Bremer Marktplatz
Abbildung vergrößern: Bremer Marktplatz
Bremer Marktplatz
Bremer Marktplatz
Bremer Marktplatz

Bremer Marktplatz

Platz 55 in der Kategorie "Reiseziele Bremen". Typ: Platz / ...mehr
Bewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00 (5.0 von 5)

Bremer Marktplatz Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Lionheart

Bremer Marktplatz

ein Testbericht von 2002-03-27 18:17:03 vom 27.03.2002
Empfehlung: ja
Bremer Marktplatz

Bremens Gute Stube
------------------
Der Marktplatz, oder Domshof, ist die Gute Stube Bremens. Im Sommer sitzt man gerne hier und genießt den Ausblick auf die prächtigen historischen Gebäude, den stolzen Roland, oder auf die unzähligen Touristen auf der Suche nach den weltberühmten Bremer Stadtmusikanten.

Der Bremer Marktplatz ist seit über 6 Jahrhunderten das Herz der Stadt und ist sicher einer der schönsten Deutschlands, wenn nicht Europas.

Vryheit, do ik ju openbar
--------------------------
Beginnen würde ich einen Rundgang immer am Roland. Der Roland ist eines der Wahrzeichen Bremens und die berühmteste Statue von insgesamt 27 weltweit.
Gern verabreden sich waschechte Bremer "hinterm Roland". Dies steht für einen unverbindlichen Treff,Neu-Bremer sollten sich also nicht wundern, wenn sie mitunter auf Godot warten.

Wer aber war dieser legendäre Roland? Roland war Neffe und Paladin Karls des Großen und schon zu seinen Lebzeiten ein volkstümlicher Held der in vielen Legenden und Sagen weiterlebte. Im Dunstkreis des berühmten Kaisers entstanden nach seinem Tode 778 in Spanien dann etliche Statuen, von denen die berühmteste die Bremer Rolandstatue ist.

Diese 1404 errichtete Statue ist 5,55m groß und besteht aus bemaltem Sandstein. Die Sandsteinstatue ersetze eine hölzerne Version des Roland die am 23. Mai 1366 einem Brand zum Opfer gefallen war. Damals kämpften Bremer Bürger gegen den Erzbischof Albert II. um die Freiheit der Stadt und der Roland war und wurde zu DEM Symbol Bremer Freiheit.
Sie stellt den wackeren Roland dar, der, mit Blick auf den Dom, hoch über einem zu seinen Füßen knienden Krüppel aufragt.
Roland trägt einen weit fallenden Umhang, sein Schwert erhoben und das goldene Schild, geziert mit dem Doppeladler, dem Wappen des Kaisers, welches folgender Spruch umrahmt:

vryheit do ik ju openbar, Freiheit die ich euch offenbare
de Karl un mennich vorst vor war die Karl und viele Fürsten wohl wahr
desse stede ghegheven hat, dieser Stadt gegeben haben
des danket gode, is min radt. Dies danket Gott, so ist mein Rat.

Freiheit, welche ich euch offenbare... Diese Freiheit symbolisiert der Roland auch heute noch und in seinen 600 Jahren haben die Bremer alles getan, um dieses Symbol vor Schaden zu bewahren. Sagt doch die Legende, dass Bremens Freiheit dann ein Ende nehmen wird, sollte der Roland jemals fallen. So wurde er im zweiten Weltkrieg auch von einem Betonmantel gegen Bomben geschützt, vom Marktplatz entfernt und es soll ein Ersatz in den tiefsten Tiefen des Ratskellers verborgen stehen. Denn Roland muss binnen eines Tages wieder Wächter Bremer Freiheit sein, sonst...

Was aber hat es mit dem Krüppel zu Füßen des steinernen Riesen auf sich? Auch hier bezieht man sich auf eine alte Sage. So soll die Gräfin Emma zu Lesmon diesem Krüppel den Verlust der Bremer Bürgerweide zu "verdanken" haben. Versprach sie doch leichthin den Bremern so viel Land zu schenken, wie eben dieser Krüppel an einem Tage umkriechen könne. Dieser Krüppel war aber bedeutend schneller, als die Gräfin sich jemals hätte erträumen können und so verlor sie ein riesiges Stück Land und die Bremer gewannen Dank des Einsatzes dieses Krüppels eine Weidefläche, eben die auch heute noch existente Bürgerweide.

