******************
Das Experiment, DVD
******************
Hallo liebe Yopi´s,
so hier bin ich wieder mit einem neuen Bericht, der sich dieses Mal um eine DVD namens "Das Experiment" unter der Regieführung von Oliver Hirschbiegel. Bei diesem Film handelt es sich um einen Thriller, dessen Altersfreigabe bei 16 Jahren liegt.
So möchte ich nun einfach mal mit der Handlung einsteigen:
Also was schon durch den Titel ersichtbar ist, geht es in dem Film um ein durchgeführtes Experiment, das zum Schluss völlig eskaliert.
An einer Universität werden 20 Freiwillige gesucht,die gegen eine Bezahlung von 4000 DM zwei Wochen lang in einem imaginären Gefängnis verbringen. Dazu werden die Freiwilligen geteilt in Wärter und Gefangene.
Das Ziel des Experiments stellt die Untersuchung des Aggressionsverhaltens und die Auswirkungen der unterschiedlichen Machtstellungen zu erforschen. Doch als der leitende Professor nach ca. 1 Woche nicht da ist, eskaliert alles, und geht soweit, dass die Wärter die restlichen Fotrscher ebenfalls gefangen nehmen, und das ganze zu einer tödlichen Falle wird. Es kommen dabei zwei Menschen ums Leben, und es gibt mehrere Schwerverletzte.
Ich finde die Handlung sehr gut gelungen, da alles sehr real geschildert wird, und man sich sehr gut in die Personen hineinversetzen kann.Jedoch kann ich nur betonen, dass das ganze nichts für schwache Nerven ist. ;-)
An der Qualität der DVD-Hülle ist nichts auszusetzen und auch vom Aspekt des Designs her betrachtet kann ich ein dickes Lob aussprechen.
Nun jedoch zu einem neuen Punkt, nämlich meiner eigenen, persönlichen Meinung.Also ich finde diesen Film echt total gut gelungen und vorallem sehr fesselnd. Die Charakter werden alle sehr realistisch dargestellt, und man kauft den Schauspielern ihre Rolle auch wirklich ab. Unter den Darstellern finden sich Moritz Bleibtreu, Christian Berkel, Oliver Stokowski und viele mehr wider.
Als ichdiese DVD zum ersten Mal sah, war ich wirklich sehr hingerissen, die Spannung, und auch die Darstellungsweise rauben einen einfach den Atem.
Ich finde diesen Film einfach sehr gut gemacht, vorallem auch deshalb, weil in vielen Szenen bewusst wird, wie hart doch manche menschen sein könne, in der Gruppe, und welchen Einflus Macht auf das Verhalten von Menschen hat.
Dessen sollte man sich auch bewusst werden, vielleicht auch in Anlehnung auf die schreckliche Zeit des Nationalsozialismus!
Nun jedoch wieder zurück zum Thema, nämlich dieser DVD, die ich wirklich mehr als empfehlenswert finde und deshalb auch ganze 5 von 5 Sterne vergebe.
So hoffe ich nun, dass ich euch ein wenig weiterhelfen konnte,
und würde mich sehr über eine nette Bewertung freuen. :o)
Michaela2015, 21.11.2008
das ist so ein geiler film.. hab da immer wieder gänsehaut wenns zum schluss hingeht. wahnsinn was mit denen geschieht und wie brutal manche sein können... pf
sindimindi, 29.12.2008
Also ehrlich: Die Hülle der DVD ist doch sowas von sch....egal! - - RS
minasteini, 31.12.2008
Schöner Bericht. LG und einen Guten Rutsch ins Neue Jahr von Marina!
¹ Alle Preisangaben inkl. MwSt. und ggf. zzgl. Versand. Zwischenzeitl. Änderung der Preise, Lieferzeiten & Lieferkosten sind in Einzelfällen möglich. Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
SEHR SPANNENDER FILM... ABER NIX FÜR SCHWACHE NERVEN... SEHR GUTER FILM... LESEN
ein Testbericht von zeider2008-07-21 21:03:59vom 21.07.2008Empfehlung: ja
Vorteile: Spannend, günstig, reichlich an Material, man kann sich mit der Handlung identifizieren...Nachteile/Kritik: keine
Anbei möchte ich meine Erfahrungen, die ich mit dem Film Das Experiment (DVD) gemacht habe mit anderen Mitgliedern der Community teilen.
Allgemeines:
Den Film habe ich schon mehrmals angeschaut und habe seit einem Jahr die DVD zu diesem Film. Der Preis für die DVD lag noch vor einem Jahr bei 15,00 bis 20 EUR. Jetzt kann man die DVD schon für 2,99 EUR + Versand haben. Ein Schnäppchen, das dieses Geld wert ist.
Handlung:
Möchte nicht viel vorwegnehmen, aber ein bisschen muss sein. Also im Film geht es um ein Experiment, das von einem Professor durchgeführt wird und die Zusammenhänge zwischen Gefangenen und Wärtern im Gefängnis sowie Verhalten der Menschen in Stresssituationen untersuchen soll. Dafür werden 21 Personen augagiert, die je 4000 DM für die Teilnahme erhalten. Der Experiment beginnt ohne Zwischenfälle, bis die Situation ihren feien lauf nimmt und schlussendlich eskaliert, als der Professor nicht im Hause ist. Am Ende gibt es mehrere Verletzte und sogar tote.
Wirkung auf den Zuschauer:
Meiner Meinung nach ist dem Regisseur etwas gelungen, das nicht alle Filme und vor Allem amerikanische Thriller können. Man kann sich nämlich sehr leicht in die einzelnen Personen versetzen und ist schon nach wenigen Minuten der Gefängnishandlung mitten drin im Geschehen. Man fühlt die Situation auf eigenem Leibe. Durch die Identifikation mit den einzelnen Figuren und innere kritische Auseinandersetzung mit dem Geschehen bekommt man Einsicht in viele Dinge im menschlichen Verhalten und Dasein.
Zubehör / Inhalt der DVD:
Auf der DVD sind neben dem Film noch weiteres Material wie vollständige Befragungsszenen der Wärter und Interviews der Teilnehmer des Experiments als solche und der Schauspieler drauf. Das Menü der DVD ist sehr gut strukturiert. Die Qualität des Films ist sehr hoch. Die Farben werden kontrastreich dargestellt.
Fazit:
Sehr interessanter Film. Kann jedem empfehlen, aber VORSICHT bei Schwachen NERVEn, denn dieser Film kann meiner Meinung nach einem mit schwachen Nerven etwas schaden.
BITTE ANSCHNALLEN - DER PSYCHO-TERROR KANN BEGINNEN
ein Testbericht von eunubis2006-12-30 11:39:14vom 30.12.2006Empfehlung: ja
Vorteile: siehe Bericht...Nachteile/Kritik: siehe Bericht
Nachdem ich in meinen letzten Testberichten doch etwas von meinen eigentlichen Berichten abgewichen bin, möchte ich heute wieder über einen Film berichten der mich doch nachhaltig beeindruckt hat und dies nach –mehrmaligem- anschauen noch immer tut.
°°°DAS EXPERIMENT von Oliver Hirschbiegel°°°
*********
DIE STORY
*********
Der EX- Journalist Tarek (Moritz Bleibtreu) verdient sich seinen Lebensunterhalt als Taxifahrer. Als er eines Tages, durch eine Zeitungsanzeige, von einem 14-tägigen Experiment erfährt, bei dessen Teilnahme man auch noch 4000 DM erhält, wittert er eine heiße Story. In der Hoffnung wieder als Journalist tätig werden zu können und dabei
auch noch die schnelle Mark zu verdienen, bewirbt er sich zu diesem psychologischen Testversuch, bei dem ein Gefängnis simuliert werden soll.
Kurz vor Beginn des Experiments lernt Tarek, bei einem Autounfall, Dora (Maren Eggert) kennen und es entwickelt sich eine Liebesbeziehung zwischen den beiden.
Tarek erhält die Zusage zur Teilnahme an dem EXPERIMENT und nimmt als Undercover – Journalist daran teil. Sinn und Zweck dieses Testes ist es, Menschen in Ausnahmesituationen und deren psychischen Entwicklungen zu beobachten.
20 Teilnehmer werden in Gefangene und Wärter eingeteilt und so findet sich Tarek in der Rolle des Gefangenen wieder, der mit seinen 11 Mithäftlingen nun 14 Tage dem Alltag des Gefängnislebens ausgesetzt ist. Zu Anfang ist die Stimmung noch ausgelassen und jeder hat Spaß an seiner neuen Rolle. Tarek brilliert mit blöden und aufsässigen Sprüchen, die zunächst noch als recht lustig empfunden werden.
Auch die zu Wärtern eingeteilten Teilnehmer nehmen ihre Aufgabe gelassen und mit Humor entgegen. Tarek jedoch fühlt sich in seiner Rolle als provokanter und aufsässiger Häftling sehr wohl und so kommt es immer häufiger zu Ausschreitungen, bei denen Tarek oftmals Anstifter des Übels ist.
Mittlerweile fühlen sich die Wärter in ihren Rollen sehr wohl und nutzen die Unruhen dazu, ihre Machtposition auszuspielen. Aus dem anfänglichen Spaß wird schon nach kurzer Zeit bittere Ernst. Bei „Nicht-Gehorsam“ folgen nun keine Worte mehr, sondern Erniedrigungen und Schläge, denen die Häftlinge schutzlos ausgeliefert sind. Natürlich erst einmal so, dass die Überwachungskameras die wenigstens dieser Ausschreitungen, seitens der Wärter, aufzeichnen können.
Die angespannte Stimmung bleibt auch dem Testleiter Prof. Dr. Klaus Thon (Edgar Selge) und seiner Assistentin Dr. Jutta Grimm (Andrea Sawatzki) nicht verborgen. Thon jedoch ist nicht bereit das Experiment abzubrechen.
Die Grenzen des Testversuchs wurden nicht nur erreicht, sondern auch überschritten. Zu dieser Einsicht kommt Dr. Grimm schon recht bald. Ihrer Bitte das Experiment abzubrechen, möchte Prof. Thon jedoch nicht nachkommen und verabschiedet sich ins Wochenende.
Das EXPERIMENT eskaliert und der Machtübernahme über das gesamte Projekt, seitens der Wärter, haben weder die Gefangenen, noch Dr. Grimm etwas entgegenzusetzen. Als es die ersten Schwerverletzten und sogar Tote gibt, scheint es keine Rettung mehr zu geben. Abgeriegelt von der Außenwelt beginnt ein erbitterter Kampf um Leben und Tod!
