About a Boy, oder: Der Tag der toten Ente (DVD) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Gering

und Männer haben doch Gefühle..

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Will Lightman verkörpert das, was man als einen Mann durch und durch bezeichnen könnte: er ist auf eine anstrengend penible Art egoistisch, lebt allein und versucht dabei, so oft und so vie wie möglich mit möglichst unterschiedlichen Frauen den körperlichen Austausch zu praktizieren.
Dabei sind Kinder für ihn fremde Wesen, mit denen er nichts anzufangen weiß und denen er eigentlich aus dem Wege zu gehen versucht.
Verantwortung ist nicht sein Ding, was er aber auch nie hat lernen müssen, denn als Sohn eines Vaters, der mit nur einem erfolgreichen Weihnachtssong für sich und seine Nachkommen ausgesorgt hat, musste er sich diese auch nie machen - statt dessen genießt er sein Leben in London in Zeiteinheiten im 30 Minutentakt.

Erst die „Bekanntschaft“ mit einer allein erziehenden Mutter bringt sein Leben so richtig durcheinander, denn dieses ist auch vor allem aufgrund der langen Enthaltsamkeit an der ungetrübten nächtlichen Zweisamkeit interessiert. Der Rest an der Beziehung nervt ihn gewaltig, aber.....

... diese Beziehung ist so prägend, dass er sich einen neue Strategie ausdenkt, noch mehr Frauen „kennen zu lernen“.

Alleinerziehende versucht er so auch auf einem Treffen eben derselben kennen zu lernen und -
hat Glück.

Er lernt eine attraktive Blondine unter Vorgaukelung falscher Tatsachen kennen, die genau in das neusortierte Beuteschema des großstädtischen Kopulationsjägers passt.
Doch schon beim ersten nachmittäglichen Treffen der beiden nebst dem tatsächlichen (bei ihr) bzw. vermeintlichen (bei ihm) vorhandenen kleinkindlichen Anhang ringt die Neubekanntschaft den Sohn einer Freundin mit, da es dieser nicht besonders gut gehe.

Dabei handelt es sich um Marcus, einem allein schon von der Frisur her nicht gerade auffallend modischen Jungen. Marcus, als Vegetarier erzogen, ist Sohn einer Mutter, die als Musiktherapeutin im Grunde selbst dringest eine Therapie benötigt. Auch aufgrund der Kleidung, er trägt Selbtgestricktes etc. etc., hebt sich Marcus auch von seinen Altersgenossen deutlich ab. Und was bei Kindern üblich ist: Diese zeigen es ihm auch sehr deutlich!

Das Treffen von Will, der neuen Bekanntschaft nebst Kind und Marcus kommt es zu einem Zwischenfall, der dem Film den Untertitel verleiht:
Im Park macht man ein Picknick, wobei Marucs das selbstgebackene und gesunde Brot der Mutter mitgebracht hat, das ihm aber zuwider ist.
Bei dem Versuch, die Enten mit diesem schmackhaften Mal zu füttern, erschlägt er einen Erpel mit eben diesem Laib Brot.

Von da an entwickelt sich eine komplizierte Beziehung zwischen Marucs und Will, die gegensätzlich nicht sein könnte: Will, der Trend- und Frauentyp, und Marcus, reif für sein Alter und trotzdem absolut unangemessen in Kleidung, Frisur und Verhalten, mausern sich zu einem Freundespaar, die erkennen, dass sie sich in ihren Absonderlichkeiten gegenseitig helfen können.

Nur: der Weg dorthin ist lang und beschwerlich – und für den Kinogänger einfach nur köstlich...

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MEINUNG
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Mit „about a boy – oder: Der Tag der toten Ente“ ist Hugh Grant, der auch privat nichts mit Kindern anfangen kann, mal wieder eine Starrolle in den Schoss gefallen, die er absolut und genial auszufüllen versteht – wie auch in Notting Hill usw. Glaubhaft und ernst, mit dem wahnsinnigen Spiel von Mimik- und Gestik drückt er eine Rolle aus, die sicher in Teilen auch die des wirklichen H.Grant ist. Schauspielerisch brilliert er in dieser Rolle – was den Kritikern desselben freilich mal wieder nicht auffallen wird.

Der Film lebt eindeutig von den Gegensätzen: Will als Epikuräer, Marcus und seine Mutter als vegetarische Posthippies – da prallen Welten aufeinander.
Will als Aufreißer, die Frauen, die nicht aufgerissen, sondern geliebt werden wollen. Im Film zumindest köstlich......

Bisweilen putzig ist auch der Katharsis – Effekt, den der Verlauf der Handlung auf Will hat: Der selbstsichere Ego-Macho mausert sich im Verlauf der Handlung zu einem von Selbstzweifeln und Sinnzweifeln bedrängten End-Dreißiger, dem er die Hilfe des ebenso innerlich bedrängten Marcus dazu führt, über sein leben, die Art zu Leben und den Sinn des Lebens nachzudenken.

Den Machern ist ein Film gelungen, der zu den tiefergründigeren Komödien zu zählen ist. Damit mag er nicht das ganz große Kinopublikum ansprechen, aber dennoch gibt der Erfolg der Idee Recht.

Nun: Die Handlung mag banal sein, doch schaffen es alle Spieler im Film, daraus durchaus Kinounterhaltung des höchsten Niveaus zu zaubern.

Aus diesem Grund erhält dieser Film von mir auch die Höchstwertung: 5 Sterne

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DATEN:
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About a Boy, Großbritannien 2002
Regie: Paul Weitz, Chris Weitz

Darsteller:
Hugh Grant als Will Lightman
Nicholas Hoult als Marcus
Rachel Weisz als Rachel
Toni Collette Fiona



Michael

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