Erfahrungsbericht von liskailonka
=====> Nicht nur der Täter war schuld
Pro:
-
Kontra:
Jugendliche stehen heute zu früh auf eigene Füße.
Empfehlung:
Nein
Warum? Ja die Frage habe ich mir selbst auch gestellt, als ich das Drama im Fernsehen miterleben mußte. Warum macht ein "Kind" so etwas?
Mit 19 ist man noch kein ausgereiftes Wesen und deshalb möchte ich diesen Jungenmann noch als Kind bezeichnen. Ich möchte hier seine Tat nicht gut reden, aber mir kommen wohl viele Fragen zu seinem Verhalten, seiner Tat, sein Umfeld und seine Familie, denn da müßte man erst nachsehen, um dann eventuelle Gründe zu finden. Erst wenn man die Gründe für seine Tat kennt, kann man nach Lösungen suchen um so etwas in der Zukunft zu verhindern; wobei ich mir nicht sicher bin ob sich solche Taten verhindern lassen.
Ich selbst bin immer gerne zur Schule gegangen und fühlte mich dort sicher. Nie im Leben hätte ich mir so etwas Schlimmes vorstellen können, wie jetzt in Erfurt passiert ist. Für mich war die Schule ein Platz der Sicherheit und eine Gemeinschaft die für einander da war. Vielleicht geht man in Holland anders um mit Schüler, aber ich bin sicher daß ich immer geholfen wurde durch Lehrer und Schulpsychologe, wenn es bei mir Zuhause wieder mal drauf und drunter ging.
Wegen mein Geburtsjahr, war ich in Holland 1 Jahr zu jung fürs Abitur und mußte die Klasse davor wiederholen. Ich war sehr enttäuscht und habe bittere Tränen geweint. Meine Eltern und ich wurden allerdings das ganze Jahr über gut unterstützt durch Klassenlehrer und Psychologe und alle 2 Wochen hatten wir ein Gespräch in dem wir meine Probleme besprachen, die ich mit dem "sitzenbleiben" hatte. So kam ich dann 1 Jahr später zum Abitur als geplant, war aber auch um 1 Jahr reifer geworden und durch die Unterstützung von der Schulseite aus, war es sogar noch recht amüsant geworden.
Darum kann ich jetzt nicht verstehen, daß die Eltern von diesem Täter nicht mal wußten, das der Junge von der Schule geflogen war. Fehlt es da nicht eindeutig an Kommunikation zwischen Eltern und Schule? Schreibt ein Direktor keinen Brief an Eltern, wenn deren Kind von der Schule fliegt? Ruft der Klassenlehrer keine Eltern an, wenn es Schwierigkeiten gibt? Ich denke da sollte vieles verbessert werden; auch die Eltern sollten sich SELBST informieren, über die Leistungen der Kinder und nicht nur das Zeugnis abwarten. Kommunikation ist das A und das O zwischen Schule und Eltern. Die Schule ist nicht dafür da, die Kinder zu erziehen; das müssen die Eltern tun. Deswegen sollte eine ständige Kommunikation zwischen Eltern und Schule auf Gegenseitigkeit beruhen.
Und das "Kind" war in einem Schützenverein? Aber hallo, sage ich da nur. Wie kann man so etwas dulden? Wie können Eltern es erlauben, daß ihr Zögling Waffen besitzt? Gut, er war über 18...aber lebte nach wie vor bei seinen Eltern. Bleiben die Eltern da nicht trotzdem noch verantwortlich für die Taten von ihrem Kind? Und außerdem; wenn schon Schützenverein - was will man da mit einer Pumpgun? Da verstehe ich die Welt nicht mehr. Jugendliche sollten keine Waffen besitzen und wenn sie schon im Schützenverein sind; warum nicht zur Auflage machen, daß sie die Waffen im Verein lassen müssen? Ich habe kein Verständnis dafür das man in Deutschland wirklich einfach an Waffen kommen kann; sowohl auf legaler Art, als auch auf illegaler Weise. Wozu braucht man als Otto Normal eine Waffe? Wozu braucht ein Kind eine Waffe?
