Der Glöckner von Notre Dame Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von magnifico
Gutes Musical, aber leider keine Spitzenklasse
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Am 16. Juni 2002 wurde zum letzten Mal in der Bundeshauptstadt Berlin das Musical \"Disney\'s Der Glöckner von Notre Dam\" aufgeführt, somit versuchten auch letztmalig der Klang der Glocken der berühmten Pariser Kathedrale die Zuschauer in ihren Bann zu schlagen. Dabei stellte das Musical zwar durchaus einen sehenswerten und erlebenswürdigen Beitrag zur Berliner Kulturlandschaft dar, jedoch ist sein Weggang bzw. seine Absetzung nicht unbedingt eine \"Todesstoß\" für Berlin und sein Kulturangebot. Das liegt zum einen natürlich daran, dass die mit 3,4 Millionen Einwohnern und einer Fläche von beinahe 1.000 km² größte Stadt Deutschlands noch über viele andere zahlreiche und nicht minder qualitative Kulturangebote - etwa das Deutsche Theater, die Berliner Oper, das Berliner Ensemble - verfügt, zum anderen aber auch daran, dass Stella mit diesem Musical nicht unbedingt den \"großen Wurf\" erzielt hat - so sehe ich das zumindest.
Doch bevor ich mich mit den einzelnen Aspekten - positiver wie auch negativer Art - auseinandersetze und versuche, meine Beurteilung entsprechend zu begründen, eine kurze inhaltliche Zusammenfassung, um den Nichtkennern des Musicals wenigstens eine wage Chance des Verständnisses einzuräumen.
Inhalt
°°°°°°
Im Musical wird das Jahr 1462 anno domini geschrieben, Handlungsort ist Paris. Clopin, ein alter Zigeuner, führt in Form einer Erzählung in die Handlung ein, an deren Beginn Frollo, Stadtvogt des Königs und höchster Richter und Machthaber in Paris, einer Zigeunerin, die er im Verdacht des Diebstahls hat, niederschlägt und damit auf den Stufen der Pariser Kathedrale Notre Dam tötet. Der herbei eilende Domdekan entdeckt dabei noch in Gegenwart Frollos, dass die vermeintliche Diebesbeute ein Kind ist, das Frollo angesichts dessen Hässlichkeit in einen Brunnen werfen und ebenfalls töten will. Erst die Vorwürfe des Dekans bringen Frollo zur Besinnung und aus Reue und Angst vor Gottes Gericht nimmt er den Knaben, den er \"Quasimodo\", lat.: ungefähr Geformter bzw. Gestalteter, nennt, als seinen Sohn an und versteckt ihn im Glockenturm Notre Dams.
Zwanzig Jahre später, Quasimodo ist mittlerweile der Glöckner der Kathedrale, hat dieser, ununterbrochen in die Einsamkeit der Glocken verbannt, die Freundschaft dreier Wasserspeier gewonnen, während Frollo in seiner Kälte und Unbarmherzigkeit täglich nur zum Bibelunterricht Quasimodo besucht. Dieser, verlockt durch ein Zigeunerfest, kann seine Begierde nach einem Besuch des Festes nicht verbergen, worauf ihm Frollo einschärft, dass er zu hässlich sei, um unter Menschen, in der kalten und schlechten Welt, leben zu können.
Dennoch sucht Quasimodo das Fest auf, wobei er sein entstelltes Gesicht unter einem riesigen Hut verbirgt. Esmeralda, eine neu nach Paris gekommene und von den dortigen Zigeunern nur widerwillig aufgenommene Zigeunerin, ermuntert Quasimodo am Maskenwettbewerb teilzunehmen, den er infolge seiner scheinbar maskierten Hässlichkeit gewinnt. Als jedoch dem \"Narrenpapst\" die Maske entrissen werden soll, erkennen alle Anwesenden, dass Quasimodo tatsächlich so hässlich ist und er wird, gefesselt auf dem Marktplatz, verspottet und mit Obst beworfen. Esmeralda, die schon vorher Hauptmann Phoebus, der zur Unterstützung des Stadtvogts in dessen Kampf gegen die Zigeuner nach Paris gekommen ist, den Kopf verdreht hat, rettet aus Mitleid Quasimodo und trotz damit zugleich auch Frollo, der Quasimodo mit seiner Gefangenschaft eine Lektion erteilen will. Frollo lässt Esmeralda durch den noch gehorchenden Phoebus durch ganz Paris verfolgen, bis dieser sie in Notre Dam stellt.
