Eisenach, Berufsakademie Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
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=== Die Berufsakademie Eisenach === Schwerpunkt BWL ===
ein Testbericht von StefanJohn2005-05-20 12:45:06vom 20.05.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Kurze Studiendauer! Geld! kompetente Dozenten!...Nachteile/Kritik: hoher Leistungsdruck!
Bitte wundert euch nicht, aber ich schreibe hier nicht über die BA-Dresden sondern über die BA-Eisenach. Der Yopi-Katalog ist dahingehend noch etwas beschränkt an Angeboten.
Im übrigen habe ich auch viele allgemeine Informationen angebracht die für jede Berufsakademie gelten.
Die Entscheidung an einer Berufsakademie zu studieren ist mir ziemlich leicht gefallen. Ich begann im Herbst 2002 ein BWL-Studium an der Fachhochschule Schmalkalden. Das war ein richtiger Reinfall. Erstmal war der Studiengang hoffnungslos überlaufen. Desweiteren war die Vorlesungssituation grausam, denn teilweise musste man auf dem Flur sitzen und versuchen einige Teile mitzubekommen. Das größte Problem waren jedoch die Dozenten. Es gab da einige Experten die sich Prof., Dr. oder sonst wie nannten, aber von der eigentliche Materie nichts verstanden. Teilweise wurden die Vorlesungen von Büchern abgelesen. Fragen sollte man lieber auch nicht, weil die schlauen Menschen (Ich will hier keine Namen nennen) am Pult dann in arge Bedrängnis gekommen wären. Kurzum, Inkompetenz auf der ganzen Linie.
Der letzte Punkt der mich störte sind die lockeren Vorlesungszeiten gewesen. In dem Moment freut man sich natürlich erstmal wenn eine Vorlesung ausfällt, aber wenn dies ständig passiert und ganze Blöcke ausfallen dann fragt man sich was man hier eigentlich soll.
Ich möchte hier unbedingt darauf hinweisen, dass sich dieser Bericht alleine auf BWL bezieht. Auf dem Gebiet Maschinenbau, Elektrotechnik oder Informatik ist die FH-Schmalkalden sicherlich eine der führenden Fachhochschulen in Deutschland.
Also habe ich mich auf die Suche nach einem Studienberater gemacht. Der hat mir dann auch gleich die Berufsakademie in Eisenach ans Herz gelegt. Glücklicherweise veranstaltete die Einrichtung zwei Wochen später einen "Tag der offenen Tür". Dort kann mich sich diverse Vorlesungen anhören oder mit diversen Dozenten kommunizieren und auch Ausbildungsunternehmen stellen sich vor. Dies hinterließ einen bleibenden Eindruck bei mir und ich wusste was ich zu tun hatte.
Das System der Berufsakademie
Studienvoraussetzung und Bewerbung:
1. Allgemeine Hochschulreife, fachgebundene Hochschulreife oder Fachhochschulreife
2. Ausbildungsvertrag mit einem Unternehmen
Jede BA in Deutschland besitzt einige Partnerunternehmen.
Dort kann man sich natürlich um einen Ausbildungsplatz bewerben. Jedoch stehen die Chancen hier nicht so gut, da sich
hier eine Vielzahl von Studenten bewerben. Am Besten ist man geht los und sucht sich ein paar Unternehmen in der eigenen Umgebung und bewirbt sich dort. Man sollte natürlich um ein persönliches Gespräch bitten, damit man dem Firmenvorsitz das System der BA selber näher bringen kann, sofern dieser das noch nicht kennt. (Hier sind zum Beispiel die Vorteile, die ich später noch erwähne, anzubringen).
Hat man den Ausbildungs-Vertrag (Vordruck bekommt man von der BA) in der Tasche füllt man nur noch den Zulassungsantrag aus und man beginnt sein Studium.
3. Es besteht kein Numerus Clausus! Grundvoraussetzung für
das Studium ist ein Ausbildungsunternehmen.
Studiendauer und Ablauf - "Das duale Studium"
Das Studium beginnt jeweils zum 1. Oktober. Die Studiendauer beträgt 3 Jahre bzw. 6 Studienhalbjahre. Ein Studienhalbjahr teilt sich auf in 12 Wochen Theoriephase und 12 Wochen Praxisphase im Unternehmen. Jeweils am Ende der Theoriephase sind Abschlussklausuren zu absolvieren. Um einen Nachweis zu erbringen über die in der Praxis erlernten Fähigkeiten und Kenntnisse sind am Ende des 2. und 3. Studienjahres Prüfungen vor Vertretern aus der Praxis
und der Staatlichen Studienakademie abzulegen. Zum Studienabschluß wird eine Diplomarbeit angefertigt, die dann natürlich auch noch verteidigt werden muss.