Und damit bin ich dann bei der allgemeinen Gewalt angelangt, die ich jeden Tag um mich herum sehe: im TV, in Video´s, in Magazine, Computerspiele usw. In jedem Spielzeugladen werden 4-jährige schon verführt mit Waffengewalt; welcher kleiner Knirps möchte nicht gerne so ein Messer wie Tarzan besitzen oder so eine Strahlenkanone von irgendeinem Alien? Und immer kaufen die Eltern so etwas für die Kinder, damit sie brav spielen und sich schon im Sandkasten massakrieren. Mein Vater war Polizist und mit 11 Kinder hatte er es nicht leicht; er hat aber immer mit uns geredet über Gewalt und seine Folgen und Plastikgewehre und Gummiknuppel gab es in unsere Spielzeugsammlung nicht. Fernsehprogramm, gab es bei uns nur am Samstag und das auch nur unter Aufsicht. Und meine Eltern waren da streng; sogar Cartoons mit Prügeleien waren verboten. Bei uns Zuhause zählte Respekt; für einander, für sich selbst und für seine Mitmenschen und ganz ehrlich gesagt - diese altmodische Erziehung ist mir gut bekommen.
Natürlich kann man seine Kinder nicht mehr so erziehen, wie ich es wurde, aber Eltern, Lehrer und Familie sollten ein Kind auch heute noch begleiten auf dem Weg zum erwachsen werden. Da helfen keine Gesetze oder Verbot; Kommunikation, Geborgenheit und Vertrauen geben Kinder ein sicheres Gefühl und helfen sie vollwertige erwachsene Menschen zu werden. Wir alle sollten Kinder helfen auf zu wachsen und wertvolle menschen zu werden. Ich habe Mitleid mit dem Täter; wieso war er so verzweifelt? Warum hat er seine Eltern nicht seine Sorgen und Ängste anvertraut? Warum hat der Waffenhändler ihn eine Pumpgun verkauft? Warum wurde er zum Mörder?
Ich rede seine Tat nicht gut; nein, ich verfluche sie sogar, aber ich kann den Jungen nicht verurteilen. Niemand wird böse geboren. Irgendwo ist etwas schief gelaufen bei diesem Kind und die Schuld liegt nicht nur bei ihm. Wir sollten die Schuld suchen in einer Umwelt, die nur auf Erfolg gerichtet ist und keinen Platz bietet für "Verlierer" und "Erfolglose". Ja, die Schuld liegt also in der Gemeinschaft. man soll jetzt nicht schnell ein paar Gesetze ändern und damit den Waffenbesitz einschränken oder die FSK ändern; bringt alles nichts.
Kinder sind die zukunft dieser Welt; die Jugend von heute gestaltet morgen unsere Welt und deshalb sind wir alle verantwortlich dafür, was mit unsere Kinder geschieht und man soll sich nicht Augenklappen aufsetzen für die Probleme, die es bei den Nachbarn gibt. Reden und zusammenhalten, das Beispiel geben und die Kinder Mut mitgeben auf ihren Lebensweg. Das gehört alles mit zur Kindererziehung.
Deswegen plädiere ich dafür das Schulen, Eltern, Ärzte, Gesetzgebung und Vereine zusammenarbeiten in Sachen Kindererziehung. Evt. Probleme könnten dann im Vorfeld entdeckt werden und ein erneutes Blutbad verhindert werden. Vielleicht passiert so etwas Schlimmes dann trotzdem noch einmal, wer weis das schon, aber sollten wir nicht alle zusammenhalten und die Jugend von heute helfen auf ihren Weg ins Leben?
