Toshiba V 643 EF Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Dieses Modell würde ich jederzeit wieder kaufen
ein Testbericht von Gemeinwesen2007-01-02 14:46:11vom 02.01.2007Empfehlung: ja
Vorteile: Design, Bedienkomfort sowie Bild und Ton habe ich als überdurchschnittlich gut empfunden...Nachteile/Kritik: per se nichts
Als ich mir meinen ersten und bis heute auch letzten Videorecorder zugelegt habe, war die DVD wahrscheinlich noch ein Glitzern im Auge ihres Erfinders. Und um an einen preisgünstigen Videorecorder zu gelangen reichte es leider auch nicht, irgendeine Zeitschrift zu abonnieren und sich für eine entsprechende Prämie zu entscheiden.
Nein, seinerzeit rissen die vergleichsweise klobigen VHS-Eumels noch richtige Löcher in die Haushaltskasse: Unter einem Gegenwert von rund 500 Euro lief da nicht viel – und schon gar nicht in HiFi Stereo.
Genau das war anno dunnemals nämlich noch “state of the art“ im Heimkino: Das Höchste der Gefühle war Dolby Surround-Klang – alles andere war noch Zukunftsmusik. Der Videostandard dürfte allerdings in den meisten Haushalten auch damals noch Monoklang gewesen sein.
Da sich aber bereits abzeichnete, dass der Mehrkanalton auch im Puschenkino Einzug halten würde, entschied ich mich damals für ein Stereogerät – mein Hintergedanke: Die damals gängigen Kassetten mit vier Stunden Laufzeit konnte man auch wunderbar für Audioaufnahmen zweckentfremden – am besten, indem man die Aufzeichnungs- und Wiedergabegeschwindigkeit des Gerätes auf die Hälfte verlanssamte. So ließen sich auf einer Kassette 8 Stunden Bild und Ton unterbringen (die Bildqualität litt dann allerdings sichtlich) – oder wahlweise auch einfach 8 Stunden Musik. Die VHS-Kassette fungierte in dem Fall als Audiokassette, die gegenüber der herkömmlichen Audiokassette ein ziemliches Plus an Spielzeit bot.
Dank PC und mp3 ist das zwar überholt und wirkt auf den einen oder die andere sicher rührend altmodisch, aber damals, in den 90ern, fand ich es ziemlich praktisch, mich 8 Stunden lang nicht darum kümmern zu müssen, welche Musik auf meinen Feten im Hintergrund lief. Im Gegenteil: Ich hatte Riesenspaß daran, 8 Stunden lange Bänder zusammenzustellen. Faustregel: Je länger das Zählwerk läuft und die Meute säuft, desto weniger ausgefallen darf erfahrungsgemäß die Musikauswahl ausfallen. Im Klartext: Spätestens nach sechs Stunden Laufzeit wird’s langsam Zeit für „Waterloo“, „Smoke on the water“ oder das Lummerlandlied – Hauptsache, jeder kennt’s, das ist schon mal eine gute Basis für den Rest des Abends.
Nachdem ich damals den Groschen Nummer 10.000 ins Sparschwein geworfen hatte, klemmte ich mir die Sau unter den Arm und zog frohen Mutes zum Elektroschrotthändler des Vertrauens. Der hieß damals schon „Saturn“ und bestach damals schon durch bemerkenswert fachkundige Beratung – auch mehr als 10 Jahre später kann ich den Wortwechsel mit dem gelangweilt wirkenden Ladenhüter (vulgo: Verkäufer) noch ziemlich wortwörtlich wiedergeben.
Ich:
„Ich interessiere mich für einen Videorecorder.“
Er:
„Da hinten.“
Ich:
„Es soll ein Stereogerät sein.“
Er:
„Da hinten. Wir haben drei Modelle.“
Ich:
„Wo sind denn da die Unterschiede?“
Er:
„Der eine hat zwei Köpfe, der andere vier und der dritte sechs.“
Ich:
„Und was heißt das?“
Er (sehr gelangweilt):
„Ja. Also. Generell kann man sagen: Je mehr Köpfe, desto besser.“
Ich:
„Aha. Mehr als 1000 Mark sollte er aber nicht kosten.“
Er:
„Dann kann ich Ihnen den mit zwei Köpfen empfehlen.“
Ich:
„Warum?“
Er (mit glasigem Blick, offenbar aus einer REM-Phase geweckt):
„Weil der nicht mehr als 1000 Mark kostet.“
Ich:
„Aha. Wie lange beträgt die Garantiezeit?“
Er:
„Auf den Toshiba gibt’s 6 Monate Herstellergarantie. Wir gewähren zusätzliche 6 Monate.“
Ich:
„Also ein Jahr Garantie?“
Er:
„Nurnochnviertelstündchen ... schnrrrrrch.“
Hätte ich mich unverrichteter Dinge aus dem Ladenlokal hinausschleichen sollen? Wahrscheinlich. Aber ich gebe zu: Ich war schwach. Ich war mit dem Vorsatz aus dem Haus gegangen, einen Videorecorder zu kaufen und wollte den Heimweg nicht mit leeren Händen antreten. Außerdem wurde mir die Sparsau auf dem Buckel langsam schwer.
