Monster (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2011
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Erfahrungsbericht von tuimama
Schockierende Wahrheit!
Pro:
herausstechende Schauspielleistungen, authentische Darstellung, brilliantes Debut der Regisseurin
Kontra:
geht sehr an die Nerven
Empfehlung:
Ja
Nachdem ich gestern diesen Film auf DVD gesehen habe und ziemlich schockiert war, muss ich einen Bericht darüber schreiben. Es war einer der härtesten Filme, den ich seit langem gesehen habe (mal abgesehen von der Passion Christi...)
Es dreht sich hierbei um den Film MONSTER, der nach einer wahren Geschichte gedreht wurde.
*****************************************
Zunächst die Facts zu DVD und Film:
Hauptrolle der Aileen: Charlize Theron
Ihre Freundin Selby: Christina Ricci
Regie: Patty Jenkins
FSK: 16 Jahre (dürfte auch nicht darunter liegen!)
Laufzeit: 104 Minuten
Meine DVD: Special Edition mit 3 DVDs
DVD 1: Der Film „Monster“
DVD 2: Interview mit Hauptdarstellerin Charlize Theron, Regisseurin Patty Jenkins, Produzent Mark Damon, Musikkomponist BT, sowie TV-Berichte (Berlinale, Oscarverleihung), Originaltrailer (englisch), Bildergalerie, Filmografien und Biografien
DVD 3: Aileen – Life and Death of a Serial Killer (Dokumentation), Interviews mit Regisseurin Patty Jenkins, Produzent Mark Damon, Charlize Theron, Entstehung des Soundtracks - Ein Interview mit Filmmusik-Composer BT und Patty Jenkins, 'Monster' Pressekonferenz (Berlinale 2004), Originaltrailer (englisch), Internationaler Trailer (englisch), Bildergalerie, Biografien und Filmografien, Pressestimmen, Aileen Wuornos - The Selling of a Serial Killer (ca. 85min), Aileen - Life and Death of a Serial Killer (ca. 89min)
Technisches:
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1, DTS 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1.85:1
Deluxe Edition, Dolby, DTS Surround Sound, Surround Sound
Laufzeit: 104 Minuten
DVD Erscheinungstermin: 4. Oktober 2004
Produktion: 2003
Alle Awards, die die Regisseurin / die Schauspieler für Monster erhalten haben:
ACADEMY AWARDS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
GOLDEN GLOBES: Charlize Theron- Beste Darstellerin in einem Drama
IFP SPIRIT AWARDS: Patty Jenkins - Bestes Erstlingswerk
IFP SPIRIT AWARDS: Charlize Theron - Beste Hauptdarstellerin
SCREEN ACTORS GUILD: Charlize Theron - Beste Darstellerin
CRITICS CHOICE: Charlize Theron - Beste Darstellerin
NATIONAL SOCIETY OF FILM CRITICS: Charlize Theron- Beste Darstellerin
NATIONAL BOARD OF REVIEW: Charlize Theron - Breakthrough Performance
ONLINE FILM CRITICS SOCIETY: Charlize Theron- Beste Darstellerin
CNN RADIO MOVIE AWARDS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
CNN RADIO MOVIE AWARDS: Christina Ricci - Beste Nebendarstellerin
SEATTLE FILM CRITICS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
GOLDEN SATELITE AWARD: Charlize Theron - Beste Darstellerin
SAN FRANCISCO CRITICS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
NEW YORK FILM CRITICS ONLINE: Charlize Theron - Beste Darstellerin
SOUTH EASTERN FILM CRITICS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
LAS VEGAS FILM CRITICS SOCIETY: Charlize Theron - Beste Darstellerin
DALLAS/FORT WORTH FILM CRITICS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
Links zum Film und Quelle für Awardangaben:
http://www.monster-derfilm.de
http://www.monsterfilm.com
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Wie kam ich zu dem Film? Ich bestellte im Dezember einen ganzen Schwung Filme für unser Filmprogramm im Club, sowie auch für mich. Und dabei sprang eine Gratis-DVD raus. Da mich die Geschichte des Filmes sehr interessierte und ich alle anderen der Auswahl schon kannte, entschied ich mich für Monster. Dabei bekam ich (glücklicher Weise) nicht nur die Single-DVD, wo nur der Film selbst drauf ist, sondern die Special Edition mit Interviews, Dokumentationen über Aileen Wuornos und einigem mehr.
Gestern nun habe ich mir den Film angeschaut und bin immer noch total schockiert! Der Film basiert auf der wahren Geschichte der Prostituierten und Serienmörderin Aileen Wuornos und ging mir wegen seiner Authentizität sehr nah.