*************
HINTERGRUND
*************
Unter Leitung von Philip Zimbardo wurde 1971 an der Universität Stanford tatsächlich ein solches Experiment durchgeführt. Der Testversuch sollte 14 Tage andauern, wurde jedoch bereits nach einer Woche, wegen moralischer Untragbarkeit, abgebrochen.
**************
MEINE MEINUNG
**************
Sehr deutlich und mit Nachruck wird in diesem Film gezeigt, wozu Menschen in Extremsituationen fähig sein können. So werden aus anfangs schüchternen Menschen, wie dem Wärter Berus, hier sehr eindrucksvoll von Justus von Dohnányi verkörpert, plötzlich Wort- und Tatenführer. Die psychische Anspannung entwickelt sich rasend schnell und dem Zuschauer bleibt oftmals nur „die Spuke weg“, um es mal salopp auszudrücken.
Auch als die Stimmung schon am Kippen ist schaltet Tarek keinen Gang zurück, sondern genießt die Provokationen der Wärter sichtlich. Sehr zum Missfallen seiner Mitgefangenen, die letztendlich auch unter Tareks Aktionen zu leiden haben. Hier muss ich sagen, dass die Rolle des Tarek durch Moritz Bleibtreu perfekt besetzt ist. Ich hätte mir keinen Schauspieler vorstellen können, der so unbefangen und aufmüpfig agiert.
Kommen wir aber noch einmal zu Berus zurück. Diese Darstellung hat mich letztendlich am meisten Überzeugt. Wirkt er zu Anfang noch sehr schüchtern und wird von seinen „Mitspielern“ oft und gerne verspottet, so wendet sich das Blatt rasant und er wird zum Anführer der Wärter und letztendlich dem gesamten Experiment.
Dieser psychische Werdegang ist schnell erklärt:
Gib einem Menschen, der im „wahren“ Leben eher ein Außenseiter und/oder Versager ist und „kaum etwas oder nichts“ zu sagen hat, ein wenig Macht und dieser wird sich in seiner neuen Position endlich nicht mehr als Verlierer fühlen.
Dies erlebt man oft genug im Alltag. Natürlich seltener in solchen Ausmaßen, wie es in diesem Film dargestellt wird. Ein kleines Beispiel:
Es gibt genug Menschen, die z.B. in ihrer Familie nichts zu sagen haben und andere „die Hosen“ anhaben. Sind diese Menschen z.B. in der Position eine Firma zu leiten oder ähnliches, erlebt man nicht selten, dass hier der Druck auf die niedrigeren Ränge verstärkt auftritt.
Hierzu sei ausdrücklich angemerkt, dass ich keinem Menschen etwas unterstellen möchte und nicht jeder Mensch der ein Außenseiter ist, diese Verhaltensweisen an den Tag legt. Es gibt auch die andere Seite, nämlich diejenigen die sich absondern und möglichst unauffällig verhalten. Auch diese Charaktereigenschaften finden sich in dem Film „Das Experiment“ wieder. Sowohl auf Seiten der „Wärter“ wie auch der „Gefangenen“.
Die Rückblenden zu der Liebesnacht von Tarek und Dora, die der Film immer wieder zeigt, gingen mir allerdings etwas auf die Nerven. Etwas weniger wäre hier auch ausreichend gewesen, auch wenn Dora zum Ende des Films hin noch eine tragende Rolle spielt.
Die Ironie des Films liegt für mich darin, dass die sogenannten „Wärter“ am Ende des Films als die „wahren Gefangenen“ hervorgehen, indem sie sich vor Gericht für ihr Handeln zu verantworten haben.
*******************************
DIE DARSTELLER UND IHRE ROLLEN
*******************************
Hier habe ich nur die Darsteller ausgewählt, die eine FÜR MICH tragende und/oder entscheidende Rolle in dem Film „Das Experiment“ spielen. Auf Kurzbiografien und ähnliches, werde ich diesmal verzichten und dafür näher auf die Rollen eingehen.
Moritz Bleibtreu als Tarek Fahd (Häftling)
-------------------------------------- -------------
Wie ich schon in meinem Bericht erwähnte, ist Moritz die Rolle des Tarek geradezu auf den Leib geschnitten. Durch seine uneinsichtige und kampflustige Art, die er als Tarek verkörpert, erschwert er sich und seinen Mithäftlingen den Aufenthalt als Gefangener umso mehr. Es schert ihn auch kaum, dass er durch seine Eskapaden andere in Schwierigkeiten bringt und
auch diverse Strafen lassen ihn zunächst kalt. Erst als man ihn zur Strafe in eine Black Box (schallisolierte Box, die bei längerem Aufenthalt zu Halluzinationen und veränderten Wahrnehmungserscheinungen führen kann, wird auch als Folterinstrument eingesetzt) sperrt, wird ihm das Ausmaß seiner Handlungen so richtig bewusst.
Christian Berkel als Steinhoff (Häftling)
-------------------------------------- -----------
Auch diese Rolle ist wunderbar mit Christian Berkel besetzt, der den kühlen und überlegten Häftling Steinhoff verkörpert. So manches Mal stellt man sich bei ihm die Frage: „Gehört er zur Crew der Experiment-Leitung?“ Die Frage, was er denn im richtigen Leben täte, beantwortet er mit der Aussage er sei Bademeister. Dies zu glauben fällt dem Zuschauer allerdings schwer und wie sich später herausstellt, ist dem auch nicht so. Eher desinteressiert und distanziert hält er sich im Hintergrund. Befolgt die Anweisungen in akkurat, ja geradezu militärischer Ausführung und genau hier liegt seine Stärke. Nicht provozieren lassen und das Ganze so schnell wie möglich hinter sich bringen. Wo lernt man so etwas besser als beim Militär? Er wird letztendlich ein enger Vertrauter von Tarek und gemeinsam versuchen sie zu retten, was kaum noch zu retten scheint.
Oliver Stokowski als Schütte (Häftling)
-------------------------------------- -----------
Die Rolle des verunsicherten und Außenseiters Schütte spielt Stokowski mit einer solchen Einfühlsamkeit, dass ich mir auch hier keinen besseren Darsteller hätte vorstellen können. Als Besitzer eines kleinen Kiosks möchte er das verdiente Geld dazu nutzen, um den Grundstein für eine - für ihn - bessere Zukunft zu sichern. Schütte wird von Tarek umsorgt und mehr als einmal versucht dieser ihn vor den Wärtern zu beschützen. So leidet Schütte an einer Eiweißallergie und darf eigentlich keine Milchprodukte zu sich nehmen. Die Wärter jedoch glauben ihm nicht und zwingen ihn, seine Milch auszutrinken. Dies ist nur eine der extrem lebensgefährlichen Demütigungen, denen Schütte ausgesetzt wird, jedoch möchte ich hier auch nicht zu viel verraten.
Wotan Wilke Möhring als Joe (Häftling)
-------------------------------------- -----------
Joe ist im wahren Leben Starkstrom-Elektriker und wirkt oftmals etwas dümmlich, aber auf eine nette Art. Und ich kann es nur immer wieder betonen, auch hier super mit Wilke besetzt.
Er ist einer der ersten Teilnehmer, die das Experiment abbrechen und vorzeitig verlassen möchten, jedoch wird diese Bitte von Prof. Thon abgelehnt und Joe wird als Feigling gebrandmarkt. Die Demütigungen, die er nun durch die Wärter ertragen muss, bringen ihn an die Grenzen des erträglichen.
Justus von Dohnanyi als Berus (Wärter)
---------------------------------------- -----------
Bei Berus macht sich die psychische Belastung und die dadurch entstehende Wandlung wohl am gravierendsten bemerkbar. Anfangs ist der sehr schüchterne und zurückhaltende Außenseiter dem Spott seiner „Kollegen“ ausgesetzt. Aber in rasanter Geschwindigkeit übernimmt er die Spitze der Führung und um den anderen und vor allem sich selber zu beweisen, dass er kein Weichei ist, wendet er „regelwidrige“ Praxen an, die letztendlich zur Eskalation des Experiments führen.
Für mich hat Justus von Dohnanyi als Berus eindeutig die charakteristischste Rolle, die er grandios umsetzt. Wandlungsfähig und sehr überzeugend stellt er den Wärter Berus da.
Nicki von Tempelhoff als Kamps (Wärter)
---------------------------------------- -----------
Kamps übernimmt zu Anfang die Führung unter den Wärtern. Kann sich aber, wegen seiner nicht überzeugenden und etwas laschen Handhabung der Aufgaben, nicht lange in dieser Position halten. Als Berus die Spitze anführt, wird er zum Mitläufer, der nicht immer von den Aktionen Berus` überzeugt zu sein scheint, aber auch nichts unternimmt um dies zu ändern.
Timo Dierkes als Eckert (Wärter)
---------------------------------------- -
Eckert arbeitet außerhalb des Experiments als Elvis-Darsteller. Die Gründe, weshalb er an dem Experiment teilnimmt, sind in erster Linie Spaß. Zunächst scheint er auch ein ziemlich lustiger und umgänglicher Zeitgenosse zu sein, jedoch ändert sich dies rapide, als der Druck und die Anspannung immer größer werden. So beteiligt er sich, fast schon mit Freude, an Berus` Demütigungen und schreckt auch vor brutalen Strafen nicht zurück.
Antoine Monot Jr. Als Bosch (Wärter)
---------------------------------------- -----------
Bosch ist ein Außenseiter, der die Aktionen seiner „Kollegen“ als sehr schlimm empfindet, jedoch nicht gegen sie ankommt. Er versucht Tarek zu helfen, wird jedoch dabei erwischt und von den anderen Wärtern zusammengeschlagen, um anschließend den Häftlingen Gesellschaft zu leisten. Passend besetzt mit Monot, denn die Unsicherheit und Ängste die er während des Experimentes hat, werden glaubwürdig und realistisch dargestellt.
Edgar Selgeals Prof. Dr. Klaus Thon
-------------------------------------------- -
Thon erkennt die sich zuspitzende Lage zwar, jedoch will er das Experiment mit aller Gewalt durchziehen und tut die Situation immer wieder mit der Begründung ab, das sich schon alles wieder beruhigen wird. Erst zum Ende hin wird ihm bewusst, dass aus seinem Testversuch
tödliche Realität geworden ist. Aber da ist es fast schon zu spät!
