Erfahrungsbericht von wildheart
Spannende psychologische Studie
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Matthias Grimm vom »Schnitt« hängt sich weit aus dem Fenster, wenn er dem neuen Film von Barbet Schroeder sozusagen alles abspricht, was einen Thriller eben ausmacht: ».. der perfekte Krimi benötigt, unter anderem und nicht zwangs- aber wünschenswerter- bzw. wahlweise, akribische Täterpsychologie, differenzierte Charakterzeichnungen, einen geschliffenen Spannungsbogen und die eine oder andere Überraschung, präzise inszeniert, versteht sich« (1) Grimm hätte Regisseur werden sollen (oder lieber nicht).
Das Thema, das sich Schroeder gewählt hat, ist wahrlich nicht einfach in Szene zu setzen: den perfekten Mord, begangen von zwei High-School-Schülern, verwoben mit der Biografie einer Polizeiermittlerin, die als Kommissarin grandios, als Mensch jedoch von einem schrecklichen Ereignis in ihrer Vergangenheit bestimmt ist.
Inhalt
Justin Pendleton (Michael Pitt) und Richard Haywood (Ryan Gosling) sind ein ungleiches Paar. Richard ist arrogant, egozentrisch und setzt, um etwas zu bekommen, voll auf seinen Charme. Justin ist der Typ des jugendlichen, leicht elitären Philosophen, der vor seiner Klasse ein – sich auf Nietzsche beziehendes, aber zugleich Nietzsche nicht verstehendes, ja mit falschen Schlussfolgerungen versehenes – Referat hält, das in dem Satz gipfelt: »Freiheit ist Verbrechen, denn wer wirklich frei sein will, handelt radikal egozentrisch, stellt sich selbst über das Wohl der Gemeinschaft.« Doch so unterschiedlich beide auch sein mögen, es eint sie dreierlei: Beider Eltern kümmern sich schon lange nur um sich selbst. Sie sind beide auf ihre Weise auf sich selbst bezogene Außenseiter. Sie ergänzen sich, denn Justin, der viel philosophiert, aber zum Handeln zu schwach zu sein scheint, beneidet Richard, der ohne irgendwelche Skrupel handelt, und umgekehrt. Beide treffen sich heimlich in der Nähe ihrer Heimatstadt San Benito an der Steilküste in einem alten, abbruchreifen ehemaligen Gasthaus.
Und eines Tages beschließen sie, die von Justin definierte Freiheit zu erlangen. Sie planen den perfekten Mord. Das Opfer soll nicht aus ihrem Bekanntenkreis kommen, die Spuren so gelegt werden, dass jemand anders in Verdacht kommt, und von ihnen selbst sollen natürlich keine Spuren vorhanden sein. Alibis sind zu konstruieren usw. Sie kleiden sich in Kunststoff-Mäntel, damit auch nicht ein Haar oder irgend etwas von ihnen am Tatort oder Fundort der Leiche zurückbleibt. Dann ermorden sie eine junge Frau.
Cassie Mayweather (Sandra Bullock) wird von ihren männlichen Polizei-Kollegen als »die Hyäne« bezeichnet. Sie ist unzugänglich, oft abweisend, und auch Staatsanwalt Al Swanson (Tom Verica) hat – ganz privat – schon seine einschlägigen Erfahrungen mit Cassie. Auch ihr Chef Rod Cody (R. D. Call) hat es nicht immer leicht mit der Eigensinnigkeit und Eigenmächtigkeit seiner Detective Mayweather. Cassies neuer Assistent Sam Kennedy (Ben Chaplin) bekommt dies bald zu spüren. Sie verführt ihn und stößt ihn dann von sich.
Doch zuvor finden beide die Leiche eines jungen Mädchens, erdrosselt, ein Finger wurde ihr abgeschnitten, ihre Brust wurde nach der Tat malträtiert. Die Spuren führen in das Haus des Hausmeisters der High School Ray (Chris Penn), dessen Leiche kurz darauf gefunden wird. Cassie glaubt weder, dass Ray sich aus Reue wegen des Mordes umgebracht hat, noch dass er der Mörder der jungen Frau ist. Sie hat Justin und Richard in Verdacht. Unter anderem ein anderer »Fall« aus ihrer Vergangenheit, in den sie selbst persönlich verwickelt war, bringt sie auf die Spur der beiden. Allein, Cody, Swanson und auch Kennedy halten den Fall für abgeschlossen ...