Der Dekan der Kathedrale jedoch gewährt Esmeralda Kirchenasyl, so dass Frollo, der angesichts des zunehmend zögernden Phoebus Esmeralda selbst festnehmen wollte, unverrichteter Dinge abziehen muss, allerdings nicht, ohne Notre Dam vom Phoebus Männern lückenlos umstellen zu lassen, damit Esmeralda nicht entfliehen kann. Diese jedoch erhält von Quasimodo Hilfe und kann zunächst fliehen, wird allerdings von den Wachen ergriffen und vor Phoebus gebracht, der ihr jedoch seinerseits die Fluchtmöglichkeit einräumt.
Frollo, selbst von Esmeralda in Versuchung gebracht, erfleht göttliche Vergebung und befiehlt Phoebus, Esmeralda durch ganz Paris und mit allen Mitteln zu jagen, als er ihr verschwinden aus Notre Dam bemerkt. Und während Phoebus sich den Befehlen des Stadtvogts, unschuldige Bürger wegen ihrer vermeintlichen Weigerung, der Verfolgung der Zigeuner behilflich zu sein, zu bestrafen, widersetzt, fällt Frollos Verdacht auch auf Quasimodo, der Notre Dam besser als jeder andere kennt.
Im zweiten Akt, Paris ist mittlerweile in den Ausnahmezustand versetzt und brennt infolge Frollos Befehlen, alle vermeintlichen Helfer der Zigeuner mit Feuer zu bestrafen, gelangt der ebenfalls verfolgte und von einem Pfeil verwundete Phoebus durch die Hilfe des Dekans zu Quasimodo, der in ihm zunächst einen Feind zu erkennen glaubt und ihn von den Dächern Notre Dams stürzen will. Phoebus, unterstützt durch die für ihn nicht erkennbaren Wasserspeier, kann Quasimodo doch noch überzeugen, das Esmeralda Hilfe benötigt und so machen sich beide, geführt von einem Medaillon Esmeraldas, zum Versteck der Zigeuner in der Pariser Kanalisation auf.
Dort, im \"Mirakelhof\", erleben die beiden zunächst den Tanz der Zigeuner, bevor sie von diesen gefangen werden und nur knapp ihre Warnung vor Frollos Schergen aussprechen können. Clopin, der König der Zigeuner, fordert Esmeralda auf, zur Sicherheit aller Paris zu verlassen, wozu sich diese auch bereit erklärt, wobei Phoebus ihr anbietet, sie zu begleiten. Quasimodo muss erkennen, dass Phoebus und Esmeralda sich lieben, wobei alle drei kurz darauf von Frollo und seinen Männern gestellt werden. Phoebus und Esmeralda werden in den Kerker geworfen, Quasimodo in Ketten auf seinen Glockenturm verbracht.
Von dem Scheiterhaufen, auf dem Esmeralda nach Frollos Willen verbrannt werden soll, rettet sie Quasimodo nach längerem Zögern in einem Sturm der Gefühle und befreit auch Phoebus; alle drei kehren in die Kathedrale zurück, die Frollo nun, außer sich vor Wut, ungeachtet des Kirchenasyls stürmen lässt. Frollo, vergebens um eine Besänftigung des aufgebrachten Quasimodo bemüht, versucht diesen zu töten, worauf dieser ihn von Notre Dam in den tot stürzt, nachdem ihm Esmeralda zuvor sterbend erklärt hat, dass wahre Schönheit die der Seele ist.