***DIE STORY***
Aileen Wuornos wächst in einer grausamen Kindheit mit Gewalt und Missbrauch auf. Immer wenn etwas Schreckliches passiert oder man böse mit ihr umgeht, flüchtet sie sich in eine Traumwelt – so kann sie überleben. Dass dieses Leben für sie Schäden nach sich ziehen muss ist klar.
Nach all diesen schrecklichen Erlebnissen ihrer Kindheit und nachdem sie ihre Familie nicht mehr hat, landet sie mit bereits 13 Jahren als Prostituierte auf der Strasse. Die Jahre gehen dahin und sie lebt mit Alkohol und Prostitution durch den Tag. Dann lernt sie Selby kennen, eine lesbische junge Frau. Sie verlieben sich ineinander und für Selby will sie ein neues, gutes Leben anfangen. Doch der Freier, der ihr letzter sein soll, ist ein gewalttätiger Perverser, der sie brutal vergewaltigt. Um sich zu retten schafft sie es, sich aus den Fesseln zu befreien und erschiesst ihn.
Sie fährt nachts zu Selby und nimmt sie mit, um mit ihr ein neues Leben anzufangen. Leider gehen aber alle Versuche, einen normalen Job zu bekommen schief und ein Polizist – ein ehemaliger Freier – zeigt ihr deutlich warum.... So gibt es für sie keinen anderen Ausweg als weiter der Prostitution nach zu gehen, um das nötige Geld zu verdienen. Dabei bricht all der Hass aus ihr heraus, der sich über die Jahre den Freiern gegenüber und all den Menschen, die sie misshandelt haben, angesammelt hat. Sie erschiesst innerhalb einer Woche fünf weitere Männer. Jedesmal nimmt sie deren Auto, um für eine Weile mobil zu sein und ihr Geld. Nach ein paar Tagen bringt sie das Auto auf ein Feld, putzt es, um Spuren zu verwischen und lässt es dort stehen. Nachdem aber ein Unfall passiert mit einem der Autos, kommt ihr die Polizei auf die Spur. Sie schickt Selby nach hause, nachdem sie ihre Fahndungsfotos im Fernsehen sehen – sie will ihre Freundin nicht mit runter ziehen. Aileen geht zurück in ihre Stammkneipe und wird dort letztendlich von der Polizei festgenommen. Die Polizei benutzt Selbi, um Informationen von Aileen zu bekommen. Mit dem Schuldspruch bei der Gerichtsverhandlung endet der Film.
**************************************
MEIN EINDRUCK NACHDEM ICH DEN FILM GESEHEN HABE (ich werde später noch die Zusatz-DVDs anschauen – verändert sich damit mein Eindruck?)
Puh, hart und härter! Ich bin sowieso ein sehr sensibler Mensch, der selbst bei einer rührenden Szene während einer lächerlichen Serie ein Tränchen vergiessen kann und bei brutalen Szenen meistens zusammen zuckt und sich hinter dem Kissen oder noch lieber im Arm meines Schatzis ;-) verkriecht. Und erst recht wenn es um die nachgespielte Realität einer Frau geht. Mir will die Szene der Vergewaltigung nicht mehr aus dem Kopf, nach der sie den Mann erschiesst.... Ich glaube keine Frau kann diese Szene unberührt anschauen und einfach darüber hinweg gehen. Ich will hier nicht weiter ins Detail gehen, denn das war wirklich zu grausam. Ich sage dazu nur – er hat sich Werkzeug als Hilfsmittel genommen... Mir krampft sich alles zusammen!
Der ganze Film zeigt die Härte des Alltags dieser Frau, die in sich geschlossen alle Misstände ihres Lebens aushält und hinzunehmen scheint. Bis sie Selby trifft, bei der sie wieder (oder zum ersten Mal im Leben?) Liebe und Freundschaft findet. Und bis zum ersten Mord, wo alles aus den Fugen gerät und sie sich an den Männern für alle Freier in ihrem Leben rächt.
