Angstzustände Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von FrauNeedle
Angst
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Aus derzeit aktuellem Anlass möchte ich heute über meine Phobie sprechen.
Doch zuerst - was heisst überhaupt Phobie?
Phobie ist das griechische Wort für Angst und Furcht. Es ist eine Form von Neurose mit zwanghafter und oft unbegründeter Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten.
Meine Phobie bezieht sich auf ein bestimmtes Tier - nämlich die Spinne. Egal in welcher Grösse und in welcher Form, ich gerate in Panik!
Als kleines Kind hatte ich diese Angst noch nicht, im Gegenteil, ich war damals so babarisch und habe Ameisen gesammelt und sie in ein Spinnennetz gesetzt, um zuzusehen, wie die Spinne sie sich holt.
Was der Auslöser war - wie diese Angst entstanden ist, weiß ich nicht. Doch irgendwann fing es an, dass ich erschrocken war, wenn ich eine Spinne gesehen habe.
In der Schulzeit war das für die Jungs ein gefundenes Fressen. Nicht nur einmal haben sie mich mit einer Spinne in der Hand gejagt und gelacht, wenn ich voller Panik weggerannt bin.
Diese Angst steigerte sich immer mehr:
Wenn ich eine Spinne in meinem Zimmer entdeckt habe, musste mein Vater das gesamte Zimmer solange absuchen, bis er sie gefunden und beseitigt hat - eher habe ich das Zimmer nicht mehr betreten. Habe ich eine Spinne nachts entdeckt und ich meinen Vater nicht wecken wollte, kramte ich eine Flasche Haarspray hervor und sprühte und verklebte sie so lange, bis sie sich nicht mehr regen konnte.
Später musste dann mein Ehemann dafür herhalten. Habe ich so ein achtbeiniges Getier in einem Raum entdeckt (und glaubt mir - ich habe ein Blick dafür und sehe sie alle *g*), habe ich diesen Raum nicht mehr betreten, bis mein Mann von der Arbeit nach Hause kam und sie beseitigen konnte.
Einmal hatte ich sogar die klassische Vogelspinne aus der Palme in meiner Wohnung. Ich dachte immer, soetwas passiert immer nur anderen und nicht mir, aber das war weit gefehlt.
Solche Erfahrungen prägen einen für das weitere Leben.
Später, nach der Scheidung, rief ich dann immer meinen Schwager oder meine Brüder an, um die Spinne aus der Wohnung zu bringen. Doch das war auf Dauer keine Lösung.
Ich lernte also ein wenig, damit umzugehen. Eine Spinne, die oben an der Decke hängt, kann dort hängen bleiben, ich betrete den Raum trotzdem, allerdings lasse ich sie nicht aus dem Auge. Ist sie in erreichbarer Nähe, kann ich auch den Überraschungseffekt voll ausnutzen und mache sie platt. Doch wenn ich das tue, dann tut es mir wieder leid. Doch wehe, sie ist in unmittelbarer Nähe und krabbelt, dann ist da nur noch Panik!
Wie macht sich meine Phobie bemerkbar?
Was hat das für Auswirkungen auf mein Leben?
Sehe ich überraschenderweise und in unmittelbarer Nähe eine Spinne, passiert folgendes:
Ein erschreckender Laut kommt über meine Lippen, ich habe Herzrasen und Schweißausbrüche, springe möglichst weit weg und brauche je nachdem, Stunden oder gar Wochen, um mich wieder zu beruhigen. Ist dieses einmal geschehen, ist diese Stelle, wo die Spinne war, für die weitere Zukunft eine Gefahrenstelle für mich. Als Beispiel kann ich mein Nachthemd nennen. Als ich es im Bad einmal vom Haken nahm, krabbelte dort eine Spinne heraus. Das ist ca. 15 Jahre her, aber noch heute schüttel ich das Nachthemd wie wild aus und untersuche vorsichtig aber ganz genau, ob sich dieser Vorfall nicht wiederholt. Solche Beispiele könnte ich etliche nennen, aber das würde den Rahmen sprengen. Tatsache ist, dass meine Wohnung im Laufe der Jahre immer mehr zur Gefahrenstelle wird.
Zur Zeit ist meine Angst schon fast unübertrefflich.
