und einer Lehrerin, die in diesem Gebiet sehr viel weiß, an unserer Schule. Dort lernen wir, wie man eine Streit schlichten kann.

Sicherlich denkt jeder, dass es nicht schwer ist einen Konflikt zu schlichten, aber zu einem Streitschlichter gehört wesentlich mehr als nur „Hört auf!“ sagen zu können. Er muss Verschiedenes lernen.
Z. B. das „Aktive Zuhören“. Hier lernt man, einer Person sehr genau zuzuhören, denn im wirklichem Leben überhört man gerne etwas, was der Andere gerade gesagt hat.

Dieses „Aktive Zuhören“ wurde uns folgendermaßen beigebracht:
Wir haben zwei Dreiergruppen gebildet, die Einen waren die Erzähler und die Anderen die Zuhörer. Nun musste jeder Erzähler eine Geschichte erzählen, die er selbst erlebt hat. Nachdem alle drei ihre Geschichte geschildert haben, müssen die Zuhörer alles wiederholen und zwar einer nach dem anderen. Das Wichtigste bei dieser Übung war, dass möglichst viele Details wiederholt werden sollten, aber auf keinen Fall etwas dazu erfunden werden darf.

Dann haben wir die „Ich-Botschaften“ geübt. Was sind „Ich-Botschaften“? Das möchte ich euch durch ein Beispiel demonstrieren:
Nehmen wir mal an, jemand spricht die ganze Zeit im Unterricht und das geht auf die Nerven. Darum würden sich viele von euch zu denjenigen „Halt’s Maul“ sagen. Das ist eine „Du-Botschaft“, die man vermeiden sollte und im Streitschlichtungsgeschpräch auf keinen Fall verwenden darf, aber dazu noch später. Die „Ich-Botschaft“ heißt „Ich möchte, dass du leise bist“.
Wie ihr sehen könnt, ist es der gleiche Inhalt, aber einmal in (sozusagen) verletzenden Ton (Du-Botschaft) und in einem nicht verletzenden Ton (Ich-Botschaft).

Diese Übungen sind zwei von vielen anderen Übungen, aber meiner Meinung nach sind das die Wichtigsten.

Nun zum wichtigsten Teil – Das Streitschlichtungsgespräch

Falls zwei Schüler an unserer Schule ein Problem miteinander haben und dazu bereit sind eine Lösung zu suchen, dann machen die Beiden mit uns Streitschlichtern einen Termin aus (meistens in der Pause).

Jetzt der Ablauf:

So ein Gespräch besteht aus 5 Phasen.

1.Phase

Hier werden zunächst die streitenden Parteien vom Mediator (Streitschlichter) begrüßt. Danach werden die Gesprächsregeln erklärt, die wären:

- ausreden lassen
- ehrlich sein
- nicht beleidigen oder beschimpfen
- keine Gewalt anwenden

Danach wird den Parteien Vertraulichkeit zugesichert, das heißt das alles was im Raum besprochen wird nicht weitererzählt wird. Die Streitenden können sich auch sicher sein, das nichts verraten wird, denn ansonsten würden wir einen Verweis bekommen.

Alle Mediatoren sind natürlich unparteiisch

2. Phase

Hier tragen beide Parteien nacheinander ihre Sichtweisen des Konflikts vor. Hier ist das „Aktive Zuhören“ gefragt, denn am Ende dieser Phase muss alles vom Streitschlichter nochmal wiederholt werden. Jetzt wisst ihr für was das „Aktive Zuhören“ gut ist.

3. Phase

Hier wird nach den Gefühlen gefragt, denn nur so kann den wahren Grund deren Handelns herausfinden. Nachdem beide Parteien das Gefühl haben, dass der Mediator ihr Problem umfassend erkannt hat, kommt man zur nächsten Phase.

4. Phase

Hier wird nach Lösungen gesucht. Wichtig dabei ist, dass nur die Streitenden nach Lösungen suchen, d. h. der Mediator darf nichts vorschlagen (denn die Beiden würden sich höchstwahrscheinlich nicht daran halten). Die gefundenen Lösungen werden vom Streitschlichter ebenfalls nicht kommentiert oder bewertet.

5. Phase

Hier werden nun nur die Lösungen ausgewählt mit denen Beide Parteien einverstanden sind und mit Hilfe dieser wird eine Vereinbarung getroffen, die dann von beiden unterschrieben und durch einen Händedruck besiegelt wird.


Die „Ich-Botschaften“ braucht der Mediator vor allem, wenn eine Partei sich nicht an die, in Phase 1 genannten, Regeln hält. Mit diesen Botschaften, kann er sicher gehen, dass er niemanden verletzt.

Falls noch jemand etwas über das Streitschlichten wissen will, kann er die Frage in meinem Gästebuch stellen.

Ich hoffe es hat euch gefallen, mal etwas über ein Thema zu lesen, das nicht sehr bekannt ist.

Patrik Giacalone

(Ich entschuldige mich für eventuelle Fehler)

16 Bewertungen, 3 Kommentare

  • Calistra

    24.03.2002, 21:24 Uhr von Calistra
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das ist mal ein interessantes Thema! Mehr davon!!!

  • deeperspace

    24.03.2002, 16:02 Uhr von deeperspace
    Bewertung: sehr hilfreich

    Das ist wirklich hoch interessant. Zum Glück habe ich nur sehr selten Streit. Gruß Deep

  • seifertandreas

    22.03.2002, 22:31 Uhr von seifertandreas
    Bewertung: sehr hilfreich

    Habe mich noch nie mit Meditation beschäftigt. Höhrt sich aber gut an.