Andrea Sawatzki als Dr. Jutta Grimm
------------------------------------------- ---
Dr. Grimm ist die Assistentin von Professor Dr. Thon. Sie merkt relativ schnell, dass es an der Zeit wäre das Experiment abzubrechen. Als es zur Eskalation kommt, wird sie ebenfalls den schlimmen Demütigungen der Wärter ausgesetzt. Nur mit knapper Not entgeht sie einer Vergewaltigung durch Eckert. Andrea Sawatzki sehe ich sehr gerne und auch hier beweist sie wiedereinmal ihr schauspielerisches Talent.
Maren Eggert als Dora
-----------------------------
Dora ist die Freundin von Tarek, die zunächst nichts von dem Experiment weiß. Nachdem sie sich jedoch in Tareks Wohnung einquartiert hat, findet sie die Unterlagen und besucht ihn. Die Rolle der Dora scheint zu Beginn des Films eher unwichtig zu sein, jedoch trägt sie zum Ende hin zur Befreiung der Insassen und dem Ende des Experiments bei.
*******************
EINZELHEITEN ZUR DVD
*******************
Die DVD gibt es in 2 Ausführungen:
Einmal die normale DVD Fassung
und
die Auflage von TV-Movie
Ich besitze die Fassung aus
der TV-Movie Zeitung.
-----------------------------------
Spr ache: Deutsch
Regionalcode: 2
Bildformat: 1:1,85/16:9
Tonformat: Dolby Surround
-----------------------------------
D iese Angaben sind bei beiden DVD´s gleich
Worin unterscheiden sich diese DVD`s?
********************************
Bei der regulären Kauf - DVD ist die
Gesamtlaufzeit mit 120 Min. angegeben.
Auf der TV-Movie Version allerdings mit ca. 114 Min.
Worin hier der Knackpunkt liegt, kann ich nicht sagen.
Ich habe den Film schon mehrmals, vor Kauf der TV-Movie Fassung,
gesehen und als ich nun diese Fassung anschaute keine Filmszenen vermisst.
Die Fassung von TV Movie beinhaltet nur minimale Extras. Die schriftlichen Biographien von Moritz Bleibtreu, Andrea Sawatzki und Regisseur Oliver Hirschbiegel, sowie schriftliche Infos zum Film.
Die ursprüngliche Kauf-DVD bietet allerdings noch einiges an Bonusmaterial.
So findet man hier Produktionsnotizen, Audiokommentare zum Film, „Hinter den Kulissen“, sowie Filmo- und Biographien.
Zu diesen Extras kann ich aber leider keine Auskunft geben, da ich eine andere Fassung besitze und mir das Bonusmaterial, als ich die Original-DVD Zuhause hatte, leider nicht angeschaut habe.
Bei der Bild- und Tonqualität, gibt es meinerseits nichts zu bemängeln. Auch auf der billigeren Fassung wurde hieran nicht gespart, sondern eben nur an dem Bonusmaterial.
*****
PREIS
*****
Für meine TV-Movie Fassung bezahlte 3,30€
Die reguläre Kauf-DVD ist z.B. bei Amazon für 6,97€ erhältlich
*****
FAZIT
*****
Dieser Film bekommt von mir 5 Sterne, da die Umsetzung wirklich sehr gut gelungen ist und auch die einzelnen Rollen nicht besser hätten besetzt werden können. Ein Film den man sich anschauen sollte. Ich habe ihn mittlerweile meiner DVD- Sammlung hinzugefügt und mit Sicherheit nicht das letzte Mal angeschaut.
Der Wehmutstropfen ist allerdings, dass ich mich für die Ausgabe der TV-Movie Zeitschrift entschieden habe und mir somit die Extras, die auf der normalen DVD enthalten sind, verschlossen bleiben. Wer also Wert auf Bonusmaterial legt, sollte lieber etwas mehr Geld investieren und sich die normale DVD zulegen.
...
topfmops, 30.12.2006
Und während der Silvester-Fete: Tu nichts, weswegen ich mich schämen würde, also unter der Bettdecke rauchen oder ähnliches. Ansonsten gesund und munter bis nächstes Jahr auf dass Dir alles gelingen möge, was Du Dir vornimmst!!
Nat_Tom, 22.04.2007
sooo wir sind wieder da aber bevor es nen neuen bericht gibt wird erstmal bissle bewertet, denken das ist so ganz fair o
Puenktchen3844, 17.03.2007
Na ja, wie schon geschrieben es gibt hier kein quotBHquot. Liebe Grüße
ein Testbericht von umbromann2006-06-14 19:02:36vom 14.06.2006Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, thriller...Nachteile/Kritik: die beigehängte Liebesgeschichte hat mich gestört
Hier erst einmal ein paar generelle Informationen.
Ton: Dolby Surround
System DVD
FSK 16
Sprache Deutsch
Bildformat 1:1,85/16:9
Mehrkanalton Dolby Digital 5.1
Vertrieb EuroVideo
FILM/ KINO-DATEN
Kategorie Spielfilm
Genre Thriller
Regie Oliver Hirschbiegel
Darsteller Moritz Bleibtreu , Christian Berkel , Edgar Selge
Originaltitel Das Experiment
Land/ Jahr Deutschland 2001
KAUFMEDIUM
EAN-Code 4009750243763
Auslieferung 17.01.2002
In dem Film das Experiment (Regie: Oliver Hrischbiegel) geht es um einen Mann (gespielt von Moritz Bleibtreu) der in Geldnöten steckt. Er versucht sich als Taxifahrer durchzubringen. Aus der Not heraus nimmt er an einem Experiment teil. Teilnehmer
sind 20 Menschen aus dem normalen Leben. Keine besonderen Vorraussetzungen muss man mitbringen. Das Experiment geht über 2 Wochen. Die Teilnehmer werden aufgeteilt. 8 spielen die Wärter und 12 die Gefangenen. Die Gefangenen haben keine Rechte, werden wie echte Gefangene behandelt. Beispielsweise dürfen Sie sich nur mit Nummern ansprechen und in Zellen schlafen.
Das Experiment soll abgebrochen werden, wenn es zu gewaltätigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppen kommt.
Anfangs müssen sich alle Teilnehmer an die neue Situation gewöhnen. Alles nehmen es nicht ganz so ernst. Es wird unter beiden Gruppen geflaxt...
Doch dann fangen die Gruppen an sich in Ihre Position reinzuversetzen. Die Wärter verschärfen die Regeln und die Insassen werden aufmüpfig. Das Ausmaß des Experiments wird deutlich unterschätzt.
Vor allem der Hauptdarsteller ist aufmüpfig und provoziert die Situation. Die Wärter sollen für Ruhe sorgen und verschärften die Regeln. Aufmüpfige werden gedemütigt. Nakht schlafen, Betten werden aus den Zellen geholt...
Ganz erschreckend ist, dass auch die ganz unscheinbaren Menschen auf einmal die Rolle leben und hart durchgreifen.
Ihren Charackter verändern.
Als man die Situation noch schlichten kann, handelt der Projektleiter nicht. Die Situation eskaliert und es kommt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Es folgen sogar Tote. Alle Einzelheiten möchte ich nicht verraten. Dafür wollt Ihr euch ja sicher den Film anschauen.
Nebenbei gibt es noch eine Liebesgeschichte zwischen dem Hauptdarsteller und einer Frau. Diese ist geschmacksache. Finde die passt nicht zum Film.
Was ich gut finde, dass man aufzeigt, dass auch noch so liebe Menschen in Drucksituationen ganz anders handeln können als es ihren Grundsätzen entspricht. Ein Film, der wahre Tatsachen aufweist.
...
Einer der seltenen Filme, den man mit Spannung auch ein zweites Mal sehen kann!!!
ein Testbericht von Heimkimiki2005-09-21 17:17:13vom 21.09.2005Empfehlung: ja
Vorteile: wie beschrieben...Nachteile/Kritik: wie beschrieben
---DAS EXPERIMENT---
Regie:
------
Oliver Hirschbiegel
Darsteller:
-----------
Moritz Bleibtreu,
Christian Berkel,
Oliver Stokowski,
Heiner Lauterbach,
Fatih Akin,
Ralf Müller,
Edgar Selge,
In dem Film geht es wie der Name schon sagt um ein Experiment. Es werden 20 Leute (8 Wächter und 12 Gefangene) für ein Gefängnisversuch gesucht! Es werden einige Test mit den Bewerbern durchgeführt und sie werden aufgeteilt in Wächter und Gefangene! Unter den Gefangenen befindet sich auch Moritz Bleibtreu.
Am Anfang scheint das Experiment ganz ruhig über die Bühne zu gehen,aber schon am 2.Tag kommt es zu den ersten Auseinandersetzungen
zwischen Wächtern und Gefangenen. Dies steigert sich im Laufe des Filmes immer mehr und schließlich eskaliert die ganze Sache am 5.Tag!
Ich habe den Film bereits schon zwei Mal gesehen! Es ist seit langem mal wieder ein Film der mich richtig beeindruckt hat. Es ist einfach wahnsinnig interessant zu sehen wie sich die Leute in deisem Scheingefängnis immer mehr verändern und die Wächter versuchen ihre Machtposition immer weiter auszubauen! Aber in gewisser Hinsicht ist es auch erschreckend zu sehen, wie manche Leute ihre Macht ausnutzten abwohl es eigentlich nicht notwendig ist. Auf jeden Fall hat der Film mich stark zum Nachdenken angeregt.
Aber noch besser fand ich das Phänomen, dass ich den Film auch bei zweiten Mal sehen übelst fesselt fand!!! So konnte man die Entwicklung der Personen noch genauer Beobachten als beim ersten Mal.
Ich kann allerdings nur sagen: Schaut euch den Film an, man kann wahnsinnig viel dabei lernen. Ihr werde es nicht bereuhen!!!!!!
mami_online, 01.08.2005
leider recht kurzen Beschreibung her an den Filmdas Buch quotDie Wellequot.... Scheint aumlhnlich zu sein. Ist bestimmt ein sehr interessanter Film. Kannst du noch ein bisschen mehr zum Geschehen hinzufuumlgen? Und evtl. noch Bonus auf DVD? Wenn
Mayani, 04.08.2005
Ich hab ihn glaub ich schon 4 Mal gesehen und koumlnnt gleich noch mal :
Gute Geschichte, die sogar geschehen ist, gute Schauspieler, was will man mehr?
Aber wieso jetzt nur 4 Punkte??