Ich bin vor zwei Monaten umgezogen, dass heisst: Nach und nach wurden Schränke abgebaut und dahinter lebt es sich als Spinne scheinbar sehr gut. Mindestens einmal am Tag stand ich deshalb unter Schock und es ist wieder soweit, dass ich mir Hilfe holen musste, um die Schränke nicht mehr selbst abzurücken. Nachts wachte ich schweißgebadet auf, weil ich wieder mal von einer Spinne geträumt hatte. Durch meine Angst kam ich nicht schnell genug mit der Renovierung voran, denn es dauert wirklich Stunden, bis ich einen Raum wieder betreten konnte, wenn sich dort erstmal der Horror abgespielt hatte.
Mittlerweile bin ich von meinem Verhalten selbst schon so genervt.
Ich verstehe das einfach nicht.
Ich weiß, dass sie mir nichts tun!
Ich weiß, dass es sehr nützliche Tiere sind!
Ich weiß, dass ich grösser und stärker bin ;-)
Und doch habe ich Panik!
Vor kurzem habe ich dieses Thema mal in einem Forum angesprochen und wir habe gemeinsam beratschlagt, was ich tun kann. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich etwas tun muss, also habe ich mich an einen Psychologen gewandt und hatte jetzt schon die zweite Sitzung bei ihm. Ich mache eine Verhaltenstherapie. Sie soll mir nicht unbedingt zeigen, wie schön es ist, wenn einem eine Spinne über den Arm läuft, aber sie soll mir zeigen, dass man auch mit Spinnen in der Wohnung ohne Panik leben kann.
Ich hoffe, er hat Erfolg!
Wer also auch unter einer Phobie leidet, dem rate ich, einen ersten Schritt zu wagen und das Problem zu beseitigen oder zumindest einzuschränken, denn auf Dauer machen diese Angstzustände einem das Leben schwer, ja sogar krank.
Danke für´s Lesen - FrauNeedle
Doch zuerst - was heisst überhaupt Phobie?
Phobie ist das griechische Wort für Angst und Furcht. Es ist eine Form von Neurose mit zwanghafter und oft unbegründeter Angst vor bestimmten Situationen oder Objekten.
Meine Phobie bezieht sich auf ein bestimmtes Tier - nämlich die Spinne. Egal in welcher Grösse und in welcher Form, ich gerate in Panik!
Als kleines Kind hatte ich diese Angst noch nicht, im Gegenteil, ich war damals so babarisch und habe Ameisen gesammelt und sie in ein Spinnennetz gesetzt, um zuzusehen, wie die Spinne sie sich holt.
Was der Auslöser war - wie diese Angst entstanden ist, weiß ich nicht. Doch irgendwann fing es an, dass ich erschrocken war, wenn ich eine Spinne gesehen habe.
In der Schulzeit war das für die Jungs ein gefundenes Fressen. Nicht nur einmal haben sie mich mit einer Spinne in der Hand gejagt und gelacht, wenn ich voller Panik weggerannt bin.
Diese Angst steigerte sich immer mehr:
Wenn ich eine Spinne in meinem Zimmer entdeckt habe, musste mein Vater das gesamte Zimmer solange absuchen, bis er sie gefunden und beseitigt hat - eher habe ich das Zimmer nicht mehr betreten. Habe ich eine Spinne nachts entdeckt und ich meinen Vater nicht wecken wollte, kramte ich eine Flasche Haarspray hervor und sprühte und verklebte sie so lange, bis sie sich nicht mehr regen konnte.
Später musste dann mein Ehemann dafür herhalten. Habe ich so ein achtbeiniges Getier in einem Raum entdeckt (und glaubt mir - ich habe ein Blick dafür und sehe sie alle *g*), habe ich diesen Raum nicht mehr betreten, bis mein Mann von der Arbeit nach Hause kam und sie beseitigen konnte.
Einmal hatte ich sogar die klassische Vogelspinne aus der Palme in meiner Wohnung. Ich dachte immer, soetwas passiert immer nur anderen und nicht mir, aber das war weit gefehlt.
Solche Erfahrungen prägen einen für das weitere Leben.
