Wes Craven präsentiert Dracula (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von vampire-lady
Stoker heißt das nicht "Stocker" trotz neuem Yopi immer noch falsch
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
1897 findet Dracula seine Prinzessin in Mina wieder, die ihm wie eine Reinkarnation seiner Elisabetha erscheint. Mina ist gerade im Begriff den Langeweiler Jonathan Harker zu heiraten, der sich beruflich zunächst Richtung Transsylvanien begibt, wo er für Dracula einige Grundstücktransaktionen vornehmen soll, damit der Graf in London „leben“ kann. Ironischerweise sorgt also gerade Minas Verlobter dafür, daß Dracula erst in ihre Nähe gelangt.
Zu diesem Zeitpunkt hat Dracula Renfield, Harkers Vorgänger bereits in den Wahnsinn getrieben. Dieser sitzt in einer Irrenanstalt in London. Harker wickelt seine Geschäfte mit Dracula ab, dieser begibt sich auf direktem Wege nach London. Harker wird Draculas ebenfalls untoten Gespielinnen überlassen.
Dracula gelangt zunächst meuchelnderweise in Minas Nähe, indem er deren beste Freundin, die adlige Lucy zum Aderlaß bittet, was leider untödlich endet. Währenddessen versammeln sich drei Verehrer Lucy’s, um ihren Tod zu rächen. Hinzu gezogen werden der unvermeidliche van Helsing und Harker, der sich aus den Klauen der Vampirgirls befreien konnte. Man beginnt mit der Rettung von Lucy’s Seele und macht sich dann daran Draculas Schlafstätten in London zu beseitigen, die man Dank Harker kennt. Mittlerweile hat aber Prinz Vlad Minas Bekanntschaft gemacht. Mina ist fasziniert von ihrem Prinz, trinkt sein Blut und hat nun einen telepathischen Draht zu ihm.
Dracula muß allerdings aus London fliehen. Die fünf Männer und Mina verfolgen ihn nach Transsylvanien, wo Dracula endlich erlöst wird.
Francis Ford Coppola machte sich mit „Bram Stoker’s Dracula“ über den alten hundertfach verfilmten Stoff ein weiteres Mal her. Durchaus begrüßenswert, daß Coppola den alten Schinken einmal gründlich entstaubt hat. Er erschuf einen seltsam lebendigen Dracula der sich positiv vom üblichen steifen und böse guckenden Grafen à la Christopher Lee abhebt. Wenig vermisst habe ich auch das gute alte schwarz rote Cape. Stattdessen wird der ganze Film durch die Farbe rot dominiert. Sonnenuntergänge sind blutrot, Dracula selbst hat eine Vorliebe für die Farbe, Lucy’s Haare sind flammenrot und immer wieder findet sich der eine oder andere rote Vorhang oder das Licht tüncht gleich alles in eine rote Farbe.
Coppola hat sich bei der Verfilmung eng an die Romanvorlage gehalten, bis hin zu dem Detail, daß der Roman in der damals beliebten Briefform verfasst wurde. Allein die Liebesgeschichte um Elisabetha/Mina und Prinz Vlad ist hollywoodgemäß hinzuerfunden worden – was aber zumindest meiner Ansicht nach die alte Vorlage durchaus aufwertet. Aus der „bösen“ Monsterfigur Dracula wird so eine etwas tiefschichtigere Figur, weg von der alten gut und böse Interpretation. Es passt einfach besser in unsere Gegenwart. Ein wenig mag Dracula in dieser Beziehung an Lestat aus „Interview mit einem Vampir“ erinnern – vielleicht ist anziehend monströs die beste Umschreibung.
Der Film lebt nahezu von schönen Bildern. Die Kostüme sind einzigartig – absolut genial Draculas Anzug in der Szene in der er Mina das erste Mal offiziell in den Straßen von London trifft – der die Faszination die von diesem Charakter ausgeht nur unterstreicht. Großartig aber auch die Schauplätze, sei es Lucy’s Haus, ihr verwilderter Garten, aber auch Draculas altes Schloß. Witzig wenn Draculas Schatten ein Eigenleben entwickelt, oder wenn er mit einer Zeitung in der Hand erscheint, die Kamera auf ein Fenster schwenkt, daß die in der Luft hängende Zeitung wiederspiegelt, aber nicht des Vampirs Spiegelbild. Sehr interessant auch die Szenenwechsel, selten einfach eine schwarze Blende, vielmehr fließen die Bilder ineinander. Teilweise kurze und rasante Schnitte verleihen dem Film, wenn nötig ein außergewöhnliches Tempo.