Inszenierung
Die Idee zu diesem Film ist nicht neu. Hitchcock drehte 1948 »The Rope« (dt. »Cocktail für eine Leiche«), in dem zwei Studenten einen Kommilitonen ermorden, um zu beweisen (auch unter Rückgriff auf Nietzsche), dass es den perfekten Mord gibt. »Murder by Numbers« ist allerdings kein Remake dieses Streifens.
Schroeder verzichtete auf exzessive Action, auf Thriller-Effekte, auf den expansiven Einsatz von Musik, die Täter sind von Anfang an bekannt – aber ist der Film deshalb langweilig? Durchaus nicht. »Murder by Numbers« ist eine psychologische Studie, die versucht, Spannung aus dem Dreiecksverhältnis Cassie, Richard und Justin zu ziehen. Nur daran kann man den Film in bezug auf Suspense, Charaktere und Handlung messen. Nun, die Handlung ist zweifellos hoch aktuell. Ohne irgendeinen direkten Bezug zu sog. »sinnlosen« Mordtaten der Gegenwart ziehen zu wollen, sind die beiden Schüler Richard und Justin überzeugend konstruiert. Sie stehen, ohne dass ihnen dies in allen Dimensionen bewusst ist, in einem zwanghaften Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Sie sind sozialisiert als vereinsamte Individuen, auf sich selbst gestellt, die Eltern interessieren sich nicht für sie, tauchen in dem Film nur ganz am Rande auf. Aus dieser Isolation und ihrer überdurchschnittlichen Intelligenz heraus entwickeln sie ihre Mentalität einer egozentrischen Arroganz. Sie setzen sich über alles und über alle anderen hinweg. Sie postulieren sich in einem spezifischen Sinne als Elitäre, nicht im Sinne einer Elite, die z.B. als politische Elite Machtanspruch erhebt, sondern im Sinne einer völlig solipsistischen (2) Elite, die jedes Recht für sich beansprucht – auch das, über Leben und Tod entscheiden zu wollen. Diese Charakterstudie ist Schroeder und Drehbuchautor Tony Gayton meinem Gefühl nach exzellent gelungen.
Ähnliches gilt für Sandra Bullock. Sie ist »the tough detective«, in ihrem Beruf aber ebenso isoliert, weil sie alle ihre Kollegen vor den Kopf stößt. Sie nimmt sich einen Mann und schmeißt ihn wieder weg, lässt niemand an sich heran. Das Trauma, das ihr Leben bestimmt, führte sie zur Polizei. Aber das Trauma hat sie nicht überwunden. Mit etlichen Messerstichen hatte sie ein Mann, den sie wegen seiner Gewalttätigkeit verlassen wollte, als sie 17 war, fast umgebracht. Jetzt weigert sie sich, an der Sitzung der Bewährungskommission teilzunehmen, die darüber entscheiden soll, ob dieser Mann frei gelassen wird.
Ben Chaplin, der der Bullock an die Seite gestellt und vor die Nase gesetzt wird, ist in gewisser Hinsicht das dramaturgische Korrektiv, der Wächter, der versucht, die Handlung im Griff zu behalten, die Übersicht zu bewahren.
Aus dieser Konstellation ergibt sich Spannung, vor allem deshalb, weil die Intelligenz und Skrupellosigkeit der Täter mit der Intelligenz der Bullock – die hervorragend ambivalent spielt – gnadenlos konkurriert. Wie soll sie es schaffen, Richard und Justin die Tat nachzuweisen? Sie hat nur eine winzige Spur. Die Lösung hängt an einem seidenen Faden, an einem kleinen, aber entscheidenden Fehler, den einer der beiden begangen hat.
Kritisch sei allerdings auch angemerkt, dass sehr viel, meinem Gefühl nach zu viel Zeit auf die Charakterisierung der Cassie verwandt wird, was dem Film einiges an Spannung nimmt. Weniger wäre hier einmal wieder mehr gewesen. So aber entstehen Ruhepausen, die nicht nötig gewesen wären. Sandra Bullock spielt nichtsdestotrotz mit allem, was sie hat, und das sehr gut.
