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Erfahrungsbericht von Mischka27

Zweiklassenmedizin oder Mehr zahlen für weniger Leistungen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Im Grundgesetz steht das alle Menschen gleich sind. Das gilt aber nur solange man nicht krank ist. Heute werden die Kassenpatienten benachteiligt, Sie erhalten nur noch billig Medizin, die allernotwendigste Versorgung.
Jedes Jahr werden die Beiträge der Krankenversicherung erhöht, ohne das man dafür mehr Leistungen erhält im Gegenteil, die Leistungen werden gekürzt, die Zuzahlungen im Krankenhaus und in der Apotheke werden immer teurer.

[ibu]Beispiel 1:[/ibu]

Meine Mutter hatte damals eine Entgiftung vom Alkohol, als zwei Wochen um waren sagten die Ärzte, das sie meine Mutter gerne noch weiter beobachtet hätten, aber die Krankenkasse zahlt nicht mehr. Sie musste wieder nach Hause, obwohl die anschließende Kur erst 2 Tage später begann. Wie groß ist da die Gefahr eines Rückfalles gewesen. Ein Glück sie hat es so geschafft.

[ibu]Beispiel 2:[/ibu]

Ich bekomme regelmäßig Salbe wegen eine chronischen Schuppenflechte. Als am Ende des letzten Jahres die Kassen knapp wurden wurde ich von meiner Hautärztin doch tatsächlich aufgefordert, das ich weniger Salbe verbrauchen sollte und das ich von den ca. 12 DM welches die Salbe kostete 8,00 DM selber zuzahlte.
Vorher im Krankenhaus bekam ich immer einen Strumpfverband, weil die Salbe direkt an den Fußsohlen aufgetragen wurde, auch dies bekam ich nicht auf Rezept, obwohl die Apothekerin mir sagte das mir dies auf Rezept zustand.

[ibu]Beispiel 3:[/ibu]

Mein Stiefvater hat eine neue Niere erhalten. Das macht es notwendig das er mehrmals im Jahr in die Uni-Klinik nach Rostock zu Untersuchungen muss. Jedesmal ist es ein Kampf das er die Taxikosten bezahlt bekommt, weil kein anderer fahren kann. Vor einiger Zeit war das noch kein Problem und jedes Mal muss man die gleichen Papiere wieder abgeben die man schon einigen male dort abgegeben hat.

[ibu]Beispiel 4:[/ibu]

Ein Freund von mir ist 25 Jahre alt und ist fast taub, so das er zum Ohrenarzt ging der ihm ein Hörgerät verschrieb. Er testete einige und war total begeistert.
Er hörte Vögel zwitschern, sagte er mir, das ist für uns normal aber für einen hörgeschädigten Menschen etwas besonderes.
Nun die guten Geräte kosten 3000 bis 4000 Euro, diese stellen sich selber ein, aber die Krankenkassen zahlen nur die veralteten die nur rauschen und ein richtiges hören nicht möglich ist.
Selbst die Behindertenverbände laufen Sturm gegen so veraltete Geräte.

Wäre er nun privatversichert, stände ihm das digitale Gerät zu. Aber er ist nur die 2.Wahl, also mit einem Billiggerät abgefertigt. Punkt aus basta.

Es ist ja nicht so das die Kassen kein Geld haben, oder wie kann man sich sonst die steigenden Gehälter in den Chefetagen erklären.
Wenn kein Geld da ist, wieso muss in jeder Stadt z.B. ein AOK Prunkgebäude entstehen in bester Lage und es sieht so aus als sei dort eine Bank eingezogen ?

Dafür ist Geld da, aber nicht für die Kranken die ja selbst das Geld eingezahlt haben.

Ich erinnere mich noch an einen Fall der durch die Presse ging das ein Arzt keine Sozialhilfeempfänger behandeln wollte. Ich glaube das war nur die Spitze des Eisberges, das noch viele andere nur Geld in den Augen haben.

Was soll das ganze mit der Billigmedizin, jeder weiß das die Entwicklung eines Medikamentes Geld kostet, und Deutschland noch führend in der Forschung ist, aber wenn die Politik so weiter macht geht auch dieser Wirtschaftszweig weg aus Deutschland , noch mehr Menschen sind arbeitslos.

Wie sieht die andere Seite aus, die privatversicherten ?

Da kann ich mitreden weil ich nach meiner Bundeswehrzeit mich zu 30% selber privat versichern musste, und das war gar nicht mal so teuer, Ich glaube ich habe 50 DM bezahlt und hatte das volle Programm, dank meiner Anwartschaftsversicherung, die ich schon vorher hatte, d.h. das ich mit all meinen Krankheiten die ich während meiner Dienstzeit erleide aufgenommen werden muss, ohne das der Beitrag erhöht werden kann.

[ibu]Welche Vorteile hatte ich ?[/ibu]

Keine Wartezeiten beim Arzt .
Jede erdenkliche Untersuchung, die machbar ist.
Einzelbettzimmer im Krankenhaus.
Medikamente die auch halfen

Um nur einiges zunennen.