Die wichtigsten Figuren:
Dracula (Gary Oldman) erscheint erstmalig nicht nur als Monster sondern nahezu als Verführer, der Mina mit einem Hauch persönlicher Tragik und Einsamkeit für sich einnimmt – und sich in Sachen Leidenschaft und Auftreten von Langeweiler Harker wohltuend abhebt. Neben einen verjüngten Dracula in Verführermanier, begegnet einem aber auch Dracula, das Monster – immer wenn es nicht um Minas Liebe geht, erscheint er als garstiger alter Mann, der selbst Babys als Opfer findet, kopfüber eine Burgmauer hinabklettert oder als seltsames fledermausartiges Monsterwesen von der Decke hängt. Unglaublich, wie eine Figur die teilweise so abstoßend erscheint, in der nächsten Szene wieder so anziehend wirken kann. Sehr gekonnt gemacht in der deutschen Synchronisation der rumänische Akzent Draculas – ich hatte mal einen rumänischen Deutschlehrer, dem ich stundenlang zuhören konnte, weil er mich an diese Filmstimme erinnerte.
Harker ist ein kleiner Angestellter, der sich mit dem Immobiliendeal profilieren will, um danach Mina zu heiraten. Keanu Reeves wurde hier in eine ziemlich steife Rolle gesteckt, die nahezu das Gegenteil zu Dracula darstellt. Er besticht jedoch durch Mut und einen starken Willen, was man durchaus zugeben muß (wenn es auch teilweise nur aus purer Verzweiflung resultiert).
Mina gespielt von der meist mädchenhaft und unschuldig wirkenden Winona Ryder, was Mina zunächst auch ist. Durch den Kontakt zu Dracula blüht sie zunächst im positiven Sinne sichtbar auf, was aber auch gleichzeitig ein Zeichen für den Einfluß ist den Vlad auf sie hat. Mina hat zum Schluß richtig Feuer. Aus dem harmlosen kleinen Mäuschen wird am Ende noch ein richtiges Vollweib.
Anthony Hopkins hat sich wieder die beste Rolle geangelt. Zumindest ist van Helsing in diesem „Dracula“ der beste (weil abgedrehteste) van Helsing den ich je gesehen habe – kaltschnäuzig, zynisch, oft befremdlich direkt bringt er die Verfolger auf die richtige Spur und führt sie an. van Helsing nimmt wirklich kein Blatt vor den Mund, erspricht die Wahrheit aus, auch wenn diese zunächst schockt– und hat letztendlich an der ganzen Geschichte einen Heidenspaß.
Lucy kommt ein wenig flittchenhaft daher. Kein Wunder das sie Dracula anzieht wie die Motte das Licht – sie wird so etwas wie ein kleines erotisches Zwischenspiel für Dracula. Bestattet im weißen Brautkleid wirkt sie als Vampir unschuldiger als im richtigen Leben. Eine der wenigen Szenen, in denen Coppola auf die Farbe rot verzichtet.
Ich habe den Film mittlerweile oft genug gesehen, um den Text nahezu mitsprechen zu können – bestimmt nicht, weil ich ihn nicht mag.. Auf der einen Seite sind Kostüme und Kulissen traumhaft. Schön aber trotzdem bleibt die Athmosphäre düster aber nicht dunkel (wie ein Friedhof an Allerheiligen), was durch eine dumpfe unheilvolle Musik unterstrichen wird. Positiv überrascht hat Gary Oldman, der damals relativ unbekannt war. Auf den ersten Blick – d. h. bevor ich den Film gesehen hatte - zunächst ein wenig interessanter Schauspieler, gerade weil man an charismatische Typen eben wie Christopher Lee in dieser Rolle gewohnt ist – doch ich wurde bald eines besseren belehrt. Weder Oldman noch Winona Ryder ließen sich diesmal von einem genialen Hopkins an die Wand spielen. Gegen diesen gehen nämlich allzu oft alle anderen Schauspieler unter.
Nun denn gönnt Euch noch einen Kaffee
und denn Carpe Noctem....
20 Bewertungen, 5 Kommentare
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10.01.2009, 00:57 Uhr von AngelikaR
Bewertung: besonders wertvollDu hast recht. Ein super Film. Obwohl ich finde, auch Jodie Foster und Brad Pitt haben sich schon sehr gut gegen Hopkins geschlagen. LG
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23.02.2002, 01:18 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschöner Bericht zu einem tollen Film
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18.02.2002, 00:34 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichEin Bericht über den obersten Vampir von einer Vampire-Lady zu lesen, kann doch nur sehr sn sein! Gruß daka79
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18.02.2002, 00:22 Uhr von zettikonfetti
Bewertung: sehr hilfreichTja, wenn Vampire-Lady einen Bericht über Dracula schreibt, dann muss man einfach lesen. der zettikonfetti, der bald einen Bericht über Konfetti schreiben wird....*oh war der flacht*....
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18.02.2002, 00:18 Uhr von Sellina
Bewertung: sehr hilfreichirgend wann begegnet Dracula mir noch mal im Schlaf ;-))). Schöne Woche Selli
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