Aktive Sterbehilfe Testbericht

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Erfahrungsbericht von Mischka27

ENDLICH war mein OPA Tod !!!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Jetzt werden einige denken, was ist denn das für eine Überschrift, da freut sich jemand das ein Opa endlich Tod ist.
Dem ist nicht ganz so, ich trauere um einen der liebsten Menschen die ich auf der Welt hatte, aber ich freue mich auch das er endlich von seinen Leiden erlöst wurde.
Aber nun einmal von Anfang an.

Vor einigen Jahren, war mein Opa ein typischer Kleinbauer, der einen kleinen Bauernhof hatte, auf dem einige Tiere ihr zu Hause hatten. So hatte er zwei Pferde, zwei Bullen, ein paar Hühner, ein paar Enten u.s.w.
Das war sein leben solange ich ihn kannte. Seit er nicht mehr bei der LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft der DDR) arbeitete war das sein ganzes Leben.
Immer an der frischen Luft, nie war er krank, kannte keinen Arzt. Er gönnte sich nichts, seine Tiere lebten besser wie manch ein Mensch. Sie wurde nur mit dem besten verwöhnt.

Auf einmal wurde er schwer krank, da war er 79 Jahre alt. Er konnte nicht mehr auf das Feld gehen, und nicht mehr seine Tiere versorgen.
Alles was früher so selbstverständlich war ging nicht mehr. Er saß sehr oft auf dem Hof und saß auf der Bank und schaute sich das treiben dort an.

Nun gab es ein Problem, wer sollte die Tiere versorgen ? Die Bullen konnte abgegeben werden, aber das Pferd behielten wir noch solange er noch etwas laufen konnte. Das hieß ich oder mein Onkel gingen nach der Arbeit noch aufs Feld Futter besorgen. Gras mähen, jeden zweiten Tag einen Pferdwagen voll, war mal weniger Zeit fuhren wir schnell mit dem Autohänger auf das Feld und mähten nur das Futter für den Abend.

Wir bauten eine schöne große Koppel für das Pferd, so das er sie vom Fenster aus beobachten konnte.

Ein paar Monate später verstarb plötzlich sein jüngster Sohn, mein Onkel im Alter von 36 Jahren. Das war ein sehr harte Schlag für Ihn. Kurze Zeit später verstarb auch völlig unerwartet seine Frau.

Er hatte jetzt jeden Lebensmut verloren. Es ging Ihm immer schlechter.
Es gab Tage, da wusste er nicht mehr wer ich war, ich war schockiert, ich war doch immer sein Lieblingsenkel, und nun wusste er nicht mehr wer ich bin. Am Anfang versuchte er noch zu erraten, wer ich bin. Aber es wurde immer schlimmer.

Da ich nun nicht mehr bei der Bundeswehr arbeitete sondern bei der Autobahn, hatte ich wenig Zeit so das ich nun auch noch das Pferd weggeben musste, er ging nicht mehr in den Stall und zeitlich schaffte ich das nicht noch nach einem 16 Stunden Tag die Tiere zu versorgen.

Ich gab es an einer Gaststätte, wo es heute für Kinder da ist, ich glaube er hätte es auch dahin gegeben.#

Es wurde immer schlimmer mit Ihm er konnte sich ohne Rollstuhl nicht mehr fortbewegen, die Krankenschwestern versorgten Ihn 3 mal am Tag. Ein Altersheim kam nicht in Frage, er sollte seinen Lebensabend in seinem Haus verbringen. Mein Onkel und meine Tante wohnen im Nachbarhaus und kümmerten sich sehr um Ihn, obwohl es nicht leicht war.

Jeder Löffel essen musste mühsam im seinem Mund geschoben werden. Oft dachte er das er schon gegessen hatte.

Nun kam die Zeit wo er immer häufiger danach fragte wann er endlich sterben darf.
Ich war immer sehr fertig wenn ich wieder zu Hause war. Ich konnte es nicht begreifen, das es mein Opa der immer so kräftig war jetzt nichts mehr kann.

Er bekam immer größere Schmerzen, er weinte sehr oft.
Ich versuchte mit Ihm einmal in der Woche mit dem Auto eine kleine Rundreise durch die nähere Umgebung zu machen, aber bald wollte er auch das nicht mehr, er kannte die Gegend nicht mehr wieder, er hatte alles vergessen.

Immer häufiger sprach er vom Tod. Ich tröstet ihn und sagte das er bald bei Oma sei. Ich kann nichts machen.
Er flehte jeden Tag endlich sterben zu dürfen, er hält die Schmerzen nicht mehr aus, er kann nicht mehr.
Ich hoffte immer das es bald vorbei sei, so schmerzlich wie es für mich ist meinen lieben Opa zu verlieren, so wenig wollte ich auch das er sich so unendlich lange quält ohne eine Freude am Leben. Aber es dauerte und dauerte noch über ein Jahr (Oktober 2001) bis es endlich soweit war bis er morgens nach dem Frühstück sanft eingeschlafen ist und die Augen für immer schloss. Es war vorbei. Er war von allen Schmerzen erlöst .

Hätte ich die Wahl gehabt hätte ich ihm vielleicht früher erlöst. Er wäre in Würde gestorben ohne so lange zu leiden, ohne jeden Tag erneut um den Tod zu bettelt.

Ich bin seit dem ein Befürworter der Sterbehilfe, allerdings sollte das wie in Australien sein, wo es möglich ist das man sein Leben mit der Hilfe von zwei unabhängigen Ärzten vorzeitig beenden kann, wenn dafür ausreichende Gründe vorliegen.

Warum soll sich ein Mensch quälen, jedes Tier hat ein Recht darauf Würdevoll zusterben, nur bei den Menschen wird das Leben oft sinnlos verlängert, und wenn es nur Tage oder Stunden sind. Maschinen halten Menschen künstlich am Leben ohne das eine Chance besteht das der Mensch je wieder das Krankenhaus lebend verlässt. Das ist doch Irrsinn.

Ich habe zu meiner Freundin gesagt, wenn ich so wie mein Opa dahindämmern sollte im Alter möchte ich nicht so alt werden, lieber schnell wie bei meiner Oma. Sie hat Ihr Leben gelebt und ist ohne Schmerzen gestorben.

Bei der Beerdigung stellte ich mir vor wie ich in der Ferien immer mit meinem Opa auf dem Pferdewagen mit gefahren bin, wie ich mir mein Taschengeld auf dem Feld verdient habe.

Für mich lebt er weiter in meinem Herzen, so wie ich Ihn kannte vor der Krankheit als starken Mann den eigentlich nicht umhauen konnte.

Das wollte ich einmal los werden.
Die Politiker sollte sich mal um dieses Thema Gedanken machen, vielleicht habe sie ja auch eines Tages einmal Mitleid mit Menschen die Qualen leiden müssen.

Euer Mischka27

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