Soweit der Inhalt, eine Kurzfassung, die, wie ich zumindest hoffe, grobe Umrisse der Handlung erahnen lässt.
Umsetzung
°°°°°°°°°°°°
Die Umsetzung dieses \"Märchens\" ist dabei von wechselnder Qualität seitens Stella erfolgt. Zunächst ist sicherlich die Leistung der Schauspieler zu loben, die mit anmutigen Tänzen und guten gesanglichen Beiträgen eine nicht zu unterschätzende Aufgabe meistern und eine gewisse Attraktivität des Stückes hervorrufen.
Weniger gelungen ist allerdings die Ausgestaltung der Kulissen. Denn während in anderen (Stella-)Musicals angesichts der Wesensart eines Muiscals die Kulisse doch einen wesentlichen Teil ausmacht und , etwa bei \"Cats\" oder \"Phantom der Oper\", auch die Atmosphäre mitträgt, ist bei \"Notre Dam\" in erster Linie der Einsatz eines Diaprojektors zu beklagen, mittels dem sowohl die Zinnen der Kathedrale, wie auch deren Inneres, und schließlich auch die Kanalisation, in der die Zigeuner ihre Zuflucht haben, dargestellt wird. Dabei werden wechselweise graue Steinornamente, blauviolette Säulen oder blaugrüne Wände auf unterschiedlich hohe Klötze projiziert, wobei die, zumindest für mich aus der vierten Reihe nicht sehr ansprechende Illusion spätestens dann durchbrochen wird, wenn die Schauspieler quasi als Leinwand auftreten und einerseits ihre Kostüme und Gesichter verblassen, auf der anderen Seite im Hintergrund ein \"Schattenloch\" klafft.
Hier enttäuscht Stella, ungeachtet des Hinweises im Programmheft, dass der zum Einsatz kommende Projektor eine Spezialentwicklung gewesen ist, doch ziemlich, da derartige Effekte von jedem mittelmäßig ausgerüsteten Theater zu erwarten sind, in einem Musical aber ungleich mehr Möglichkeiten und Kapazitäten, auch im Bereich der Kulissen, bestehen, wie etwa \"Tanz der Vampire\", \"Elisabeth\" oder \"Jekyll & Hyde\" zeigen bzw. gezeigt haben.
Auch die Musik und die Gesänge sind nicht so richtig Spitzenklasse, denn während bei allen anderen Musicals, die ich bisher erleben durfte - mit Ausnahme des Touristenmusicals \"Ludwig II.\" in Füssen -, ein gewisses ergreifendes und erschauerndes Moment beinahe ständig vorgekommen und durch die tänzerischen Darbietungen noch verstärkt worden ist, erscheint dieser Aspekt bei \"Notre Dam\" eher flach und ohne Tiefgang, wobei ich das weniger den Schauspielern als mehr den Komponisten und Produzenten anrechne.
Sicherlich, der Temporausch von \"Starlight Express\", die Dramatik von \"Tanz der Vampire\", \"Die Schöne und das Biest\" oder auch \"Das Phantom der Oper\" ist nicht leicht zu kopieren, auf der anderen Seite kann man sehr gut etwa an \"Cats\" ersehen, dass auch Erheiterung und Komödie einer musikalischen Höchstumsetzung problemlos standhalten. In \"Notre Dam\" hingegen dominiert hingegen mehr oder weniger der Handlungsablauf, der seinerseits aber nur wenig Spannung und Faszination mit sich führt, da letztlich die Ausgestaltung und Umsetzung hinterher hinkt.
Insgesamt jedoch, um kein falsches Bild zu erwecken, ist das Musical sicherlich sehenswert und auch nicht von ähnlich minderer Qualität wie \"Ludwig II.\", bei dem der Touristenkitsch nur so trieft, auf der anderen Seite ist es aber auch wiederum nicht so mitreißend und nachhaltig beeindrucken, dass ich sofort wieder, so ich könnte, einen Besuch in Angriff nehmen würde, auch wenn ich den Abend und den Eintrittspreis nicht als vertan bewerten würde - es fehlte eben nur das gewisse Etwas, das ein gutes Stück zum Unikat bzw. Spitzenwerk erhebt.