EINE „BESONDERE“ SZENE
Es gibt eine Szene in diesem Film, der für mich den Umschwung bedeutete – sie ist teilweise in meiner Phantasie abgelaufen, aber es vermittelte mir den Knackpunkt, wie sie zur Mörderin wurde. Aileen steht in der öffentlichen Toilette einer Bar und „wäscht“ sich mit Papierhandtüchern vor dem Spiegel. Nachdem sie fertig ist schaut sie sich selbst abschätzend im Spiegel an – sehr ernst, tiefgehend und eindringend wirkte der Blick auf mich. Und in diesem Moment hatte ich den Eindruck als wäre ein dunkler Schatten über ihre Augen gelaufen und habe sie fast schwarz werden lassen für den Rest des Films. Durch dieses plötzliche „Dunkler werden“ der Augen (das nicht tatsächlich statt gefunden hat, denn die Augen waren die ganze Zeit schon dunkelbraun) hatte ich das Gefühl, dass sich ihre Einstellung irgendwie geändert hat und jetzt etwas Entscheidendes passieren würde. Als würde sich ein dunkler Schatten über ihre Seele legen, der sich in den Augen zeigt.
Da seht ihr, wie mich der Film mitgenommen hat ;-)
Ich kann mich den Lobreden über Charlize Therons Darbietung, die ich überall gelesen habe, nur anschliessen und sagen, dass es eine absolut überzeugende Glanzleistung war, die sie mit der Darstellung der Aileen vollbracht hat. Nicht nur das Äussere wurde bald perfekt nachgestellt. Sie hat sich tief in Aileen hineinversetzt und mit grosser Ausdrucksstärke die Emotionen und Handlungen dargestellt. Es war für mich eine äusserst beeindruckende Leistung! Vor allem gerade eine solche Rolle zu spielen ist nicht einfach.
Christina Ricci – zu ihr brauche ich eigentlich nicht viel zu sagen, denn sie hat überzeugend gespielt wie immer. Sie tritt immer in düsteren oder gruseligen Filmen auf und ist mit ihrer Ausstrahlung wie gemacht dafür.
Was mir fehlt bei dem Film ist ein detaillierterer Einstieg aus Aileens Vorleben in diese Woche, die man miterlebt hinein. Man bekommt einen kurzen Abriss am Anfang des Films geboten, wobei der nur wenig Einblick in das gibt, was sie bisher erlebt hat und warum sie so geworden ist wie sie ist. Und vor allem, warum sie sich zur Serienmörderin entwickelt.
Ebenfalls hätte ich am Ende gerne mehr Informationen gehabt, wie es ihr im Gefängnis ergangen ist all die 12 Jahre bis sie die Spritze bekommen hat. Man bekommt am Ende nur das Urteil, wann es vollstreckt wurde und einen Satz über Aileens und Selbys weiteres nicht mehr existentes Verhältnis geschrieben. Schade, denn gerade diese Informationen hätten den Film am Ende komplett gemacht.
Die Darstellung dieser Woche ist einfach wahnsinnig beeindruckend und man kann sich einiges zusammen reimen – warum tut sie das, was bringt sie überhaupt dazu? Aber zusammen reimen ist im dem Zusammenhang für mich völlig fehl am Platz, da es eben keine fiktive Geschichte ist, sondern Wirklichkeit.
Es ist Patty Jenkins’ Debutfilm – beachtliche Leistung! Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Filme von ihr. Sie weiss die Dinge umzusetzen und den Menschen nahe zu bringen.
Ich empfehle den Film für alle mit starken Nerven, die auch nach sehr eindrücklich dargestellter Gewalt noch gut schlafen können – ich hatte ein bischen Mühe damit, aber mein Schatzi war ja bei mir ;-)
Er zeigt sehr deutlich, wie Aileen versucht, ihren Alltag zu bewältigen, dabei aber immer tiefer rutscht, obwohl sie aus all dem „Schund“ heraus will. Wie sie Liebe findet, sie aber nicht leben kann, weil ihr ihr Leben dazwischen kommt. Sie glaubt die ganze Zeit über, dass sie im Recht ist, mit ihren Morden, dass es jedesmal Notwehr war und die Männer Schuld hatten. Sie lebt immer noch in ihrer Traumwelt, selbst als der Richter das Urteil verkündet...
Heute abend werde ich mir die Dokumentationen und Interviews auf den anderen beiden DVDs anschauen und morgen gibt’s einen Update dazu! Also seid gespannt!
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MEINE EINDRÜCKE NACHDEM ICH DIE DOKUMENTATION „LIFE AND DEATH OF A SERIAL KILLER“ GESEHEN HABE
Die Bewunderung für die schauspielerische Leistung von Charlize Theron ist weiter gestiegen. Gleich ab den ersten Sekunden, als die „echte“ Aileen in der Dokumentation gesehen habe, dachte ich „Das gibt’s doch nicht – fast identisch!“ Erstens zeigte sich da wieder die beachtliche Leistung der Maskenbildner und des Kamerteams, ausserdem hat Charlize Theron eine wirkliche Kopie von Aileen geschafft. Sie muss sie sehr lange studiert haben, um sie in allen Situationen so authentisch darstellen zu können – oder sie ist eben ein Naturtalent! Ich bin einfach nur begeistert von ihrer Darbietung dieser Rolle!