Nun bin ich auch wieder ein Patient 2.Klasse, der im überfüllten Wartezimmer auf seine billige Medizin wartet, und hofft das überhaupt noch genügend Geld da ist um eine Behandlung zu erhalten, ohne das die armen Chefs auf ihre nächste dringend benötigte Gehaltserhöhung verzichten müssen.

Die Leute lerne aber, wie vor wenigen Tagen in der Zeitung stand, haben die großen Kassen in diesem Jahr schon 251000 zahlende Kunden an günstige Anbieter verloren. Ich hoffe das ich das so richtig gelesen habe.
Ich kann nur jeden raten die Beiträge zu vergleichen, man muss ja nicht mehr als nötig für diese schlechten Leistungen bezahlen.

[ibu]Noch ein Tipp:[/ibu]

Für meine Tochter habe ich für 3,90 Euro eine zusätzliche Versicherung gleich nach der Gebgurt abgeschlossen, für Zahnspange, Brille, Chefarztbehandlung, u.s.w.


[ibu]Fazit[/ibu]

Alles ist in Ordnung solange man gesund ist. Wenn das so weiter geht kann man sich nur noch einen Arzt leisten, wenn man zu den oberen Zehntausend gehört. Mal sehen was sie uns noch so kurz vor der Wahl versprechen was sich da ändern soll. Glaubt aber nicht alles.
Ich finde es nicht richtig das unterschiede gemacht werden, und der einfach Arbeiter schlechter gestellt ist.

Das wollte ich mal loswerden.

[ibu]Ich hoffe ihr bleibt alle schön gesund.[/ibu]

Euer Mischka

53 Bewertungen, 13 Kommentare

  • BonnieXXX

    14.06.2002, 07:59 Uhr von BonnieXXX
    Bewertung: sehr hilfreich

    Bald haben wir amerikanische Verhältnisse und du wirst gefragt, wo du versichert bist. Und wenn man 2. Klasse ist werden dann wohl nur notdürftige Behandlungen möglich sein. Arme Sozialhilfeempfänger...

  • bidone

    11.06.2002, 21:05 Uhr von bidone
    Bewertung: sehr hilfreich

    Leider wollen sich die Arbeitgeber immer mehr aus dem Solidarpakt zurückziehen und alle Ausgaben auf den kleinen Angestellten abwälzen. Armes Deutschland! Gruß! bidone

  • anonym

    10.06.2002, 15:47 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ja, eine private Zusatzversicherung ist heutzutage sehr sinnvoll! Wobei die Private Vericherung natürlich nicht nur Vorteile hat! Gruß Trillian

  • Jakini

    10.06.2002, 12:21 Uhr von Jakini
    Bewertung: sehr hilfreich

    Traurig aber wahr

  • lupocom

    10.06.2002, 01:19 Uhr von lupocom
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ist schon eine Schweinerei! Sehr guter Bericht!

  • eponnin

    10.06.2002, 01:12 Uhr von eponnin
    Bewertung: sehr hilfreich

    Na gut, dass privat versichert bin. Warten muss ich zwar trotzdem bis ich dran bin. Aber ich glaube, das die Gesetzlichen einfach nie richtig gelernt haben, wirtschaftlich zu abreiten, weil sie früher ja immer vom Staat großzügig bezuschuss

  • Maryan66

    09.06.2002, 22:13 Uhr von Maryan66
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter Bericht, Gruß Maryan66

  • BeastyGirl

    09.06.2002, 17:24 Uhr von BeastyGirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Da kann ich Dir nur zustimmen! Aber ich fürchte, das wird eher noch schlimmer als besser werden.... Gruß, Uschi

  • ClaudiaRetzmann

    08.06.2002, 14:21 Uhr von ClaudiaRetzmann
    Bewertung: sehr hilfreich

    Du hast es auf den Punkt gebracht, auch ich bin nur Kassenpatient während mein Freund Privatversichert ist. Hier sehe ich ja live, welche Unterschiede gemacht werden. Leider kann ich mich nicht privat versichern, doch wenn ich es könnte, wür

  • Maeuschen21

    08.06.2002, 00:11 Uhr von Maeuschen21
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke für deine Bewertungen jetzt kommt die Rache *lach* VLabendlicheG aus Köln sendet Dir und deiner Familie Mandy

  • Rena50

    07.06.2002, 15:30 Uhr von Rena50
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich finde, jeder sollte sich so versichern können wie er es für richtig hält, allerdings sollte die Versicherungspflicht weiter bestehen bleiben. Gruß Rena

  • Alusru

    07.06.2002, 01:03 Uhr von Alusru
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich finde das auch unerhört, die meisten Kosten frißt doch der pompöse Verwaltungsapparat. Das Beispiel in Frankreich wäre echt gut Gruß Uschi.

  • babyjo1

    07.06.2002, 00:38 Uhr von babyjo1
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...nur das Du jetzt mit einer chronischen Krankheit von einer Privatkasse nicht mehr genommen würdest, oder sehr hohe Risikozuschläge zahlen müsstest!