Wes Craven präsentiert Dracula (DVD) Testbericht

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ab 7,58
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Erfahrungsbericht von bigmanu

Die Bestie lieben oder Faszination des Bösen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Eigentlich bin ich noch nie ein Freund von Horrorfilmen gewesen. Schon als Kind bekam ich Alpträume, wenn ich mir doch mal einen angesehen hatte und konnte nächtelang nicht einschlafen. Dracula Filme habe ich mir also nie angesehen, sie waren mir einfach zuwider. Als meine Freundinnen vor einigen Jahren „Bram Stoker`s Dracula“ von Francis Ford Coppola im Kino sehen wollten, da habe ich dankend abgelehnt. Schon die Werbung zu diesem Film, eine Orgie in Blut, hat mich ausreichend abgeschreckt.


Vor einigen Tagen nun hat mein Mann die DVD dieses Filmes als englische Originalversion bei eBay ersteigert. Und natürlich wollte er sich den Film auch gleich ansehen, am liebsten mit mir zusammen. Er kannte den Film schon, und fand ihn sehr gut. Also hat Manu sich breitschlagen lassen, sich mit einer schützenden Wolldecke auf ihr Sofa gekuschelt, um für Notfälle etwas zum Verstecken zu haben, und los ging es. Ungelogen kann ich sagen, ich habe die ganzen 123 Minuten, die dieser Film dauerte fasziniert vor dem Bildschirm gelegen, und ich war regelrecht gefesselt. Das war ganz sicherlich nicht das, was ich mir unter einer Orgie in Blut vorgestellt hatte. Aber bevor ich jetzt mit einer persönlichen Bewertung dieses Filmes anfange, möchte ich erst einmal die Handlung erläutern.


Der Film beginnt im Jahre 1462 mit der Geschichte des transsilvanischen Fürsten Vlad Tepes Dracula (überwältigend gespielt von Gary Oldman), der als Ritter des heiligen Ordens des Drachen (Dracul) gegen die Armee der Türken kämpft. Während er die übermächtige Armee besiegt, rächt sich der Feind, indem er seiner Frau Elisabeta (Winona Ryder) einen gefälschten Brief vom Tod ihres Mannes zuspielt. Diese nimmt sich darauf hin verzweifelt das Leben indem sie von den Burgzinnen springt. Fürst Vlad verflucht daraufhin Gott, für den er gekämpft hat, und der ihn im Stich gelassen hat. Als Untoter wandelt er daraufhin durch die Zeit, und ernährt sich von dem Blut der Lebenden.


Im Jahre 1897, fast 400 Jahre später, lernen wir Jonathan Harker (Keanu Reeves) kennen. Der junge Mann arbeitet für einen Immobilienmakler und erhält den Auftrag nach Transsilvanien zu reisen, um ein Geschäft mit dem Grafen Dracula zum Abschluss bringen. Dieser will verschiedene Grundstücke in London kaufen, unter anderem auch eine alte Abtei in Carfax. Sein Vorgänger, der bereits mit dem Grafen verhandelt hatte, ist plötzlich wahnsinnig geworden.


So reist Jonathan also nach Transsilvanien, in das unheimliche Schloss des Grafen. Er bringt das Geschäft zum Abschluss, und ihm wird ob der düsteren und bedrückenden Atmosphäre des Schlosses und des Gastgebers immer unwohler. Der Graf entdeckt durch Zufall (?) das Bild von Jonathans Verlobten Mina (ebenfalls Winona Ryder), die seiner verlorenen Frau Elisabeta aufs Haar gleicht. Jetzt ist Jonathans Schicksal besiegelt. Er fällt im Schloss des Grafen einigen weiblichen Vampiren in die Zähne, während der Graf sich auf den Weg nach London macht.


Jonathans Verlobte Mina hält sich bei ihrer Freundin Lucy auf, die ein williges Opfer für Dracula wird. Während er Lucy des Nachts aussaugt, lernt er Mina kennen und fasziniert sie. Eigentlich will er sie gleich zu seinem Geschöpf machen, doch er bringt es nicht über sich, sie zu einer lebendigen Toten zu machen.

Der Verlobte von Lucy macht sich derweil Sorgen um ihren Gesundheitszustand, und ihr Arzt bittet Professor Van Helsing (souverän Anthony Hopkins) zu Hilfe. Dieser erkennt sogleich um was es sich handelt, und ergreift Gegenmaßnahmen.


Derweil gelingt es Jonathan Harker aus dem Schloss von Dracula zu fliehen. Er benachrichtigt Mina, die sogleich zu ihm kommen soll, damit er sie unverzüglich heiraten kann. Mina schreibt dem Prinzen Vlad einen Abschiedsbrief und eilt zu Jonathan um ihn zu heiraten. Dracula rast vor Wut und gibt Lucy den Rest und macht sie zu seinem Geschöpf. Doch Van Helsing ergreift Gegenmaßnahmen, Lucy wird in ihrer Gruft ein Pfahl durch das Herz gestoßen und der Kopf abgetrennt.