Später, nach der Scheidung, rief ich dann immer meinen Schwager oder meine Brüder an, um die Spinne aus der Wohnung zu bringen. Doch das war auf Dauer keine Lösung.
Ich lernte also ein wenig, damit umzugehen. Eine Spinne, die oben an der Decke hängt, kann dort hängen bleiben, ich betrete den Raum trotzdem, allerdings lasse ich sie nicht aus dem Auge. Ist sie in erreichbarer Nähe, kann ich auch den Überraschungseffekt voll ausnutzen und mache sie platt. Doch wenn ich das tue, dann tut es mir wieder leid. Doch wehe, sie ist in unmittelbarer Nähe und krabbelt, dann ist da nur noch Panik!
Wie macht sich meine Phobie bemerkbar?
Was hat das für Auswirkungen auf mein Leben?
Sehe ich überraschenderweise und in unmittelbarer Nähe eine Spinne, passiert folgendes:
Ein erschreckender Laut kommt über meine Lippen, ich habe Herzrasen und Schweißausbrüche, springe möglichst weit weg und brauche je nachdem, Stunden oder gar Wochen, um mich wieder zu beruhigen. Ist dieses einmal geschehen, ist diese Stelle, wo die Spinne war, für die weitere Zukunft eine Gefahrenstelle für mich. Als Beispiel kann ich mein Nachthemd nennen. Als ich es im Bad einmal vom Haken nahm, krabbelte dort eine Spinne heraus. Das ist ca. 15 Jahre her, aber noch heute schüttel ich das Nachthemd wie wild aus und untersuche vorsichtig aber ganz genau, ob sich dieser Vorfall nicht wiederholt. Solche Beispiele könnte ich etliche nennen, aber das würde den Rahmen sprengen. Tatsache ist, dass meine Wohnung im Laufe der Jahre immer mehr zur Gefahrenstelle wird.
Zur Zeit ist meine Angst schon fast unübertrefflich.
Ich bin vor zwei Monaten umgezogen, dass heisst: Nach und nach wurden Schränke abgebaut und dahinter lebt es sich als Spinne scheinbar sehr gut. Mindestens einmal am Tag stand ich deshalb unter Schock und es ist wieder soweit, dass ich mir Hilfe holen musste, um die Schränke nicht mehr selbst abzurücken. Nachts wachte ich schweißgebadet auf, weil ich wieder mal von einer Spinne geträumt hatte. Durch meine Angst kam ich nicht schnell genug mit der Renovierung voran, denn es dauert wirklich Stunden, bis ich einen Raum wieder betreten konnte, wenn sich dort erstmal der Horror abgespielt hatte.
Mittlerweile bin ich von meinem Verhalten selbst schon so genervt.
Ich verstehe das einfach nicht.
Ich weiß, dass sie mir nichts tun!
Ich weiß, dass es sehr nützliche Tiere sind!
Ich weiß, dass ich grösser und stärker bin ;-)
Und doch habe ich Panik!
Vor kurzem habe ich dieses Thema mal in einem Forum angesprochen und wir habe gemeinsam beratschlagt, was ich tun kann. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich etwas tun muss, also habe ich mich an einen Psychologen gewandt und hatte jetzt schon die zweite Sitzung bei ihm. Ich mache eine Verhaltenstherapie. Sie soll mir nicht unbedingt zeigen, wie schön es ist, wenn einem eine Spinne über den Arm läuft, aber sie soll mir zeigen, dass man auch mit Spinnen in der Wohnung ohne Panik leben kann.
Ich hoffe, er hat Erfolg!
Wer also auch unter einer Phobie leidet, dem rate ich, einen ersten Schritt zu wagen und das Problem zu beseitigen oder zumindest einzuschränken, denn auf Dauer machen diese Angstzustände einem das Leben schwer, ja sogar krank.
Danke für´s Lesen - FrauNeedle
22 Bewertungen, 1 Kommentar
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09.04.2006, 02:18 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichAngst vor einer Vogelspinne habe ich nicht. Im Gegenteil, ich finde sie superniedlich. Sie haben so ein schönes weiches Fell, das man kraulen kan. Ich mag dieseTiere. Ja, klar sie sind gifig. Aber man hat sie ja nicht im Haude so wie es bei Dir nun mal pa
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