Leider nagten der Zahn der Zeit und vor allem industrielle Abgase am Bremer Roland. So musste dieser dann auch 1984 restauriert werden. Im Zuge dessen bekam er einen neuen Kopf und die wunderschöne Bemalung erneuert. Das kostete stolze 175000 DM. Damals wurde auch das Gitter um den Roland errichtet, da der Sandstein durch unzählige Touristenhände doch ziemlich gelitten hatte.

Falls jemand die Sage vom Roland interessiert, so kann man hier weiteres dazu finden:
http://www.gutenberg.aol.de/sagen/frankre i/roland.htm

Ebenso schön ist diese Seite, die weiter mehr als nur die Sage enthält:
http://www.jadu.de/mittelalter/roland/

Die anderen Bremer Sagen findet man hier:
www.sagen.at/bremen/


Hanseatenkreuz
- -------------

Steht man am Roland und schaut man sich den Boden an, so fallen einen die blauen Steine auf, die ein komisches Mosaik ergeben. Dieses stellt das Hanseatenkreuz dar und wurde 1865 in den Boden des Marktplatzes eingefügt, um an Bremens Beteiligung an den Befreiungskriegen gegen Napoleon zu erinnern.



St.Petri Dom
------------

Erheben wir unseren Blick aber wieder und folgen wir Rolands Blick gen St. Petri Dom. Dieses frühgotische Bauwerk kann auf sehr bewegte 1200 Jahre Geschichte zurückblicken.
So errichtete angeblich bereits am 11.November 789 der damalige Bischof Willehad eine Holzkirche auf dem höchsten Punkt der Hansestadt. Die Urkunde, die dieses belegen sollte, stellte sich aber später als eine Fälschung heraus. Unumstritten ist hingegen, dass vermutlich 858 der erste Dom von Wikingern niedergebrannt wurde und dann durch einen steinernen ersetzt wurde. Dieser wurde 1041 ein Opfer der Flammen und so wurde unter Benzelin im selben Jahr der Grundstein für den heutigen Dom gelegt, der Petrus geweiht ist, wie der Name ja schon andeutet. Da Benzelin aus Köln stammte, wollte er den neuen Dom im Stile des Kölner Doms erbauen. Benzelin folgte aber bereits 1043 Adalbert auf den Sitz des Erzbischofs und dieser nahm sich die Kathedrale von Benevent, dieses liegt in Italien, zum Vorbild.
Leider waren Steine in Bremen und Umzu rar, also ließ man den gerade im Bau befindlichen Domstift wieder einreißen, ebenso die Befestigungsmauer.
So hatte man dann das Baumaterial um 1049 die Vorderfront fertig zu stellen, der dann 1069 die Fertigstellung der Westkrypta folgte. Diese ist dann auch der älteste noch erhaltene Innenraum der Stadt.
1220 wurde das bronzene Taufbecken im Dom eingeweiht. Es ist eines der ältesten in ganz Deutschland und ist immer noch in Gebrauch.
Gegen Ende des 13 Jahrhunderts wurden dem Dom die gewölbten Schiffe hinzugefügt. Bremen war zu dieser Zeit eine außerordentlich reiche Stadtgemeinde und man wollte dieses auch durch die Kirchen und den Dom symbolisieren.
1553 fiel der damalige Turm einem Blitzeinschlag anheim und wurde durch einen weniger prächtigen ersetzt.
Kurz nach Ende des Dreißigjährigen Krieges, im Jahre 1656, schlug wieder der Blitz in den Nordturm ein. Dieses Mal fehlte das Geld, außerdem fühlte man sich nicht zuständig, also blieb der Turm, notwendig abgedeckt, wie er war.
Erst über hundert Jahre später, im Jahre 1766, wurde der Nordturm repariert und diesem eine 6m messende Spitze aufgesetzt.
1894 wird die berühmte Sauer-Orgel im Dom installiert. Diese hat damals 3 Manuale und 63 Register. Heute hat die Orgel 4 Manuale und 98 Register.
1895 werden die beiden Türme fertig gestellt und sind mit ihren 98 Metern die höchste Erhebung Bremens.
Um diese Zeit herum entstand auch das Brautportal an der Nordseite.
Erst am 22. September 1902 wurde der Dom neu eingeweiht. Nach 13 Jahren Renovierungsarbeit hatte der Dom das uns beute bekannte Aussehen und die beiden 98m hohen Türme erhalten.