Liebe Gruumlszlige
nadine1202, 31.07.2005
vielen dank fuumlr den interessanten bericht, wollte mir den film sowieso noch ansehen, weil mir ein kumpel den empfohlen hat.
ein Testbericht von Mathi152005-07-28 18:25:50vom 28.07.2005Empfehlung: ja
Aber zuerst einmal werde ich kurz den Inhalt vorstellen. Es geht um einen Mann, der hier eindrucksvoll von Moritz Bleibtreu gespielt wird, der Geld braucht und dadurch bei einem Experiment mitmacht, bei dem ein Scheingefängnis für 2 Wochen lang beonachtet wird. Hierbei werden 20 Leute in 2 Gruppen eingeteilt. 8 davon sind die Wachmänner und 12 Gefangene. Diese müssen für diese Zeit auf einige Menschenrechte verzichten. So dürfen sie zum Beispiel nicht mehr mit ihrem wirklichen Namen genannt werden, sondern sie müssen mit Nummern angesprochen werden. Jedoch wenn irgendjemand gewaltätig
wird, so wird dieser sofort vom Experiment ausgeschlossen, so heißt es jedenfalls zu Anfang des Experiments!
Am Anfang unterschätzen alle die Situation und sehen es als nicht besonders schlimm an, doch dies wird sich mit der Zeit gehörig ändern!
Die Situation im Gefängnis spitzt sich immer mehr zu, da sich der Hauptdarsteller nicht permanent dissen lassen will, doch das stößt auf Ablehnung bei den Wächtern. Denn diese haben als Aufgabe die Situation ruhig zu halten und da passt ihnen so jemand überhaupt nicht. sie wollen ihn kleinlaut bekommen und bestrafen so die gesamte Gruppe um diesen zu schwächen und sein Ansehen in der Gruppe zu schmälern. So tragen sie ihn auch raus, so dass die Kamera nichts mehr verfolgen kann und sie in demütigen. Hiermit wird ganz klar der Gruppenzwang aufgezeigt und das auch ganz unscheinbare Menschen dominant werden können. So kristallisiert sich als anführer der wächter ein eigentlich unscheinbarer Mann heraus, von dem man es nri im leben gedacht hätte, da er total ruhig ist und eigentlcihe in Weichei und Versager ist. Da er aber bei Moritz Bleibtreu (die Person, die Moritz Bleibtreu spielt) auf Ablehnung stößt will er seine Chefrolle ausspielen, da er Wächter ist. Ich finde die Schauspieler auch sehr überzeugend, da man sie am Anfang scheinbar teilweise falsch einschätzt, dies aber vom Regisseur gewollt ist. Er will damit ausdrücken, dass auch unscheinbare Leute gefährlich werden können, da man sie unterschätzt.
Na gut was heißt der Regisseur wollte so! Das ist bur teils so, da die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht und so wirklich passierte. Und zwar in den 70ern in den USA glaube ich! Aber gerade deswegen ist es so interessant.
Jedenfalls möchte ich noch sagen, dass ich viele Parallelen zu Hitler erkannte. Diesen unterschätzen zu Anfang auch alle. Sogar ausländische Poliker hätten nie gedacht, dass eine Person ein ganzes Volk in den Bann ziehen kann, oder das zumndest so jemand wie Hitler es nicht schaffen könnte, da er er fallen würde früher oder später. doch da haben sich die Leute verspekuliert brauchten sich nicht zu wundern.
Im Film ist es genauso: die Beobachter denken nur an sich, zumindest der Projektleiter, da er groß rauskommen will und handelt nicht konsequent, da sie auch bei Gewalthandlungen nichts taten. Sie unterschätzten auch hier die Lage bis es dann eskalierte. Aber mehr möchte ich nicht verraten, es soll ja auch spannend sein.
Auch finde ich es gut, dass es eine Art Nebenhandlung gbit und zwar die Liebesgeschichte und das immer wieder unvorhergesehene Dinge geschehen, doch überzeugt euch selbst.
Endlich mal wieder kann Heile Welt Film aus Hollywood, der eh nicht der Wahrheit ensprechen würde!
...
ein Testbericht von CyberJ2005-07-17 15:47:17vom 17.07.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Hintergrund der Story, Schauspieler, spannung hoch 10 ...Nachteile/Kritik: Nichts für ängstliche Leute
Humor: wenig humorvoll
Spannung: sehr spannend
Anspruch: anspruchsvoll
Action: viel
Romantik: wenig
Pro: Hintergrund der Story, Schauspieler, spannung hoch 10
Kontra: nichts für ängstliche Leute
Empfehlenswert? ja
Kompletter Erfahrungsbericht
------------------------------------------------ --------------------------------
Heute möchte ich euch einen Film näher vorstellen der mir diese Woche wieder mal vor die Augen kam und den ich schon im Kino toll fand. Deshalb dachte ich mir ich könnte euch etwas erzählen über einen sehr sehr guten deutschen Film mit dem TITEL:
Das Experiment
Dieser Psychothriller ( so wörtlich gemeint wie selten zuvor)
spielt in Köln wo ein Team der Uni ein Versuch starten möchte wie sich Leute verhalten wenn man sie ohne einen Grund in den Knast steckt oder ihnen die Aufgabe eines Wächters übergibt.
Unter den 20 Experiment - Teilnehmern befindet sich ein junger Journalist der die Eindrücke von diesem Experiment an seine Zeitung zu bringen.
Das Experiment ist für alle am Anfang ein ziemlicher Spaß für den es noch 4000DM geben soll. Aber im Laufe des Films drehen die 8 Wärter total durch und nehmen selbst die Experimantsassistentin als Gefangene.
Die Regeln ( keine Schläge, Verletzungen etc.) werden hemmungslos gebrochen und das Experiment gerät vollkommen ausser Kontrolle.
So ähnlich hat sich das ganze im Jahr 1971 an der Stanford Universität in den USA abgespielt.
Die Psychologen der Stanford Uini steckten 24 Freiwillige in einen nachgebauten Gefängnistrakt auf dem Universitätsgelände und teilten sie in je zwölf Wärter und Häftlinge ein - und sahen zu was was passiert.
Alle Beteiligten waren sich im Klaren darüber das sie nur als Versuchskaninchen in einem Rollenspiel agieren , trotzdem gingen die meisten Teilnehmer voll und ganz in ihren Rollen auf - die Häftlinge litten unter Angstzuständen , Depressionen etc. Während die "Wärter" in einen Machtrausch gerieten und ihre "Gefangenen" demütigten, schlugen ja regelrecht folterten.
Das damalige Experimet wurde nach 7 Tagen abgebrochen
Dieses Experiment wurde von Regisseur Oliver Hirschbiegel phänomenal umgesetzt wobei er noch ein Stück weitergeht als das Original . Er zeigt was hätte passieren können wenn das Experiment nicht abgebrochen worden wäre. Die Wärter wären möglicherweise auch vor Schikanerie hoch 10 wie im Film nicht zurückgeschreckt.
Dieser Film wäre allerdings ohne seine phantastischen Schauspieler (u.a. Mioritz Bleibtreu, Oliver Stokowski, Justus von Dohnànyi, Andrea Sawatzki ) nur halb so toll aber da diese und andere mitspielen hat dieser Film das Prädikat - sehr zu empfehlen- verdient
Dieser Film ist jedem zu empfehlen der ihn noch nicht gesehen hat allerdings sollte man ihn meiden wenn man schnell zu Angstanfällen neigt.
ein Testbericht von trampastheo2005-06-12 16:33:26vom 12.06.2005Empfehlung: ja
Vorteile: Spannend, fesselnde Story, Darsteller, deutsche Produktion, Bonusmaterial der DVD...Nachteile/Kritik: --
Immer wieder ist man überrascht, welche Originalität ein Thriller in seiner Handlung mit sich bringt. "Das Experiment" von Oliver Hirschbiegel ist solch ein Film, der mich aufgrund der originellen Story beeindrucken konnte.
Handlung
Es sollte für 20 Männer schnell verdientes Geld werden, als sie sich für ein 2 Wochen-Projekt anmelden, bei dem sie in einem nachgestellten Gefängnis Häftlinge und Gefängniswärter spielen sollen. Tarek (gespielt von Moritz Bleibtreu) ist Journalist von Beruf und möchte natürlich aus seinem Aufenthalt im "Gefängnis" eine Story machen. Das Experiment jedoch scheint bereits 2 Tage nach seinem
Beginn außer Kontrolle zu geraten. Wächter und Häftlinge bekommen sich in die Haare und alles steht vor der Eskalation. Vor allem Häftling 77 (Tarek) macht sich anfangs einen Spaß aus seinem Aufenthalt und attackiert verbal einige der Gefängniswärter. Dafür wird er schon bald hart bestraft werden! Von der Liegenstützstrafe, die anfangs angewendet wird, gelangt man dann irgendwann an die Grenze der rohen Gewalt! Wie weit werden Ärzte und Professoren das Experiment weiter laufen lassen?
Filmkritik
Da behaupte mal jemand deutsche Spielfilme seien nicht gut! Wer „das Experiment“ gesehen hat, der wird höchstwahrscheinlich meine Meinung teilen, dass dieser deutsche Thriller eigentlich von der Story her, aber auch vom Verlauf der Geschichte, von der Spannung und sogar von den Darstellern nichts von einem amerikanischen Thriller zu beneiden hat. Ich war einfach imponiert nach den 114 Minuten des Films. Immer wieder musste ich während seines Verlaufs feststellen, wie mich die Handlung mehr und mehr fesselte. Ein Experiment, bei dem für einen einfachen Aufenthalt, wie die meisten zumindest glauben, in einem nachgestellten Gefängnis, gutes Geld raus springt, ist natürlich das Lockmittel für die Teilnehmer daran. Doch das Experiment gerät außer Kontrolle. Die Wächter wollen ihre Autorität gegenüber den Häftlingen unter Beweis stellen und gleichzeitig wollen sie zeigen, dass sie Macht ausüben können. Dabei gerät das Ganze natürlich außer Kontrolle und es geht dann irgendwann um Leben und Tod bei diesem "einfachen" Job! Bewundernswert ist es im Film dargestellt worden, wie doch tatsächlich Menschen reagieren, die in ihrem Leben niemals Macht hatten und diese ihnen auf einmal übertragen wird! Meistens wird das Ganze ein Desaster, denn sie können mit der plötzlichen Machtausübung nicht viel anfangen. Wenn sie dann von anderen kritisiert bzw. auf den Arm genommen werden, wie es im Film der Fall ist, kommt es anfangs zur innerlichen und dann zur eigentlichen Explosion, mit meistens verheerenden Folgen. Genau solche Menschen sind dann besonders gefährlich, wie uns auch die Geschichte sehr oft gezeigt hat bzw. viele von uns selbst in kleinerer Form im Wehrdienst erlebt haben.