Ryan Gosling und Michael Pitt spielen ihre Rollen überzeugend. Wäre die Verteilung der Rollen zwischen Gosling, Pitt und Bullock in der Weise vorgenommen worden, wie Hitchcock dies in »The Rope« zwischen den beiden studentischen Mördern und James Stewart als dortigem Universitätsprofessor vorgemacht hat, wäre »Murder by Numbers« ein einmaliger, psychologisch gut durchdachter Thriller geworden.
Fazit
Ein durchaus sehenswerter Film ist Schroeder allemal gelungen. Mit einem Abstrich: Die psychologisch zweifellos spannende Handlung verliert durch die zu starke Konzentration auf die Biografie der Cassie Mayweather im Verhältnis zu den beiden jungen Mördern an Schlüssigkeit in der Dramatisierung. Dafür allerdings gibt der Film einige Denksportaufgaben über die Fragen im Kontext solcher Fälle, die nicht unrealistisch sind. Der Film selbst beruht auf einem historischen Mordfall.
(1) http://www.schnitt.com/site/index.htm
(2) Solipsismus: Philosophische Richtung, deren Anhänger nur sich selbst als wirklich und alles andere und anderen (die Außenwelt) als ihre »Einbildung«, ihre Empfindung betrachten. Zu Ende gedachter Subjektivismus.
Mord nach Plan
(Murder by Numbers)
USA 2002, 120 Minuten
Regie: Barbet Schroeder
Drehbuch: Tony Gayton
Musik: Clint Mansell
Kamera: Luciano Tovoli
Schnitt: Lee Percy
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Sandra Bullock (Cassie Mayweather), Ryan Gosling (Richard Haywood), Michael Pitt (Justin Pendleton), Agnes Bruckner (Lisa), Chris Penn (Ray), R. D. Call (Rod), Ben Chaplin (Sam Kennedy), Tom Verica (Al Swanson), Krista K. Carpenter (Olivia Lake), Joe La Piana (FBI-Agent)
Offizielle Homepage: http://www.warnerbros.de/movies/mordnachplan
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0264935
Weitere Filmkritik in »Chicago Sun-Times« (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2002/04/041906.html
© Ulrich Behrens 2002
(zuerst veröffentlicht in www.ciao.com unter dem Mitgliedsnamen Posdole)
Das Thema, das sich Schroeder gewählt hat, ist wahrlich nicht einfach in Szene zu setzen: den perfekten Mord, begangen von zwei High-School-Schülern, verwoben mit der Biografie einer Polizeiermittlerin, die als Kommissarin grandios, als Mensch jedoch von einem schrecklichen Ereignis in ihrer Vergangenheit bestimmt ist.
Inhalt
Justin Pendleton (Michael Pitt) und Richard Haywood (Ryan Gosling) sind ein ungleiches Paar. Richard ist arrogant, egozentrisch und setzt, um etwas zu bekommen, voll auf seinen Charme. Justin ist der Typ des jugendlichen, leicht elitären Philosophen, der vor seiner Klasse ein – sich auf Nietzsche beziehendes, aber zugleich Nietzsche nicht verstehendes, ja mit falschen Schlussfolgerungen versehenes – Referat hält, das in dem Satz gipfelt: »Freiheit ist Verbrechen, denn wer wirklich frei sein will, handelt radikal egozentrisch, stellt sich selbst über das Wohl der Gemeinschaft.« Doch so unterschiedlich beide auch sein mögen, es eint sie dreierlei: Beider Eltern kümmern sich schon lange nur um sich selbst. Sie sind beide auf ihre Weise auf sich selbst bezogene Außenseiter. Sie ergänzen sich, denn Justin, der viel philosophiert, aber zum Handeln zu schwach zu sein scheint, beneidet Richard, der ohne irgendwelche Skrupel handelt, und umgekehrt. Beide treffen sich heimlich in der Nähe ihrer Heimatstadt San Benito an der Steilküste in einem alten, abbruchreifen ehemaligen Gasthaus.
Und eines Tages beschließen sie, die von Justin definierte Freiheit zu erlangen. Sie planen den perfekten Mord. Das Opfer soll nicht aus ihrem Bekanntenkreis kommen, die Spuren so gelegt werden, dass jemand anders in Verdacht kommt, und von ihnen selbst sollen natürlich keine Spuren vorhanden sein. Alibis sind zu konstruieren usw. Sie kleiden sich in Kunststoff-Mäntel, damit auch nicht ein Haar oder irgend etwas von ihnen am Tatort oder Fundort der Leiche zurückbleibt. Dann ermorden sie eine junge Frau.