1450 kam es im Dom zu einem Unfall. Ein Dachdecker stürzte ab und fiel in den Keller. Man vergaß den guten Mann und fand ihn erst geraume Zeit später. Seltsamerweise zeigte seine Leiche keinerlei Spuren der Verwesung, sondern war mumifiziert. So wurde das Geheimnis des berühmten Bleikellers entdeckt. bis heute ist aber nicht wirklich geklärt, was denn diesen Effekt wirklich hervorruft. Man kann aber dort die Wirkung an diversen Leichen begutachten.
Wieder andere behaupten, man habe das Geheimnis erst
Anfang des 18. Jahrhunderts entdeckt. Der heutige Bleikeller ist allerdings nicht die geheimnisumwitterte Stelle. Diese befand sich unter der Ostkrypta.
Im Dom finden sich natürlich diverse Kunstschätze und die Gräber mehr oder minder berühmter Persönlichkeiten. Unter anderem das Grab des 1776 verstorbenen Freiherrn von Knigge. Dieser ehrt dann auch sein Andenken dadurch, dass er durch tadelloses Benehmen auffällt und die Ruhe des Doms nicht stört.

Echte Bremer wissen natürlich auch, dass es im Dom eine steinerne Kirchenmaus in Lebensgröße zu finden gibt. Falls eure Suche nach dieser bisher erfolglos war, so verrate ich euch wo man sie findet: am Hauptaltar, im östlichen Hochchor. Seht einfach rechter Hand zu Boden, dort findet ihr den possierlichen Nager. Diese Maus ist ein wahrer Methusalem und dürfte seit dem 13. Jahrhundert dort ihr Zuhause haben.

Über den Dom gäbe es natürlich noch viel mehr zu berichten, aber das würde schon alleine die maximale Seitenanzahl für einen Bericht bei Ciao sprengen.

Spuckstein
----------

Treten wir wieder aus dem Dom hinaus auf den Marktplatz und schauen wir uns einen markanten Stein ca. 20m vor dem Brautportal an. Dieser hat ein Kreuz eingekerbt. Was ein rechter Bremer ist, der spuckt hier drauf. Ihh, was für Ferkel sind denn das? Nun, hiermit drückt der Wissende seine Abscheu gegenüber Gesche Gottfried aus. Diese war eine Giftmischerin und eine der ersten bekannten Serienmörderinnen. Die gute Gesche hatte einen wenig humorvollen Hang zu Arsen und Spitzenhäubchen und wurde dafür an dieser Stelle am 21. April 1831 enthauptet.
Rainer Werner Fassbinder widmete ihr sogar 1972 seinen Film "Bremer Freiheit".
Mehr zu Gesche auch hier :
http://members.aol.com/Ruprecht%20Uwe/gesche.ht ml

Rathaus
-------

Wenden wir uns nun aber dem Rathaus zu. Dieses stammt im gotischen Kern aus den Jahren 1405-1410 und wurde dann von 1595-1618 umgebaut. Damals verpasste ihm der Baumeister Lüder von Bentheim seine Fassade im Stil der Weserrenaissance.
1910 wurde das Rathaus abermals erweitert.

Wenn wir es uns so ansehen, so sehen wir elf Bögen, drei Giebel und den Balkon. Auffallend ist auch das Bild des Kaisers und der sieben Kurfürsten. Oberhalb der dritten Säule sehen wir die Gluckhenne. Diese wurde 1612 hinzugefügt. Deren Sage finden wir hier:
http://www.sagen.at/dl/bremen/wagenfeld/bre mergluckhenne.html
Kurioserweise wurde die Sage erst 1845 von Wagenfeld erneut entdeckt.
Besonders prächtig sieht das Ganze aus, wenn es abends angestrahlt wird.

Dank der ständigen Konkurrenz zwischen Senat, Bürger- und Kaufmannschaft auf der einen und dem Bischof auf der anderen Seite, wurde das Rathaus mit der Zeit immer pompöser. Wichtig waren den Erbauern besonders zwei Dinge:

a. es musste direkt neben dem Dom, dem Sitz des Erzbischofs, sitzen.
b. Es musste den Dom an Prunk und Protz überbieten.

Wo wir nun die wundervolle Fassade gebührend bewundert haben, wollen wir doch auch einen Blick ins Innere werfen. Was befindet sich hier?

Hier haben wir natürlich einmal das neue und das alte Rathaus.
Im alten Rathaus befindet sich die untere Rathaushalle. Diese befindet sich klugerweise unten, da die Bremer durchaus praktisch veranlagt waren und sind. Hier hat man sich früher versammelt, gehandelt, Theater gespielt, diskutiert und zu Gericht gesessen. Heutzutage findet hier der Weihnachtsbasar statt.