Obwohl die meisten Darsteller eigentlich nicht bekannt sind, so ist trotzdem die Leistung aller lobenswert. Moritz Bleibtreu und Christian Berkel sind die zwei Darsteller, die man bereits aus anderen Filmen kennt. Während Christian Berkel in den ersten 45 Minuten des Films fast gar nicht zu Wort kommt, ist Bleibtreu der Protagonist, der sich als Häftling Nummer 77 mit den Wärtern anlegt. Schell wird aus dem Spiel und dem Gedanken des schnell verdienten Geldes ein wahrer Horror, bei dem es auch Tote geben wird! Beeindruckend für mich die Leistung von Justus von Dohnanyi, den man im Film als Berus sehen wird. Er hat eine ganz komische Persönlichkeit. Über seine Tochter möchte er mit seinen Kollegen nicht sprechen, er ist anfangs sehr ruhig, er stinkt sogar, aber trotzdem entwickelt er später eine Dynamik in der Wächtergruppe, die ihn zu ihrem Anführer macht. Dohnanyi schafft es den ganzen Hass des Zuschauers mit seinen Handlungen gegen die „Häftlinge“ auf sich zu konzentrieren. Für Werbung im Film sorgen diesmal auch deutsche Unternehmen wie Eduscho, Sparkasse, DAK und die üblichen "Verdächtigen" Sony und Coca Cola.
DVD und Bonusmaterial
Produktion: Typhoon und Fanes Produktion
Freigegeben: ab 16 Jahren
Laufzeit: ca. 114 Minuten
Bildformat: 1.85:1
Sprachen: Deutsch auf Dolby Digital 5.1
Untertitel: keine
Das Bonusmaterial der DVD bietet einige interessante Features an. Darunter ist vor allem der Audiokommentar mit Regisseur Oliver Hirschbiegel und Protagonist Moritz Bleibtreu erwähnenswert. Einige kontroverse Szenen des Films, die nur einmal gedreht werden konnten, wie z.B. der Haarabschnitt mit Moritz Bleibtreu, werden diskutiert und die Figuren des Films unter die Lupe genommen. Weitere Informationen zu Dreh und Casting, aber sicherlich nicht so lebendig wie beim Audiokommentar erzählt, kann man bei den Produktionsnotizen nachlesen. Die Darsteller selbst äußern sich zum Film "schriftlich" in der Sektion Cast und Crew, während man auch "Hinter den Kulissen" in den Szenen des anfänglichen Autocrash und später des Gefängnisaufenthalts der Männer sich ein Bild von den Dreharbeiten machen kann. Dass professionell gearbeitet wurde, kann man hier leicht erkennen. Dass es hier jedoch an Humor und guter Atmosphäre zwischen den Darstellern-Regisseur gemangelt hat, fällt ebenfalls auf. Angeboten werden dazu zehn geschnittene Szenen des Films und drei Trailer zu anderen DVD´s (7 Days to live, Chocolat und Jetzt oder nie). Während die Tonqualität der DVD ausgezeichnet ist, muss man, was die Bildqualität der DVD angeht festhalten, dass dem Bild teilweise etwas die farbenfrohe Atmosphäre fehlt, aber das liegt natürlich an der Gefängniskulisse und am Drehort (es wurde in einem Kölner Keller einer Kabelfabrik, die noch mit alten Eisenkacheln ausgestattet ist, gedreht).
Fazit
Mit einer so fesselnden Story und einer extrem spannenden Entwicklung hätte ich bei "das Experiment" sicherlich nicht gerechnet. Ein Vorzeigbeispiel der deutschen Filmindustrie, die hoffentlich noch weitere solcher Erfolge produzieren wird. Besonders teuer sollte der Film nicht gewesen sein (Drehort war ein Keller, Protagonisten damals alle weniger bekannt, der Film hat fast keine Aussendrehs), so dass man eben geradewegs sagen kann, dass eine gute Idee mit einer gut umgesetzten Handlung den Erfolg bringen kann. Die DVD kann ich ebenfalls weiterempfehlen. Das Bonusmaterial bietet einige Sektionen an, die den Zuschauer ansprechen werden. Für den besonders interessierten Filmfan ist der Audiokommentar mit Regisseur und Protagonist da, für den "Makig Of-Fan" dagegen hat man mit der Sektion "Hinter den Kulissen" die Möglichkeit etwas von den Dreharbeiten mitzubekommen.
...
ein Testbericht von jinky2005-06-09 12:08:51vom 09.06.2005Empfehlung: nein
Zeit: August 1971
Ort: Stanford University
Sachverhalt: der junge Psychologie-Professor Paul Zimbardo startet ein auf zwei Wochen veranschlagtes Experiment. Aus unterirdischen Laborräumen wird ein provisorisches Gefängnis konstruiert. 24 Freiwillige, allesamt unauffällige Collegestudenten, denen man 15 Dollar Durchhalteprämie pro Tag in Aussicht stellt, werden dort interniert, die einen als Gefangenen, die anderen als Wärter. Die Zuordnung der Versuchspersonen zur einen oder anderen Gruppe erfolgt per Münzwurf.
Zielsetzung: Erforschung gruppendynamischer Prozesse und Identifikation mit sozialen Rollen unter ungleich verteilten Macht- und Streßbedingungen.
Ergebnis: Keines. Das Verhalten der einzelnen Versuchspersonen konnte nicht aus ihren vorher ermittelten individuellen
Merkmalen abgeleitet werden. Im Übrigen wurde man erst nach Versuchsbeginn auf inhärente methodische Fehler gravierender Natur (wie das Fehlen einer Kontrollgruppe) aufmerksam. Inwieweit das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Wärtern und Gefangenen (auf jeden Wärter kamen zwei Gefangene) eine für den Verlauf signifikante Rolle spielt, wurde gleichfalls nicht überprüft.
Wissenschaftlicher Wert: demzufolge fragwürdig
Ablauf: Wärter begannen zunehmend, die Gefangenen durch Willkürmaßnahmen zu verunsichern und durch selektive Bevorzugung bzw. Benachteiligung einzelner gegeneinander auszuspielen. Gewalt und Schikane griffen um sich. Die psychische und physische Gesundheit der Gefangenen wurde zunehmend prekär. Im Speichel beider (!) Gruppen ließen sich hohe Konzentrationen des Streßhormons Cortisol nachweisen. Beide Gruppen begannen zu vergessen, daß es sich um eine Simulation handelte. Die Versuchspersonen identifizierten sich mit ihrer Rolle. Gefangene antworteten auf die Frage nach ihrem Namen mit ihrer Nummer. Manche baten am Besuchstag ihre Angehörigen, ihnen einen Anwalt zu besorgen. Die Übernahme der künstlich zugeschriebenen Rollen erstreckte sich über die Versuchspersonen hinaus auf Angehörige (die tatsächlich einen Anwalt beauftragten, anstatt einfach mit dem Versuchsleiter zu sprechen) und schließlich sogar Wissenschaftler (die ernsthaft diskutierten, ob man es verantworten könne, einen „Gefangenen auf Bewährung freizulassen“, bis ein Forscher die Kollegen auf die Absurdität der Erörterung aufmerksam machte). Das Experiment wurde nach vier Tagen abgebrochen.
So weit die Vorgeschichte. Wie so oft, wurde aus dem Ereignis ein Buch, aus dem Buch ein Film: ein sehr erfolgreicher deutscher Film aus dem Jahr 2001, der sich mit zahlreichen Preisen und noch mehr Nominierungen schmücken kann. Nicht ganz so begeistert wie Kinogänger und Feuilletons war Professor Zimbardo, der nach wie vor in Stanford forscht und lehrt: auf ihn ging ein Platzregen wütender Mails, die meisten davon aus Deutschland, nieder, in denen man ihm Nazimethoden vorwarf oder ihn gar der Beihilfe zum Mord bezichtigte. Im Vorspann des Films hatte man darauf hingewiesen, das Experiment habe tatsächlich stattgefunden. Aus den vagen zusätzlichen Informationen ließen sich Roß und Reiter leicht ermitteln.
Genau darin liegt eins der Probleme dieses Films. Einerseits hält er sich punktgenau an die Fakten: Die Nummern. Die Kittel der Gefangenen. Die Feuerlöscher (die tatsächlich gegen Gefangene eingesetzt wurden). Der Aufrührer unter den Gefangenen, der schon vorher seine Story an eine Zeitung verkauft und darum ein Interesse daran hat, daß das Experiment nicht undramatisch vor sich hintröpfelt. Folglich betätigt er sich als agent provocateur. Andererseits aber spinnt der Film die Geschichte publikumswirksam weiter: Blut fließt schon ziemlich bald, später dann auch in Strömen. Das Experiment wird nicht abgebrochen, da dem zuständigen Professor seine wissenschaftliche Reputation wichtiger ist als das Gesundheit und Leben seiner Probanden. (Haben wir nicht schon immer gewußt, daß in jedem Wissenschaftler ein Monster steckt?) Der Versuch des Rebellen, einen Hilferuf nach Draußen zu schleusen, scheitert; der Wächter, der ihm half, wird von seinen Kollegen selbst zum Gefangenen degradiert. Ach ja, zuerst wird er ordentlich verprügelt, und dabei fließt natürlich Blut. Schließlich übernehmen die Wärter gewaltsam die Kontrolle auch über die Wissenschaftlercrew. (Es gibt haufenweise Technik im Labor, aber zu wenig Personal. Immerhin das entspricht bundesdeutschen Realitäten.) Frau Dr. Grimme, annehmbar verkörpert von Andrea Sawatzki, wird von einem Wärter beinahe vergewaltigt. Es gibt einen Toten. Fließt dabei Blut? Aber klar doch. Dann, endlich: ein Ausbruchsversuch. Jetzt verkommt die Geschichte zum reinen Actionspektakel: Verfolgungsjagden durch akademische Heizungskeller, Prügeleien, Kämpfe, weitere Tote, schließlich: Auftritt Racheengel mit Pistole. Und dabei fließt – na? Richtig. Blut. Finale: Eingreifen der Polizei, Verhaftung der Wärter, Zusammenfinden des Liebespaars.
