Erfahrungsbericht von blonde_lady
Die Zeit danach!!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Heute muss ich mich mal geistig erleichtern. Reden kann ich eher nicht darüber. Da ich nicht wusste, wie ich diese Zeilen einstellen soll, habe ich es an dieser Stelle getan. Bitte seht mir das nach.
Mein Vater ist nun schon fast ein halbes Jahr nicht mehr unter uns. Er fehlt mir so sehr. Auch mein Sohn scheint ihn zu vermissen. Doch darüber redet er nicht. Ich bekomme es trotzdem mit.
Sehr oft sehe ich seine letzten Tage vor mir. Das tut so weh. Es ging ihm so schlecht. Wobei ich schon sagen muss, der Tod war eine Erlösung. Aber warum musste er so jung sterben. Er war erst 65 Jahre und hätte noch so viel erleben können. Mancher wird denken, 65 ist doch nicht mehr jung. Aber vor der Erkrankung war mein Vater ein sehr vitaler Mensch, viel draußen, Angeln oder im Wald Pilze suchen. Drinnen hocken war nicht sein Fall.
Wenn ich ihn nun immer wieder so, wie er zu seiner schlechtesten Zeit war, vor meinem geistigen Auge leiden sehe, geht es mir richtig schlecht. Meistens passiert das vor dem Einschlafen. Dann muss ich mich zwingen, an schöne Erinnerungen mit ihm zu denken. Aber das gelingt mir nicht immer und ich werde sehr traurig.
Meine Mutti hat sich wohl so einigermaßen mit dem Zustand abgefunden, dass sie jetzt allein in ihrer Wohnung ist. Gut, wir wohnen nicht weit von ihr entfernt und besuchen sie auch regelmäßig. Zwischendurch wird natürlich telefoniert. Sie ruft mich auch mal wegen Kleinigkeiten an. Das ist natürlich in Ordnung.
Sie hatte sich auch schnell dafür entschieden, diesen Sommer Urlaub zu machen und nach Kroatien zu fliegen. Ich war selbstverständlich dafür. Es bring ja nichts, zu Hause zu hocken und Trübsal zu blasen. Davon wird der Zustand nicht besser. Sie muss auf jeden Fall mal raus. Das letzte Jahr war sehr anstrengend für sie. Immerhin war mein Vater zum Schluss ein Pflegefall und sie hat ihn gepflegt. Und alles neben der Arbeit. Diese konnte sie nicht ohne weiteres aufgeben. Immerhin waren sie auf das Geld angewiesen. Es gab aber Unterstützung von einem tollen Pflegedienst. Ohne diesen wäre die Pflege nicht möglich gewesen.
Ja, der Urlaub meiner Mutti rückt immer näher. Ich habe so einiges für sie vorbereitet. Immerhin fliegt sie dorthin, wo wir letztes Jahr waren. Schöner wäre natürlich, wenn Vati auch das erleben könnte.
Mir geht es nicht ständig so. Wenn mich Freunde oder Kollegen auf meinen Vater ansprechen, habe ich keine Probleme, über seine Krankheit, sein Leiden und sein Ende zu sprechen. Ich glaube, manchmal bin ich ganz froh, wenn ich darauf angesprochen werde. Nun ist es ja auch so, dass mein Vater im selben Betrieb gearbeitet hatte, in dem ich auch arbeite. Er war überall bekannt und jeder weiß natürlich, dass ich seine Tochter bin.
Es gibt sicher Kollegen, die sich nicht trauen, mich anzusprechen. Es hat so jeder seine Probleme mit dem Tod.
Ich musste lernen, dass der Tod zum Leben dazugehört. Und wenn der Tod die letzte Möglichkeit der Erlösung ist, dann soll es eben sein. In den letzten Jahren sind 3 Menschen aus meiner Familie verstorben. Vor 3 Jahren war es meine Oma. Sie war lange Zeit krank. Allerdings war sie 83 Jahre alt. Da kann man den Tod noch eher akzeptieren. Letztes Jahr ist dann mein Schwiegervater verstorben. Bei ihm ging es schnell. 3 Tage nachdem er ins Krankhaus musste. Er wollte doch 80 Jahre alt werden. Er hat es nicht geschafft. Und nun war mein Vater dran. Das war ganz hart und ist es immer noch.
Ich hoffe, dass wir nun erst einmal mit solchen einschneidenden Ereignissen verschont werden. Es muss doch mal wieder gut sein. Ich will keinen Tod in der nächsten Zeit mehr mitmachen.
Schwiegermutter und Mutter sind noch nicht dran. So lege ich das jetzt fest. Und wir, also mein Mann, ich und mein Sohn, haben noch Jahrzehnte Zeit.
Ich weiß natürlich, dass es auf Grund von Unfall oder Krankheit doch mal schnell gehen kann, aber das verdränge ich. Im verdrängen habe ich viel dazu gelernt.
Letztes Jahr habe ich immer wieder verdrängt, dass mein Vater evtl. sterben könnte, vor allem in der ersten Zeit nach der Diagnose. Es ging ihm doch so gut, trotz Chemo und Bestrahlung.