Wenn es eine untere Halle gibt, so folgt daraus natürlich, dass es auch eine obere Halle gibt. In dieser wurde früher getagt und Ratssitzungen abgehalten. Hier werden heute noch berühmte Gäste empfangen um z.B. am weltberühmten Schaffermahl teilzunehmen.

Was ist denn ein Schaffermahl? Das Schaffermahl ist
seit 1545 Tradition und wird ausgerichtet von den Bremer Reedern, Kapitänen und Kaufleuten.
Seit alters her steht die Kleiderordnung, Frack und Zylinder, und die Menüfolge fest. Und es sind grundsätzlich nur Männer als Gäste zugelassen. Frauen haben beim Schaffermahl seit über 450 Jahren keinen Einlass. Für auswärtige Gäste ist eine Einladung zum Schaffermahl die höchste Ehre, die die Bremer Kaufmannschaft zu vergeben hat. Darf man als Nicht-Bremer doch nur ein einziges Mal im Leben daran teilnehmen! Das Schaffermahl findet alljährlich im Februar statt.

Neben der oberen Halle befindet sich die Güldehalle. Diese ist berühmt für die goldfarbene Ledertapete. 1902 wurde die Kammer vom Worpsweder Maler Heinrich Vogeler neu gestaltet.
Wie Gold wirkt auch das Mobiliar. Dessen Holz ist von einer besonders hellen Farbe, die wie Gold glänzt. Prunkstück der Güldenkammer ist aber die Treppe zur Empore. An dieser haben die beiden Bremer Holzbildhauer Ebert Lange und Servos Hoppenstede ganze vier Jahre gearbeitet.

Wo ein altes Rathaus ist, da sollte sich auch irgendwo ein neues befinden. Dieses wurde von 1909-1913 angebaut. Hier befinden sich Festsaal, das Büro des Bürgermeisters und der Senatssaal.

Mehr zum Rathaus? http://www.bremen.de/info/rathaus/rathaus2.html


Ratskeller
------------

Unter dem Rathaus befindet sich der Ratskeller. Dieser ist für seine erlesene Auswahl von über 600 einheimischen Weinen bekannt. Der Ratskeller ist die weltweit größte Sammlung deutscher Weine, ca. 120000 Flaschen sind hier gehortet. Ausländischen Rebensaft findet man hier hingegen nicht. Und die Bremer meinen Weinkeller, wenn sie Ratskeller denken. Das führte gar so weit, dass es zu einem kleinen Aufstand kam, als man hier Bier einführen wollte! Der Ratskeller regte so machen Dichter an, unter anderem nachzulesen in Hauffs ?Phantasien im Bremer Ratskeller?, zu finden hier:

http://www.gutenberg.aol.de/hauff/ratskel l/ratskell.htm


Stadtmusikanten
------------- -------

Wer kennt es nicht, das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten? Natürlich hat Bremen hat seinen berühmtesten ?Repräsentanten? auf dem Marktplatz ein Denkmal gesetzt. Dieses wurde von Gerhard Marcks geschaffen und steht an der Westseite des Rathauses. Leider ist es eher unscheinbar. So kann man mitunter Touristen hektisch rumlaufen sehen und die Stadtmusikanten suchen, bis sie dann zum x. Male an gerade diesen vorbei gerannt sind.

Das Märchen von den Stadtmusikanten ist hier zu finden:
http://www.gutenberg.aol.de/grimm/maerche n/stadtmus.htm


Unser lieben Frauen
-------------------------

Links hinter dem Rathaus sehen wir diese Kirche. Dieses war früher die St.Veits-Kapelle und wurde 1230 durch den Neubau Unser Liebfrauen Kirche ersetzt. Bemerkenswert sind hier die Wandgemälde in der Krypta und die 1966 erfolgte Verglasung mit Werken des Malers Alfred Manessier. An Werktagen findet hier der Bremer Blumenmarkt statt.

Schütting
------------
Direkt gegenüber dem Rathaus sehen wir ein anderes altes Gebäude. Dieses ist der Schütting, Sitz der bremischen Bürgerschaft und der Handwerkskammer.Schütting kommt von Schossen, was so viel bedeutet wie Steuern zahlen. Erbaut wurde das Gebäude 1537-1538 im Renaissancestil. Ganz bewusst wurde es direkt gegenüber des Rathauses errichtet. So zeigte man den Ratsherren die Macht der Kaufleute- außerdem ließ ein guter Kaufmann die Ratsherren und Senatoren nicht gerne unbeobachtet?
Über dem Eingang steht der Leitspruch Bremer Kaufleute seit fast 500 Jahren ?buten un binnen- wagen und winnen? . Draußen und drinnen, wegen und gewinnen. Buten und Binnen ist dann auch ein sehr beliebtes Fernsehmagazin des Senders Radio Bremen.