Cassie Mayweather (Sandra Bullock) wird von ihren männlichen Polizei-Kollegen als »die Hyäne« bezeichnet. Sie ist unzugänglich, oft abweisend, und auch Staatsanwalt Al Swanson (Tom Verica) hat – ganz privat – schon seine einschlägigen Erfahrungen mit Cassie. Auch ihr Chef Rod Cody (R. D. Call) hat es nicht immer leicht mit der Eigensinnigkeit und Eigenmächtigkeit seiner Detective Mayweather. Cassies neuer Assistent Sam Kennedy (Ben Chaplin) bekommt dies bald zu spüren. Sie verführt ihn und stößt ihn dann von sich.
Doch zuvor finden beide die Leiche eines jungen Mädchens, erdrosselt, ein Finger wurde ihr abgeschnitten, ihre Brust wurde nach der Tat malträtiert. Die Spuren führen in das Haus des Hausmeisters der High School Ray (Chris Penn), dessen Leiche kurz darauf gefunden wird. Cassie glaubt weder, dass Ray sich aus Reue wegen des Mordes umgebracht hat, noch dass er der Mörder der jungen Frau ist. Sie hat Justin und Richard in Verdacht. Unter anderem ein anderer »Fall« aus ihrer Vergangenheit, in den sie selbst persönlich verwickelt war, bringt sie auf die Spur der beiden. Allein, Cody, Swanson und auch Kennedy halten den Fall für abgeschlossen ...
Inszenierung
Die Idee zu diesem Film ist nicht neu. Hitchcock drehte 1948 »The Rope« (dt. »Cocktail für eine Leiche«), in dem zwei Studenten einen Kommilitonen ermorden, um zu beweisen (auch unter Rückgriff auf Nietzsche), dass es den perfekten Mord gibt. »Murder by Numbers« ist allerdings kein Remake dieses Streifens.
Schroeder verzichtete auf exzessive Action, auf Thriller-Effekte, auf den expansiven Einsatz von Musik, die Täter sind von Anfang an bekannt – aber ist der Film deshalb langweilig? Durchaus nicht. »Murder by Numbers« ist eine psychologische Studie, die versucht, Spannung aus dem Dreiecksverhältnis Cassie, Richard und Justin zu ziehen. Nur daran kann man den Film in bezug auf Suspense, Charaktere und Handlung messen. Nun, die Handlung ist zweifellos hoch aktuell. Ohne irgendeinen direkten Bezug zu sog. »sinnlosen« Mordtaten der Gegenwart ziehen zu wollen, sind die beiden Schüler Richard und Justin überzeugend konstruiert. Sie stehen, ohne dass ihnen dies in allen Dimensionen bewusst ist, in einem zwanghaften Abhängigkeitsverhältnis zueinander. Sie sind sozialisiert als vereinsamte Individuen, auf sich selbst gestellt, die Eltern interessieren sich nicht für sie, tauchen in dem Film nur ganz am Rande auf. Aus dieser Isolation und ihrer überdurchschnittlichen Intelligenz heraus entwickeln sie ihre Mentalität einer egozentrischen Arroganz. Sie setzen sich über alles und über alle anderen hinweg. Sie postulieren sich in einem spezifischen Sinne als Elitäre, nicht im Sinne einer Elite, die z.B. als politische Elite Machtanspruch erhebt, sondern im Sinne einer völlig solipsistischen (2) Elite, die jedes Recht für sich beansprucht – auch das, über Leben und Tod entscheiden zu wollen. Diese Charakterstudie ist Schroeder und Drehbuchautor Tony Gayton meinem Gefühl nach exzellent gelungen.
Ähnliches gilt für Sandra Bullock. Sie ist »the tough detective«, in ihrem Beruf aber ebenso isoliert, weil sie alle ihre Kollegen vor den Kopf stößt. Sie nimmt sich einen Mann und schmeißt ihn wieder weg, lässt niemand an sich heran. Das Trauma, das ihr Leben bestimmt, führte sie zur Polizei. Aber das Trauma hat sie nicht überwunden. Mit etlichen Messerstichen hatte sie ein Mann, den sie wegen seiner Gewalttätigkeit verlassen wollte, als sie 17 war, fast umgebracht. Jetzt weigert sie sich, an der Sitzung der Bewährungskommission teilzunehmen, die darüber entscheiden soll, ob dieser Mann frei gelassen wird.