Der Film beginnt als eine Art Dokumentation, schwenkt aber rasch ins Reich der Fiktion. Dummerweise macht er nicht klar, wo das eine aufhört und das andere beginnt. Leidtragender dieser Unsauberkeit war Professor Zimbardo, der heute seinen damaligen Versuch zwar selbst durchaus kritisch sieht, es aber ganz gewiß nicht verdient hat, sich auf einer Stufe mit Josef Mengele wiederzufinden. Er stoppte das Experiment, bevor jemand körperliche Verletzungen davontrug. Es gab keine Vergewaltigung und erst recht keine Leiche. Es lag jederzeit in der Macht der Wissenschaftler, den Abbruch einzuleiten, und genau das taten sie auch. Die Teilnehmer wurden anschließend psychologisch betreut („debriefing“). Es war ein höchst fragwürdiges Experiment, gewiß, aber als sich das herausstellte, wurde alles getan, den Schaden zu begrenzen, und das scheint im Rahmen des Möglichen auch ganz ordentlich funktioniert zu haben.
Also: eine Dokumentation ist dieser Film nicht, auch nicht im weitesten Sinne. Ist er dann wenigstens als Fiktion überzeugend? Leider auch nicht. Zunächst einmal ärgert man sich über das hohe Klischeeaufkommen. Der Held Tarek Fahd (ein arabischstämmiger Taxifahrer, gespielt vom derzeit permanent überschätzten Moritz Bleibtreu) hat nach einer selbstverständlich schweren Kindheit Philosophie, Politik und Architektur studiert, ist von Beruf Journalist und fährt ebenso selbstverständlich nur deshalb Taxi, weil er sich – unbeugsamer Individualist, der er ist – irgendwann mit irgendeinem Vorgesetzten angelegt hat und deshalb nur der good guy sein kann. Er nimmt, mit allerlei 007-Gimmicks wie einer kameraversehenen Brille ausgestattet, am Experiment teil, weil er sich ein berufliches Comeback davon verspricht. (Gelegentlich sieht der Zuschauer durch Tareks Brille: die Kameraführung ist dort sehr überzeugend und eines der wenigen Highlights in diesem Streifen.) Ob das dann auch klappt, wird dem Zuschauer nicht mehr mitgeteilt. Übrigens werden die Bilder, die besagte Kamera liefert, per Sender nach draußen übertragen. Warum sich diese dann aber keiner ansieht, wenn das Ganze doch eine so wahnsinnig tolle Story zu werden verspricht, ist eine Frage, die sich der Verfasser des Drehbuchs offenbar nicht gestellt hat.
Damit nicht genug, wird Tarek auch noch eine Affäre mit einer gewissen Dora angedichtet, die zwar im Showdown noch zum Zuge kommt (siehe unter dem Stichwort „Racheengel“), aber offenbar nur, weil der Drehbuchschreiber sonst nichts Rechtes mit ihr anzufangen wußte. Die Liebesgeschichte zwischen besagtem Tarek und Dora dümpelt völlig konfus und für die Handlung des Films gänzlich unfunktional vor sich hin – weder wird klar, was er an ihr, noch, was sie an ihm findet. Wieso sie nach einer gemeinsamen Nacht gleich bei ihm einzieht, oder was es mit ihrem jüngst verstorbenen Vater auf sich hat, oder warum sie andauernd in Erbschaftssachen mit einem gewissen Dennis, den man nie zu Gesicht bekommt, telephoniert: man erfährt es nie, aber eigentlich will man es auch gar nicht wissen: so wenig neugierig macht uns der Film auf die Geschichte seiner Protagonisten.
Holzschnittartig angelegt sind auch die anderen Figuren: der Gefangene Schütte, der im realen Leben einen Kiosk betreibt und von einem gelben Ferrari träumt – das geborene Omega-Tier, denkt man sich, und voilà, eine gute Stunde später weilt er nicht mehr unter den Lebenden; der Wärter Eckert, im Hauptberuf Elvis-Imitator, der auf die Frage nach seiner Motivation, an diesem Experiment teilzunehmen, mit „Fun haben“ antwortet: man weiß sofort, sollte es in diesem Film zu einer Vergewaltigung kommen, wird er der Täter sein, und genau so ist es dann auch; der Wärter Berus, der sich von einem stillen Wasser zu einem gepflegten Sadisten mausert (Zuschauer, merke auf: die Verdruckten sind die Schlimmsten! Vor allem, wenn man sie auf ihren Körpergeruch aufmerksam macht!); der Gefangene Steinhoff, ein eingeschleuster Leutnant der Luftwaffe, der den Versuch von Anfang an als Ernstfall betrachtet und eine Taktik des Ja-nicht-Auffallens verfolgt, bis die ganze Sache auch ihm zu bunt wird: dann kommt seine Einzelkämpferausbildung voll zum Einsatz, und Tarek kann ihn am Schluß nur mit Mühe zurückhalten, Wärter Berus mit eigenen Händen zu erdrosseln – klar, Militärs sind autoritätshörig, aber wehe, wenn sie losgelassen! Das ist alles in ärgerlicher Weise absehbar.
Auch über die Zielsetzung des Experiments selbst erfährt man so gut wie nichts. Erstaunt liest man auf der entsprechenden Internetseite, wie der Darsteller des Versuchsleiters Professor Thon (Edgar Selge) seine Rolle aufgefaßt hat: „Thon ist Aggressionsforscher. Er gehört zu den Darwinisten und will beweisen, daß Menschen genetische Programme exekutieren, keine kulturellen Imperative. Solche Forscher haben in unserer Gesellschaft einen schweren Stand, weil sie beweisen, daß die Decke der sozialen Ideale ziemlich dünn ist.“ Nichts davon geht aus dem Film hervor – was andererseits auch nicht allzu bedauerlich ist, denn solch dümmlicher Primitivdarwinismus sollte wirklich keine mediale Verbreitung finden.
Was für ein Potential hätte dieser Stoff geboten! Man hätte zeigen können, wie – und eben nicht nur daß – aus ganz normalen Menschen Folterknechte werden können. Dazu hätte man aber Individuen, nicht Typen auf die Leinwand bringen müssen. Man hätte ihnen Motive geben können, sich – zum Beispiel als leitender Angestellter! – für nachgerade lächerliche 4000 Mark sämtliche Bürgerrechte abkaufen und zwei Wochen lang einsperren zu lassen. (15 Dollar pro Tag im Jahre 1971 für einen Collegestudenten sind da sicherlich ein anderes Kaliber.) Die Figuren des Films haben allenfalls Eigenschaften, aber keine Biographie dahinter. Das reale Experiment konnte diese Frage nach dem Wie nicht beantworten; wo die Forschung nicht weiterkommt, schlägt die Stunde der Imagination. Gehört wurde sie nicht. Wichtiger war offenbar, dem Zuschauer die Botschaft einzuhämmern: wiege Dich nicht in Sicherheit, auch in Dir steckt ein Westentaschen-Eichmann! Nun denn. Neu ist das ja nun gerade nicht. Brauchen wir wirklich diesen Film, um einzusehen, daß man sich vor Selbstgerechtigkeit hüten sollte?
Auch das Umkippen der Simulation in Realität hätte einiges an künstlerischem Gestaltungsspielraum geboten: Friedrich Dürrenmatt hat in „Die Panne“ gezeigt, wie man außer den Gestalten auch den Zuschauer (oder Leser) bis zum Schluß im Unklaren läßt, auf welche Seite sich die Waage neigen wird, und wie man es schafft, die labile Balance zwischen Spiel und Ernst bis an die Grenze des Unerträglichen aufrechtzuerhalten. Um zu sehen, wie schleichende moralische Korruption funktoniert, kann man seinen „Besuch der alten Dame“ lesen. „Zug des Lebens“ führt vor, wie Menschen ihnen zudiktierte Rollen peu à peu verinnerlichen. Mario Giordano aber hat nicht einmal den Versuch unternommen, hier irgendetwas in der Schwebe zu halten, und für allmähliche Entwicklungen fehlte es ihm auch an Geduld. So werden mögliche Spannungsmomente gleich dutzendweise verschenkt. Für einen dokumentarischen Film wäre das allenfalls akzeptabel, aber man wollte ja partout höher hinaus. Und so vereint der Film die Schwachpunkte von beidem: als Fiktion zu platt, als Dokumentation zu wenig faktentreu. Wer keine Lust hat zu recherchieren, muß sich dafür etwas einfallen lassen. Wer keines von beidem tut, verheizt Stoff und Schauspieler und macht einen schlechten Film. So einfach ist das.
...
ein Testbericht von mima0072005-03-16 10:28:36vom 16.03.2005Empfehlung: ja
Vorteile: spannend, humorvoll-ironisch, lässt keinen kalt, zuweilen sehr intensiv; prima Bonusmaterial...Nachteile/Kritik: es gibt lustigere Filme
Die Bundeswehr führt in einem Forschungsinstitut ein Aggressionsexperiment an 20 Freiwilligen durch. Tarek nimmt als Reporter daran teil, doch schon bald bereut er die Teilnahme. Das Experiment gerät außer Kontrolle und schließlich müssen sowohl die Gefangenen wie auch die Assistentin des Professors um Leib und Leben fürchten. -
Diese warnende Spekulation erntete von vielen Seiten Lob. Aber sie sorgt nicht gerade für einen lustigen Abend.
Filminfos
O-Titel: Das Experiment (D, 2001); DVD: 17.1.2002
FSK: ab 16
Länge: ca. 114 Min.
Regisseur: Oliver Hirschbiegel
Drehbuch: Mario Giordano (auch Romanvorlage), Christoph Darnstädt, Don Bohlinger
Musik: Alexander van Bubenheim
Kamera: Rainer
Klausmann
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Andrea Sawatzki, Edgar Selge u.a. (s.u.)
Handlung
Die Bundeswehr führt ein von Wissenschaftlern geleitetes Aggressions-Experiment mit 20 Freiwilligen durch. Ein Taxifahrer und Journalist Tarek Fahd (Bleibtreu, bekommt Wind davon und möchte darüber eine Undercover-Story schreibt. Er bekommt von der Redaktion 10.000 Mark Vorschuss und eine in seine Brille eingebaute Minikamera. In der Nacht, bevor er an dem Experiment teilnimmt, lernt er eine junge Frau kennen, die ein wenig lebensmüde aussieht. Dora (Eggert) wird zuerst seine Geliebte und später seine Rettung.
