Spurwechsel (VHS) Testbericht

Spurwechsel-vhs-thriller
ab 10,84
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Erfahrungsbericht von trampastheo

Wenn zwei Welten aufeinander treffen!

Pro:

Temporeich, teilweise spannend, realitätsnahe Story, gute darstellerische Leistung von Ben Affleck und Samuel Jackson, die eigene Problematik wie man selbst in solch einer Situation reagieren würde

Kontra:

Ein paar Logikfehler in der Handlung, mageres DVD-Bonusmaterial, mittelmäßiges Bildformat

Empfehlung:

Ja

Handlung
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An einem Freitag Morgen, kurz vor Ostern (im Film wird man dann auch den Kirchengang vom Ben Affleck, zum größten Fest des Christentums erleben), geschieht für zwei Männer das, was sie wohl in ihrem ganzen Leben niemals vergessen werden: sie haben einen kleinen Autounfall! Ein kleiner Autounfall, mit jedoch großen Folgen! Denn von der einen kommt Ex-Alkoholiker Doyle Gipson (gespielt von Samuel Jackson), zu spät zu seinem Gerichtstermin, wo er das Sorgerecht seiner Kinde einbüßt und von der anderen verliert in der Panik und Eile des Unfalls Rechtsanwalt Gavin Banek (gespielt von Ben Affleck) einen wichtigen Umschlag eines Falles, der für die Existenz der Firma, in der er arbeitet, sehr wichtig ist. Diesen Umschlag hat er aus Versehen Doyle Gipson übergeben. Jetzt beginnt für Banek ein Lauf mit der Zeit, denn er muss der Richterin bis zum Ende des Tages den Umschlag als Beweismaterial übergeben. Er trifft kurze Zeit später den enttäuschten Gipson (aufgrund des Verlusts des Sorgerechts), der jedoch durch den Unfall und dem Verhalten von Benek am Unfallort mit den Unterlagen nicht rausrücken will (die er sich dann kurz danach aus der Mülltonne wiederholt, wo er sie vorher weggeschmissen hatte). Als Gipson dann jedoch ein Fax mit einem Teil der Unterlagen an Banek in die Firma schickt, beginnt zwischen den beiden ein Kleinkrieg, bei dem beide auf ihre Art und Weise versuchen werden, sich das zu holen, was sie vom anderen verloren haben. Der eine seine 20 Minuten, die ihm am Unfallort das Sorgerecht seiner Kinder gekostet haben und der andere seine Unterlagen, ohne die er sogar ins Gefängnis landen wird. Wie wird die Sache ausgehen?

Filmkritik
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„Spurwechsel - Changing Lanes“ ist ein hervorragender Thriller, der in seinen 95 Minuten eine Geschichte schildert, die jedem von uns passieren kann. An einem ganz normalen Tag, wird man durch ein unvorhersehbares Geschehnis (in diesem Fall einem Autounfall), von einer wichtigen Arbeit aufgehalten. Dieser Verlust des Termins kann uns in manchen Situation Kopf und Kragen kosten. So sind danach unsere Reaktionen, aufgrund der Enttäuschung und der Wut manchmal eben nicht vorhersehbar. Man macht Fehler, die man später dann bereuen wird, aber in jenem Moment mit Wut und Egoismus reagiert. Eine schlimme Angewohnheit unserer Spezies. Ich habe in einigen Teilen von „Spurwechsel“ viele Parallelen zu einem meiner Lieblingsfilme der letzten Jahre entdecken können: “Falling Down”. Sind nicht viele Szenen der Wutausbrüche, vor allem von Samuel Jackson ähnlich mit denen von Michael Douglas? Ich glaube schon. Die Szene zum Beispiel, als Jackson den Monitor des Bankangestellten gegen die Wand schleudert, ist wie aus „Falling Down“ herausgenommen worden. Da drehte Michael Douglas auch durch und wie es der Zufall so wollte, ging es auch im Film von damals um das Sorgerecht der Kinder bzw. den Besuch des Kindes, bei der geschiedenen Frau. Ich finde, dass die ganze Story des Films sehr echt wirkt, dem Zuschauer gute Spannung mit temporeichem Szenenwechsel bietet und überhaupt ein anspruchsvoller Thriller entstanden ist. Die Story hat jedoch auch ein paar kleinere Logikfehler. Einer davon ist die Unfallsszene mit Doyle Gipson (Samuel Jackson), der anstatt den Scheck von Gavin Banek (Ben Affleck) anzunehmen und sich schnellstens auf den Weg in Richtung Gericht machen muss, da es um das Sorgerecht seiner Kinder geht, auf Papierkram (Versicherungspapiere) einen besonderen Wert legt. Wenn man weiß, dass man gleich das Sorgerecht seine Kinder, die ihm doch alles bedeuten, im Gerichtssaal verlieren könnte, dann gibt man keinen Acht auf solche Sachen. Regiefehler von Roger Michell! Was übrigens die Szene in der Bar soll, mit der Tiger Woods Werbeidee von Samuel Jackson an die beiden Weißen, die er dann ohne Grund beleidigt, konnte ich mir nicht erklären. Schlechter Versuch in dieser Szene, falls man das vorhatte, Michael Douglas zu kopieren. Michael kann man nicht kopieren!

