Untreu (VHS) Testbericht

Untreu-vhs-drama
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Erfahrungsbericht von TurkishPsycho

Der MEGAFLOPP des Jahres!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Meine sehr verehrten Leser,

Spontan wie ich bin, stand ich vor kurzem mal wieder vor der schweren Tür
unseres geliebten, angestammten Kinos. In der Stadt war tote Hose, in der
Woche sind die Discothequen leider geschlossen, es regnet - letzte Rettung,
das Kino!
Da waren wir also und natürlich überließen wir den Damen die Auswahl des
Films. Es war schließlich 23:00 Uhr, der Abend war versaut, die Klamotten
durch den Regen ebenfalls, da fehlt den Männern in solchen Momenten
einfach der Nerv auch noch einen Film auszusuchen.

Naja, plötzlich saßen wir dann im Kino und der Titel \"Untreu\" rauscht an uns
vorüber. Und als gleich hinterher der Name \"Richard Gere\" vorbei rausch war
alles klar, die Damen konnten mal wieder nicht widerstehen.
Der Regisseur ist Adrian Lyne und die Hauptrollen werden von Richard Gere,
Diane Lane und Olivier Martinez gespielt.
Es handelt sich dabei um eine uralte, abgestandene Story aus den Anfängen
des Films, aber lesen sie selbst...

Zum Film
°°°°°°°°°

Wir befinden uns in einer kleinen Vorstadt im Norden der USA, Edward
Summer (Richard Gere), seine Frau Conny (Diane Lane) und ihr kleiner Sohn
Charlie (Erik Per Sullivan) leben in der typisch-amerikanische
Kleinfamilien-Idylle. Die wunderschöne Villa liegt abgelegen und ruhig, weit
entfernt von der lauten Stadt, eingebettet in eine prachtvolle Pflanzenwelt. Die
Welt scheint in Ordnung für die Familie Summer, doch Conny scheint
irgendwie nicht dieser Meinung zu sein. Sie bewahrt zwar stets ein
strahlendes Lächeln, hat immer nette Worte für ihren Mann parat, verbringt
schöne Stunden mit ihrem abgedrehten Lausbub Charlie, doch ganz tief im
Innern scheint sie unzufrieden, sie scheint bedrückt, sie denkt, zuviel vom
richtigen Leben da draußen zu verpassen.

Eines stürmenden Tages, an dem der Wind alles umfegt, was ihm in die
Quere kommt, befindet sich Conny in der Stadt, um einzukaufen. Doch auch
sie erliegt dem Wind und prallt mit einem Passanten zusammen. Dieser ist ein
typischer Franzose - ein charmanter, gutaussehender, exotischer,
sympatischer Prachtkerl mit einem \"süßen\" Akzent. Nett und hilfsbereit wie die
Mannen vom Süden Europas sind (*g*) lädt er die hübsche Conny zu sich
ein, um ihr ein Pflaster für ihre Wunde zu geben.

Für Conny verändert sich durch diese Begegnung mit einemmal ihr ganzes
friedliches Leben, denn sie erliegt wie zuvor dem Wind, dem Charme dieses
strammen Überlebenskünstlers, der sie natürlich mit seinen immer paraten
Lebensweisheiten und seinem unberkümmerten und scheinbar so
aufregenden Worten sehr wohl zu verführen weiß. Es beginnt eine heiße
Affäre.

Doch auch Edward ist natürlich nicht auf den Kopf gefallen, warum sonst sollte
man ihn - Richard Gere persönlich - den Sex verwehren??? Unser Hengst
fühlt sich gekränkt und angagiert einen Privatdedektiv. Dieser macht natürlich
heiße Fotos von den Turteltäubchen und gibt sie seinem Auftraggeber.

Der entsetzte Edward taumelt wie in Trance zu unserem Franzosen namens
Paul Martel (Olivier Martinez), um ihm einen kleinen Besuch abzustatten. Er
denkt, \"Der hats echt drauf, da hab ich keine Chance!\" und daher erschlägt er
ihn mit zwei Handbewegungen.

Conny findet rein \"zufällig\" die Fotos vom Dedektiv und ist tatsächlich in der
Lage, eins und eins zusammenzuzählen, bis sie es kapiert.

Edward gibt es zu, sie versöhnen sich - warum auch immer - wieder,
vereinbaren Stillschweigen und plötzlich wache ich auf, weil das Lich im Kino
angeht. Der \"Film\" ist zu Ende.

Meinung
°°°°°°°°

Nun ja, wie gesagt, ist es eine längst abgenutzte Story, die hier mit einem
kläglichen Versuch, wieder auf die Leinwand gebracht wurde.
Sicherlich hat sich der Regisseur was bei dem Dreh gedacht. Schließlich gibt
es immer mehr Hausfrauen in der heutigen Gesellschaft, die dem monotonen,
immer wiederkehrenden Alltag überdrüssig geworden sind. Sie sehnen sich
nach etwas Neuem, nach etwas Exotischem, nach etwas Abenterulichem,
etwas, was ihnen das Leben von einer anderen Perspektive zeigt.
Auch Conny ist eine solche Frau, sie weiß, dass ihr Horizont noch lange
niocht erschöpft ist, sie weiß, dass man mit einem Kind im Haus keinen
ordentliche Sex mehr haben kann. Dabei kann man sich natürlich fragen,
warum solche Frauen überhaupt Kinder machen und in die Wildnis ziehen,
aber das lassen wir mal so dahingestellt. Jedenfalls findet sie ihren Exoten in
dem französichen Chaoten, der ihr endlich mal ordentliche Orgasmen liefert.
Und davon handelt der Film, eine Frau versucht bessere Orgasmen zu
bekommen. Tolle Story, echt.
Humorvoll ist der Film allerdings auch noch. Denn ich wusste nicht, dass
Richard Gere der Herkules von heute ist. Mit zwei kurzen, schnellen
Handbewegungen erlegt er den Franzosen, als wäre es die leichteste
Aufgabe der Welt. Da kamen mir echt die Tränen beim Tod des Franzosen -
vor lauter Lachen!!!

Fazit
°°°°°°

Der an sich erfolgreiche Regisseur Adrian Lyne hat sich hier bis auf die
Socken blamiert, ebenso seine Darsteller. Ich habe in letzter Zeit viele
schlechte Kinofilme gesehen, aber ein solches Desaster ist mir lange nicht
mehr untergekommen. Man fragt sich langsam, warum man bei solchen
Filmen nicht das Geld zurückbekommt. Da ist es ja besser, das Geld
wegzuwerfen anstatt es für einen solchen Mist auszugeben, aber ich weiß, ich
werde wieder zu emotional.
Sachlich gesehen ist der Film qualitativ minderwertig. Eine veraltete Story, die
mit wenig überzeugenden Schauspielern zu einer vollkommen lächerlichen
Vorstellung mutiert.
Nicht gucken !!!

by TurkishPsycho 2002-07-15

15 Bewertungen