Bei dem von den Darwinisten Prof. Thon (Selge) und Dr. Jutta Grimm (Sawatzki) geleiteten Experiment wird eine Gruppe von 20 Freiwilligen in Wärter und Gefangene aufgeteilt. Tarek landet als Nr. 77 bei den Gefangenen und spielt dort den aufmüpfigen Störenfried. Als Sanktion wird er von den Wärtern gedemütigt, kann sich aber mit den schönen Erinnerungen an die mit Dora verbrachte Liebesnacht trösten.
Sorgen machen ihm zunehmend seine Zellengenossen. Die Nr. 38 wurde offensichtlich als eine Art Beobachter in seine Zelle eingeschleust, und zwar von der Luftwaffe: Der disziplinierte und durchtrainierte Steinhoff ist Pilot und kritisiert Tarek laufend. In Nullkommanix hat er seine Brillenkamera entdeckt und weiß über Tareks Aufgabe Bescheid.
Tareks anderer Zellengenosse jedoch stellt sich zunehmend als emotional labil heraus und rastet schließlich aus. Als Sanktion für Tareks Eingreifen bei den eskalierenden Auseinandersetzungen zwischen Wärtern und Gefangenen wird er in eine Black Box gesteckt. Die Black Box beraubt den Insassen der Sinneserfahrungen des Sehens, Hörens und Schmeckens. Man kann lediglich in einem sehr beengten Raum etwas ertasten. Auch Tarek ist aufgrund des sensorischen Entzugs kurz vorm Durchdrehen, als er mit Hilfe eines Schraubenziehens eine Ausbruchsmöglichkeit findet.
Als er der Black Box entsteigt, bietet sich ihm eine Szene des absoluten Horrors. Sein Zellengenosse Schütte (Oliver Stokowski) sitzt gefesselt und geknebelt fast nackt auf einem Stuhl im Zellengang und ist kurz davor, an Blutverlust und Luftmangel zu sterben. Die Vizeleiterin des Experiments, Dr. Grimm, wurde inzwischen fast von einem der Wärter, Bosch, vergewaltigt. Die Wärter haben die Kontrolle übernommen und üben absolute Willkür aus.
Kann Tarek das Ruder herumreißen und überleben?
Mein Eindruck: der Film
Das erste Details, das an dem Film auffällt, ist nicht die unheimlich grünliche Beleuchtung oder die Dynamik, sondern die sorgfältige Ausarbeitung aller Figuren - mit Ausnahme der beiden Frauen, die leider nur Funktionscharakter haben. Die Figurenzeichnung beruht auf dem Drehbuch, für das Mario Giordano - der auch die Romanvorlage lieferte -, Christoph Darnstädt und Don Bohlinger verantwortlich zeichnen. So ist der Rädelsführer der Wärter, Berus, ein mit Minderwertigkeitskomplexen beladener, obrigkeitshöriger und latent aggressiver Typ, der dann bei der geringsten Demütigung oder Infragestellung seiner Person beginnt, unverhältnismäßig brutal zurückzuschlagen.
Unter seiner Führung legen auch seine Mitwärter, die ja eigentlich nur Wärter spielen sollen, ihre Hemmungen ab, so etwa der Elvis-Imitator Eckert. Während Bosch zum Vergewaltiger wird, steigt nur einer aus: Kamps wird dies alles zu heftig. Brutal wird er zurechtgewiesen und diszipliniert. Der Gruppenzwang erfordert dies.
Auf der Gegenseite brechen die emotional Schwächsten bald unter den Demütigungen und Disziplinarmaßnahmen der Wärter zusammen. Auch Tarek befindet sich am Rande des Kollapses, nachdem sie ihn in die Black Box gesteckt haben. Nur Steinhoff scheint geradezu unverwundbar zu sein. Wir können nur ahnen, welches Spezialtraining er überstanden haben muss, um diese Spielsituation durchzustehen - selbst als Beobachter (denn die Wärter wissen dies nicht).
"Das Experiment" basiert also auf der Psychologie der Figuren und ihrer Interaktion. Als den Wissenschaftlern die Kontrolle entgleitet, weil sie überlistet werden, eskaliert die gewalt binnen kürzester Zeit. Aus dem ruhigen Kammerspiel wird ein ziemlich dynamischer Psychothriller. Der exzellente Schnitt (Hans Funck) macht die statische Innenwelt des Zellentraktes zu einer Art Schlachtfeld, wo ungeahnte Energien entfesselt werden.
Nachdem sich Tarek befreit hat, expandiert dieses Spielfeld in Windeseile, als die Insassen zu entkommen trachten: aus der Implosion wird eine Explosion. Diese eskaliert in eine Jagd-Szene, wie man sie sonst nur aus Actionthrillern deutscher Provenienz kennt: Die anonymen Gänge des Instituts verwandeln sich in die Todesfalle eines Labyrinths, in dem Menschen wie Ratten durch die Gänge hasten, auf der Suche nach dem Ausgang, der das Überleben bedeutet. Als Dora hier auftaucht, liefert er sie den größten denkbaren Kontrast, denn sie ist der Maßstab für die "Normalität". Als die Gehetzten und ihre Jäger auftauchen, wähnt sie sich auf einem anderen Planeten.
- Geschnittene Szenen
- Einzelgespräche mit der Versuchsleitung: mit den Häftlingen, mit den Wärtern
- Hinter den Kulissen: Der Crash (mit Dora); Im Knast
- Teaser, Trailer
- Produktionsnotizen: Der Roman; Das Drehbuch; Das Casting; Die Sets; Der Dreh; Die Rollen.
- Audiokommentar v. Hirschbiegel und Bleibtreu
- Bio-/Filmografien: Die Strafvollzugsbeamten ; Die Häftlinge; Die Wissenschaftler; Die Anderen; Die Crew
- Statements von Cast & Crew: Bleibtreu (Tarek); Christian Berkel (Steinhoff); Stokowski (Schütte); Wotan Wilke Möhring (Joe); Justus von Dohnanyi (Berus); Nicki von Tempelhoff (Kamps); Timo Dierkes (Eckert/Elvis-Imitator); Antoine Monot jr. (Bosch); Edgar Selge (Prof. Thon); Andrea Sawatzki (Dr. Jutta Grimm); Maren Eggert (Dora).
- Trailershow: Chocolat; 7 days to live; Jetzt oder nie - Zeit ist Geld .
Mein Eindruck: die DVD
Die Silberscheibe wartet mit ausgezeichnetem Design und umfangreichem Bonusmaterial auf. Am informativsten sind die Produktionsnotizen, der Audiokommentar von Regisseur und hauptdarsteller sowie die zahlreichen Statements der Mitwirkenden. Die Zahl dieser Statements ist wirklich erstaunlich, ebenso die Angaben, die in den Bio- und Filmografien gemacht werden. Auf den ersten Blick scheinen ja nur ein oder zwei hochkarätige Darsteller mitzuwirken, nämlich Bleibtreu und Selge (Prof. Thon). Dieser Eindruck entpuppt sich schon bald als Irrtum.
Die einzigen Beiträge, auf die man zur Not hätte verzichten können, sind die geschnittenen Szenen, die langweiligen Einzelgespräche mit der Versuchsleitung, mit den Häftlingen und mit den Wärtern sowie die B-Roll-ähnlichen Aufnahmen "hinter den Kulissen": der Crash mit Doras Auto sowie Szenen im Zellentrakt. Bei den restlichen Beiträgen handelt es sich um Werbung in Form von Trailern. Ein wenig merkwürdig mutet an, dass die Tonspur keine Untertitel aufweist. Bei manchen undeutlich wiedergegebenen Sätzen wären sie hilfreich gewesen.
Insgesamt liefert die DVD Informationsbeiträge, die eine Dauer von gut einer Stunde haben - verglichen mit dem knapp zweistündigen (kommentierten) Film mehr als genug.
Unterm Strich
Diese Scheibe ist buchstäblich eine runde Sache. Man erlebt nicht nur einen spannenden Psychothriller mit etlichen Actionszenen, sondern bekommt auch jede Menge Hintergrundinformationen geliefert. Natürlich ist die Aussage der Story nicht gerade herzerwärmend: Der Pessimismus hinsichtlich der Natur des Menschen - insbesondere des aggressiv gezeigten Mannes - ist offensichtlich. Aber solche Warnungen sind durchaus aktuell und angebracht. Wir können nicht wissen, wann wieder Neonazis auf wehrlose Asylanten einprügeln oder wann einfache Mode- und Szene-Abweichler urplötzlich zu Opfern auserkoren werden, an denen sich Frust und Hass ein Ventil verschaffen. Von den Tausenden von Vergewaltigungsopfern jedes Jahr ganz zu schweigen - und von den wahren Zuständen in Deutschlands Haftanstalten. (In Brasilien wird gerade eine der blutigsten Gefängnisrevolten in der Geschichte des Landes verfilmt.)
Die Produzenten von Fanes Film und Typhoon Film haben ein virulentes Thema aufgegriffen und mit einer exzellenten Cast & Crew aufregend umgesetzt. Dies ist sicherlich nicht jedermanns Lieblingsfilm, aber es ist ein fesselndes Stück Kino, das hendwrklich gut gemacht, und sein Anliegen bedenkenswert. In der Fachpresse wurde der Film fast durchgehend gelobt. Die DVD liefert guten Gegenwert fürs Geld.
Michael Matzer (c) 2003ff
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2005-03-16 10:28:36 mit dem Titel Die Hölle auf Erden, gekonnt inszeniert
Die Bundeswehr führt in einem deutschen Forschungsinstitut ein Aggressionsexperiment an 20 Freiwilligen durch. Tarek nimmt als Reporter daran teil, doch schon bald bereut er die Teilnahme. Das Experiment gerät außer Kontrolle und schließlich müssen sowohl die Gefangenen wie auch die Assistentin des Professors um Leib und Leben fürchten. - Diese warnende Spekulation erntete von vielen Seiten Lob, nicht nur, weil sie auf einem historischen Ereignis in den USA basiert. Aber sie sorgt nicht gerade für einen lustigen Abend.
Filminfos
°°°°°°°°°°°
O-Titel: Das Experiment (D, 2001); DVD: 17.1.2002
FSK: ab 16
Länge: ca. 114 Min.