Ein letztes vielleicht noch zu den Eintrittspreisen: normalerweise empfehle ich immer, möglichst nicht auf das Geld zu sehen und entsprechend möglichst gute Karten - als Student kann ich mir glücklicherweise immer die zweitbeste Kategorie gönnen - zu erwerben, da mit steigender Distanz zur Bühne auch weniger an Atmosphäre und Faszination \"rüber\" kommt. Bei \"Notre Dam\" saß ich somit auch in der vierten Reihe im Parkett, nach der Pause sogar auf einem der besten Plätze, nämlich in selbiger Reihe mittig, was sich angesichts der bereits erwähnten Bühnentechnik und Projektion als nachteilig erwiesen hat. Denn einerseits schwebt Quasimodo auf den Zinnen Notredams dann beinahe zehn Meter über dem eigenen Kopf, zum anderen nimmt man die \"Fehler\" der Projektion um so stärker wahr, je näher man an ihnen dran ist, so dass vielleicht auch hieraus meine negative Einschätzung beruht. Hier empfiehlt es sich nach meiner Einschätzung beinahe schon, in den hinteren Teil der Parketts oder die ersten Reihen des Ersten Rangs auszuweichen, da - möglicherweise - von dort aus die Kulisseneffekte besser wirken.
Die Eintrittspreise staffeln sich in fünf Preiskategorien, wobei \"PK1\" die teuerste, \"PK5\" die billigste ist. Differenziert nach Wochentag und Aufführung ergeben sich dabei folgende Abstufungen: Dienstag und Donnerstag, 20:00 Uhr, sowie Mittwoch, um 18.30 Uhr: 79/69/59/49/29,- € (PK1/2/3/4/5); Freitag, 20:00 Uhr, sowie Samstag, 15:00 Uhr: 95/85/69/59/39,- €; Sonntag, 14:00 Uhr sowie 18:30 Uhr: 89/79/65/55/35,- €; und schließlich zur \"Prime Time\", Samstag, 20:00 Uhr: 99/89/75/65/49,- €.
Grundsätzlich kann ich das Musical schon empfehlen, nur sollten jene, die, ähnlich wie ich selbst, schon andere Musicals genossen haben, nicht allzu enttäuscht sein: dennoch ein \"empfehlenswert: ja\", da ich, wie schon bereits erwähnt, den Abend nicht missen möchte, nur eben nicht so richtig zufrieden mit der Umsetzung durch Stella bin, da hier sicherlich mehr hätte getan werden können.
Doch bevor ich mich mit den einzelnen Aspekten - positiver wie auch negativer Art - auseinandersetze und versuche, meine Beurteilung entsprechend zu begründen, eine kurze inhaltliche Zusammenfassung, um den Nichtkennern des Musicals wenigstens eine wage Chance des Verständnisses einzuräumen.
Inhalt
°°°°°°
Im Musical wird das Jahr 1462 anno domini geschrieben, Handlungsort ist Paris. Clopin, ein alter Zigeuner, führt in Form einer Erzählung in die Handlung ein, an deren Beginn Frollo, Stadtvogt des Königs und höchster Richter und Machthaber in Paris, einer Zigeunerin, die er im Verdacht des Diebstahls hat, niederschlägt und damit auf den Stufen der Pariser Kathedrale Notre Dam tötet. Der herbei eilende Domdekan entdeckt dabei noch in Gegenwart Frollos, dass die vermeintliche Diebesbeute ein Kind ist, das Frollo angesichts dessen Hässlichkeit in einen Brunnen werfen und ebenfalls töten will. Erst die Vorwürfe des Dekans bringen Frollo zur Besinnung und aus Reue und Angst vor Gottes Gericht nimmt er den Knaben, den er \"Quasimodo\", lat.: ungefähr Geformter bzw. Gestalteter, nennt, als seinen Sohn an und versteckt ihn im Glockenturm Notre Dams.