Und endlich habe ich auch mehr über ihr Vorleben und die Zeit nach der Verhaftung erfahren. Und auch über das Wesen der Aileen Wuornos selbst. Eine Frau mit schweren psychischen Problemen, die sich ihre Welt immer gerade so zurecht rückte, wie es für sie am erträglichsten war. Die teilweise, trotz all ihrer verschiedenen Geschichten, die das Gericht und die Reporter aufgetischt bekamen, sehr räsonabel schien. Als hätte sie fundierte Gründe, für ihr Handeln und die hatte sie in ihren Gedankengängen natürlich auch – wenn auch für die Aussenwelt sehr schwer nachvollziehbar. Zwischenzeitlich war ich verwirrt, was denn nun überhaupt der Wahrheit entsprach und was nicht. Letztendlich war aber alles so wie im Film dargestellt.
Bis auf den Namen ihrer Freundin. Diese hiess im Film Selby, in Wirklichkeit aber Tira. Warum sie den Namen im Film geändert haben ist mir irgendwie schleierhaft, denn in verschiedenen Dokumentationsfilmen tritt sie selbst auf und ihr Name wird auch überall genannt. Ob es da nur um Filmrechte ging oder worum? Denn sie war mittenmang dabei, die Filmrechte um Aileens Geschichte zu organisieren und etwas davon einzuheimsen. Die grosse Liebe, die sich während ihres Zusammenlebens entwickelt hatte, gab es nach der Verhaftung nicht mehr. Einzig Aileen hielt weiter daran fest und erzählt auch Jahre später noch, dass sie Tira vermisst und immer noch liebt.
Eigentlich beharrt Aileen bis zum Ende auf ihrer Unschuld und Handlung in Notwehr, als sie aber für sich in der Welt keinen Ausweg mehr sieht, ändert sie ihre Aussage und bekennt sich in allen Morden schuldig. Sie wollte vor ihrer Hinrichtung mit sich, der Welt und vor allem den Familien, die geliebte Menschen verloren haben, im Reinen sein.
Während der Verhandlung wurden Zeugen aufgerufen, die zu ihrer Kindheit aussagen sollten. Aileen boykottiert ihre eigenen Zeugen, die ihr vielleicht einen besseren Ausgang hätten bescheren können, da sie aber kein Leben auf der Welt mehr will und die Zeit im Todestrackt des Gefängnisses nicht mehr erträgt, stellt sie sie alle als Lügner hin.
Es gibt noch eine ganze Menge über Aileens Geschichte, den Film, die Dokumentationen, etc zu erzählen, aber ich will hier nicht mit der Quantität aus dem Rahmen fallen (naja, ich mag ja lange Berichte wie ihr wisst ;-)) und es ist sowieso ein unerschöpfliches Thema.
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DIE EXTRAS / BONUS DVDs
Die Ausführung in drei DVDs mit den vielen Interviews der beteiligten Personen (Schauspieler, Regie, etc), der Entstehung des Soundtracks, aber vor allem den Dokumentationsfilmen auf den beiden Bonus-DVDs ist einfach super! Ohne die beiden extra DVDs würde für mich etwas fehlen, weil Fragen offen bleiben würden, aber so bekommt alle Details von verschiedenen Seiten beleuchtet geboten und kann sich bestens über die Hintergründe informieren.
Es wird nicht sinnloses Material wie endlose Trailer geboten, sondern fundierte Berichte mit guten Recherchen und begleitenden Filmen
*****************************************************
Ich möchte euch einfach nur diesen Film empfehlen, da er eine unglaubliche Leistung der Schauspieler (vor allem natürlich Charlize Theron, wie bereits erwähnt) und der Regisseurin (die damit ein brilliantes Debut hingelegt hat) zeigt. Und gleichzeitig das vertrackte, schreckliche, brutale Leben der Aileen Wuornos sehr gut darstellt – zwar nur einen Ausschnitt von einer Woche, aber man bekommt bereits einen guten Eindruck ihrer Person und Geschichte. Zur Vollständigkeit empfehle ich allerdings auch die Dokumentationen anzusehen, da sonst die Vorgeschichte und das Leben nach der Verhaftung nur in Bruchstücken wahrgenommen werden kann.