Ich tauschte also den Inhalt des Schweins gegen
das janusköpfige Gerät (Schwellenpreis: 999 Emmchen. Mir blieben also 10 Groschen, die damals schon nicht mehr dem Gegenwert eines Glases Bier, einer Eistüte oder eines Fahrscheins entsprachen.) und gondelte der Heimstatt zu.
Als Testobjekt hatte ich mir den Film “The Commitments“ ausgesucht. Und ich weiß noch gut, wie angenehm überrascht ich war, als, nach kürzester Zeit und völlig wider Erwarten, mein Fernseher Bild und Ton des Films wiedergab. Mit anderen Worten: Auch ohne Bedienungsanleitung war die Installation sehr einfach gewesen – das kannte und kenne ich auch ganz anders.
Auch sonst weiß ich über das Gerät eigentlich nur Positives zu berichten – und wenn es nicht eines Tages über Nacht den Geist aufgegeben hätte, wäre es sicher immer noch bei mir in Gebrauch. So steht es als eine Art Memento mori aus dem Bereich der Unterhaltungselektronik in einer Zimmerecke und wartet darauf, dass ich jemanden finde, der es zu einem annehmbaren Preis repariert.
Gut 10 Jahre lang hat mir das Gerät aber sehr zuverlässig treue Dienste geleistet – die Bedienung war einfach, die Fernbedienung übersichtlich, das “On Screen Display“ verständlich, und selbst die Programmierung hat mich von Anfang an nicht vor Probleme gestellt, die ich je als unlösbar empfunden hätte. Ton und Bild waren meines Erachtens auch ziemlich gut, die Selbstreinigung der Videoköpfe hat immerhin so gut funktioniert, dass ich die Bildqualitätselbst nach jahrelangem Betrieb in als wirklich gut in Erinnerung habe. Außerdem gefiel und gefällt mir die Gestaltung des Gerätes – hier ist weniger mehr. Besonders lobenswert: die Platzierung der Cinch-Eingänge an der Frontseite habe ich als sehr praktisch empfunden – zeitweise war „mein Toshiba“ nicht nur mit meinem Fernseher verbandelt, sondern ein vollwertiger Baustein meiner Stereoanlage.
Dafür, dass das Gerät nicht mehr funktioniert, ist übrigens offenbar ein so genannter Standfehler schuld – will sagen: Ich habe das Gerät eine Weile lang nicht benutzt, und paradoxerweise scheint ihm genau das den Gnadenstoß versetzt zu haben. Jedenfalls hat es, als ich es wieder in Betrieb nehmen wollte, zwei Kassetten hintereinander jeweils zu einem wunderhübschen Bandsalaten verarbeitet – einen weiteren Versuch habe ich seitdem nicht unternommen, denn in all den Jahren zuvor hat mein Toshiba jede Kassette, die ich ihm angeboten habe, getreulich abgespielt.
R e s ü m e e
Es spricht nicht viel dafür, dass ich mir in naher oder ferner Zukunft noch einmal einen Videorecorder zulege. Das hat aber weniger mit der Qualität des Gerätes zu tun, um das es hier geht, als mit dem technischen Fortschritt. Stünde ich noch einmal vor der Wahl zwischen verschiedenen VHS-Recordern, würde ich meine Entscheidung aber sicher wieder zugunsten des Gerätes von Toshiba treffen, dem ich so manchen netten Heimkinoabend verdanke.
Sollte ich eine Möglichkeit finden, mein defektes Gerät einigermaßen günstig reparieren zu lassen, spricht für mich nichts dagegen, es wieder in Betrieb zu nehmen. Fazit: An Design, Zuverlässigkeit und Funktionalität des Gerätes habe ich heute genauso wenig auszusetzen wie vor über zehn Jahren. Besonders gut am Design des Gerätes gefällt mir die Anbringung der Cinch-Eingänge an der Frontseite des Gerätes - das hat mir im Laufe der Jahre so manche Stunde lästigen Hantierens erspart.
...
sindimindi, 11.10.2006
So ein Ding von PhilipsReferenzklasse hab039 ich auch noch - dafür keinen DVD-Player...was erklärt, warum mich die Beschreibung von DVD-Eigenschaften wenig interessiert...-
LG, Roland