Als Jonathan und Mina in London ankommen, erkennt Jonathan in Prinz Vlad den Grafen Dracula, obwohl sich dieser verjüngt hatte. Gemeinsam mit Lucy Verlobtem, ihrem Arzt, Professor Van Helsing, und einem Freund von Lucy machen sie nun Jagd auf Dracula. Sie entdecken seinen Sarg in der Abtei von Carfax und verstören seinen Zufluchtsort. Währendessen findet Dracula Mina und sich erkennt, das sie ihn liebt. Er macht sie, auf ihren Wunsch hin, zu seinem Geschöpf, obwohl sie weiß, das er für den Tod von Lucy verantwortlich ist. Sie kann ihm nicht mehr widerstehen.


Doch die Männer ertappen die beiden, und treiben Dracula in die Enge. Ihm gelingt die Flucht, und er flieht zurück nach Transsilvanien. Die Männer folgen ihm, mit Mina, die im Geiste mit Dracula in Verbindung steht. In einer verzweifelten Verfolgungsjagd versuchen sie ihn abzufangen, bevor er sein Schloss erreichen kann. Mina, die sein Geschöpf ist, hilft ihm, so weit sie kann. Doch es gelingt den Jägern ihn in seinem Schloss zu stellen und ihn zu verwunden. Mina und Dracula finden Zuflucht in der Kapelle, in der die Geschichte vor 400 Jahren ihren Anfang nahm. Dort erweist sich dann, das die Liebe stärker als das Böse ist. Dracula entscheidet sich für die Liebe, Mina erlöst ihn durch den Tod (Schwert durchs Herz und Kopf ab), und wird so ebenfalls von ihm befreit. Und Gott verzeiht seinem Sünder.


Das war nun die Handlung, so kurz es ging *ggg*. Der Regisseur, Francis Ford Coppola, soll sich sehr eng an den Roman von Bram Stocker gehalten haben. Das kann ich allerdings nicht beurteilen, da ich dieses Buch nie gelesen habe.


Mir hat der Film sehr gut gefallen. Es fließt zwar auch einiges an Blut, aber ich empfand es nicht als ekelig. In dieser Verfilmung steht eindeutig die Liebe Draculas zu seiner Frau und dessen Reinkarnation, Mina, im Vordergrund. Hier wird uns gezeigt, warum Dracula sich von Gott abwendet und zum Inbegriff des Bösen wird. Irgendwie verspürt man Mitleid mit ihm, obwohl er selber gnadenlos ist, außer in seiner Liebe zu Elisabeta/Mina.


In Francis Ford Coppolas Darstellung der Geschichte von Dracula sieht man, wie das Böse in Form von Gewalt und auch Sex fasziniert. Lucy ist nur zu bereitwillig sich ihm hinzugeben, und selbst die unschuldige Mina, die mich mit ihrer Unschuld ein wenig an Schneewittchen erinnerte (Haut so weiß wie Schnee, Lippen so rot wie Blut, Haar so schwarz wie Ebenholz) kann ihm nicht widerstehen. Sie vergisst ihren Mann und wird von einer unschuldigen jungen Frau zu einer hemmungslosen Geliebten. Dabei weiß sie, das er das Böse ist, das er Menschen tötet. Aber sie entscheidet sich trotzdem für ihn. Zwar wird Dracula am Ende durch die Liebe zu Mina bekehrt, und erlangt die Gnade Gottes zurück, aber er hat Mina zu seinem Geschöpf gemacht, sie konnte der Faszination des Bösen nicht widerstehen.


Ist das die Wirklichkeit? Kann das Böse in Form von Gewalt und Sex wirklich so unwiderstehlich sein? Ich weiß es nicht. Allerdings haben die Schauspieler es meiner Meinung nach perfekt dargestellt.

Gary Oldman ist einfach genial als Graf Dracula. Er verführt als perfekter Gentleman in Form des jungen Graf Dracula. Und er widert den Zuschauer mit der Darstellung des alten und bösen Grafen Draculas an. Eine der schrecklichsten Szenen für mich war, als Jonathan Harker von den weiblichen Vampiren verführt wird, Dracula dazu kommt und Harker erkennt was Dracula wirklich ist. Er hält ein kleines Baby im Arm und gibt es den weiblichen Vampiren als Beute. Jonathan´s Gesicht ist vor purem Entsetzen entstellt, während Dracula triumphieren lacht. Ich kann den Gesichtsaufdruck von Gary Oldman leider mit Worten nicht beschreiben, mich packte auf jeden Fall das kalte Grauen. Diese Darstellkunst ist einfach beeindruckend (Hut ab auch vor den Leuten der Maske *ggg*). Die Ohnmacht von Jonathan Harker, die Erkenntnis seiner Hilflosigkeit, und der Triumph des Bösen.