Der große Vorteil des BA-Studiums liegt einfach in diesem dualen System. Dieser Wechsel von Praxis und Theorie vermittelt ein ganz wichtiges Verständnis für die elementaren Dinge des Beruflebens. Zum Beispiel lernt man in der Theoriephase im Bereich Rechnungswesen die Kosten- und Leistungsrechnung kennen und kann diese dann in der Praxisphase anwenden. Wie auch mit vielen anderen Dingen (Darauf gehe ich dann bei dem Punkt Studienfächer ein).
Am Ende des Studiums steht ein BWL-Absolvent mit einem Diplom in der Hand da, der sowohl Praxis- als auch Theoriekenntnisse gleichermaßen mitbringt. Gerade solche Leute werden heute auf dem Markt gesucht und gebraucht. Zum Unterschied - Ein BWL-FH-Absolvent ist zwar mit reichlich Theoriewissen ausgestattet, hat aber oftmals keine Ahnung wie er dies in der Praxis anwenden soll.
Die Berufsakademie Eisenach besteht seit 1998. Seit dem hat jeder Absolvent (bis heute) in seinem Bereich Fuß gefasst. Viele wurden von ihren Ausbildungsunternehmen übernommen, andere hatten keine Probleme eine geeignete Stelle zu finden.
Handelsmark eting
Marketingkonzeptionen
Handelsmarktforschun g
Sozialforschung
Sortimentspolitik
Preispoliti k
Präsentationspolitik
Werbepolitik
Beschaffung s- und Produktionslogistik
Controlling
etc.
Studienf ächer:
Allgemeine BWL:
Alle Themen von Marketing über Distributionspolitik bis hin zu Preispolitik
(klausur)
Spezielle BWL:
Rechnerische Verfahren zu Themen wie Lagerlogistik, Marketing und Distribution.
(klausur)
Rechnungswesen:
So wie man das halt kennt. Buchungssätze, Bilanzen, Kosten- und Leistungsrechnung, etc.
Ist aber nicht so schlimm. A gibt es sehr gute Dozenten (Gruß an Frau Schad) die einem die ganze Sache schonend beibringen. Und B hat man das Fach eh nur bis zum 3. Semster.
(klausur)
Mathematik:
Das lässt sich nicht vermeiden, da muss man durch! Hat man aber auch nur 3 Semster.
Themen: Statistik, Operations-Research, etc. - Vorkenntnisse sind hier wichtig, bringt aber jedes Abitur mit sich.
(klausur)
Fremdsprachen:
Englisch; Spanisch oder Französisch
(klausur)
Volkswirtschaftslehre
Ist auf jedenfall eins der unwichtigsten Fächer der Welt (für mich). Unser Dozent für A-BWL hat das ganze perfekt beschrieben. Die VWL-Leute betrachten den Markt aus der Vogelperspektive. Der BWLer hingegen befindet sich mitten im Geschehen.
Das grausame Fach hat man ganze 6 Semester. Naja, kriegt man auch irgendwie rum.
(klausur)
Recht:
Ist sehr interessant………..gäähhhn). Aber mal im Ernst. Wir haben hier gute Dozenten und man behandelt wirklich Fälle aus dem alltäglichen Leben. Man sollte hier auf jeden Fall die Ohren spitzen, denn der eine oder andere Fall wird einem eventuell auch selber mal begegnen.
(klausur)
A.b.T. - Anwendungsbezogene Theorie
Hier macht den ADA-Schein. Damit kann man später im Unternehmen auch als Ausbilder tätig sein.
(Testat)
Kommunikation
Name ist Programm. Man lernt hier Gesprächsführungstechniken, das Halten von Vorträgen vor einer Gruppe, etc.
Sehr interessant!
(Testat)
Die Diplomvorprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsteile A und B bestanden sind. Die Diplomprüfung ist bestanden, wenn die Prüfungsteile A und B und die Diplomarbeit bestanden sind.
2.
Nicht bestandene Prüfungsleistungen des Prüfungsteils A eines Studienhalbjahres können nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses innerhalb von einem Monat wiederholt werden (erste Wiederholungsprüfung). Die Prüfungsaufgaben der Wiederholungsprüfungen werden aus dem Stoff der Studienhalbjahre gestellt, auf den sich die nicht bestandene Prüfungsleistung bezog. Die Note der Wiederholungsprüfung ergibt die Note der Prüfungsleistung. Eine zweite Wiederholungsprüfung ist nur nach Maßgabe des Absatzes 3 möglich.
3.
Wurde in den ersten Wiederholungsprüfungen in nur einem Fach keine ausreichende Leistung erzielt, so kann nach Bekanntgabe des Prüfungsergebnisses innerhalb von zwei Wochen in diesem Fach eine zweite Wiederholungsprüfung abgelegt werden. Die Prüfungsaufgaben der zweiten Wiederholungsprüfung werden aus dem Stoff der Studienhalbjahre gestellt, auf den sich die Nichtbestandene Prüfungsleistung bezog. Diese wird als mündliche Prüfung durchgeführt und entscheidet nur noch über die Noten "ausreichend" oder "nicht ausreichend".