Regisseur: Oliver Hirschbiegel
Drehbuch: Mario Giordano (auch Romanvorlage), Christoph Darnstädt, Don Bohlinger
Musik: Alexander van Bubenheim
Kamera: Rainer Klausmann
Darsteller: Moritz Bleibtreu, Andrea Sawatzki, Edgar Selge u.a. (s.u.)
Handlung
°°°°°°°°°°°
Die Bundeswehr führt ein von Wissenschaftlern geleitetes Aggressions-Experiment mit 20 Freiwilligen durch. Ein Taxifahrer und Journalist Tarek Fahd (Bleibtreu, bekommt Wind davon und möchte darüber eine Undercover-Story schreibt. Er bekommt von der Redaktion 10.000 Mark Vorschuss und eine in seine Brille eingebaute Minikamera. In der Nacht, bevor er an dem Experiment teilnimmt, lernt er eine junge Frau kennen, die ein wenig lebensmüde aussieht. Dora (Eggert) wird zuerst seine Geliebte und später seine Rettung.
Bei dem von den Darwinisten Prof. Thon (Selge) und Dr. Jutta Grimm (Sawatzki) geleiteten Experiment wird eine Gruppe von 20 Freiwilligen in Wärter und Gefangene aufgeteilt. Tarek landet als Nr. 77 bei den Gefangenen und spielt dort den aufmüpfigen Störenfried. Als Sanktion wird er von den Wärtern gedemütigt, kann sich aber mit den schönen Erinnerungen an die mit Dora verbrachte Liebesnacht trösten.
Sorgen machen ihm zunehmend seine Zellengenossen. Die Nr. 38 wurde offensichtlich als eine Art Beobachter in seine Zelle eingeschleust, und zwar von der Luftwaffe: Der disziplinierte und durchtrainierte Steinhoff ist Pilot und kritisiert Tarek laufend. In Nullkommanix hat er seine Brillenkamera entdeckt und weiß über Tareks Aufgabe Bescheid.
Tareks anderer Zellengenosse jedoch stellt sich zunehmend als emotional labil heraus und rastet schließlich aus. Als Sanktion für Tareks Eingreifen bei den eskalierenden Auseinandersetzungen zwischen Wärtern und Gefangenen wird er in eine Black Box gesteckt. Die Black Box beraubt den Insassen der Sinneserfahrungen des Sehens, Hörens und Schmeckens. Man kann lediglich in einem sehr beengten Raum etwas ertasten. Auch Tarek ist aufgrund des sensorischen Entzugs kurz vorm Durchdrehen, als er mit Hilfe eines Schraubenziehens eine Ausbruchsmöglichkeit findet.
Als er der Black Box entsteigt, bietet sich ihm eine Szene des absoluten Horrors. Sein Zellengenosse Schütte (Oliver Stokowski) sitzt gefesselt und geknebelt fast nackt auf einem Stuhl im Zellengang und ist kurz davor, an Blutverlust und Luftmangel zu sterben. Die Vizeleiterin des Experiments, Dr. Grimm, wurde inzwischen fast von einem der Wärter, Bosch, vergewaltigt. Die Wärter haben die Kontrolle übernommen und üben absolute Willkür aus.
Kann Tarek das Ruder herumreißen und überleben?
Mein Eindruck: der Film
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Das erste Details, das an dem Film auffällt, ist nicht die unheimlich grünliche Beleuchtung oder die Dynamik, sondern die sorgfältige Ausarbeitung aller Figuren - mit Ausnahme der beiden Frauen, die leider nur Funktionscharakter haben. Die Figurenzeichnung beruht auf dem Drehbuch, für das Mario Giordano - der auch die Romanvorlage lieferte -, Christoph Darnstädt und Don Bohlinger verantwortlich zeichnen. So ist der Rädelsführer der Wärter, Berus, ein mit Minderwertigkeitskomplexen beladener, obrigkeitshöriger und latent aggressiver Typ, der dann bei der geringsten Demütigung oder Infragestellung seiner Person beginnt, unverhältnismäßig brutal zurückzuschlagen.
Unter seiner Führung legen auch seine Mitwärter, die ja eigentlich nur Wärter spielen sollen, ihre Hemmungen ab, so etwa der Elvis-Imitator Eckert. Während Bosch zum Vergewaltiger wird, steigt nur einer aus: Kamps wird dies alles zu heftig. Brutal wird er zurechtgewiesen und diszipliniert. Der Gruppenzwang erfordert dies.
Auf der Gegenseite brechen die emotional Schwächsten bald unter den Demütigungen und Disziplinarmaßnahmen der Wärter zusammen. Auch Tarek befindet sich am Rande des Kollapses, nachdem sie ihn in die Black Box gesteckt haben. Nur Steinhoff scheint geradezu unverwundbar zu sein. Wir können nur ahnen, welches Spezialtraining er überstanden haben muss, um diese Spielsituation durchzustehen - selbst als Beobachter (denn die Wärter wissen dies nicht).
"Das Experiment" basiert also auf der Psychologie der Figuren und ihrer Interaktion. Als den Wissenschaftlern die Kontrolle entgleitet, weil sie überlistet werden, eskaliert die gewalt binnen kürzester Zeit. Aus dem ruhigen Kammerspiel wird ein ziemlich dynamischer Psychothriller. Der exzellente Schnitt (Hans Funck) macht die statische Innenwelt des Zellentraktes zu einer Art Schlachtfeld, wo ungeahnte Energien entfesselt werden.
Nachdem sich Tarek befreit hat, expandiert dieses Spielfeld in Windeseile, als die Insassen zu entkommen trachten: aus der Implosion wird eine Explosion. Diese eskaliert in eine Jagd-Szene, wie man sie sonst nur aus Actionthrillern deutscher Provenienz kennt: Die anonymen Gänge des Instituts verwandeln sich in die Todesfalle eines Labyrinths, in dem Menschen wie Ratten durch die Gänge hasten, auf der Suche nach dem Ausgang, der das Überleben bedeutet. Als Dora hier auftaucht, liefert er sie den größten denkbaren Kontrast, denn sie ist der Maßstab für die "Normalität". Als die Gehetzten und ihre Jäger auftauchen, wähnt sie sich auf einem anderen Planeten.
- Geschnittene Szenen
- Einzelgespräche mit der Versuchsleitung: mit den Häftlingen, mit den Wärtern
- Hinter den Kulissen: Der Crash (mit Dora); Im Knast
- Teaser, Trailer
- Produktionsnotizen: Der Roman; Das Drehbuch; Das Casting; Die Sets; Der Dreh; Die Rollen.
- Audiokommentar v. Hirschbiegel und Bleibtreu
- Bio-/Filmografien: Die Strafvollzugsbeamten ; Die Häftlinge; Die Wissenschaftler; Die Anderen; Die Crew
- Statements von Cast & Crew: Bleibtreu (Tarek); Christian Berkel (Steinhoff); Stokowski (Schütte); Wotan Wilke Möhring (Joe); Justus von Dohnanyi (Berus); Nicki von Tempelhoff (Kamps); Timo Dierkes (Eckert/Elvis-Imitator); Antoine Monot jr. (Bosch); Edgar Selge (Prof. Thon); Andrea Sawatzki (Dr. Jutta Grimm); Maren Eggert (Dora).
- Trailershow: Chocolat; 7 days to live; Jetzt oder nie - Zeit ist Geld .
Mein Eindruck: die DVD
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Die Silberscheibe wartet mit ausgezeichnetem Design und umfangreichem Bonusmaterial auf. Am informativsten sind die Produktionsnotizen, der Audiokommentar von Regisseur und hauptdarsteller sowie die zahlreichen Statements der Mitwirkenden. Die Zahl dieser Statements ist wirklich erstaunlich, ebenso die Angaben, die in den Bio- und Filmografien gemacht werden. Auf den ersten Blick scheinen ja nur ein oder zwei hochkarätige Darsteller mitzuwirken, nämlich Bleibtreu und Selge (Prof. Thon). Dieser Eindruck entpuppt sich schon bald als Irrtum.
Die einzigen Beiträge, auf die man zur Not hätte verzichten können, sind die geschnittenen Szenen, die langweiligen Einzelgespräche mit der Versuchsleitung, mit den Häftlingen und mit den Wärtern sowie die B-Roll-ähnlichen Aufnahmen "hinter den Kulissen": der Crash mit Doras Auto sowie Szenen im Zellentrakt. Bei den restlichen Beiträgen handelt es sich um Werbung in Form von Trailern. Ein wenig merkwürdig mutet an, dass die Tonspur keine Untertitel aufweist. Bei manchen undeutlich wiedergegebenen Sätzen wären sie hilfreich gewesen.
Insgesamt liefert die DVD Informationsbeiträge, die eine Dauer von gut einer Stunde haben - verglichen mit dem knapp zweistündigen (kommentierten) Film mehr als genug.
Unterm Strich
°°°°°°°°°°°
Diese Scheibe ist buchstäblich eine runde Sache. Man erlebt nicht nur einen spannenden Psychothriller mit etlichen Actionszenen, sondern bekommt auch jede Menge Hintergrundinformationen geliefert. Natürlich ist die Aussage der Story nicht gerade herzerwärmend: Der Pessimismus hinsichtlich der Natur des Menschen - insbesondere des aggressiv gezeigten Mannes - ist offensichtlich. Aber solche Warnungen sind durchaus aktuell und angebracht. Wir können nicht wissen, wann wieder Neonazis auf wehrlose Asylanten einprügeln oder wann einfache Mode- und Szene-Abweichler urplötzlich zu Opfern auserkoren werden, an denen sich Frust und Hass ein Ventil verschaffen. Von den Tausenden von Vergewaltigungsopfern jedes Jahr ganz zu schweigen - und von den wahren Zuständen in Deutschlands Haftanstalten. (In Brasilien wird gerade eine der blutigsten Gefängnisrevolten in der Geschichte des Landes verfilmt.)
Die Produzenten von Fanes Film und Typhoon Film haben ein virulentes Thema aufgegriffen und mit einer exzellenten Cast & Crew aufregend umgesetzt. Dies ist sicherlich nicht jedermanns Lieblingsfilm, aber es ist ein fesselndes Stück Kino, das hendwrklich gut gemacht, und sein Anliegen bedenkenswert. In der Fachpresse wurde der Film fast durchgehend gelobt. Die DVD liefert guten Gegenwert fürs Geld.
glowhand, 16.03.2005
hi!
ich finde, der bericht ist dir ganz gut gelungen ...
also gibts auch ein sehr nuumltzlich von mir!
viel spaszlig noch bei yopi.
mfg,
glowhand