Anthony Hopkins ist perfekt besetzt als etwas verrückter Professor Van Helsing. Er verkörpert das Gute, den Jäger des Bösen. Doch auch er lässt sich fast durch Mina verführen, als sie ihn, schon Draculas Geschöpf, versucht zu verführen.

Keanu Reeves spielt den Jonathan Harker sehr gut, der unschuldige junge Mann, der irgendwie ja auch dem Bösen verfällt (in Form der weiblichen Vampire) und sich doch davon befreien kann, mit dem Mut der Verzweiflung.


Eine meiner Lieblingsschauspielerinnen ist schon immer Winona Ryder gewesen. Das war auch ein Grund, warum ich mich überreden ließ, diesen Film anzusehen. Keine außer ihr hätte die Unschuld von Mina so gut darstellen können. Auch ihre wachsende Faszination, wie sie immer mehr in den Bann von Dracula gerät, ist wirklich glaubhaft dargestellt. Von der verfolgten Unschuld zur sinnlichen, alles aufgebenden Frau, perfekt.


Ein besonderes Lob muss man auch den Kostümen zollen. Nicht zu unrecht wurden diese mit einem Oskar (Eiko Ishioka) ausgezeichnet. Ebenso wie die Maske und der Toneffektschnitt. Auch die Musik ist wirklich genau passend. Ich überlege mir noch, ob ich mir nicht die Filmmusik auf CD hole. Die düsteren unheilschwangeren Töne passen sich hervorragend der Handlung an.


Für alle, die bis hier hin durchgehalten haben, auch noch einige Einzelheiten zur DVD. Wir haben die Englische Originalversion, die laut DVD übrigens erst ab 18 Jahren freigegeben ist. Hier in Deutschland ist die DVD freigegeben ab 16 Jahren. Sie hat eine Laufzeit von 123 Minuten und ist in der englischen Fassung in Dolby Digital. In der deutschen, französischen, italienischen und spanischen Fassung leider nur in Dolby Surrond. Außerdem sind die Untertitel in 20 verschiedenen Sprachen zu lesen.


Extra erwähnen möchte ich noch die wirklich guten Extras dieser DVD. Hier haben wir den englischen Kinotrailer mit Untertiteln, den DVD Trailer, einen wirklich Interessanten Bericht über die Kostüme, Filmografien von Gary Oldman, Winona Ryder, Anthony Hopkins, Keanu Reeves und Francis Ford Coppola. Außerdem eine Dokumentation über die Entstehung des Filmes, die mir persönlich sehr gut gefallen hat. Wirklich sehenswert.


Mein Mann hat diese DVD für 46,00 DM originalverpackt ersteigert. Ich habe die deutsche Fassung aber auch schon bei Amazon gesehen, so um die 50,00 DM kostet sie dort.


Wer sich übrigens für die Geschichte des echten Draculas interessiert, dem empfehle ich die Internetseite www.sibiweb.de. Wer dort auf die Auswahl Dracula drückt, erfährt interessantes über den historischen Dracula. Auch wenn es einem einige Illusionen nimmt :o)))


Mein Fazit:
Schade, das ich mir diesen Film nicht schon früher angesehen habe. Mir hat er sehr gut gefallen, er hat mich geradezu fasziniert. Auch wenn ich schon einige negative Kritiken gelesen habe, was die Umsetzung des Romans von Bram Stocker betrifft. Da ich das Buch nicht gelesen habe, kann ich dazu nichts sagen. Es ist eine Dracula Verfilmung, die sogar ich mir ansehen kann, ohne das ich zu viele Alpträume bekommen habe.


Die Darsteller haben mir alle sehr gut in ihren Rollen gefallen, die Kostüme und die Musik sind meiner Meinung nach erstklassig. Am besten ist wohl Gary Oldman als Graf Dracula, er hätte von mir dafür einen Oscar bekommen. Die Bilder sind wirklich berauschend, das Blut genau passend eingesetzt. Ich kann diese DVD nur jedem weiterempfehlen und vergebe hier alle fünf Sterne.


Schaut euch den Film an, und lasst euch vom Bösen faszinieren :o)))


Eine alptraumfreie Nacht wünscht Euch BigManu

19 Bewertungen, 4 Kommentare

  • ET2000

    01.04.2003, 10:46 Uhr von ET2000
    Bewertung: sehr hilfreich

    War jans jut der Film, jau

  • bettybo

    01.03.2002, 10:00 Uhr von bettybo
    Bewertung: sehr hilfreich

    den Film habe ich auch auf Video und finde ihn top sehr schöne Meinung

  • DrDuke

    28.02.2002, 22:52 Uhr von DrDuke
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hört sich sehr gut an der Film . Schöner Bericht

  • trilli7

    28.02.2002, 22:20 Uhr von trilli7
    Bewertung: sehr hilfreich

    ein super bericht, wie schaffts du es eigentlich diese berichte in einer zeitspanne von 2 minuten zu schreiben ;-) mfg trilli7