Viel Spass beim Schauen kann ich nicht sagen, denn Spass hat es mir nicht gemacht. Allerdings habe ich den Film und die Dokumentation mit grossem Interesse verfolgt.
Liebe Grüsse und bis bald von der ägyptischen Vertretung bei Yopi ;-)
Silke@Yopi und anderen Meinungsportalen (unter gleichem Usernamen)
Es dreht sich hierbei um den Film MONSTER, der nach einer wahren Geschichte gedreht wurde.
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Zunächst die Facts zu DVD und Film:
Hauptrolle der Aileen: Charlize Theron
Ihre Freundin Selby: Christina Ricci
Regie: Patty Jenkins
FSK: 16 Jahre (dürfte auch nicht darunter liegen!)
Laufzeit: 104 Minuten
Meine DVD: Special Edition mit 3 DVDs
DVD 1: Der Film „Monster“
DVD 2: Interview mit Hauptdarstellerin Charlize Theron, Regisseurin Patty Jenkins, Produzent Mark Damon, Musikkomponist BT, sowie TV-Berichte (Berlinale, Oscarverleihung), Originaltrailer (englisch), Bildergalerie, Filmografien und Biografien
DVD 3: Aileen – Life and Death of a Serial Killer (Dokumentation), Interviews mit Regisseurin Patty Jenkins, Produzent Mark Damon, Charlize Theron, Entstehung des Soundtracks - Ein Interview mit Filmmusik-Composer BT und Patty Jenkins, 'Monster' Pressekonferenz (Berlinale 2004), Originaltrailer (englisch), Internationaler Trailer (englisch), Bildergalerie, Biografien und Filmografien, Pressestimmen, Aileen Wuornos - The Selling of a Serial Killer (ca. 85min), Aileen - Life and Death of a Serial Killer (ca. 89min)
Technisches:
Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.1, DTS 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 1.85:1
Deluxe Edition, Dolby, DTS Surround Sound, Surround Sound
Laufzeit: 104 Minuten
DVD Erscheinungstermin: 4. Oktober 2004
Produktion: 2003
Alle Awards, die die Regisseurin / die Schauspieler für Monster erhalten haben:
ACADEMY AWARDS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
GOLDEN GLOBES: Charlize Theron- Beste Darstellerin in einem Drama
IFP SPIRIT AWARDS: Patty Jenkins - Bestes Erstlingswerk
IFP SPIRIT AWARDS: Charlize Theron - Beste Hauptdarstellerin
SCREEN ACTORS GUILD: Charlize Theron - Beste Darstellerin
CRITICS CHOICE: Charlize Theron - Beste Darstellerin
NATIONAL SOCIETY OF FILM CRITICS: Charlize Theron- Beste Darstellerin
NATIONAL BOARD OF REVIEW: Charlize Theron - Breakthrough Performance
ONLINE FILM CRITICS SOCIETY: Charlize Theron- Beste Darstellerin
CNN RADIO MOVIE AWARDS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
CNN RADIO MOVIE AWARDS: Christina Ricci - Beste Nebendarstellerin
SEATTLE FILM CRITICS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
GOLDEN SATELITE AWARD: Charlize Theron - Beste Darstellerin
SAN FRANCISCO CRITICS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
NEW YORK FILM CRITICS ONLINE: Charlize Theron - Beste Darstellerin
SOUTH EASTERN FILM CRITICS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
LAS VEGAS FILM CRITICS SOCIETY: Charlize Theron - Beste Darstellerin
DALLAS/FORT WORTH FILM CRITICS: Charlize Theron - Beste Darstellerin
Links zum Film und Quelle für Awardangaben:
http://www.monster-derfilm.de
http://www.monsterfilm.com
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Wie kam ich zu dem Film? Ich bestellte im Dezember einen ganzen Schwung Filme für unser Filmprogramm im Club, sowie auch für mich. Und dabei sprang eine Gratis-DVD raus. Da mich die Geschichte des Filmes sehr interessierte und ich alle anderen der Auswahl schon kannte, entschied ich mich für Monster. Dabei bekam ich (glücklicher Weise) nicht nur die Single-DVD, wo nur der Film selbst drauf ist, sondern die Special Edition mit Interviews, Dokumentationen über Aileen Wuornos und einigem mehr.
Gestern nun habe ich mir den Film angeschaut und bin immer noch total schockiert! Der Film basiert auf der wahren Geschichte der Prostituierten und Serienmörderin Aileen Wuornos und ging mir wegen seiner Authentizität sehr nah.