Böttcherstraße
-----------------

Gleich links neben dem Schütting kommt man durch die Schüttingstraße zur Böttcherstraße. Dies dürfte, neben dem Schnorr und der Sögestraße, die bekannteste Straße Bremens sein. Unzählige Schilder an diversen Hauswänden in Bremen und im Umland zeigen diesen Straßennamen. Natürlich nur ein regionaler Jux, der aber die Beliebtheit dieser von Ludwig Roselius in Auftrag gegebenen Kunststraße eindrucksvoll beweist.
Roselius erfand den koffeinfreien Kaffee und gründete die Handels AG, kurz HAG. Zu Vermögen gekommen kaufte er nach und nach die gesamte Straße und ließ diese von 1923-1931 um- und neu bauen. Dazu beauftragte er die Architekten Scotland und Runge und den Bildhauer Hoetge. Die Böttcherstraße ist 110m lang und besteht aus 6 Gebäuden. Darunter die Bremer Spielbank, das historische Roseliushaus, eine Waffensammlung und das Haus Atlantis. Im Haus Atlantis befindet sich heute ein Hotel. Berühmt ist das Haus für den Himmelssaal, eine wunderschöne Glaskuppel aus blauem und weißem Glas, die man unbedingt mal besichtigt haben sollte. Ebenso wunderschön ist das Glockenspiel. Von Mai bis Oktober führt es uns stündlich zehn berühmte Ozeanbezwinger vor. Dazu erklingen dann dreißig Glocken aus feinstem Meißner Porzellan. Das sollte man wirklich mal erlebt haben. Von Januar bis Mai spielt es allerdings nur um 12,15 und 18 Uhr. Bei Frost leider har nicht, daher ist von Oktober bis Januar nichts zu vernehmen. Selbst die Bremer bleiben gerne mal ein viertel Stündchen stehen und warten darauf, dass es die Stunde schlägt. Weiterhin finden wir hier das Kunsthandwerk , das Paula Becker-Moderson Museum und die Ausstellung zu Ehren des Bildhauers Bernhard Hoetger, der maßgeblich am Bau der Böttcherstraße beteiligt war. Sein Werk ? Der Lichtbringer? ziert dann auch gleich den Eingang zur Straße.
Das Roseliushaus wurde bereits im Jahre 1350 erbaut und 1587 das erste Mal renoviert.1928 wurde es dann umgebaut .

Mehr über diese interessanten 110 Meter Kunst. Kultur und Historie kann man unter www.zurboettcherstraße.de finden.

Haus der Bürgerschaft
---------------------------

Nun kommen wir zu dem umstrittensten Bau des ganzen Marktes, dem von 1963-1966 auf dem Gelände der zerbombten Börse erbauten Haus der Bürgerschaft. Dessen moderne Architektur steht aber in einem gewissen Kontrast zu den historischen Gebäuden. Daher kann sich nicht jeder mit diesem Bauwerk anfreunden. Entworfen wurde das Haus der Bürgerschaft von Wassili Luckhardt und ist Sitz der Bremischen Bürgerschaft, des Bremer Landtages.



Schnoor
----------

Läuft man vom Dom aus etwas in südliche Richtung, so kommt man in den historischen Schnoor. Hier reiht sich eines der besonderen Bremer Häuser an das Andere- eben wie an einer Schnur. Der Schnoor ist eine Welt für sich. Künstler, Cafés , Antiquitätenhändler, viele kleine, feine Lädchen. Hier findet man Madame Lothars, ein Travestietheater. Dann das Packhaus-Theater, oder die ?Wüste Stätte?, eine Kneipe. Hier wütete im 17. Jahrhundert ein Feuer, daher der Name. Im Schnorr ist auch das Katzen-Kaffee, oder das Hochzeitshaus, ein Weihnachtsladen, ein Spielzeugmuseum und das Institut der niederdeutschen Sprache. Sehr exklusiv ist auch die Hausnummer 3, das mit 41m² kleinste Hotel der Welt. Dafür verteilen sich diese immerhin auf drei Ebenen. Und wer nicht glaubt, dass es so was gibt, der sehe sich mal den Drehorgelverleih neben Haus 15 an. Ganz nebenbei ist Haus 15 dann auch noch das älteste Haus des ganzen Schnoorviertels- dem ältesten Stadtteil.