Zwanzig Jahre später, Quasimodo ist mittlerweile der Glöckner der Kathedrale, hat dieser, ununterbrochen in die Einsamkeit der Glocken verbannt, die Freundschaft dreier Wasserspeier gewonnen, während Frollo in seiner Kälte und Unbarmherzigkeit täglich nur zum Bibelunterricht Quasimodo besucht. Dieser, verlockt durch ein Zigeunerfest, kann seine Begierde nach einem Besuch des Festes nicht verbergen, worauf ihm Frollo einschärft, dass er zu hässlich sei, um unter Menschen, in der kalten und schlechten Welt, leben zu können.
Dennoch sucht Quasimodo das Fest auf, wobei er sein entstelltes Gesicht unter einem riesigen Hut verbirgt. Esmeralda, eine neu nach Paris gekommene und von den dortigen Zigeunern nur widerwillig aufgenommene Zigeunerin, ermuntert Quasimodo am Maskenwettbewerb teilzunehmen, den er infolge seiner scheinbar maskierten Hässlichkeit gewinnt. Als jedoch dem \"Narrenpapst\" die Maske entrissen werden soll, erkennen alle Anwesenden, dass Quasimodo tatsächlich so hässlich ist und er wird, gefesselt auf dem Marktplatz, verspottet und mit Obst beworfen. Esmeralda, die schon vorher Hauptmann Phoebus, der zur Unterstützung des Stadtvogts in dessen Kampf gegen die Zigeuner nach Paris gekommen ist, den Kopf verdreht hat, rettet aus Mitleid Quasimodo und trotz damit zugleich auch Frollo, der Quasimodo mit seiner Gefangenschaft eine Lektion erteilen will. Frollo lässt Esmeralda durch den noch gehorchenden Phoebus durch ganz Paris verfolgen, bis dieser sie in Notre Dam stellt.
Der Dekan der Kathedrale jedoch gewährt Esmeralda Kirchenasyl, so dass Frollo, der angesichts des zunehmend zögernden Phoebus Esmeralda selbst festnehmen wollte, unverrichteter Dinge abziehen muss, allerdings nicht, ohne Notre Dam vom Phoebus Männern lückenlos umstellen zu lassen, damit Esmeralda nicht entfliehen kann. Diese jedoch erhält von Quasimodo Hilfe und kann zunächst fliehen, wird allerdings von den Wachen ergriffen und vor Phoebus gebracht, der ihr jedoch seinerseits die Fluchtmöglichkeit einräumt.
Frollo, selbst von Esmeralda in Versuchung gebracht, erfleht göttliche Vergebung und befiehlt Phoebus, Esmeralda durch ganz Paris und mit allen Mitteln zu jagen, als er ihr verschwinden aus Notre Dam bemerkt. Und während Phoebus sich den Befehlen des Stadtvogts, unschuldige Bürger wegen ihrer vermeintlichen Weigerung, der Verfolgung der Zigeuner behilflich zu sein, zu bestrafen, widersetzt, fällt Frollos Verdacht auch auf Quasimodo, der Notre Dam besser als jeder andere kennt.
Im zweiten Akt, Paris ist mittlerweile in den Ausnahmezustand versetzt und brennt infolge Frollos Befehlen, alle vermeintlichen Helfer der Zigeuner mit Feuer zu bestrafen, gelangt der ebenfalls verfolgte und von einem Pfeil verwundete Phoebus durch die Hilfe des Dekans zu Quasimodo, der in ihm zunächst einen Feind zu erkennen glaubt und ihn von den Dächern Notre Dams stürzen will. Phoebus, unterstützt durch die für ihn nicht erkennbaren Wasserspeier, kann Quasimodo doch noch überzeugen, das Esmeralda Hilfe benötigt und so machen sich beide, geführt von einem Medaillon Esmeraldas, zum Versteck der Zigeuner in der Pariser Kanalisation auf.