***DIE STORY***
Aileen Wuornos wächst in einer grausamen Kindheit mit Gewalt und Missbrauch auf. Immer wenn etwas Schreckliches passiert oder man böse mit ihr umgeht, flüchtet sie sich in eine Traumwelt – so kann sie überleben. Dass dieses Leben für sie Schäden nach sich ziehen muss ist klar.
Nach all diesen schrecklichen Erlebnissen ihrer Kindheit und nachdem sie ihre Familie nicht mehr hat, landet sie mit bereits 13 Jahren als Prostituierte auf der Strasse. Die Jahre gehen dahin und sie lebt mit Alkohol und Prostitution durch den Tag. Dann lernt sie Selby kennen, eine lesbische junge Frau. Sie verlieben sich ineinander und für Selby will sie ein neues, gutes Leben anfangen. Doch der Freier, der ihr letzter sein soll, ist ein gewalttätiger Perverser, der sie brutal vergewaltigt. Um sich zu retten schafft sie es, sich aus den Fesseln zu befreien und erschiesst ihn.
Sie fährt nachts zu Selby und nimmt sie mit, um mit ihr ein neues Leben anzufangen. Leider gehen aber alle Versuche, einen normalen Job zu bekommen schief und ein Polizist – ein ehemaliger Freier – zeigt ihr deutlich warum.... So gibt es für sie keinen anderen Ausweg als weiter der Prostitution nach zu gehen, um das nötige Geld zu verdienen. Dabei bricht all der Hass aus ihr heraus, der sich über die Jahre den Freiern gegenüber und all den Menschen, die sie misshandelt haben, angesammelt hat. Sie erschiesst innerhalb einer Woche fünf weitere Männer. Jedesmal nimmt sie deren Auto, um für eine Weile mobil zu sein und ihr Geld. Nach ein paar Tagen bringt sie das Auto auf ein Feld, putzt es, um Spuren zu verwischen und lässt es dort stehen. Nachdem aber ein Unfall passiert mit einem der Autos, kommt ihr die Polizei auf die Spur. Sie schickt Selby nach hause, nachdem sie ihre Fahndungsfotos im Fernsehen sehen – sie will ihre Freundin nicht mit runter ziehen. Aileen geht zurück in ihre Stammkneipe und wird dort letztendlich von der Polizei festgenommen. Die Polizei benutzt Selbi, um Informationen von Aileen zu bekommen. Mit dem Schuldspruch bei der Gerichtsverhandlung endet der Film.
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MEIN EINDRUCK NACHDEM ICH DEN FILM GESEHEN HABE (ich werde später noch die Zusatz-DVDs anschauen – verändert sich damit mein Eindruck?)
Puh, hart und härter! Ich bin sowieso ein sehr sensibler Mensch, der selbst bei einer rührenden Szene während einer lächerlichen Serie ein Tränchen vergiessen kann und bei brutalen Szenen meistens zusammen zuckt und sich hinter dem Kissen oder noch lieber im Arm meines Schatzis ;-) verkriecht. Und erst recht wenn es um die nachgespielte Realität einer Frau geht. Mir will die Szene der Vergewaltigung nicht mehr aus dem Kopf, nach der sie den Mann erschiesst.... Ich glaube keine Frau kann diese Szene unberührt anschauen und einfach darüber hinweg gehen. Ich will hier nicht weiter ins Detail gehen, denn das war wirklich zu grausam. Ich sage dazu nur – er hat sich Werkzeug als Hilfsmittel genommen... Mir krampft sich alles zusammen!
Der ganze Film zeigt die Härte des Alltags dieser Frau, die in sich geschlossen alle Misstände ihres Lebens aushält und hinzunehmen scheint. Bis sie Selby trifft, bei der sie wieder (oder zum ersten Mal im Leben?) Liebe und Freundschaft findet. Und bis zum ersten Mord, wo alles aus den Fugen gerät und sie sich an den Männern für alle Freier in ihrem Leben rächt.
EINE „BESONDERE“ SZENE
Es gibt eine Szene in diesem Film, der für mich den Umschwung bedeutete – sie ist teilweise in meiner Phantasie abgelaufen, aber es vermittelte mir den Knackpunkt, wie sie zur Mörderin wurde. Aileen steht in der öffentlichen Toilette einer Bar und „wäscht“ sich mit Papierhandtüchern vor dem Spiegel. Nachdem sie fertig ist schaut sie sich selbst abschätzend im Spiegel an – sehr ernst, tiefgehend und eindringend wirkte der Blick auf mich. Und in diesem Moment hatte ich den Eindruck als wäre ein dunkler Schatten über ihre Augen gelaufen und habe sie fast schwarz werden lassen für den Rest des Films. Durch dieses plötzliche „Dunkler werden“ der Augen (das nicht tatsächlich statt gefunden hat, denn die Augen waren die ganze Zeit schon dunkelbraun) hatte ich das Gefühl, dass sich ihre Einstellung irgendwie geändert hat und jetzt etwas Entscheidendes passieren würde. Als würde sich ein dunkler Schatten über ihre Seele legen, der sich in den Augen zeigt.