Das wirklich überraschende im ganzen Film ist die darstellerische Leistung der beiden Protagonisten. Ben Affleck und Samuel Jackson sind uns seit einigen Jahren durch ihre Filmrollen bekannt. Während Samuel Jackson uns vor allem durch Actionrollen, wie „Shaft“ oder „Deep Blue Sea“ aufgefallen ist, ist Ben Affleck durch „Pearl Harbour“ und „Good Will Hunting“ bekannt geworden. Ganz verschiedene also Filmrollen, als die in „Spurwechsel“. Ben Affleck spielt einen cleverer Rechtsanwalt, der mit allen Wassern gewaschen ist. Affleck ist in beeindruckender darstellerischer Leistung zu sehen. Vom ersten Moment versucht man sich, in seine Situation hineinzuversetzen und fragt sich, wie man selbst das ganze gehandhabt hätte! Eine komplizierte Rolle für ihn, denn er darf nicht nur den verzweifelten Anwalt spielen, sondern später auch den Menschen, der seine Handlungen bereut. Samuel Jackson wurde vom Actionstar der Vergangenheit in „Spurwechsel“ zu einem Ex-Alkoholiker verwandelt, der Probleme mit seiner Frau hat und das Sorgerecht seiner Kinder verlieren wird. Eine wirklich sehr neuartige Rolle für Samuel, die aber genau deshalb für ihn, wie man ihn auf den Extras der DVD zu hören bekommt, so interessant war. Vor allem Samuels Verwandlung (Brille, Bart, älter wirkend) hat mir sehr gefallen. Beide Protagonisten sind überragend und zeigen, dass sie auch in schwierigeren Rollen, als die der Helden (Shaft oder Pearl Harbour) bestehen können.

Die DVD und ihre Extras
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Studio: Paramaount Pictures
Freigegeben: 12 Jahren
Laufzeit: ca. 95 Minuten
Bildformat: 2,35:1
Tonformat: deutsch, tschechisch und englisch auf Dolby Digital 5.1
Untertitel: deutsch, englisch, finnisch, arabisch, norwegisch, bulgarisch, holländisch, tschechisch, schwedisch, finnisch, dänisch, rumänisch, polnisch, isländisch.

DVD-Extras
Die DVD hat recht wenig in Sachen Bonusmaterial zu bieten. Von der einen steht dem DVD-User eine Making of zur Verfügung, wo man in knapp 15 Minuten jedoch weniger vom wahren Making Of des Films mitbekommt, sondern sich eher den Ausschnitten von Interviews der Darsteller und des Regisseurs widmen wird. Man erfährt z.B. dass Samuel Jackson die Rolle angenommen hat, weil sie für ihn, aufgrund der Differenzierung seiner anderen Rollen eine solche Herausforderung war oder dass Ben Affleck die Geschichte für sehr realitätsnah empfindet und das gute für ihn im Film ist, dass es keinen guten oder bösen Protagonisten gibt. Die gleiche Sache zwischen Gut und Böse versucht auch Regisseur Michell zu erläutern. Von der anderen bietet die DVD eine Writer’ s Perspektive, in der, der Autor des Films seine Meinung zur Story erzählt. Dazu gibt es noch auf der DVD zwei uninteressante Szenen, die nicht in den Film mit einbezogen wurden, einen Kinotrailer und den üblichen Audiokommentar des Regisseurs zum Film.

Die DVD hat leider außer dem mageren Bonusmaterial, auch nicht die beste Kritik in Sachen Bild verdient. Das liegt vor allem daran, dass die New Yorker Atmosphäre rüberkommt und die ist eindeutig zu grau. Farblich also ist der Film als negativ zu bewerten. Auch die Bildschärfe ist nicht ideal, was sicherlich an den hektischen Szenenwechseln liegt. Der ganze Film ist nun mal hektisch und die Szenenwechsel, zwischen den beiden Protagonisten laufen ständig. Aus der Sicht des Tons ist mir nichts negatives aufgefallen.

Fazit
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Auch wenn ich von der DVD zum Film leicht enttäuscht bin, so ändert sich jedoch nichts daran, dass „Spurwechsel“ ein recht gelungener Thriller ist. Ich bin mir sicher, dass Regisseur Michell von Falling Down einiges kopiert hat, aber das ist nicht unbedingt als negativ zu sehen, denn diese Wutausbrüche, die hauptsächlich von Samuel Jackson gespielt werden, sind auch wenn nicht perfekt, wie die eines Michael Douglas, trotzdem recht gut gelungen. Ich finde die ganze Handlung des Films sehr realitätsnah. So etwas könnte jedem von uns passieren und ich bin mir nicht sicher, ob alle mit Apathie reagieren würden. Eine interessante Handlung, eine gute umgesetzte Story mit vorhandener Spannung und viel Tempo, gute Darsteller - was will man mehr von einem Film?

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