Die zweite Wiederholungsprüfung führt ein Studienrichtungsleiter mit mindestens einer hauptberuflichen oder nebenberuflichen Lehrkraft der entsprechenden Studienrichtung durch;
Dauer: 20min - höchstens 35min
….
Ihr findet die komplette Prüfungsordnung auch auf der Homepage: www.ba-eisenach.de
Dozenten
Ich war sehr überrascht, aber es arbeiten hier sehr viele fähige Leute. Die meisten kommen direkt aus der Wirtschaft, oder führen nebenberufliche Tätigkeiten in dem Bereich aus. Kurzum, die wissen von was sie sprechen. Das ist ein großer Vorteil, weil dann auch meistens die Vorlesung logisch aufgebaut ist.
Vereinzelt gibt es auch weniger gute Dozenten, was aber eigentlich Ansichtssache ist. Ein Mathe-Dozent hat es immer schwerer als zum Beispiel ein Kommunikations-Dozent.
Vorteile eines BA-Studiums:
1. Das Duale Studium (habe ich schon angesprochen)
2. man verdient Geld
3. später ergeben sich sehr gute Chancen auf dem
Arbeitsmarkt, wenn man nicht schon übernommen wurde
4. kurze Studiendauer (3 Jahre)
5. überall anerkannter Abschluss, gleichwertig (wenn nicht
noch besser) FH-Diplom
6. Die Räumlichkeiten: Ganz entscheident für ein gesundes
Lernklima ist ein guter Arbeitsplatz. Die Räumlichkeiten
sind groß genug und die Studienklassen belaufen sich
meist auf 25-30 Personen. Jeder Student hat einen Tisch
und einen ordentlichen Stuhl. Man bekommt also alles mit
und kann vernünftig arbeiten. Vorallem ist das Verhältnis
zum Dozenten viel persönlicher als in einem rieseigen
Vorlesungssaal.
Nachteile des BA-Studiums:
1. hoher Leistungsdruck:
Aufgrund der kurzen Studiendauer hat man auch einen dementsprechenden Leistungsdruck. Auch kann man nicht bestandene Klausuren nicht beliebig wiederholen oder verschieben wie bei einer FH. Einmal schriftlich wiederholen und einmal mündlich, wenn man die Wiederholungsklausur wieder nicht besteht.
2. keine Semesterferien
Ist eigentlich kein Nachteil, da die Semesterferien an der Uni oder an der FH eh viel zu lange sind (Schließlich vergeudet man ein ganzes Jahr).
Man bekommt aber Urlaub wie ein ganz normaler Arbeitnehmer (24 Tage).
3. Cafeteria
Die jetzige Cafeteria ist vielleicht ein wenig klein und das Angebot ist auch nicht die Welt. Allerdings bemüht sich das Studentenwerk um eine Mensa. Mal sehen wann das wird. Allerdings wenn ihr Kopfschmerzen habt, vielleicht nach einer BA-Party. Geht einfach zu "Rosi" in die Cafeteria, die verpflegt Euch. "Rosi" ist nämlich die "Gute Seele" der BA
Standort Eisenach:
Ist ganz klar ein Provinz-Städtchen. Sehenswürdigkeit Nr.1 ist ganz klar die Wartburg. Desweiteren haben wir hier ein Automobilmuseum, …mehr fällt mir nicht ein.
Wer sich für Handball interessiert. Der THSV-Eisenach spielt in der 2. Handball-Bundesliga.
Mit Sicherheit sehenswert.
Unsere BA-Parties werden teilweise an der BA selber durchgeführt oder aber meistens im "Schiffchen" (ist eine kleine Kneipe mit Tanzlokal) Zum feiern und umtrinken reicht es allemal. Diskotheken haben wir auch. Zum einen das "MAD" und zum anderen das "Havanna".
Im Großen und Ganzen ist Eisenach keine Weltstadt und für Studenten auch nicht unbedingt das Mekka. Aber schlecht ist es auch nicht. Außerdem ist man mit dem Auto, in einer halben Stunde in der Landeshauptstadt Erfurt. Dort geht dann richtig was.
Fazit:
Wer später mal im beruflichen Leben erfolgreich sein, ordentliches Geld verdienen und vielleicht Führungsaufgaben übernehmen will, dem kann ich das BA-Studium empfehlen. Den Stress und Leistungsdruck nimmt man, da glaube ich, gerne in Kauf.
Dauer-Studenten sind hier absolut Fehl am Platze!
...
jens811983, 20.05.2005
es gibt doch bei yopi den Produktvorschlag - lass dir die BA Eisenach einrichten und diesen Bericht dann verschieben. Bis dahin quotnnquot.