Dort, im \"Mirakelhof\", erleben die beiden zunächst den Tanz der Zigeuner, bevor sie von diesen gefangen werden und nur knapp ihre Warnung vor Frollos Schergen aussprechen können. Clopin, der König der Zigeuner, fordert Esmeralda auf, zur Sicherheit aller Paris zu verlassen, wozu sich diese auch bereit erklärt, wobei Phoebus ihr anbietet, sie zu begleiten. Quasimodo muss erkennen, dass Phoebus und Esmeralda sich lieben, wobei alle drei kurz darauf von Frollo und seinen Männern gestellt werden. Phoebus und Esmeralda werden in den Kerker geworfen, Quasimodo in Ketten auf seinen Glockenturm verbracht.
Von dem Scheiterhaufen, auf dem Esmeralda nach Frollos Willen verbrannt werden soll, rettet sie Quasimodo nach längerem Zögern in einem Sturm der Gefühle und befreit auch Phoebus; alle drei kehren in die Kathedrale zurück, die Frollo nun, außer sich vor Wut, ungeachtet des Kirchenasyls stürmen lässt. Frollo, vergebens um eine Besänftigung des aufgebrachten Quasimodo bemüht, versucht diesen zu töten, worauf dieser ihn von Notre Dam in den tot stürzt, nachdem ihm Esmeralda zuvor sterbend erklärt hat, dass wahre Schönheit die der Seele ist.
Soweit der Inhalt, eine Kurzfassung, die, wie ich zumindest hoffe, grobe Umrisse der Handlung erahnen lässt.
Umsetzung
°°°°°°°°°°°°
Die Umsetzung dieses \"Märchens\" ist dabei von wechselnder Qualität seitens Stella erfolgt. Zunächst ist sicherlich die Leistung der Schauspieler zu loben, die mit anmutigen Tänzen und guten gesanglichen Beiträgen eine nicht zu unterschätzende Aufgabe meistern und eine gewisse Attraktivität des Stückes hervorrufen.
Weniger gelungen ist allerdings die Ausgestaltung der Kulissen. Denn während in anderen (Stella-)Musicals angesichts der Wesensart eines Muiscals die Kulisse doch einen wesentlichen Teil ausmacht und , etwa bei \"Cats\" oder \"Phantom der Oper\", auch die Atmosphäre mitträgt, ist bei \"Notre Dam\" in erster Linie der Einsatz eines Diaprojektors zu beklagen, mittels dem sowohl die Zinnen der Kathedrale, wie auch deren Inneres, und schließlich auch die Kanalisation, in der die Zigeuner ihre Zuflucht haben, dargestellt wird. Dabei werden wechselweise graue Steinornamente, blauviolette Säulen oder blaugrüne Wände auf unterschiedlich hohe Klötze projiziert, wobei die, zumindest für mich aus der vierten Reihe nicht sehr ansprechende Illusion spätestens dann durchbrochen wird, wenn die Schauspieler quasi als Leinwand auftreten und einerseits ihre Kostüme und Gesichter verblassen, auf der anderen Seite im Hintergrund ein \"Schattenloch\" klafft.
Hier enttäuscht Stella, ungeachtet des Hinweises im Programmheft, dass der zum Einsatz kommende Projektor eine Spezialentwicklung gewesen ist, doch ziemlich, da derartige Effekte von jedem mittelmäßig ausgerüsteten Theater zu erwarten sind, in einem Musical aber ungleich mehr Möglichkeiten und Kapazitäten, auch im Bereich der Kulissen, bestehen, wie etwa \"Tanz der Vampire\", \"Elisabeth\" oder \"Jekyll & Hyde\" zeigen bzw. gezeigt haben.
Auch die Musik und die Gesänge sind nicht so richtig Spitzenklasse, denn während bei allen anderen Musicals, die ich bisher erleben durfte - mit Ausnahme des Touristenmusicals \"Ludwig II.\" in Füssen -, ein gewisses ergreifendes und erschauerndes Moment beinahe ständig vorgekommen und durch die tänzerischen Darbietungen noch verstärkt worden ist, erscheint dieser Aspekt bei \"Notre Dam\" eher flach und ohne Tiefgang, wobei ich das weniger den Schauspielern als mehr den Komponisten und Produzenten anrechne.