So, jetzt will ich euch nicht weiter nerven. Mir hat das Schreiben dieser Zeilen wieder geholfen.
Danke euch allen.
blonde_lady
Mein Vater ist nun schon fast ein halbes Jahr nicht mehr unter uns. Er fehlt mir so sehr. Auch mein Sohn scheint ihn zu vermissen. Doch darüber redet er nicht. Ich bekomme es trotzdem mit.
Sehr oft sehe ich seine letzten Tage vor mir. Das tut so weh. Es ging ihm so schlecht. Wobei ich schon sagen muss, der Tod war eine Erlösung. Aber warum musste er so jung sterben. Er war erst 65 Jahre und hätte noch so viel erleben können. Mancher wird denken, 65 ist doch nicht mehr jung. Aber vor der Erkrankung war mein Vater ein sehr vitaler Mensch, viel draußen, Angeln oder im Wald Pilze suchen. Drinnen hocken war nicht sein Fall.
Wenn ich ihn nun immer wieder so, wie er zu seiner schlechtesten Zeit war, vor meinem geistigen Auge leiden sehe, geht es mir richtig schlecht. Meistens passiert das vor dem Einschlafen. Dann muss ich mich zwingen, an schöne Erinnerungen mit ihm zu denken. Aber das gelingt mir nicht immer und ich werde sehr traurig.
Meine Mutti hat sich wohl so einigermaßen mit dem Zustand abgefunden, dass sie jetzt allein in ihrer Wohnung ist. Gut, wir wohnen nicht weit von ihr entfernt und besuchen sie auch regelmäßig. Zwischendurch wird natürlich telefoniert. Sie ruft mich auch mal wegen Kleinigkeiten an. Das ist natürlich in Ordnung.
Sie hatte sich auch schnell dafür entschieden, diesen Sommer Urlaub zu machen und nach Kroatien zu fliegen. Ich war selbstverständlich dafür. Es bring ja nichts, zu Hause zu hocken und Trübsal zu blasen. Davon wird der Zustand nicht besser. Sie muss auf jeden Fall mal raus. Das letzte Jahr war sehr anstrengend für sie. Immerhin war mein Vater zum Schluss ein Pflegefall und sie hat ihn gepflegt. Und alles neben der Arbeit. Diese konnte sie nicht ohne weiteres aufgeben. Immerhin waren sie auf das Geld angewiesen. Es gab aber Unterstützung von einem tollen Pflegedienst. Ohne diesen wäre die Pflege nicht möglich gewesen.
Ja, der Urlaub meiner Mutti rückt immer näher. Ich habe so einiges für sie vorbereitet. Immerhin fliegt sie dorthin, wo wir letztes Jahr waren. Schöner wäre natürlich, wenn Vati auch das erleben könnte.
Mir geht es nicht ständig so. Wenn mich Freunde oder Kollegen auf meinen Vater ansprechen, habe ich keine Probleme, über seine Krankheit, sein Leiden und sein Ende zu sprechen. Ich glaube, manchmal bin ich ganz froh, wenn ich darauf angesprochen werde. Nun ist es ja auch so, dass mein Vater im selben Betrieb gearbeitet hatte, in dem ich auch arbeite. Er war überall bekannt und jeder weiß natürlich, dass ich seine Tochter bin.
Es gibt sicher Kollegen, die sich nicht trauen, mich anzusprechen. Es hat so jeder seine Probleme mit dem Tod.
Ich musste lernen, dass der Tod zum Leben dazugehört. Und wenn der Tod die letzte Möglichkeit der Erlösung ist, dann soll es eben sein. In den letzten Jahren sind 3 Menschen aus meiner Familie verstorben. Vor 3 Jahren war es meine Oma. Sie war lange Zeit krank. Allerdings war sie 83 Jahre alt. Da kann man den Tod noch eher akzeptieren. Letztes Jahr ist dann mein Schwiegervater verstorben. Bei ihm ging es schnell. 3 Tage nachdem er ins Krankhaus musste. Er wollte doch 80 Jahre alt werden. Er hat es nicht geschafft. Und nun war mein Vater dran. Das war ganz hart und ist es immer noch.
Ich hoffe, dass wir nun erst einmal mit solchen einschneidenden Ereignissen verschont werden. Es muss doch mal wieder gut sein. Ich will keinen Tod in der nächsten Zeit mehr mitmachen.
Schwiegermutter und Mutter sind noch nicht dran. So lege ich das jetzt fest. Und wir, also mein Mann, ich und mein Sohn, haben noch Jahrzehnte Zeit.
Ich weiß natürlich, dass es auf Grund von Unfall oder Krankheit doch mal schnell gehen kann, aber das verdränge ich. Im verdrängen habe ich viel dazu gelernt.
Letztes Jahr habe ich immer wieder verdrängt, dass mein Vater evtl. sterben könnte, vor allem in der ersten Zeit nach der Diagnose. Es ging ihm doch so gut, trotz Chemo und Bestrahlung.
So, jetzt will ich euch nicht weiter nerven. Mir hat das Schreiben dieser Zeilen wieder geholfen.
Danke euch allen.
blonde_lady




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