Copyright Ilonka Liska
Mit 19 ist man noch kein ausgereiftes Wesen und deshalb möchte ich diesen Jungenmann noch als Kind bezeichnen. Ich möchte hier seine Tat nicht gut reden, aber mir kommen wohl viele Fragen zu seinem Verhalten, seiner Tat, sein Umfeld und seine Familie, denn da müßte man erst nachsehen, um dann eventuelle Gründe zu finden. Erst wenn man die Gründe für seine Tat kennt, kann man nach Lösungen suchen um so etwas in der Zukunft zu verhindern; wobei ich mir nicht sicher bin ob sich solche Taten verhindern lassen.
Ich selbst bin immer gerne zur Schule gegangen und fühlte mich dort sicher. Nie im Leben hätte ich mir so etwas Schlimmes vorstellen können, wie jetzt in Erfurt passiert ist. Für mich war die Schule ein Platz der Sicherheit und eine Gemeinschaft die für einander da war. Vielleicht geht man in Holland anders um mit Schüler, aber ich bin sicher daß ich immer geholfen wurde durch Lehrer und Schulpsychologe, wenn es bei mir Zuhause wieder mal drauf und drunter ging.
Wegen mein Geburtsjahr, war ich in Holland 1 Jahr zu jung fürs Abitur und mußte die Klasse davor wiederholen. Ich war sehr enttäuscht und habe bittere Tränen geweint. Meine Eltern und ich wurden allerdings das ganze Jahr über gut unterstützt durch Klassenlehrer und Psychologe und alle 2 Wochen hatten wir ein Gespräch in dem wir meine Probleme besprachen, die ich mit dem "sitzenbleiben" hatte. So kam ich dann 1 Jahr später zum Abitur als geplant, war aber auch um 1 Jahr reifer geworden und durch die Unterstützung von der Schulseite aus, war es sogar noch recht amüsant geworden.
Darum kann ich jetzt nicht verstehen, daß die Eltern von diesem Täter nicht mal wußten, das der Junge von der Schule geflogen war. Fehlt es da nicht eindeutig an Kommunikation zwischen Eltern und Schule? Schreibt ein Direktor keinen Brief an Eltern, wenn deren Kind von der Schule fliegt? Ruft der Klassenlehrer keine Eltern an, wenn es Schwierigkeiten gibt? Ich denke da sollte vieles verbessert werden; auch die Eltern sollten sich SELBST informieren, über die Leistungen der Kinder und nicht nur das Zeugnis abwarten. Kommunikation ist das A und das O zwischen Schule und Eltern. Die Schule ist nicht dafür da, die Kinder zu erziehen; das müssen die Eltern tun. Deswegen sollte eine ständige Kommunikation zwischen Eltern und Schule auf Gegenseitigkeit beruhen.
Und das "Kind" war in einem Schützenverein? Aber hallo, sage ich da nur. Wie kann man so etwas dulden? Wie können Eltern es erlauben, daß ihr Zögling Waffen besitzt? Gut, er war über 18...aber lebte nach wie vor bei seinen Eltern. Bleiben die Eltern da nicht trotzdem noch verantwortlich für die Taten von ihrem Kind? Und außerdem; wenn schon Schützenverein - was will man da mit einer Pumpgun? Da verstehe ich die Welt nicht mehr. Jugendliche sollten keine Waffen besitzen und wenn sie schon im Schützenverein sind; warum nicht zur Auflage machen, daß sie die Waffen im Verein lassen müssen? Ich habe kein Verständnis dafür das man in Deutschland wirklich einfach an Waffen kommen kann; sowohl auf legaler Art, als auch auf illegaler Weise. Wozu braucht man als Otto Normal eine Waffe? Wozu braucht ein Kind eine Waffe?