Sicherlich, der Temporausch von \"Starlight Express\", die Dramatik von \"Tanz der Vampire\", \"Die Schöne und das Biest\" oder auch \"Das Phantom der Oper\" ist nicht leicht zu kopieren, auf der anderen Seite kann man sehr gut etwa an \"Cats\" ersehen, dass auch Erheiterung und Komödie einer musikalischen Höchstumsetzung problemlos standhalten. In \"Notre Dam\" hingegen dominiert hingegen mehr oder weniger der Handlungsablauf, der seinerseits aber nur wenig Spannung und Faszination mit sich führt, da letztlich die Ausgestaltung und Umsetzung hinterher hinkt.
Insgesamt jedoch, um kein falsches Bild zu erwecken, ist das Musical sicherlich sehenswert und auch nicht von ähnlich minderer Qualität wie \"Ludwig II.\", bei dem der Touristenkitsch nur so trieft, auf der anderen Seite ist es aber auch wiederum nicht so mitreißend und nachhaltig beeindrucken, dass ich sofort wieder, so ich könnte, einen Besuch in Angriff nehmen würde, auch wenn ich den Abend und den Eintrittspreis nicht als vertan bewerten würde - es fehlte eben nur das gewisse Etwas, das ein gutes Stück zum Unikat bzw. Spitzenwerk erhebt.
Ein letztes vielleicht noch zu den Eintrittspreisen: normalerweise empfehle ich immer, möglichst nicht auf das Geld zu sehen und entsprechend möglichst gute Karten - als Student kann ich mir glücklicherweise immer die zweitbeste Kategorie gönnen - zu erwerben, da mit steigender Distanz zur Bühne auch weniger an Atmosphäre und Faszination \"rüber\" kommt. Bei \"Notre Dam\" saß ich somit auch in der vierten Reihe im Parkett, nach der Pause sogar auf einem der besten Plätze, nämlich in selbiger Reihe mittig, was sich angesichts der bereits erwähnten Bühnentechnik und Projektion als nachteilig erwiesen hat. Denn einerseits schwebt Quasimodo auf den Zinnen Notredams dann beinahe zehn Meter über dem eigenen Kopf, zum anderen nimmt man die \"Fehler\" der Projektion um so stärker wahr, je näher man an ihnen dran ist, so dass vielleicht auch hieraus meine negative Einschätzung beruht. Hier empfiehlt es sich nach meiner Einschätzung beinahe schon, in den hinteren Teil der Parketts oder die ersten Reihen des Ersten Rangs auszuweichen, da - möglicherweise - von dort aus die Kulisseneffekte besser wirken.
Die Eintrittspreise staffeln sich in fünf Preiskategorien, wobei \"PK1\" die teuerste, \"PK5\" die billigste ist. Differenziert nach Wochentag und Aufführung ergeben sich dabei folgende Abstufungen: Dienstag und Donnerstag, 20:00 Uhr, sowie Mittwoch, um 18.30 Uhr: 79/69/59/49/29,- € (PK1/2/3/4/5); Freitag, 20:00 Uhr, sowie Samstag, 15:00 Uhr: 95/85/69/59/39,- €; Sonntag, 14:00 Uhr sowie 18:30 Uhr: 89/79/65/55/35,- €; und schließlich zur \"Prime Time\", Samstag, 20:00 Uhr: 99/89/75/65/49,- €.
Grundsätzlich kann ich das Musical schon empfehlen, nur sollten jene, die, ähnlich wie ich selbst, schon andere Musicals genossen haben, nicht allzu enttäuscht sein: dennoch ein \"empfehlenswert: ja\", da ich, wie schon bereits erwähnt, den Abend nicht missen möchte, nur eben nicht so richtig zufrieden mit der Umsetzung durch Stella bin, da hier sicherlich mehr hätte getan werden können.
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