Genug ? Na, wir haben doch noch das Sparkassenhaus von 1755, mit seiner Rokokofassade, oder die Rathsapotheke und die Akzise von 1595.

Und wer gerne ein gutes Konzert erleben möchte, der kann ja auch einmal die Glocke aufsuchen.



Der Bremer Marktplatz bietet also einiges: Grusel im Bleikeller, Kultur, Kunst und Gastronomie vom Allerfeinsten. Zu Weihnachten findet man hier einen der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands und einen historischen Jahrmarkt in der 5. Jahreszeit , dem Bremer Freimarkt .

Wer will, der kann sich hier das Schauspiel ?Gesche Gottfried? ansehen. Dieses kann man für Gruppenreisende über die Bremer Tourismuszentrale bestellen.

Im Sommer finden dann hinterm Dom im Rahmen des Stadtfestes Open-Air-Konzerte statt. Außerdem kann man hier wunderbar draußen sitzen und seinen Kaffee genießen, oder sein bier, natürlich aus Bremer Herstellung.

Was lohnt sich? Der Bleikeller ist einmal ganz witzig, aber meiner Meinung nach kein unbedingtes Muss. Der Ratskeller lohnt sich auf jeden Fall für Weinkenner, das Essen lohnt nicht unbedingt. Wer einen Blick aus fast 100 Metern werfen möchte, der kann die Türme des Doms erklimmen.

Sehr sehenswert sind auf jeden Fall Dom, Unser Liebfrauen, Schnoor und Böttcherstraße. Das Glockenspiel sollte man erlebt haben! Im Schnoor laden besonders Katzen-Kaffee und Wüste Stätte zum verweilen ein. Natürlich kommt ein Besuch der Gastronomie, der Museen usw. nicht umsonst! Man sollte außer Zeit also auch genug Geld mitbringen.

Weinkenner können für genug des selbigen übrigens wirklich alte und edle Tropfen erwerben. Kunstliebhaber und Antiquitätensammler kommen ebenfalls auf ihre Kosten.

Führungen werden geboten. Hier kann man sich sogar ein individuelles Programm zusammenstellen. Dazu sollte man die Tourismuszentrale kontaktieren.

Die Führungen muss man nicht haben, sie bieten aber durchaus was für das Geld.

Unter www.bremen-tourism.de findet man weitere Infos, wie Verkehrsverbindungen und Öffnungszeiten.

Hiermit will ich meinen Rundgang durch Bremens Gute Stube beenden. Vielleicht habe ich ja ein wenig Lust auf einen Abstecher in die Wesermetropole machen können. Wer weiß, evtl. trifft man sich ja doch einmal ? hinterm Roland? ?

Falls noch Bedarf an weiteren Infos steht, oder Fragen offen geblieben sein sollten, so bitte in den Kommentar.
© 2001 Lionheart ? Ich bin ein Bremer. Auch wenn wir alle Amerikaner sind ?
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 5,00 / 5,00 5
Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
Neue Informationen zum Produkt automatisch per E-Mail erhalten
Missbrauch melden
Kommentare
botanik
botanik, 27.03.2002
Interessanter Beitrag !
Fishkopf77
Fishkopf77, 27.03.2002
Eine wirklich schoumlne Stadt :o Gruszlig Verena
scootMasta
scootMasta, 27.03.2002
Wow! Echt mehr als ausfuumlhrlich! Respekt! --: MfG scootMasta aka Philip :--
Alle Kommentare anzeigen
Bericht bewerten und eigenen Kommentar schreiben
1-1 von 1  Reiseziele Bremen
Top Webtipps
Amazon.de
Niedrige Preise, Riesen-Auswahl und kostenlose Lieferung ab nur 20 EUR

Informationen zu Bremer Marktplatz

 
Allgemeine Informationen Bremer Marktplatz
gelistet seit: 03.03.2005
Bewertung durch unsere Mitglieder
Produktbewertung: Kundenbewertung 5,00 / 5,00
Allgemeine Informationen
Kategorie: Sehenswürdigkeit 
Typ: Platz 
Bremer Marktplatz im Vergleich
Home > Reisen > Europa Reisen > Deutschland > Reiseziele Bremen > Bremer Marktplatz > Überblick