Da seht ihr, wie mich der Film mitgenommen hat ;-)
Ich kann mich den Lobreden über Charlize Therons Darbietung, die ich überall gelesen habe, nur anschliessen und sagen, dass es eine absolut überzeugende Glanzleistung war, die sie mit der Darstellung der Aileen vollbracht hat. Nicht nur das Äussere wurde bald perfekt nachgestellt. Sie hat sich tief in Aileen hineinversetzt und mit grosser Ausdrucksstärke die Emotionen und Handlungen dargestellt. Es war für mich eine äusserst beeindruckende Leistung! Vor allem gerade eine solche Rolle zu spielen ist nicht einfach.
Christina Ricci – zu ihr brauche ich eigentlich nicht viel zu sagen, denn sie hat überzeugend gespielt wie immer. Sie tritt immer in düsteren oder gruseligen Filmen auf und ist mit ihrer Ausstrahlung wie gemacht dafür.
Was mir fehlt bei dem Film ist ein detaillierterer Einstieg aus Aileens Vorleben in diese Woche, die man miterlebt hinein. Man bekommt einen kurzen Abriss am Anfang des Films geboten, wobei der nur wenig Einblick in das gibt, was sie bisher erlebt hat und warum sie so geworden ist wie sie ist. Und vor allem, warum sie sich zur Serienmörderin entwickelt.
Ebenfalls hätte ich am Ende gerne mehr Informationen gehabt, wie es ihr im Gefängnis ergangen ist all die 12 Jahre bis sie die Spritze bekommen hat. Man bekommt am Ende nur das Urteil, wann es vollstreckt wurde und einen Satz über Aileens und Selbys weiteres nicht mehr existentes Verhältnis geschrieben. Schade, denn gerade diese Informationen hätten den Film am Ende komplett gemacht.
Die Darstellung dieser Woche ist einfach wahnsinnig beeindruckend und man kann sich einiges zusammen reimen – warum tut sie das, was bringt sie überhaupt dazu? Aber zusammen reimen ist im dem Zusammenhang für mich völlig fehl am Platz, da es eben keine fiktive Geschichte ist, sondern Wirklichkeit.
Es ist Patty Jenkins’ Debutfilm – beachtliche Leistung! Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Filme von ihr. Sie weiss die Dinge umzusetzen und den Menschen nahe zu bringen.
Ich empfehle den Film für alle mit starken Nerven, die auch nach sehr eindrücklich dargestellter Gewalt noch gut schlafen können – ich hatte ein bischen Mühe damit, aber mein Schatzi war ja bei mir ;-)
Er zeigt sehr deutlich, wie Aileen versucht, ihren Alltag zu bewältigen, dabei aber immer tiefer rutscht, obwohl sie aus all dem „Schund“ heraus will. Wie sie Liebe findet, sie aber nicht leben kann, weil ihr ihr Leben dazwischen kommt. Sie glaubt die ganze Zeit über, dass sie im Recht ist, mit ihren Morden, dass es jedesmal Notwehr war und die Männer Schuld hatten. Sie lebt immer noch in ihrer Traumwelt, selbst als der Richter das Urteil verkündet...
Heute abend werde ich mir die Dokumentationen und Interviews auf den anderen beiden DVDs anschauen und morgen gibt’s einen Update dazu! Also seid gespannt!
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MEINE EINDRÜCKE NACHDEM ICH DIE DOKUMENTATION „LIFE AND DEATH OF A SERIAL KILLER“ GESEHEN HABE
Die Bewunderung für die schauspielerische Leistung von Charlize Theron ist weiter gestiegen. Gleich ab den ersten Sekunden, als die „echte“ Aileen in der Dokumentation gesehen habe, dachte ich „Das gibt’s doch nicht – fast identisch!“ Erstens zeigte sich da wieder die beachtliche Leistung der Maskenbildner und des Kamerteams, ausserdem hat Charlize Theron eine wirkliche Kopie von Aileen geschafft. Sie muss sie sehr lange studiert haben, um sie in allen Situationen so authentisch darstellen zu können – oder sie ist eben ein Naturtalent! Ich bin einfach nur begeistert von ihrer Darbietung dieser Rolle!