Und damit bin ich dann bei der allgemeinen Gewalt angelangt, die ich jeden Tag um mich herum sehe: im TV, in Video´s, in Magazine, Computerspiele usw. In jedem Spielzeugladen werden 4-jährige schon verführt mit Waffengewalt; welcher kleiner Knirps möchte nicht gerne so ein Messer wie Tarzan besitzen oder so eine Strahlenkanone von irgendeinem Alien? Und immer kaufen die Eltern so etwas für die Kinder, damit sie brav spielen und sich schon im Sandkasten massakrieren. Mein Vater war Polizist und mit 11 Kinder hatte er es nicht leicht; er hat aber immer mit uns geredet über Gewalt und seine Folgen und Plastikgewehre und Gummiknuppel gab es in unsere Spielzeugsammlung nicht. Fernsehprogramm, gab es bei uns nur am Samstag und das auch nur unter Aufsicht. Und meine Eltern waren da streng; sogar Cartoons mit Prügeleien waren verboten. Bei uns Zuhause zählte Respekt; für einander, für sich selbst und für seine Mitmenschen und ganz ehrlich gesagt - diese altmodische Erziehung ist mir gut bekommen.
Natürlich kann man seine Kinder nicht mehr so erziehen, wie ich es wurde, aber Eltern, Lehrer und Familie sollten ein Kind auch heute noch begleiten auf dem Weg zum erwachsen werden. Da helfen keine Gesetze oder Verbot; Kommunikation, Geborgenheit und Vertrauen geben Kinder ein sicheres Gefühl und helfen sie vollwertige erwachsene Menschen zu werden. Wir alle sollten Kinder helfen auf zu wachsen und wertvolle menschen zu werden. Ich habe Mitleid mit dem Täter; wieso war er so verzweifelt? Warum hat er seine Eltern nicht seine Sorgen und Ängste anvertraut? Warum hat der Waffenhändler ihn eine Pumpgun verkauft? Warum wurde er zum Mörder?
Ich rede seine Tat nicht gut; nein, ich verfluche sie sogar, aber ich kann den Jungen nicht verurteilen. Niemand wird böse geboren. Irgendwo ist etwas schief gelaufen bei diesem Kind und die Schuld liegt nicht nur bei ihm. Wir sollten die Schuld suchen in einer Umwelt, die nur auf Erfolg gerichtet ist und keinen Platz bietet für "Verlierer" und "Erfolglose". Ja, die Schuld liegt also in der Gemeinschaft. man soll jetzt nicht schnell ein paar Gesetze ändern und damit den Waffenbesitz einschränken oder die FSK ändern; bringt alles nichts.
Kinder sind die zukunft dieser Welt; die Jugend von heute gestaltet morgen unsere Welt und deshalb sind wir alle verantwortlich dafür, was mit unsere Kinder geschieht und man soll sich nicht Augenklappen aufsetzen für die Probleme, die es bei den Nachbarn gibt. Reden und zusammenhalten, das Beispiel geben und die Kinder Mut mitgeben auf ihren Lebensweg. Das gehört alles mit zur Kindererziehung.
Deswegen plädiere ich dafür das Schulen, Eltern, Ärzte, Gesetzgebung und Vereine zusammenarbeiten in Sachen Kindererziehung. Evt. Probleme könnten dann im Vorfeld entdeckt werden und ein erneutes Blutbad verhindert werden. Vielleicht passiert so etwas Schlimmes dann trotzdem noch einmal, wer weis das schon, aber sollten wir nicht alle zusammenhalten und die Jugend von heute helfen auf ihren Weg ins Leben?
Copyright Ilonka Liska
16 Bewertungen, 2 Kommentare
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12.05.2002, 19:50 Uhr von FloVi
Bewertung: sehr hilfreichJugendliche stehen nicht zu früh auf eigenen Beinen. Sie werden nur nicht wirklich darauf vorbereitet und beim kleinsten Fehler von Gesellschaft und System brutal niedergemacht.
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12.05.2002, 19:45 Uhr von Flo1985
Bewertung: sehr hilfreichSehr schönder und ausführlicher Bericht! Mach weiter so! Man liest sich! Grüße aus München!
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