Ben Chaplin, der der Bullock an die Seite gestellt und vor die Nase gesetzt wird, ist in gewisser Hinsicht das dramaturgische Korrektiv, der Wächter, der versucht, die Handlung im Griff zu behalten, die Übersicht zu bewahren.
Aus dieser Konstellation ergibt sich Spannung, vor allem deshalb, weil die Intelligenz und Skrupellosigkeit der Täter mit der Intelligenz der Bullock – die hervorragend ambivalent spielt – gnadenlos konkurriert. Wie soll sie es schaffen, Richard und Justin die Tat nachzuweisen? Sie hat nur eine winzige Spur. Die Lösung hängt an einem seidenen Faden, an einem kleinen, aber entscheidenden Fehler, den einer der beiden begangen hat.
Kritisch sei allerdings auch angemerkt, dass sehr viel, meinem Gefühl nach zu viel Zeit auf die Charakterisierung der Cassie verwandt wird, was dem Film einiges an Spannung nimmt. Weniger wäre hier einmal wieder mehr gewesen. So aber entstehen Ruhepausen, die nicht nötig gewesen wären. Sandra Bullock spielt nichtsdestotrotz mit allem, was sie hat, und das sehr gut.
Ryan Gosling und Michael Pitt spielen ihre Rollen überzeugend. Wäre die Verteilung der Rollen zwischen Gosling, Pitt und Bullock in der Weise vorgenommen worden, wie Hitchcock dies in »The Rope« zwischen den beiden studentischen Mördern und James Stewart als dortigem Universitätsprofessor vorgemacht hat, wäre »Murder by Numbers« ein einmaliger, psychologisch gut durchdachter Thriller geworden.
Fazit
Ein durchaus sehenswerter Film ist Schroeder allemal gelungen. Mit einem Abstrich: Die psychologisch zweifellos spannende Handlung verliert durch die zu starke Konzentration auf die Biografie der Cassie Mayweather im Verhältnis zu den beiden jungen Mördern an Schlüssigkeit in der Dramatisierung. Dafür allerdings gibt der Film einige Denksportaufgaben über die Fragen im Kontext solcher Fälle, die nicht unrealistisch sind. Der Film selbst beruht auf einem historischen Mordfall.
(1) http://www.schnitt.com/site/index.htm
(2) Solipsismus: Philosophische Richtung, deren Anhänger nur sich selbst als wirklich und alles andere und anderen (die Außenwelt) als ihre »Einbildung«, ihre Empfindung betrachten. Zu Ende gedachter Subjektivismus.
Mord nach Plan
(Murder by Numbers)
USA 2002, 120 Minuten
Regie: Barbet Schroeder
Drehbuch: Tony Gayton
Musik: Clint Mansell
Kamera: Luciano Tovoli
Schnitt: Lee Percy
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Sandra Bullock (Cassie Mayweather), Ryan Gosling (Richard Haywood), Michael Pitt (Justin Pendleton), Agnes Bruckner (Lisa), Chris Penn (Ray), R. D. Call (Rod), Ben Chaplin (Sam Kennedy), Tom Verica (Al Swanson), Krista K. Carpenter (Olivia Lake), Joe La Piana (FBI-Agent)
Offizielle Homepage: http://www.warnerbros.de/movies/mordnachplan
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0264935
Weitere Filmkritik in »Chicago Sun-Times« (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2002/04/041906.html
© Ulrich Behrens 2002
(zuerst veröffentlicht in www.ciao.com unter dem Mitgliedsnamen Posdole)
17 Bewertungen, 2 Kommentare
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12.02.2010, 07:49 Uhr von XXLALF
Bewertung: besonders wertvollich denke, dass mir dieser film ganz gut gefallen könnte, zumal von der handlung her doch etwas von hitchchock mit drin ist. krimis bei welchen man noch mitdenken muss oder kann, finde ich recht spannend. aber es gibt ja welche, da jagen sie nur hinter irgendwelchen leuten her, wobei man sich fragen muss, warum gerade hinter denen. super bericht, der wie immer die höchstwertung verdient hat. und ganz liebe grüße
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15.12.2006, 12:21 Uhr von Sayenna
Bewertung: sehr hilfreichsh & Kuss :-)
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