Und endlich habe ich auch mehr über ihr Vorleben und die Zeit nach der Verhaftung erfahren. Und auch über das Wesen der Aileen Wuornos selbst. Eine Frau mit schweren psychischen Problemen, die sich ihre Welt immer gerade so zurecht rückte, wie es für sie am erträglichsten war. Die teilweise, trotz all ihrer verschiedenen Geschichten, die das Gericht und die Reporter aufgetischt bekamen, sehr räsonabel schien. Als hätte sie fundierte Gründe, für ihr Handeln und die hatte sie in ihren Gedankengängen natürlich auch – wenn auch für die Aussenwelt sehr schwer nachvollziehbar. Zwischenzeitlich war ich verwirrt, was denn nun überhaupt der Wahrheit entsprach und was nicht. Letztendlich war aber alles so wie im Film dargestellt.
Bis auf den Namen ihrer Freundin. Diese hiess im Film Selby, in Wirklichkeit aber Tira. Warum sie den Namen im Film geändert haben ist mir irgendwie schleierhaft, denn in verschiedenen Dokumentationsfilmen tritt sie selbst auf und ihr Name wird auch überall genannt. Ob es da nur um Filmrechte ging oder worum? Denn sie war mittenmang dabei, die Filmrechte um Aileens Geschichte zu organisieren und etwas davon einzuheimsen. Die grosse Liebe, die sich während ihres Zusammenlebens entwickelt hatte, gab es nach der Verhaftung nicht mehr. Einzig Aileen hielt weiter daran fest und erzählt auch Jahre später noch, dass sie Tira vermisst und immer noch liebt.
Eigentlich beharrt Aileen bis zum Ende auf ihrer Unschuld und Handlung in Notwehr, als sie aber für sich in der Welt keinen Ausweg mehr sieht, ändert sie ihre Aussage und bekennt sich in allen Morden schuldig. Sie wollte vor ihrer Hinrichtung mit sich, der Welt und vor allem den Familien, die geliebte Menschen verloren haben, im Reinen sein.
Während der Verhandlung wurden Zeugen aufgerufen, die zu ihrer Kindheit aussagen sollten. Aileen boykottiert ihre eigenen Zeugen, die ihr vielleicht einen besseren Ausgang hätten bescheren können, da sie aber kein Leben auf der Welt mehr will und die Zeit im Todestrackt des Gefängnisses nicht mehr erträgt, stellt sie sie alle als Lügner hin.
Es gibt noch eine ganze Menge über Aileens Geschichte, den Film, die Dokumentationen, etc zu erzählen, aber ich will hier nicht mit der Quantität aus dem Rahmen fallen (naja, ich mag ja lange Berichte wie ihr wisst ;-)) und es ist sowieso ein unerschöpfliches Thema.
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DIE EXTRAS / BONUS DVDs
Die Ausführung in drei DVDs mit den vielen Interviews der beteiligten Personen (Schauspieler, Regie, etc), der Entstehung des Soundtracks, aber vor allem den Dokumentationsfilmen auf den beiden Bonus-DVDs ist einfach super! Ohne die beiden extra DVDs würde für mich etwas fehlen, weil Fragen offen bleiben würden, aber so bekommt alle Details von verschiedenen Seiten beleuchtet geboten und kann sich bestens über die Hintergründe informieren.
Es wird nicht sinnloses Material wie endlose Trailer geboten, sondern fundierte Berichte mit guten Recherchen und begleitenden Filmen
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Ich möchte euch einfach nur diesen Film empfehlen, da er eine unglaubliche Leistung der Schauspieler (vor allem natürlich Charlize Theron, wie bereits erwähnt) und der Regisseurin (die damit ein brilliantes Debut hingelegt hat) zeigt. Und gleichzeitig das vertrackte, schreckliche, brutale Leben der Aileen Wuornos sehr gut darstellt – zwar nur einen Ausschnitt von einer Woche, aber man bekommt bereits einen guten Eindruck ihrer Person und Geschichte. Zur Vollständigkeit empfehle ich allerdings auch die Dokumentationen anzusehen, da sonst die Vorgeschichte und das Leben nach der Verhaftung nur in Bruchstücken wahrgenommen werden kann.
Viel Spass beim Schauen kann ich nicht sagen, denn Spass hat es mir nicht gemacht. Allerdings habe ich den Film und die Dokumentation mit grossem Interesse verfolgt.
Liebe Grüsse und bis bald von der ägyptischen Vertretung bei Yopi ;-)
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